SmellscentSmellscents Parfumkommentare

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Smellscent vor 9 Monaten 12
10
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
9
Flakon

Ich bleibe beim Original
Ihr kennt das wahrscheinlich: Man lernt einen Flanker eines Dufts kennen und ist von diesem recht angetan, dann lernt man einen weiteren Flanker kennen und auch dieser gefällt einem … Schließlich denkt man sich: So, und wie riecht jetzt eigentlich das sozusagen „ungeflankerte“ Original?

In diesem Fall handelt es sich um einen Duft aus dem Jahre 1999, ein Jahr, in dem wir alle (sofern wir schon auf der Welt waren :-)) 21 Jahre jünger waren. Allein schon die Farbgebung der Duftpyramide ist beeindruckend und könnte unter Umständen prophylaktisch abschreckend wirken: Was zum Kuckuck soll das denn sein, was ist denn das für eine abenteuerliche Mixtur?? Bitte, bitte: Nicht abschrecken lassen, testen: Ein einziger Sprühstoß sagt nämlich mehr als tausend Duftpyramiden!

Fruchtig - Blumig - Würzig - Balsamisch so könnte man den Duftverlauf in wenigen Worten beschreiben. Allerdings, dies ist wohl ein wenig zu kurz gegriffen und man muss es ein wenig mehr detaillieren. Die Eröffnung ist vielversprechend: Da kommt einem eine volle, beeindruckende zitrische Fruchtigkeit entgegen, angereichert mit reifem Pfirsich. Ingwer ist ja jetzt etwas, was ich nicht so schätze. Hier ist er aber entweder nicht wahrnehmbar oder derart fein verwoben, dass er mich nicht stört. Das Ganze wirkt aber nicht überladen gourmandig. Fein!

Die Herznote ist wie ein florales, eher kurz gehaltenes Hinüberschweben in den wunderbaren und langanhaltenden holzig-warm-würzig-balsamischen Drydown. Holzig-cremig, wahrscheinlich die Tonkabohne, fast ein wenig pudrig, ein feiner vanilliger Kokoshauch kommt auch noch hinzu. Unglaublich ausgewogen, dezent, ausbalanciert, nicht erdrückend, nicht wuchtig, nicht protzend aber präsent. Die holzigen Noten halten sich dezent eher im Hintergrund. Auf faszinierende Weise blitzen aber auch im Drydown kleine Fruchtstücke ab und zu durch. Ein derartiges Duftkino stellt nach meinem Verständnis große Kunst dar. Nachsprühen ist meiner Meinung nach gar nicht erforderlich, zwei oder drei Sprühstöße reichen locker für einen ganzen Tag.

Der hat in der Tat ein unglaubliches Duftentwicklungspotential und möglicherweise trifft hier zu, was die Werbung von ihm verspricht, dass er sich nämlich bei Jedem anders entwickelt. Kritiker würden jetzt sagen und haben auch schon oft gesagt (auch in diesem Forum), dass das ein überteuerter Allerweltsduft ist, der nach allem und nichts riecht. Denen würde ich entgegnen: Der Reiz von AH liegt ja gerade in diesem unglaublich verspielten weitgespannten Duftbogen des Duftuniversums. Jeder findet sich sozusagen wieder, jeder vermag seinen favorisierten Aspekt darin zu entdecken. Ein Künstler, der so etwas zuwege bringt!

AH ist kein schwerer und kein leichter Duft, er ist (für mich sehr wichtig) nicht zu süß, er ist natürlich auch nicht zu herb, er ist einfach ein sehr angenehmer, sinnlicher Duft mit guter Haltbarkeit, am besten wohl im Frühjahr und Herbst zu tragen. Seine Sillage entfaltet er eher kurz und entwickelt sich dann angenehm hautnah für ca. 10 Stunden.

[Ironie ON] Sieh mal einer an: Individualität im Mainstreamsegment!!! Ja darf´s denn sowas überhaupt geben??? [Ironie OFF]

Ich könnte mir schon vorstellen, dass der eine gewisse Anziehungskraft auf Frauen ausübt, wird ihm ja manchmal auch nachgesagt :-)

Ganz ehrlich: Dieser hier beeindruckt mich dermaßen, dass mich die anderen Allure Homme Flanker (Ausnahme: Edition Blanche) jetzt nicht mehr wirklich interessieren.

Man kann ja von Fragrance Komitees denken wie man will (Mitglieder, Statuten, Abhängigkeiten, Vernetzungen, usw.) Ich denke mir aber, dass dieser Duft nicht ganz von ungefähr zweimal (2000 und 2012) in die Hall of Fame der Fragrance Foundation Deutschland Kategorie „Klassiker Herrendüfte“ aufgenommen wurde.

Ich würde sagen, Chanel Allure Homme EdT ist in der Tat das Original und er lässt seine vielfältigen Flanker das sein, was sie eben sind: Flanker!

So schnell vergebe ich keine 100%. Dieser hier erhält sie von mir aber mit vollster Überzeugung, er hat meiner Meinung nach eindeutig Signaturpotential. Beeindruckend finde ich immer, wenn Personen einen Duft über viele Jahre und Jahrzehnte konsequent nutzen, bei diesem hier kann ich mir das sehr gut vorstellen.

Dass er hier im Forum teilweise extrem verrissen wird, beeindruckt mich nicht. Das ist für mich nur ein Beweis mehr für die Einzigartigkeit jedes einzelnen Menschen: Jede Haut und jede Nase ist eben nicht mit jedem Duft kompatibel und warum sollte das bei AH anders sein. Das ist sehr gut so. Ich denke mir, dass sein kommerzieller Erfolg nicht von ungefähr kommt und er den Geschmack vieler daher schon treffen dürfte.

Im Zusammenhang mit AH fallen mir folgende Sprüche ein: „Schuster bleib bei deinen Leisten“ oder „Back to the roots“ oder „Es kommt meist nichts Besseres nach“. Ich jedenfalls werde beim Original bleiben und würde dem AH noch viele Jahre wünschen. Chapeau!
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Smellscent vor 9 Monaten 23
9.5
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
8
Flakon

Der dosierabhängige Löwe
Man lernt hier auf parfumo ja wirklich nie aus bzw. lernt immer dazu, meistens mit Duftproben, mit denen man nicht gerechnet hat. Eine derartige war dieser hier. Ihr kennt das wahrscheinlich: Man erhält da im Rahmen eines Soukkaufs eine völlig unbekannte Duftprobe… Hm, kenn ich ja gar nicht, mal schnell in die Duftpyramide von parfumo klicken… Wow, ein Lalique mit 8,2 sieh mal einer an, ist ja interessant. Aber: Ist Lalique nicht der Hersteller von Encre Noir, ein Duft der mich damals nicht wirklich überzeugt hat und ich Lalique daher de facto „abgehakt“ habe nach dem Motto: Kann denn von da überhaupt was Gutes kommen?

Kurz gesagt: Ja, es kann!

Das Opening ist eher herb, fast schon als bitter zu bezeichnen, wahrscheinlich macht das die bittere Grapefruit in Kombination mit Rosmarin und Lavendel.

Allerdings entschärft sich dieser eher ungünstige Ersteindruck und wird zunehmend floral-holzig. Die Betonung liegt auf FLORAL-holzig und nicht auf NUR-holzig, wie z.B. der Creed Bois du Portugal, mit dem er oft verglichen wird. Genaueres kann ich zu diesem Vergleich allerdings nicht sagen, weil damals die BdP Abfüllung sehr schnell wieder gehen durfte, weil sie mir zu eindimensional, fast schon „penetrant holzig“ war. Bois du Portugal hat mich jedenfalls in keinster Weise überzeugt.

Im Ergebnis ist dieser hier aber wesentlich vielschichtiger, angenehm Cremig-Pudrig-Vanillig, was die Holzanteile (oder vielleicht sogar den ganzen Löwen?) effektiv „zähmt“. Im Drydown macht sich dieser pudrige Einschlag sehr attraktiv, wie ich meine. Ich würde ihn jetzt mal als pudrig-holzig floralen Duft bezeichnen, wobei die Segmente floral und holzig gleichwertig sind, was für meinen Geschmack den besonderen Reiz dieses Duftes ausmacht.

Erwähnenswert ist meiner Meinung auch die Sillagefähigkeit: Bei Überdosierung könnte man ihn meiner Meinung nach locker als Abstandseinhaltewaffe im Sinne der COVID 19 Vorschriften einsetzen. Daher Vorsicht mit der Dosierung, denn sonst könnte der Löwe ungemütlich und unberechenbar werden und wird zum Sillagemonster oder zur Duftpenetranz.

Haltbarkeit: Sehr gut, hält locker als hautnaher Duft bis zu 8-9 Stunden.

Wenn dieser Duft jetzt nicht schon 23 Jahre auf dem Buckel hätte, würde ich ihn glatt als Geheimtipp bezeichnen. Dass er bei einer derartig hohen Bewertung hier auf parfumo trotzdem nur so wenige Kommentare hat, wundert mich wirklich. Angeblich soll ja auch Bill Clinton ein Nutzer dieses Parfums sein bzw. gewesen sein, dies hat jetzt aber auf meine Bewertung keinen großen Einfluss gehabt… :-)

Für mich ist der Preis von Lalique pour Homme Lion wieder mal ein typisches Beispiel dafür, wie stark der Preis vom Klang der Marke abhängt: Ich wage mal zu behaupten, dass der hier, wenn es ein Duft eines Nischenherstellers (Lalique ist doch Nische, oder?) mit noch klingenderem Namen wäre, wahrscheinlich locker ein Mehrfaches kosten würde. Mich freut es natürlich.

So nebenbei bemerkt, weil das ja anscheinend oftmals so ein Gütekriterium zu sein scheint: Das kümmert mich einfach nicht, entweder gefällt mir ein Duft (und JA, das kann auch ein Mainstreamduft sein) oder er gefällt mir eben nicht (und JA, das kann auch ein Nischenduft sein).

Fazit: Eine echte Entdeckung, der es in kürzester Zeit in Flakonform in meine Sammlung geschafft hat. ROOAARRR!!!
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Smellscent vor 10 Monaten 8
9
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage

Verwandlungskünstler
Es war einmal, vor gar nicht allzu langer Zeit: Auf der Suche nach einem frischen, maskulinen Frühjahrs- und Sommerduft….

Ausgangspunkt waren Überlegungen, die in dieser oder ähnlicher Weise schon andere parfumos angestellt haben... Hesperidische Düfte mit Chypre Einschlag liegen mir nicht wirklich, derartige Düfte sind mir einfach zu unausgewogen. Da rede ich jetzt von Klassikern wie z.B. Chanel Pour Monsieur EdT oder auch Dior Eau Sauvage EdT, die mich beide nicht überzeugen konnten. Zitrische Düfte mag ich zwar schon sehr, nachteilig erscheint mir bei denen allerdings oft deren geringe Haltbarkeit.

Dann habe ich in der Best-of-Herrendüfte auf Platz 13 den Chanel Allure Homme Édition Blanche entdeckt und mir gedacht, dass der doch sicher einen Versuch wert ist…

Pffft… pffft… pffft… pffft… pffft….

Sag, was will der eigentlich, so mein erster Gedanke, wenngleich ich zugeben muss, dass die Zitrone schon sehr harmonisch und natürlich daherkommt, nicht synthetisch, kratzig, übersäuert oder übersauer. Vielleicht ist es eine Mischung aus Zitrone und Bergamotte? Ich bin nicht der Experte beim Auseinanderklamüsern von Duftnoten…

Das geht dann jetzt so über ca. eine Stunde und ich denke mir, na, besonders kreativ ist dieser Duftverlauf jetzt aber nicht, lieber Herr Allure Édition Blanche…

Doch siehe da, ca. drei Stunden später:

Was ist denn das? Hat hier etwa jemand gezaubert? Vielleicht ein Duftverlaufszauberer? Ein wirklich interessanter Dry-down tut sich plötzlich auf: Das Zitrische wird zunehmend cremig-pudrig-vanillig, vielleicht auch balsamisch und wird manchmal von einem leicht holzig-herben Anklang angereichert. Auch im Dry-down ist der Gesamteindruck zwar nach wie vor stark zitrisch ausgerichtet, bleibt dabei aber immer unglaublich ausgewogen und harmonisch. Hie und da vermeine ich auch einen Hauch von Vetiver zu erahnen, der den gesamten Duftakkord unsüß bzw. herb hält.

Ich muss schon sagen, dieser hier hat einen hohen „Schnüffelfaktor“. Ich würde sagen, er ist mustergültig inoffensiv und daher nicht nur für den Sommerurlaub, sondern auch fürs Büro bestens geeignet, Überdosierung, würde ich sagen, ist schwer möglich.

Erstaunlich und erfreulich, weil von zitrischen Düften so bisher nicht gekannt, ist auch die gute Haltbarkeit. Das ist wahrscheinlich der höheren Konzentration der Duftöle geschuldet, so dass hier die Unterscheidung zwischen Cologne und Eau de Parfum gut erkennbar ist.

Laues Sommerabend-Feeling pur sozusagen, bestens geeignet für den Urlaub mit leiser Hintergrundmusik, Meeresrauschen und einer zart warmen Brise vom offenen Meer. Ein leises fröhliches Lachen und angeregtes Stimmengewirr von der Poolbar… Cocktails werden serviert, man hört leises Klirren von Gläsern… Der Vollmond scheint vom tiefblauen Himmel und spiegelt sich im Pool… Oh, sieh mal, der Abendstern Venus ist ja auch schon am Firmament zu sehen! Da, sogar eine Sternschnuppe!!! Darf ich mir jetzt tatsächlich was wünschen?? Hmmm, einen frischen maskulinen Frühjahrs- und Sommerduft wohl nicht mehr, denn den habe ich bereits gefunden!
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Smellscent vor 10 Monaten 5
9
Duft
5
Haltbarkeit
5
Sillage
8
Flakon

Ein Stück, ein Akt, zwei Beteiligte
Klappe //

„Meine Herren: Sie werden mir doch recht geben, dass das heutige moderne Leben oftmals so kompliziert ist, dass man manchmal wirklich froh ist, einfache, gute und bewährte Dinge mit wenigen Bestandteilen zu haben… Bedenken Sie, dass Arlington Cologne EdC unseres Hauses IN DER TAT nur genau ZWEI Duftstoffe beinhaltet, nämlich Farn und zitrische Noten. Da staunen Sie jetzt aber, nicht wahr?! Da könnte sich z.B. ein Mr. Roja Dove schon noch eine Scheibe abschneiden, hüstel, hüstel, kicher, kicher, kicher…

[Smellscent denkt: Nur zwei Inhaltsstoffe?? Wie, was, sooo wenige ? Tatsächlich? Echt, komm … nur zwei? Wie machen die denn das? Kann denn da überhaupt etwas Gutes rauskommen? ]

Meine klare Antwort auf Ihre zweifelnden Gesichtsausdrücke und Gedankengänge meine Herren, lautet: Ja, selbstverständlich!

[Smelllscent denkt: Hmmm ….]

Die beiden Inhaltsstoffe ergeben einen sehr erfrischenden, zitrisch-floralen Gesamteindruck, der im Frühjahr/Sommer sehr passend ist. Insbesondere können Sie einen krönenden Abschluss Ihrer Nassrasur bilden, ungeachtet der Tatsache, dass wir diesen Duft ja auch als Aftershave und Aftershave Milk anbieten. Die Farnnote verschafft einen leichten Fougère-Einschlag und ergibt die eindeutig maskuline Ausrichtung dieses Colognes. Ihre Frauen werden sich über Ihre angenehme, nicht überbetonte, aber klar erkennbare duftende Ausstrahlung sehr freuen, meine Herren! Seien Sie sich dessen gewiss! Kicher, Kicher,...

[Smellscent denkt: Die Dame hat wahrscheinlich recht, wenn ich an die letzte Reaktion von Frau Smellscent denke…]

Die beiden Inhaltsstoffe sind derart genial aufeinander abgestimmt, dass es einfach nicht mehr bedarf!

[Smellscent denkt: Na klar, was soll sie auch sonst sagen, ist halt ´ne Verkäuferin von Dr. Harry…]

Ein wunderbarer Duft, der trotz des gemäßigten Preises in der Parfum-Oberliga mitspielt und auch dem Acqua di Parma Colonia durchaus ebenbürtig ist. Wobei der Colonia durch seine fruchtige Blumigkeit wahrscheinlich auch als Damenduft durchgehen kann, wohingegen wir den eher herben Arlington eindeutig als Herrenduft sehen würden.

[Smellscent denkt: Irgendwie hat sie recht …Obwohl, den Colonia hatte seinerzeit ja schon Cary Grant geliebt, aber manchmal erscheint er mir tatsächlich etwas zu feminin…]

Wir von Dr. Harry müssen zwar zugeben, dass Sillage und Haltbarkeit von Arlington EdC nicht berauschend sind. Angesprochen werden sollen daher vor allem Herren, die eher zurückhaltende Düfte mit geringer Sillage und Haltbarkeit schätzen, die sich aber, und jetzt kommt´s .... eines umso umwerfenderen Frischekicks beim Nachsplashen dieses genialen Wässerchens aus dem Splash-Flakon aus der hohlen Hand erfreuen. Kicher, Kicher, HiHiHiHiHi, HaHaHaHa, HoHoHoHo, Prust, Prust, Hust, Hust…

[Smellscent denkt: Tsss, versteh ich nicht, was daran so lustig sein soll und warum die sich jetzt vor lauter Lachen gar nicht mehr einkriegt …]

Viel Spaß mit diesem Duft, meine Herren!“

[Smellscent denkt: Den hatte ich schon und habe ich auch und werde ich weiterhin haben, da hätte es dieses seltsamen Theaters jetzt nicht bedurft]

Klappe //
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Smellscent vor 10 Monaten 6
9.5
Duft
7
Haltbarkeit
6
Sillage
9
Flakon

Guerlain du kannst es einfach :-)
Wahrscheinlich kennt ihr das: Man trägt einen Duft ein ums andere Mal und er gefällt einem von Mal zu Mal besser... Positive Stimmungen werden damit verbunden, erfreuliche Situationen, in denen man den Duft aufgelegt hat oder wahrscheinlich wieder auflegen wird … Wahrscheinlich kennt ihr aber auch das: viele Düfte gefallen einem ein ums andere Mal immer weniger, downgraden mit der Zeit zu echten „Stinkbomben“ und werden nicht mehr angerührt oder dann im Souk angeboten …

Um einen des ersteren Szenarios handelt es sich nach meinem Verständnis bei Guerlain Habit Rouge L´Eau aus dem Jahre 2011. Bewusst klammere ich hier den Vergleich mit dem Original Habit Rouge aus, den ich zwar kenne, der mich aber nie wirklich vom Hocker gehauen hat (zu intensiv, zu fordernd).

Faszinierend finde ich an diesem hier den äußerst dezenten und omnipräsenten Drydown, der einen immer wieder in der oben genannten Art und Weise umschmeichelt und der ihn als nicht-offensiven Büroduft geradezu prädestiniert.

Der Drydown dieses Dufts funktioniert bei mir so: Er ist noch da, er ist schon wieder weg, er ist wieder da, er ist wieder weg, usw. usw. und das über viele Stunden!! Und immer, wenn er wieder da ist, kommt da so eine gewisse Freude hoch: Hey ja, du hast ja tatsächlich Habit Rouge L´Eau aufgelegt!!

Bitterorange im Auftakt? Ja, der ist schön zitrisch.

Auch noch Haselnuss im Auftakt? Könnte ich jetzt nicht wirklich sagen, obwohl ich den Duft von Nutella und anderen einschlägigen Haselnuss-Schokoaufstrichen aufgrund langjähriger persönlicher Erfahrungen am Frühstückstisch schon gut kenne …

Jasmin als Herznote? Ja

Vanille und Patchouli im Drydown? Definitiv, ja.

Ich empfinde aber den Jasmin auch dauerhaft im Drydown, was ihm diese faszinierende, frische unsüße Floralität verleiht. Ich muss schon sagen, der beeindruckt mich sehr und mittlerweile trage ich ihn auch recht häufig. Das Preis/Leistungsverhältnis ist wirklich erfreulich und für mich ein Beweis, dass gutes Parfum nicht unbedingt exorbitant teuer sein muss.
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