SvenScentSvenScents Parfumrezensionen

1 - 5 von 47
SvenScent vor 5 Monaten 2
9.5
Duft
8
Haltbarkeit
8
Sillage
10
Flakon

Wahrhaft toxisches Begehren!

Einen Joint vor der Nase, ein Glas Johannisbeersaft mit einem Stückchen Zitrone gegen den trockenen Mund und nebenbei noch 'nen zimtig-würzigen Cookie.

Anders, genial und mit hohem Suchtpotential!

Das Ganze mit guter Haltbarkeit ausgestattet und kredenzt im wohl schönsten Flakon meiner Sammlung.
2 Antworten

SvenScent vor 5 Monaten 5
8.5
Duft
7
Haltbarkeit
6
Sillage
8
Flakon

Ein Hauch von Papyrus

Die Eröffnung des Absolute ist beinahe identisch dem von Men Intense, sehr würzig, rauchig, und man meint sogar etwas vom booze zu erahnen, welcher den Intense auszeichnet, wenn auch deutlich, deutlich geringer. Dieser Eindruck hält indessen auch nur für vielleicht maximal zehn Minuten an, bevor der Absolute in eine vollkommen andere Richtung driftet und zu einem reinen Holzduft mutiert.

Die Holznote ist anfangs noch sehr schwer und leicht weihrauchig. Zeder dominiert in dieser Phase eindeutig, unterlegt von Sandelholz. Mit der Zeit wird der Duft leichter, ja fast transparent und der eigentliche Duft entfaltet sich. Fortan trägt man einen wunderbar luftigen, fast frischen Holzduft an sich. Das ist wohl das, was hier in den Noten als Papyrus bezeichnet wird. Zumindest kann man sich dessen Geruch durchaus so vorstellen. Zum Ende mischt sich dann noch etwas Amber ein, bevor der Duft sanft ausklingt. Oud nehme ich nicht wahr.

Insgesamt eine ganz überzeugende Angelegenheit, vor allem wenn man Holz mag. Woran es dem Duft ein wenig mangelt, ist Power. Die Haltbarkeit ist noch ganz in Ordnung - aber schon die könnte ein wenig besser sein -, die Sillage jedoch ist eher dürftig. Nicht umsonst sind Hölzer ja in der Regel Bestandteil der Basis, wenn das Parfum zumeist längst nur noch hautnah wahrzunehmen ist und kaum noch abstrahlt.
3 Antworten

SvenScent vor 9 Monaten 15
9
Duft
8
Haltbarkeit
8
Sillage
9
Flakon

This is him(mlisch)!

'This Is Him!' ist der wohl bekannteste Duft des französischen Designerlabels 'Zadig & Voltaire'. Dieser Duft hat mich bereits beim ersten Test vollkommen überzeugt, so dass ich mir umgehend einen Flakon zulegte. [Als kleiner Tipp für Interessenten: Das Set zusammen mit dem Showergel ist oft günstiger zu haben als der Solo-Duft!]

Was den Duft angeht, so kann ich weder nachvollziehen, weshalb hier einige User von einem süßen Duft schreiben, ist er meines Erachtens eher würzig, rauchig und hölzern, noch weshalb hier Kommentatoren von Milchigkeit reden, wo er doch (knochen-)trocken daherkommt. Auch von Langeweile oder Linearität muss ich lesen, obzwar der Duft mindestens vier Duftphasen aufweist.

Nach seiner minimal fruchtig und kräuterlikörischen Eröffnung (mit einem leider etwas medizinalen Beigeruch) übernimmt ganz schnell der Weihrauch das Ruder und gibt es so schnell auch nicht wieder aus der Hand. Hier, im Herzen, verströmt TIH die sakrale Aura einer orthodoxen Kirche. Woher die Vanille als Herznote hier bei Parfumo stammt, ist mir nicht klar. Diese gehört eindeutig in die Basis des Dufts. Erst wenn die Würze und der Rauch nachlassen, kommt die Vanillenote langsam zum Vorschein. Doch selbst dann bleibt sie eher hintergründig, derweil das Sandelholz die erste Geige spielt.

Mit 'This Is Him!' haben wir 'Zadig & Voltaire' eine relativ einzigartige und gelungene Komposition zu verdanken. (Ähnlichkeiten zum Moustache EdP von Rochas sind vorhanden.) Das Parfum ist von guter Haltbarkeit und verfügt über eine ansprechende Sillage, die mit der Zeit kaum weniger wird. Meine Wenigkeit kann diesen sehr maskulinen und gleichzeitig doch sanften und warmen Duft nur empfehlen. Im Laufe der Zeit ist er in meiner Achtung sogar noch gestiegen und ward öfter und öfter aufgelegt.
5 Antworten

SvenScent vor 9 Monaten
7.5
Duft
10
Haltbarkeit
9
Sillage
10
Flakon

Honig-Oud mit Herzschwäche

Mamluk aus der 'Oud Stars'-Reihe von Xerjoff ist ein interessanter Duft. Dies ist, wie ansonsten oft, weder abwertend noch despektierlich gemeint.

Er eröffnet mit einem wunderbar natürlichen Honigakkord unterlegt von einem Täfelchen Zartbitterschokolade.
Im Herzen - und hier liegt meines Erachtens seine Schwäche - entwickelt er dann leider eine gewisse, wohl vor allem dem Osmanthus geschuldete, Muffigkeit, welche einhergeht mit 'ältlichen' floralen Noten, die den Duft in dieser Phase in meinen Augen wenig attraktiv erscheinen lassen.

Hier will sich die Nase dann auch bereits abwenden, würde der Muff nicht nach einiger Zeit wieder verfliegen und hinüberführen zu einem äußerst gelungenen Comeback des Honigs. Dieser wird in der Folge zudem untermalt von einem wunderbar sanftem Oud, was zusammen unaufhaltsam in den allseits bekannten 'Ich-kann-die Nase-nicht-mehr von-meiner-Haut-lassen-Effekt' mündet. Und dies für lange, lange Zeit, denn die Haltbarkeit des Dufts ist enorm und deckt nahezu 24 Stunden ab.

Ohne seine 'Herzschwäche' wäre es ein im Ganzen wunderbarer Duft. So allerdings, ist er dann doch nur eingeschränkt zu empfehlen. Wobei der Drydown aber wohlmöglich manch einen für die Schwäche im Herzen entschädigen mag...

SvenScent vor 11 Monaten 19
9.5
Duft
10
Haltbarkeit
10
Sillage
9
Flakon

Einerlei, Black Orchid bleibt Black Orchid!

Da es sich beim Black Orchid Eau de Parfum um einen meiner absoluten Lieblingsdüfte handelt und ich dessen Rezeption anhaltend verfolgt habe, weiß ich nicht nur von mir, sondern auch von vielen anderen Duftenthusiasten, dass auf die Veröffentlichung der Parfumvariante ziemlich gespannt gewartet wurde.

Weil ich aus diesem Grunde denke, dass ein gesteigertes Interesse auch an einem Vergleich der beiden bestehen könnte, und weil ein Statement einem zu diesem Vorhaben einfach zu wenige Zeichen bietet, möchte ich hier in geraffter und stichwortartiger Form mein vor einiger Zeit abgegebenes Statement konkretisieren. Meine Eindrücke basieren hierbei auf einem Solo-Trage-Tag des neuen Parfums sowie einem direkten Arm-Arm-Vergleich des Eau de Parfums mit dem Parfum. Das EdT bleibt hier außen vor, da ich es einerseits nicht so gut kenne; und es sich andererseits ja eigentlich sowieso nur in der Duftkonzentration vom EdP unterscheidet.

Der Kopf der neuen Parfumversion kommt recht schokoladig daher. War Schokolade auch beim EdP schon ein Akkord, den viele Benutzer (ich weniger) wahrnahmen, so kommt diese Note in der Eröffnung des Parfums jetzt deutlich zur Geltung. Das Opening beim EdP finde ich hingegen merklich dunkler, trüffliger, erdiger, ja dreckiger.
Auch das Herz des neuen Parfums ist etwas runder, blumiger, balsamischer, fruchtiger, wobei zu letzterem auch die neu hinzugefügte Pflaumennote beiträgt. Je mehr sich der Drydown dann setzt, desto ähnlicher werden sich beide Varianten dann auch, so dass sie mit der Dauer letztlich eigentlich nicht mehr unterscheidbar sind.
Enttäuschend finde ich den Auftritt des Rums im neuen Parfum. Diesen kann man erst spät im Drydown ein ganz klein wenig erahnen. Hier hatte ich mir doch deutlich mehr versprochen, denn diese Rumnote hätte dem Orchid Parfum meines Erachtens einen gewissen Twist geben, das gewisse Etwas verleihen können, welches ihn zu etwas Besonderem gemacht und seine Anschaffung zwingend notwendig gemacht hätte.

Was die Performance angeht, nehmen sich die beiden Varianten kaum etwas. Die Sillage nehme ich bei beiden gleich stark wahr - sie sind also beide Sillagemonster - und bei der Haltbarkeit hat das Parfum vielleicht minimale Vorteile, mehr nicht.

Unterm Strich handelt es sich - und dies sei mit Nachdruck festgehalten - bei beiden Varianten um beeindruckende Düfte, einzig und großartig, der eine wie der andere! Schließlich sind es mehr Nuancen als wirklich frappante Unterschiede, die die beiden unterscheiden.

Angemerkt sei zum Abschluss noch: Obschon Black Orchid in der neuen Version erstmals unisex vermarktet wirkt, halte ich das alte Eau de Parfum letztlich sogar doch für das maskulinere der beiden, denn es ist insbesondere zu Beginn des Verlaufs der kantigere und rauere Duft.

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