TanithTaniths Parfumkommentare

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Tanith vor 3 Jahren 11
9
Duft
10
Haltbarkeit
9
Sillage
8
Flakon

Tonka im Rüschenkleid
Es gibt Düfte, die bekommt man nie aus dem Kopf. So für mich beispielsweise TI von Guerlain.
Ich verehre ihn, wirklich. Aber aus einem mir nicht komplett zu entschlüsselndem Grund, kann ich ihn nur selten tragen. Ich vermute, dass die dezente (vielleicht, zumindest für meine Nase etwas zu "maskuline") Tabaknote eine Rolle spielt. Trotzdem versuche ich es immer wieder, ich kann und will nicht aufgeben. Aber das Ergebnis bleibt das selbe: er ist wunderschön, aber einfach nicht "für mich gemacht".
Welch traurige Liebesgeschichte.
Doch was hat das jetzt mit dem neuen Duft des Hauses Elie Saab zutun?
Nun, zunächst macht mich eine dicke, fette Tonkabohne in der Duftpyramide immer neugierig. Ist sie doch auch das, was ich bei TI so liebe. Und dann noch in Kombination mit Mandel? Zwei meiner liebsten Noten vereint, da muss man doch testen, es wäre grob fahrlässig, wenn nicht! Schließlich sehne ich mich insgeheim wohl doch nach einem TI, "wie für mich gemacht". Quasi meine weiblichere, lieblichere, einfachere Version.
Und ich denke, ich habe sie in Amande Tonka gefunden.
Der erste Sprüher ist zugegeben sehr laut, eine wuchtige Süße macht sich breit, die, hält man die Nase dichter ans Handgelenk, einen herben, würzigen, fast schon zimtigen Unterton hat. Diese Wuchtigkeit verfliegt recht bald und macht einer dezenten Cremigkeit Platz, die keine Körperpflege Assoziationen weckt, das "kratzige" aber etwas abmildert. Hier dominiert für mich vor Allem eine dicke, runde Tonkabohne, umschmeichelt von einer Mandel, die einen filigranen und femininen Touch verleiht. Müsste ich dem Duft eine Farbe geben, wäre es in der Tat etwas zwischen Dunkelrot und hellem Rosa, wohingegen TI für mich einen erdigeren Ton annehmen müsste. Und das ist der entscheidene Unterschied: Amande Tonker ist selbstverständlich kein zweiter Guerlain, sondern ein eigenständiger Duft, der vieles vereint, was ich in Anderen oft suche und dann doch vermisse: Süße, eine gewisse Herbe, Holzigkeit und trotzdem eine Art Zartheit, die weiblich wirkt. Sillage und Haltbarkeit sind hierbei wirklich vorbidlich, auch hier kein Wehrmutstropfen in Sicht.
Jetzt muss ich nur noch auf das richtige Wetter warten, um meinen neuen Schatz auszuführen. Laut Wetterbericht wird es nächste Woche 10 Grad kühler - die Hoffnung stirbt zuletzt.
8 Antworten

Tanith vor 3 Jahren 5
8
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
7
Flakon

Und manchmal lacht das Leben
An diesen Duft bin ich ganz unverhofft geraten; eine liebe Parfuma legte ihn als kleine Zugabe in das Duftpost-Paket, zusammen mit anderen, wirklich wundervollen, Abfüllungen. Sowas freut mich wirklich sehr! So vieles, was ich bis dahin nicht auf dem Radar hatte, findet so den Weg auf meine Wunschliste. Noch schöner ist es natürlich, wenn der betreffende "Spender" zu wissen scheint, was einem gefallen könnte - und oh ja, Kid Mohair gefällt mir!

Ich tue mich im allgemeinen schwer damit, sommertaugliche Düfte zu finden. Als Liebhaberin der Vanillig-süßen Fraktion gestaltet sich die Suche nach etwas frisch-spritzig und dennoch irgendwie zuckrigem oft schwer. Mein Kompromiss sind dann oft "leichte" Gourmands mit zitrischem oder blumigen Einschlag, wirklich experimentierfreudig bin ich diesbezüglich also nicht. Kid Mohair schafft es allerdings, Sommergefühle in mir zu wecken, ohne nach zitrischem Vanillekipferle zu duften.
Die süß-fruchtige Mango, die tatsächlich eher an ein quitschiges Kindershampoo erinnert, sorgt für einen fröhlichen Einstieg, der sofort ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Diese Fruchtigkeit, die sich in goldenen Fäden durch den Duftverlauf zieht, erinnert mich zu Beginn sehr stark an Cinema von YSL, wird aber durch eine riesige Moschushaube aufgelockert. Fluffig und hell verleiht sie dem Duft eine Unbeschwertheit, die den Geist beschwingt und einfach keine schlechte Laune toleriert. Der Osmanthus verschmilzt in einer leuchtenden Symbiose mit der süßen Mango, ohne, dass der Duft jemals zu leicht, beliebig oder kindlich werden würde. Viel mehr sorgt der Moschus, begleitet von einem sehr zurückhaltenden Patchouli, für eine gewisse Tiefe, die in der Nase kribbelt und den Duft ein wenig erdet, ohne ihn am Boden halten zu wollen.
Und genau das ist die Quintessenz von Kid mohair (zumindest für mich):
Eine unbeschwerte, fruchtig-süße Leichtigkeit, wie frisch geduscht durch Sommerregen tanzend und sich seines Lebens freuen, ohne zu vergessen, dass der Sommer auch einen Winter nach sich zieht.
2 Antworten

Tanith vor 3 Jahren 10
9.5
Duft
6
Haltbarkeit
7
Sillage
8
Flakon

Düfte für fiktive Hochzeiten
By Night White - ein Name, so melodisch, fast wie eine kleine Geschichte. Er verspricht Sanftheit, etwas zartes, reines und auch irgendwie geheimnisvolles. Unschuld, eine Menge Lieblichkeit.
Und das alles bietet by Night white auch irgendwie - und auch wieder nicht.
Er ist cremig-sahnig, wie frisch aufgeschlagen und mit Zitronenschale bestäubt, leicht und flockig und dabei doch erstaunlich würzig. Und diese Würze ist es, die seine Komposition von anderen "Unschulds-Düften" unterscheidet - hier ist nichts glatt, durch und durch gefällig oder "schlicht". Die Oberfläche ist rau, fast schon kratzig. Er erweckt Assoziationen von flirrender Hitze, goldenen Weizenfeldern und zierpenden Grillen. Die dunkle Nacht liegt ihm fern, dafür ist er viel zu fröhlich. Sonnenschein und Wärme schwingen in jedem Hauch mit. Dabei wird er niemals zu süß oder gefällig, auch, wenn er durchaus einen gourmandigen Einschlag besitzt. Für mich ist dieser Duft wie eine zweite Haut, wie ein besser duftendes ich - und zusammen mit Mon Guerlain wohl das, was ich mir unter einem Signatur Duft vorstelle.
3 Antworten

Tanith vor 4 Jahren 25
8
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
7
Flakon

Narciso´s an die Macht!
Vorab drei Dinge:
Ich liebe Narciso. Ich hasse Pfeffer. Ich steh auf Rosa.
Wunderbar, dieser Flanker passt perfekt!
Halt, ne. Da ist doch was. Da steht´s, dick und fett, in der Duftpyramide: rosa Pfeffer.
Och nee. Ernsthaft. Was für den einen Weihrauch, für den anderen Vanille, ist für mich der Pfeffer. Ich kann und will damit nicht warm werden. Es kratzt in der Nase und hat mir schon so manchen Duft leidig gemacht, eigentlich bin ich unversöhnlich. Eigentlich.
Denn wie gesagt - ich liebe ja Narciso Rodriguez (so wenig konventionell, wie Mainstream eben "Nische" sein kann) und dabei ist der Flakon noch Pink. Ich musste ihn einfach testen, dem Pfeffer zum Trotz!
Und was soll ich sagen, ich bin verliebt. Hinter dem für die For Her´s typischen Design versteckt sich ein ebenfalls wieder sehr charakteristischer Vertreter, nur weitaus blumiger, frischer, fröhlicher und frühlingshafter (Neologismus ahoi). Die Pfingstrose ist für mich ganz klar die Erste Solistin des Stücks, ihr männlicher Gegenpart, Herr Patchouli, ist ein wahrer Gentleman und stiehlt ihr nicht die Show. Moschus, aufstrebendes Talent in diesem Duftstück, ist der wacker ambitionierte Halbsolist, während Amber und Pfeffer sich dezent im Hintergrund halten. Sie schaffen die richtige Atmosphäre und verkomplettieren das Bühnenspiel, machen den Duft interessant und geben ihm etwas Tiefe, ohne ihm die Leichtigkeit des Frühlings zu rauben. Denn genau das ist dieser neue Nraciso für mich: Frühling zum Aufsprühen. Unheimlich rosig-rosa-frisch, mit einem minimalen Hauch Seifigkeit, einem Pfeffer, der nicht kratzt sondern nur ganz sanft kitzelt und einem für For Her typischem Moschus, der auf subtile Weise sexy wirkt.
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Tanith vor 4 Jahren 10
9
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
6
Flakon

Von Bienchen und Blümchen
Wenn Tom die Kohle brauchte, so ist er dem Lifting durch mich schon etwas näher ;-)
Will heißen: seit kurzem bin ich Besitzerin seiner neuesten Kreation, der ich nichts negatives abgewinnen kann. Tom Ford nebenbei auch nicht. Kenne ich ihn zwar nicht persönlich (haha), achte ich ihn als kreativen Kopf und Visionär doch sehr. Ein Mann, der alles zu können scheint. Filme machen inklusive - touché.
Aber nun zum spannenden Teil, dem, der für uns Parfumo(a)s relevant ist:
Der Duft.
Velvet Orchid Lumière kann die Abstammung von Velvet Orchid nicht verleugnen, sie teilen unzweifelhaft die selbe DNA. Doch wo Velvet Orchid noch minimale Anklänge von verrottenden Blumen, Möbelpolitur und "Damenhaftigkeit" vermuten lässt, ist Lumière unkomplizierter. Und damit meine ich keinesfalls glattgebügelt-langweilig. Seine Blumigkeit ist viel mehr ein sommerliches kribbeln als staubig, der Duft wirkt flirrend und prickelnd und erinnert dadurch stark an Blütenpollen, die in der Nase kitzeln, wenn man die Nase zu tief in einen Strauß steckt. Honig als weiteres Element scheint mir hier nur folgerichtig und konsequent. Dieser sorgt für minimale süße, untermalt von zitrischen Aromen - haben die Bienen etwa an der Mandarinenblüte genascht?
Den Rum empfinde ich als weniger alkoholisch denn in der Vorgänger Version. Er ist milder, mit vanilligen und karamellisierten Noten, ganz so, wie ich ihn am liebsten habe. Das Gesamtbild ist etwas cremiger, man sollte sich von der prickelnden Kopf- und teils auch Herznote nicht täuschen lassen.
Für mich ist diese neue Interpretation also ein absoluter Volltreffer!
Beschwingter, fröhlicher, leichter (ohne seicht oder belanglos zu werden!) und vor allem überaus anregend. Er macht mir richtig Lust auf warme Sommernächte, flirrende Hitze und feucht-fröhliche Abende mit meinen Freundinnen. Er wirkt jung, ohne girly zu sein, sinnlich, ohne verführen zu wollen und gut gelaunt, ohne aufgesetzt zu erscheinen.
Wundervoll!
2 Antworten

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