Somebody Parfum und der Sinn des Lebens

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Vor 4 Jahren
7 Auszeichnungen

Liebe Parfumos, ich danke euch für die zahlreichen Beiträge zu meinem Artikel To smell or not to smell. Eure Antworten zeigen, dass es durchaus ein sehr heikles Thema ist, ähnlich wie jemanden auf unangenehmen Körpergeruch hinweisen zu wollen. Parfum ist sozusagen unser erweiterter Körpergeruch und Kritik daran kann sehr schnell falsch verstanden und persönlich genommen werden.

Im Hinblick auf die geschilderte Situation im Theater mit Duft dagegenzuhalten ist keine Option. Erstens gehe ich davon aus, dass meine Sitznachbarin mich nicht absichtlich belästigen möchte.

Zweitens sitzt das Publikum da sehr dicht gedrängt und ich würde es niemandem zumuten, einen Abend mit zwei starken konkurrierenden Düften durchstehen zu müssen. Ein absichtliches Wettrüsten der Parfums ist für mich das Ende des kultivierten Miteinander.

Drittens beschleicht mich die leise Ahnung, andere Menschen vielleicht hin und wieder vor die gleiche Situation gestellt zu haben. Nicht jeder ist so direkt wie einer meiner weitläufigen Anverwandten, der seine Abneigung gegen ein Parfum einst so formulierte: „Das stinkt wie ein Stall voll kranker Affen“.

Andersherum gibt es aber auch immer wieder Situationen, wo ich beglückt eine fremde Duftspur einatme und mir ein Erlebnis auch deshalb so eindrücklich in Erinnerung bleibt, weil es mit dem Riechen eines tollen unbekannten Parfums verbunden ist.

Haben wir sicher alle schon erlebt.

Ich arbeite inzwischen daran, mein kleines Theaterproblem taktvoll zu lösen und werde vielleicht zu gegebener Zeit wieder berichten.
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Vor 4 Jahren
13 Auszeichnungen

Hin und wieder stoße ich dufttechnisch an Grenzen.

Manchmal an die meiner Mitmenschen.

Wenn der Liebste äußert „Hättest du das beim ersten Date getragen, wäre aus uns nichts geworden“, wird der betreffende Duft zumindest in seiner Gegenwart nicht mehr benutzt oder gleich aussortiert.

Meine Kollegen sagen auch geradeheraus, wenn ihnen ein Parfum nicht gefällt und werden künftig davon verschont.

Generell berücksichtige ich, wann und wo ich mich wie bedufte um mich nicht nur selbst wohlzufühlen, sondern auch meine Zeitgenossen nicht zu verprellen.

Öfter sind die Grenzen meine eigenen.

Meist lässt sich das schnell und einfach dadurch lösen, dass ich die unangenehmen Düfte künftig meide.

Schwieriger wird es, wenn sich die Düfte an Menschen befinden, mit denen ich zu tun habe, es sei denn, es handelt sich um ein Familienmitglied oder sehr engen Freund, mit dem man schonungslos ehrlich sein kann. Man will ja schließlich niemanden verletzen, indem man zu so etwas Persönlichem einen negativen Kommentar abgibt.

Ganz schwierig ist es, wenn es sich um Fremde handelt, mit denen ich auf engem Raum zusammen sein muss ohne die Möglichkeit, auszuweichen.

Beispielsweise um meine Sitznachbarin im Theater, deren starkes Parfum mir regelrecht Übelkeit bereitet. Als Inhaber von Abokarten treffen wir fast monatlich aufeinander und ich habe inzwischen sicher den Eindruck erweckt, chronisch krank zu sein, da ich ständig in einen Schal eingemummelt da sitze, den ich zuvor mit einem Spritzer eines mir angenehmen Dufts präpariert habe. Anders wäre die Spieldauer eines Stücks für mich nicht auszuhalten. Welchen Duft die Dame trägt, habe ich noch nicht herausgefunden. Entweder er ist mir noch nicht unter die Nase gekommen oder überdosiert oder riecht nur an ihr so penetrant. Fragen mochte ich bisher nicht, weil wir abgesehen vom obligatorischen „Guten Abend“ noch nicht die Gelegenheit zu einem Gespräch hatten. Und was sollte ich dann auch zu diesem Duft sagen? Wir sind hier ja im Bereich des persönlichen Geschmacks, über den sich bekanntlich nicht streiten lässt und den man sich nicht einfach verbitten kann wie das Tütenrascheln im Kino.

Es gibt sicher Schlimmeres und noch ist der Leidensdruck nicht so stark, dass ich eine Änderung des Abos oder zumindest der Sitzplätze in Erwägung ziehe, aber der Kunstgenuss ist mir durch das Duftbombardement schon ein Stück weit verleidet. Zu hoffen, dass der Flakon bald leer ist und nicht nachgekauft wird, ist wohl sinnlos. Vielleicht gewöhne ich mich ja mit der Zeit daran und nehme den Duft nicht mehr so stark wahr.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen und vielleicht sogar eine Lösungsmöglichkeit?

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Vor 5 Jahren
17 Auszeichnungen

Parfumo ist nicht nur eine Interessengemeinschaft oder eine Informationsquelle, sondern es werden hierüber auch fleißig Geschäfte der verschiedensten Art getätigt.

Besonders interessant finde ich oft die Verkaufsangebote im Forum:

Häufig werden neue, nur getestete Düfte angeboten. Das kann ich bedingt nachvollziehen, da ich mich auch hin und wieder zu „Blindkäufen“ von Parfüms hinreißen lasse, die in den Geschäften meines Einzugsbereichs nicht geführt werden. Da kommt es gelegentlich vor, dass ein Duft nicht meiner Erwartung entspricht und nicht gefällt.

Erstaunlich oft werden Düfte, die z.B. bei iparfumerie zu Super-Schnäppchenpreisen verkauft wurden, kurz darauf im Forum wieder zum normalen Marktpreis angeboten.

Ab und an nutzen neue Mitglieder den ersten Post für Verkaufsangebote, gerne auch in Kombination mit dem Hinweis auf bei ebay eingestellte Artikel.

Immer wieder werden neue oder nur getestete Düfte zu deutlich höheren Preisen angeboten als vergleichbare Angebote im Netz.

In einem konkreten Fall wurde ein „nur getesteter“ Duft ca. 15 Euro teurer angeboten als momentan bei der iparfumerie erhältliche Neuware und für mehr als das Doppelte als ihn iparfumerie unlängst im Angebot hatte.

Aus persönlichem Interesse am Angebot habe ich das Mitglied kontaktiert und darauf hingewiesen.

Es ergab sich dann eine kurze, sehr interessante Diskussion, deren Kernaussagen ich gerne wiedergeben möchte:

1. „Die Billig-Billig-Mentalität führt zu Qualitätsverlust, deshalb kaufe ich lieber vor Ort, bei ALzD, Essenza Nobile oder Parfumdreams.“

Kann ich nicht nachvollziehen, oder gibt es seit Neuestem getrennte Abfüllanlagen für Hoch- und Billigpreisanbieter – für die gleichen Düfte wohlgemerkt? Die Qualität des Dufts kann darunter also keinesfalls leiden, im Gegenteil: da sich die Bestände günstigerer Anbieter schneller drehen, ist die Chance, dort überalterte Ware zu kaufen, eher gering.

Und ist es nicht eher so, dass durch bessere Vergleichbarkeit des Marktes allmählich eine Annäherung an den tatsächlichen Wert stattfindet, da an Parfüms doch vielerorts kräftig verdient wird?

Ich fühle mich jedenfalls keinen Deut besser oder elitärer, wenn ich bei ALzD, Essenza Nobile oder sonstwo einkaufe.

2. „Unter Berücksichtigung des Neupreises bei ALzD etc. finde ich meinen Preis in Ordnung.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Angebot und Nachfrage regeln sich selbst. Wird ein angebotener Duft nicht verkauft, ist er wohl zu teuer.

Natürlich kann hier jeder verlangen, was er will. Aber er muss auch darauf gefasst sein, dass potentielle Käufer Preis und Leistung vergleichen.

Ich möchte jedenfalls nicht von vermeintlich Gleichgesinnten über den Tisch gezogen werden.

3. „Wenn ich mir einen Duft nicht leisten kann, dann kaufe ich ihn nicht.“

Wohl kaum jemand würde für ein Parfüm einen Kredit aufnehmen…

Absichtlich mehr zu bezahlen als unbedingt nötig halte ich jedoch für "ungeschickt" (ursprüngliches Wort wurde durch diese weniger wertende Variante ersetzt). Was ich an einer Stelle einspare, kann ich anderswo ausgeben ohne auf etwas zu verzichten.

Es macht mir Spaß, Preise zu vergleichen und Kosten zu senken und ich kann nichts Verwerfliches daran erkennen.

Außerdem ist die Chance, einen Duft, der mir auf Dauer doch nicht hundertprozentig zusagt, wieder loszuwerden, deutlich höher, wenn ich ihn ohne großen Verlust genauso günstig verkaufen kann wie die "Billiganbieter" im Netz.

Die Diskussion wurde damit beendet, dass ich gebeten wurde, meine Meinung für mich zu behalten, respektive das Mitglied nicht mehr anzuschreiben.

Da es nicht meine Art ist, mich deshalb in mein Schneckenhäuschen zurückzuziehen und ich gerne wüsste, wie ihr darüber denkt, gebe ich das Thema hiermit an die Community weiter:

-Seid ihr als Käufer/Verkäufer für einen Hinweis bezüglich eines günstigeren Angebots offen?

-Vergleicht ihr vor dem Kauf/Verkauf die Preise am Markt?

19 Antworten
Vor 6 Jahren
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Fast ein Jahr bin ich nun Mitglied dieser duften Community und möchte mich an der Stelle bei den vielen Parfumos bedanken, mit denen ich seitdem netten Kontakt hatte zwecks Kaufen, Verkaufen, Tauschen, Sharen etc. Grundsätzlich darf ich sagen, hier sehr schöne Erfahrungen mit lieben Menschen gemacht zu haben und ich bin noch mit Spaß und Freude dabei.

Leider gibt es aber auch User, die Angebote ins Forum stellen, manchmal ohne nähere Angaben zu Füllmenge, Preis usw. und auf entsprechende Nachfragen dann in keinster Weise reagieren, obwohl sie hier anderweitig äußerst aktiv sind. Ich finde, ein Mindestmaß an Umgangsformen sollte doch vorhanden sein, freundliche Anfragen wenigstens kurz zu beantworten. Auch hier sollte man daran denken, andere so zu behandeln, wie man das für sich selbst gerne haben möchte, denn an der alten Weisheit "Man sieht sich immer zweimal im Leben" ist viel Wahres dran.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein gutes, besinnliches, gesundes und duftes Jahr 2014.

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Vor 6 Jahren
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Voranstellen möchte ich Zitate des für seine Weisheit bekannten Königs Salomo:

"Was hat ein Mensch davon, wenn er sich sein Leben lang müht und plagt? Generationen kommen und gehen, doch die Erde ändert sich durch die Zeiten nicht. Die Sonne geht auf und geht unter und zieht ihre Bahn am Himmel, nur um an der gleichen Stelle wieder aufzugehen.
...
Was einmal gewesen ist, kommt immer wieder, und was einmal getan wurde, wird immer wieder getan. Es gibt nichts Neues unter der Sonne.
...
Als ich alles prüfend betrachtete, was ich mir mit meinen Händen erworben hatte, und die Mühe dagegen hielt, die ich darauf verwendet hatte, merkte ich, dass alles sinnlos war. Es war so unnütz wie der Versuch, den Wind einzufangen. Es gibt keinen bleibenden Gewinn auf dieser Welt."

Diese Worte kommen mir immer wieder in den Sinn, auch wenn ich manche Parfumkommentare lese und über unsere gemeinsame Duftleidenschaft nachdenke. Oder Sammelleidenschaft im Allgemeinen. Was für die einen ein schönes, interessantes Hobby ist, in das sie oft sehr viel Zeit und Geld investieren, betrachten andere nur als sinnlose Obsession und den Versuch, etwas festzuhalten, was man im Grunde nicht festhalten kann.

Besonders bewusst wird mir das im Zusammenhang mit Nachlässen. Wenn ein Mensch diese Welt verlässt, bleibt für die Hinterbliebenen meist viel Materielles übrig und nicht immer ist die Freude darüber groß. Denn es bedeutet in erster Linie viel Arbeit, die Hinterlassenschaften zu sortieren und "auszumisten", sofern man diese Arbeit nicht gleich von Profis erledigen lässt. Da sich die Geschmäcker und Vorlieben der Generationen meist stark unterscheiden, kommt noch der Aufwand dazu, die zurückgebliebenen Wertsachen, die man nicht behalten möchte, zu verkaufen. Und oft werden Dinge einfach weggeworfen, die für die Hinterbliebenen wertlos sind, dem einstigen Besitzer jedoch einmal lieb und teuer waren, und für Dritte vielleicht auch begehrenswert wären, wenn sie die Gelegenheit zum Erwerb hätten.

So tauchen hier immer wieder Berichte von alten, manchmal auch seltenen Düften auf, die in letzter Minute aus einem Müllcontainer gerettet oder auf Trödelmärkten angeboten wurden und über die sich der neue Besitzer riesig freut. Auch ich habe unlängst aus Neugier ein paar alte Parfumflaschen aufgekauft, weil ich diese schon länger nicht mehr produzierten Düfte einfach mal schnuppern und mit den heutigen, modernen vergleichen wollte. Der Zahn der Zeit hatte schon seine Spuren und auch Staubschichten auf den Flacons hinterlassen und meine erste Arbeit bestand darin, sie gründlich zu reinigen. Dann versuchte ich sie mit Hilfe von Parfumo zu identifizieren, was mir bis auf zwei Fälle auch gelang.

Über einen der unbekannten Düfte, Tausendundeinde Nacht von Zeus, konnte ich leider auch unter Zuhilfenahme des World Wide Web nichts herausfinden und habe ein Bild davon ins Forum gestellt mit der Bitte um weitere Informationen.
Über den anderen habe ich im Internet ein paar Informationen gefunden und ihn dann als Neuvorschlag eingereicht. Es stellte sich heraus, dass ich hier ein echtes Vintage-Schätzchen entdeckt habe. Ein 1953 auf den Markt gekommener Duft der französischen Marke Lesourd-Pivert namens Cristal in einem Glasflacon mit aufwendigem Relief. Dazu war die Flasche noch fast voll und ich vermute, der Duft war noch unbenutzt und die Fehlmenge ist über die Zeit einfach durch den Deckel verdunstet.
Natürlich habe ich ihn mit Spannung und Respekt geöffnet und freue mich sehr, dass es sich um einen ungekippten floralen Duft handelt, den ich in aller Ruhe testen werde, wenn ich über die Feiertage Zeit und Muße habe. Im Web werden - wenn überhaupt - davon nur noch leere Flacons mit eingetrockneten Parfumresten zu relativ saftigen Preisen angeboten

Angesichts der obigen Salomo-Zitate sowie des Flascheninhalts von noch etwa 175 ml überlege ich nun ernsthaft, was ich mit meinem Vintage-Schatz anfangen soll, da ich weder alte Parfums sammle noch überhaupt Düfte um des Sammelns willen sammle, sondern sie besitze um sie zu benutzen. Und so einen Retro-Duft, dem man das auch anmerkt und in dem bestimmt noch etliche Stoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprungs enthalten sind, die mittlerweile längst auf dem Index stehen und durch "ungefährliche" synthetische Nachbauten ersetzt wurden, möchte ich im Alltag vermutlich eher nicht verwenden. Als Mitglied der Parfumo-Community liegt es nahe, hier nach Liebhabern/Sammlern solcher Schätze zu schauen, die Freude daran hätten, ihn zu besitzen. Oder ein Sharing zu machen und damit mehreren Interessenten Gelegenheit zu geben, dieses Relikt zu testen.

Ich bin momentan relativ ratlos und unentschlossen, deshalb die Frage an euch: Was meint ihr/Was würdet ihr in diesem Fall tun?

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