Wenn gestern noch mitriecht
Frisch geduscht. Wirklich.
Und trotzdem hatte meine Haut heute Morgen offenbar beschlossen, den gestrigen Dufttag noch nicht ganz abzuhaken.
Dabei wollte ich heute gar nichts testen. Ich wollte einfach
Club de Nuit Milestone Eau de Parfum tragen. Fertig. Ein Duft, den ich kenne und über den ich schon einmal geschrieben habe. Salz, Meer, nasser Stein, Fischmarkt, Meeresfrüchte – und die angekündigten Früchte? Die hatten bei meinem letzten Test schon den Flug verpasst. Heute übrigens wieder.
Gestern dagegen war Testtag.
Auf einem Arm
Eau d'Ombré Leather, auf dem anderen
Exquisite Leather. Dazu kam noch eine etwas speziellere Geschichte mit
Black: ein Flakon, dessen Inhalt mit BLACK C herzlich wenig zu tun hatte, und zum Vergleich der Originaltester. Meine Arme waren also am Abend ungefähr so neutral wie die Duftabteilung einer Parfümerie am Samstagmittag.

Aber heute Morgen: Dusche, Wasser, Seife. Hände ohnehin mehrfach gewaschen. Neuer Tag, neue Haut – dachte ich. Also Milestone drauf. Auf beide Handrücken, Unterarme, Brust, Hals und sicherheitshalber noch etwas aufs T-Shirt.
Und dann wurde es interessant.
Auf der Brust roch Milestone genau so, wie ich ihn kenne: Salz. Meer. Feuchte maritime Noten. Etwas Fischiges, Meeresfrüchte, Hafenluft. Keine Wassermelone, keine roten Beeren und auch keine Zitrusfrüchte. Wenn ich lange genug an Melone denke, kann ich mir vielleicht eine zusammenriechen. Aber das macht dann vermutlich eher mein Gehirn als meine Nase.
Auf einem Handrücken passierte dagegen etwas anderes.
Genau dort, wo gestern der echte BLACK C gesprüht worden war, tauchte plötzlich wieder diese florale Facette auf. Nicht BLACK C in voller Pracht – aber etwas davon schien wieder mitzuspielen.
Und auf den Stellen, an denen gestern die Lederdüfte sassen, bekam Milestone auf einmal eine leicht süssliche, lederartige Färbung.
Moment mal.
Milestone mit Leder?
Milestone mit BLACK C?
Unfreiwilliges Layering am Folgetag?
Offenbar kann „ich rieche den Duft nicht mehr“ etwas anderes bedeuten als „diese Hautstelle ist wieder komplett neutral“. Gerade langlebige Duftstoffe können noch Spuren hinterlassen, obwohl die eigentliche Duftwolke längst verschwunden ist. Kommt dann ein neuer Duft darüber, können solche Reste wieder wahrnehmbar werden – oder zusammen mit dem neuen Parfum einen anderen Eindruck erzeugen.
Und natürlich spielt auch der Kopf mit. Wenn ich BLACK C gestern intensiv gerochen habe, erkennt mein Gehirn heute vielleicht schon kleinste vertraute Muster schneller wieder. Trotzdem war der Unterschied zwischen den
Hautstellen erstaunlich deutlich.
Die Brust sagte:
Milestone. Meer. Salz. Fischmarkt.
Die gestrigen Teststellen sagten:
Moment, wir haben da noch etwas von gestern.

Mein simples Learning daraus:
Nur weil ich einen Duft auf der Haut nicht mehr rieche, heisst das noch lange nicht, dass diese Hautstelle für den nächsten Test wirklich bei null steht.
Eigentlich logisch. Nur musste meine Haut mir das offenbar erst einmal praktisch vorführen.
Und Milestone?
Der durfte heute unfreiwillig den Türöffner für ein paar Duftgeister von gestern spielen. Ich wollte ihn einfach nur tragen. Stattdessen bekam ich noch eine kleine Lektion in Sachen Duftwahrnehmung dazu. Auch nicht schlecht für einen Mittwochmorgen.
Wie ist das bei euch: Ab wann ist eine Hautstelle nach einem Dufttest für euch wieder wirklich „neutral“ – und habt ihr solche Duft-Geister vom Vortag auch schon erlebt?
Hinweis: Die im Blog verwendeten Bilder wurden mit KI generiert.
XyzXyz vor 4 Tagen
XyzXyz vor 3 Tagen
Thomas4B vor 4 Tagen
carrioncrow vor 5 Tagen
XyzXyz vor 4 Tagen
Pollita vor 5 Tagen
BeatriceA vor 5 Tagen
Thomas4B vor 5 Tagen
Pollita vor 5 Tagen
SebastianM vor 4 Stunden
Thomas4B vor 5 Tagen 


