Die Welt verändert sich....
Hallo in die Runde,
hier geht es nicht zwingend und vorrangig um unser schönes Hobby, sondern um etwas das ich schon sehr sehr lange beobachte. Und wenn man ehrlich ist bleibt es einem auch nicht verborgen...
Die Welt verändert sich...!
- die Politik im Innen - und Ausland
- der Ton wird schärfer (auch Zwischenmenschlich)
- manche bekommen Existenzängste / Jobängste
- manche bekommen Geldsorgen
- die Lebensfreude schwindet bei manchen
= ua. Partnerschaft steht auf der Kippe usw.
- ...
Viele Bekannte haben mich in den letzten Tagen und Wochen angeschrieben und mich gefragt, ob ich was aus deren Sammlung möchte - an sich ist dies keine ungewöhnliche Frage, eher sogar eine relativ häufige. Jedoch ist der Hintergrund (aktuell) ein anderer, sehr viele reduzieren deren Sammlung und die Zahl derer die ihr Hobby komplett aufgeben ist echt merkbar angestiegen...
All das sind Dinge die ich sehe, mitbekomme und höre. Es macht einen traurig, wütend und fassungslos zugleich. Und hier möchte ich die Brücke zu unserem Hobby schlagen.!
Seit Monaten bzw. schon so manchen Jahren merke ich auch eine gewisse Veränderung in der Duftindustrie...
Was meine ich damit genau?
Nehmen wir mal XJ (Xerjoff) als Beispiel. Wir hatten das Jahr 2010 (+/- ein paar Jahre) und extrem viele Knaller das Licht der Welt, wie bspw.
Amber Star ,
Uden ,
Richwood , usw. und wenn ich sehe was die Firma heute vorstellt/ einen präsentiert ist es gruselig, traurig und irgendwie auch fast beschämend. Vor grob 15 Jahren war ich ein riesiger FAN der Marke und mein Duftherz war mehr als erfreut. Exakt das gleiche könnte ich zu Amouage, Roja, CC und ebenso einigen Designern sagen.
- man traut sich zu wenig
- die Düfte werden teurer und teurer
- die Performance (H/S) baut im Vergleich zu früher immer mehr ab
- vieles ist monoton zu anderen Düften
- es gab schon lange keinen wirklichen WOW Duft...
Es geht nicht (!) darum das ich sagen will, dass die Welt früher besser als die heutige NEIN! Die Welt ist anders geworden.
Seht Ihr dies auch/ merkt Ihr es (auch)?
Wie geht Ihr damit um?
(Ist es euch egal oder nehmt Ihr es nicht war? )
LG, der Benny
PS.
Eigentlich kennen mich ja die meisten von euch als derjenige der Rezensionen, Statements oder Blogs zu Dufthäusern schreibt und ja dies ist eher das was mir Spaß macht, jedoch wollte ich heute mal sowas schreiben und es würde mich interessieren wie Ihr dazu steht...


Sirbennyone

Für uns Käufer heisst das: mehr testen, weniger kaufen und selektiver werden. Wirklich schlimm ist die Entwicklung nur bedingt – niemand zwingt uns zum Kauf. Die deutlichste Antwort auf langweilige Schnellschüsse ist nicht nur eine kritische Bewertung auf parfumo, sondern vor allem: nicht kaufen.
Klar merken manche Marken - die allerdings auch vorher schon ganz klar explizit dem Luxus-Sektor angehört haben - dass es einen Parfum Trend gibt und drehen die Preise entsprechend hoch.
Das ist gerade dann aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll, wenn man jungen Leuten das Gefühl geben kann, sie sind nichts, wenn sie nicht XY besitzen. Sei es durch Werbung, irgendwelche Eigendynamiken, Influencer oder was auch immer. Da ist auch egal was im Flakon steckt, Hauptsache es steht "MARKE" drauf.
Hier kann man aber Parfum mit jedem x-beliebigem Luxusartikel austauschen. Bei uns auf dem Schulhof früher waren es AirMax Schuhe.
Ich probiere mich trotzdem fröhlich durch die Duftwelt. Bleibe tendentiell gerne bei kleinen Häusern die mir sympathisch sind und Kaufe Düfte nicht (oder nur gebraucht), deren Preis ich als frech empfinde, gibt ja Gott sei Dank genug Auswahl.
Aber: Du könntest hier in Deinem Text ganz locker Parfum gegen Whisky austauschen, dann würde ich das 1:1 unterschreiben - den Blues kriegt irgendwie fast jeder einmal, der länger bei etwas dabei ist.
Bei mir war diese Phase vor zwei Jahren - aber mittlerweile liebe ich Whisky noch mehr - GERADE weil sich die Zeiten geändert haben. Das Wichtige wird dabei klarer.
Ich denke, dass einige hier noch sehr jung sind. Das alles hat es immer gegeben und wird es immer geben.
Das Bedrohungsgefühl wird uns 24/7 über zig Kanäle in die Haushalte geliefert. Früher hat man eine Zeitungsmeldung gelesen, wenn es wirklich wichtig war. Heute haben wir jeden Starkregenschauer auf allen Kanälen. Ich persönlich muss nicht wissen, was gerade in Belutschistan passiert.
Konsolidierungsphasen sind wichtig. Sie bringen Preise wieder nach unten und modernisieren festgefahrene Systeme.
Hier ist kaum jemand arm, wie ich mir "arm" vorstelle. Die Leute fliegen in Urlaub, die Restaurants sind proppevoll - ich sehe sogar meistens junge Leute. Papas spendieren Autos.
Boomt der Second-Hand-Markt, weil die Menschen ärmer geworden sind? Oder weil Wiedernutzung hipp ist?
Jede Industrie hat eine Blütezeit und einen Untergangstermin. Traditionsbetriebe machen selten das, womit sie mal begonnen haben. Wer abfahrende Züge verpasst, ist halt weg. Für das, was ging, kam bisher ...
... immer etwas anderes, nachdem aufgeräumt wurde.
Über was wird gejammert? Dass Parfüm 350 Euro und mehr kostet? Solange es Menschen gibt, die das mitmachen wollen, funktioniert die Spirale nach oben. Wenn's nichts ist, kauf's nicht. Fertig ist die Laube.
Warum verlieren viele die Lust am Duft? Parfüm ist ein Luxusgut. Alles wird stetig teurer und die Zeiten sind unsicher. Da hält man sein Geld zusammen. Und sowas wie teure Urlaube, überteuerte Markenklamotten oder Parfüm fällt da als erstes hinten runter. Nicht umsonst ist der Secondhand-Kleidermarkt eine der größten Boombranchen. Und ja, die Zeit der besten Qualität bzw Innovationen im Parfümsektor ist es auch gerade nicht. Einhergehend mit stetig steigenden Preisen und Reizüberflutung.
Wohin uns all das führen wird, wird man sehen...
Ich bin in der DDR aufgewachsen, kenne also auch andere Zeiten wirtschaftlichen Missstandes und politischer Unsicherheit. Vielleicht hilft mir das ein wenig, etwas gelassener zu bleiben.