Login

Konto erstellen Passwort vergessen?
VerneSage
Parfumpassagen
Von Parfumo empfohlener Artikel
vor 1 Monat - 19.05.2026
38 41
Parfums ohne Alkohol (Teil 1) – die spannendsten Marken

Parfums ohne Alkohol (Teil 1) – die spannendsten Marken

Die Gründe Düfte ohne Alkohol zu verwenden, sind vielfältig. Für Manche sind es die bessere Hautverträglichkeit, weniger Allergien auslösende Inhaltsstoffe und insgesamt mehr natürliche Zutaten in der Rezeptur. Denn als größtes Organ des Körpers nimmt die Haut bis zu 60 % dessen auf, was wir auftragen. Für Andere ist es die sanftere Duftentwicklung und dass die Noten mehr mit der Haut verschmelzen. "In der Wahrnehmung von Verbrauchern werden sensorische Aspekte häufig als einer der zehn Hauptgründe für die Zurückhaltung gegenüber herkömmlichen Parfümformulierungen genannt", wie die Marke Maison Sybarite angibt, die eigene Studien durchgeführt hat. Viele Düfte können sogar direkt als Hautpflegeprodukt genutzt werden. Man kann sie überall und in größeren Mengen auftragen, um der Haut etwas Gutes zu tun und sich in einen individuellen Duftschleier zu hüllen. Bei der Kleidung muss man weniger aufpassen, dass Flecken entstehen, da sie einfacher auswaschbar sind. Bei abfärbenden alkoholbasierten Parfums oder gar Duftölen ist das ein leidiges Thema. Mit wasserbasierten Düften zum Sprühen, Roll-ons oder Solid Perfumes (also festen, waxartigen) ist die Anwendung einfacher und universeller. Auch empfindliche Haut, die Haare und sensible Stellen können damit beduftet werden, ohne sie auszutrocknen oder zu reizen.

Obwohl es natürliche Kosmetik ohne Zusatzstoffe schon seit langer Zeit von engagierten kleineren Marken gibt, werden diese Produkte in den letzten Jahren in großem Umfang nachgefragt. Megakonzerne wie Coty, L’Oreal oder Estée Lauder bieten vermehrt Produkte mit natürlichen Inhaltsstoffen an. Im Marketing ist die Ökowelle gleichwohl größer als die Realität in den Regalen. Doch allmählich vollzieht sich ein Wandel. Die Umsätze mit Naturkosmetik steigen. Das Bewusstsein sowie die Zahlungsbereitschaft der Kunden wachsen laut Umfragen. Der Clean Beauty Trend zeigt, dass das Verbraucherverhalten von wirtschaftlicher Bedeutung ist und nicht nur eine Randerscheinung des Marktes. In diesem Zuge kommen immer mehr nachhaltige Düfte auf den Markt, die auf mehr Natürlichkeit setzen und auf Alkohol verzichten. Bekannte Marken haben bereits einige alkoholfreie Versionen auf den Markt gebracht wie Dior mit J'adore Parfum d'eau und Sauvage Eau Forte oder Yves Saint Laurent mit Libre L'Eau Nue. Von Guerlain gibt es mit La Petite Robe Noire L’Eau Rose eine alkoholfreie, rosenwasserbasierte Variante ihres Duftklassikers. Auch Byredo und Diptyque bieten verschiedene Düfte in alkoholfreier Version an. Xerjoff startet gerade mit seiner Sans-Collection eine eigene Reihe alkoholfreier Parfums. Bisher erhältlich ist der erste Duft Newcleus.

Der Trend wird sich wohl 2026 und 2027 markenübergreifend mit weiteren Neuerscheinungen verstärken. Unser Fokus liegt aber auf den Marken, die sich bereits jetzt komplett den alkoholfreien und natürlichen Düften verschrieben haben. Abseits von einigen Anbietern, die rein auf Solid Perfumes spezialisiert sind, schauen wir uns die spannendsten Brands an, die Liquid Parfumes anbieten, ohne die Trägerstoffe Öl oder Alkohol. In Teil 2 und 3 werden weitere Marken vorgestellt.

1. Buly 1803 (Frankreich)

Buly 1803 vereint die Tradition einer historischen Pariser Offizin mit moderner Pflege- und Duftkunst. Die Ursprünge der Marke reichen bis ins Jahr 1803 zurück, als Jean-Vincent Bully in Paris eine Apotheke eröffnete, die für ihre aromatischen Essenzen, Pflegeprodukte und Schönheitstinkturen bekannt wurde. Nach Jahrzehnten des Verschwindens wurde die Marke 2014 von Ramdane Touhami und Victoire de Taillac neu interpretiert und als „L’Officine Universelle Buly“ wiederbelebt. Ziel war es, die Ästhetik und das Wissen klassischer französischer Apothekertraditionen in eine zeitgenössische Luxusmarke zu vereinen. Hervorzuheben ist die alkoholfreie Parfumlinie „Eau Triple“, die statt auf klassische Alkoholbasen auf eine wasserbasierte Emulsionstechnologie setzt, die Duftöle in einer feinen wässrigen Struktur bindet. Dadurch wirken die Parfums weicher und natürlicher. Gleichzeitig können sie nicht nur auf der Haut, sondern auch im Haar oder auf Textilien verwendet werden. Die Formulierungen verzichten bewusst auf Ethanol und viele synthetische Zusätze.

Ein wesentliches Merkmal von Buly 1803 ist die klassische Gestaltung der Flakons und Verpackungen. Inspiriert von historischen Apothekergefäßen erinnern die schweren Glasflaschen, kunstvollen Verschlüsse und typografischen Etiketten an Objekte aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die Verpackungen werden individuell mit einer handschriftlichen Kalligrafie personalisiert. Auch die Boutiquen der Marke greifen dieses Konzept auf und wirken wie historische Kuriositätenkabinette mit Marmor, dunklem Holz und antiken Illustrationen. Verpackungen und Behälter sind bewusst langlebig gestaltet und sollen über den eigentlichen Gebrauch hinaus weiter verwendet werden. Das Ergebnis ist eine Verbindung von Duft, Handwerk, Design und kulturellem Erbe.

2. Tsi-La Organics (USA)

Zu den Pionieren moderner Naturparfümerie gehört Tsi-La Organics, die luxuriöse Duftkunst mit einem ganzheitlichen Ansatz verbinden. Gegründet wurde die Marke 2006 in den USA von dem ehemaligen Model Annie Morton und der Aromatherapeutin Natalie Szapowalo. Beide wollten eine Alternative zu konventionellen Parfums schaffen und entwickelten daraus ihr Konzept der Green Luxury™ – eine Verbindung aus hochwertiger Naturkosmetik, Aromatherapie und nachhaltiger Herstellung. Die Marke verwendet ausschließlich pflanzliche Rohstoffe wie therapeutische ätherische Öle, botanische Extrakte, Antioxidantien, Superfrucht-Infusionen sowie nährende Basisöle. Viele Formulierungen tragen USDA-Organic-Zertifizierungen, sind vegan, tierversuchsfrei sowie frei von synthetischen Konservierungsstoffen, Farbstoffen und petrochemischen Zusätzen. Statt industrieller Massenproduktion entstehen die Düfte in kleinen handgefertigten Chargen.

Zentral für die Marke ist ihre Living Flower-Philosophie. Dabei werden natürliche Essenzen besonders schonend durch Wasserdampf-Destillation oder Kaltpressung gewonnen, um die ursprünglichen Eigenschaften der Pflanzen zu erhalten. Anders als klassische alkoholbasierte Parfums setzt Tsi-La Organics vor allem auf pflegende Ölformulierungen und organische Trägerstoffe wie Jojobaöl oder auch mal auf hypoallergenen Bio-Zuckerrohralkohol. Dadurch wirken die Düfte weicher auf der Haut und sind zugleich ein Pflegeprodukt. Gleichzeitig verfolgt die Marke einen aromatherapeutischen Ansatz, bei dem Düfte nicht nur ästhetisch, sondern auch emotional und ganzheitlich den Träger inspizu den Pionieren moderner Naturparfümerierieren sollen. Bei Flakons und Verpackungen setzt Tsi-La Organics bewusst auf ein reduziertes, naturinspiriertes Design. Die Verpackungen wirken schlicht, elegant und handwerklich, wodurch sie die Philosophie der Marke widerspiegeln. Besonders charakteristisch sind die violetten Glasflakons der Roll-on-Parfums, die die empfindlichen Pflanzenessenzen vor Licht schützen und die Haltbarkeit verbessern.

3. Sabé Masson (Frankreich)

Zu den innovativsten Marken gehört Sabé Masson, die als Erfinder des sogenannten Soft Perfume® gelten. Gegründet wurde das französische Duftlabel 2014 von Isabelle Masson-Mandonnaud, die zuvor bereits Mitgründerin der internationalen Beauty-Kette Sephora war. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Dominique Mandonnaud entwickelte sie die Idee einer neuen Parfümerie, die Duft und Hautpflege miteinander verbinden soll. Ziel war es, eine Alternative zu klassischen alkoholhaltigen Parfums zu schaffen, die dennoch sinnlich und luxuriös sind. Sabé Masson verzichtet in allen Produkten vollständig auf Alkohol und nutzt stattdessen eine patentierte Technologie namens Water Plant Emulsion® (WPE). Diese spezielle Emulsion verbindet Wasser und Duftöle zu einer feinen Mikroemulsion. Mithilfe natürlicher Saponine aus Tee werden Öl und Wasser dauerhaft verbunden, wodurch die charakteristische milchige Textur entsteht. Neben den flüssigen Varianten gibt es auch feste Duftsticks, die auf natürlichen Pflanzenwachsen und Ölen basieren. Inhaltsstoffe wie Sonnenblumenwachs, Carnaubawachs oder pflanzliche Pflegeöle verleihen den sogenannten Solid Soft Perfumes eine cremige, hautschmeichelnde Textur.

Anders als klassische Düfte sollen sie nicht dominant wirken, sondern in enger Verbindung mit der Haut eine individuelle Duftsignatur entfalten. Dennoch ist die Haltbarkeit stark und muss den Vergleich mit seinen alkoholisierten Geschwistern nicht scheuen. Die tiefschwarzen, rundlichen Flakons mit den wertigen kleinen Applikationen wirken minimalistisch und skulptural zugleich. Sie sind nachfüllbar und sollen langfristig verwendet werden. Dafür wurde auf eine exzellente Qualiutät der Flakons geachtet und auch die speziellen Sprüher, die viel und gleichmäßig die Flüssigkeit verteilen, sprechen für eine langfristige Nutzung. Die Düfte gibt es auch als feste Parfumsticks, die man einfach transportieren und unterwegs auftragen kann. Verpackungen und Materialien werden möglichst nachhaltig und langlebig gestaltet. Laut der Gründerin basiert ihre Philosophie auf einem authentischen stilistischen Ansatz, der den Geruchs-, Seh- und Tastsinn miteinander verbinden soll.

4. Argentum (Südafrika/England)

Die Marke Argentum steht für eine außergewöhnliche Verbindung aus Wissenschaft, Natürlichkeit und psychologischen Archetypen. Gegründet wurde das Unternehmen bereits 2012 in London von Joy Isaacs, die ursprünglich aus Südafrika stammt. Die Düfte kamen aber erst einige Jahre später auf den Markt. Inspiriert von der regenerierenden Wirkung von Silber entwickelte sie gemeinsam mit dem französischen Dermo-Kosmetik-Wissenschaftler Dr. Gilbert Mouzin ein einzigartiges Pflegekonzept, das bis heute die Grundlage der Marke bildet. Dafür wird ebenfalls die WPE®-Technologie („Water Plant Emulsion“) genutzt, um eine mikrofeine Emulsion aus Wasser, pflanzlichen Inhaltsstoffen und Duftölen zu erhalten. Die Formeln basieren auf Silberhydrosol, eine besonders reine Form von Silberionen, und DNA HP, ein mariner natürlicher Wirkstoff, der
Feuchtigkeit bindet und die Hauterneuerung unterstützt. Die Inhaltsstoffe sind frei von Silikonen, Parabenen und PEGs. Laut der Marke wurden die Düfte klinisch getestet und als mikrobiomfreundlich bewertet.

Die Kollektion „Les Parfums Infinis“ wurde über einen Zeitraum von sieben Jahren entwickelt und basiert auf 12 archetypischen Persönlichkeiten (nach dem schweizer Psychologen C.G. Jung) und emotionalen Energien, wodurch jeder Duft eine eigene Identität und Stimmung transportiert. Den Düften mit Namen wie Hero, Magician, Everyman oder Explorer ist jeweils ein Tier zugeordnet, dass als ikonische Illustration Flakon und Verpackung ziert. Die Gestaltung ist reduziert in Schwarz-Weiß gehalten und zeigt in klaren Strichzeichnungen spirituelle Motive. Zusätzlich gibt es jeden Duft in einer Special Edition zusammen mit einer Silbermünze des jeweiligen Archetyps. Gemeinsam mit der Parfümeurin Delphine Thierry entstand eine Duftwelt, die nicht nur luxuriös wirken, sondern ein individuelles Lebensgefühl transportieren soll.

5. Velvetvelo (Frankreich)

Für eine neue Generation moderner alkoholfreier Parfums steht Velvetvelo, die 2022 von Serge Rach gegründet wurde, dem Präsidenten der internationalen Avemi Luxury Distribution Group. Als langjähriger Branchenexperte mit einer Leidenschaft für Segeln, Triathlon und Outdoor-Sport wollte Rach eine Duftmarke schaffen, die Bewegung, Freiheit und Hautverträglichkeit in den Mittelpunkt stellt. Der Name „Velvetvelo“ vereint die Idee von samtiger Weichheit („Velvet“) mit Dynamik und Geschwindigkeit („Velo“). Velvetvelo nutzt die patentierte Aquafine™-Technologie des französischen Duftunternehmens Mane. Diese spezielle Mikroemulsion verbindet Wasser und Duftöle in einer transparenten, ultrafeinen Struktur, die weniger klebrig wirkt. Gleichzeitig ermöglicht die Technologie eine hohe Duftkonzentration und langanhaltende Performance.

Darüber hinaus setzt Velvetvelo auf moderne nachhaltige Herstellung mit einem lösungsmittelfreien Kalt-Extraktionsverfahren, das natürliche Rohstoffe besonders schonend verarbeitet. Ergänzt wird dieses durch die Green Motion-Methodik, mit der bereits während der Entwicklung die Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit jeder Formel bewertet werden. Dazu besitzt jeder Flakon einen QR-Code zur Rückverfolgbarkeit der Inhaltsstoffe und Produktionswege. Die Flakons wirken klar, modern und sportlich-elegant. Statt klassischer opulenter Parfumästhetik setzt Velvetvelo auf reduzierte Formen, transparente Flüssigkeiten und eine zeitgemäße Gestaltung. Verpackungen und visuelle Identität verbinden mediterrane Leichtigkeit mit technischer Präzision. Dadurch entsteht eine Duftwelt, die weniger auf die Inszenierung, sondern mehr auf die sensorische Erfahrung und das Hautgefühl ausgerichtet ist.

Zu Teil 2 geht's hier entlang.

Aktualisiert am 25.05.2026 - 13:36 Uhr
38 Antworten
KnaeckeBrotiKnaeckeBroti vor 1 Monat
1
Wundervoller Beitrag, Vielen Dank. Ich bin ja sehr an natürlichen Parfums interessiert mur leider gefallen mir die wenigsten wirklich :-/.
PiwiPiwi vor 1 Monat
1
Super Arbeit von dir, danke für soviel Mühe
RobHHRobHH vor 1 Monat
1
Super Beitrag, vielen Dank dafür! Jetzt habe ich erstmal was zu tun :))
VerneSageVerneSage vor 1 Monat
Danke dir! Teil 2 gibt es auch schon, Teil 3 kommt demnächst. ✌️
KaerynKaeryn vor 1 Monat
1
Danke für diesen Beitrag!
Ich mag Parfum mit Alk ungerne auf Haare und Hals/Dekollete sprühen, alcohol denat. trocknet Haut und Haare aus.
Weiß evtl. jemand welche der genannten Firmen einen Zitrusduft dabei haben?
VerneSageVerneSage vor 1 Monat
Zum Beispiel
Buly 1803 Eau Triple Bergamote de Calabre:
Belebender Duft mit kalabrischer Bergamotte, Bitterorange und grüner Limette.
Velvetvelo un Homme a la mer: Limone, Meersalz, Blumen, Hölzer, erfrischend und spritzig.
SHOLAYERED CPMG:
Traubenfrische mit Zitrus und Hölzern, sanft und frisch.
UntermWertUntermWert vor 1 Monat
3
Sehr interessanter Beitrag, der insbesondere damit meinen Nerv trifft, dass die Düfte nicht herumbrüllen. Da werde ich bestimmt mal hinschnuppern.
LucagabrielLucagabriel vor 1 Monat
0
Mir fehlt definitiv Taif al Emerat
Wirklich wahnsinns orientalische Düfte
VerneSageVerneSage vor 1 Monat
2
Sicherlich tolle Düfte. Die klassischen Sprühflakons von denen enthalten aber in der Regel Alkohol, nur die Duftöle und Attars sind ohne. Diese sind jedoch nicht Teil meiner Reihe. Das ist noch mal ein Extra-Thema.
Naoh22Naoh22 vor 1 Monat
2
Schön zu sehen, dass Innovation irgend einer Art doch noch möglich ist in einer Branche mit so vielen Abschreibern. Wenn jetzt noch die Substanz stimmt. Auf jeden Fall gut, wenn etwas Bewusstsein Einzug hält.
Silvana262Silvana262 vor 1 Monat
1
Da fehlt noch
The Water Brand
VerneSageVerneSage vor 1 Monat
Hatte ich bisher nicht in der engeren Auswahl. Ich schau mal, ob die noch reinkommen. Danke für den Hinweis!
Artur97Artur97 vor 1 Monat
0
Super interessanter Beitrag. Vorallem für Menschen die Düfte noch natürlicher haben wollen oder allergisch darauf reagieren
Vea91Vea91 vor 1 Monat
2
Danke für so einen interessanten Beitrag, die meisten Marken kannte ich ebenso nicht. Kann den Trend nachvollziehen aber für mich persönlich gehört Alkohol einfach zu einem Parfüm dazu, ohne können keine Verläufe und Spielereien des Dufts entstehen. Könnte mir vorstellen das es natürlich für den Sommer super wäre, wo man keinen mit seinen Duft erdrücken möchte.
VerneSageVerneSage vor 1 Monat
1
Liebe Vea, auch mein Eidnruck ist, dass die wasserbasierten etwas weniger Tiefe haben und mehr monothematisch sind (was mich allerdings nicht stört, wenn die Richtung stimmt). Es ist immer die persönliche Nase und die eigene Erfahrung, die uns Düfte aus einer bestimmten Richtung sehen lässt. Ich denke, man muss sich auf die leichteren Düfte einlassen und kann dann mehr und mehr entdecken. Was bisher bereits und in Zukunft möglich ist an Duftnuancen ohne Alkohol wird man sehen. Die Technologie entwickelt sich, wir sind sicherlich noch nicht am Ende der Möglichkeiten angekommen.
Ares19Ares19 vor 1 Monat
1
Danke für diesen tollen, informativen Beitrag. Da ist echt viel Neues dabei! Ich freue mich schon auf eine Fortsetzung.
Aramis924Aramis924 vor 1 Monat
9
Sehr informativ, vielen Dank.
Manchen der (Hersteller?)Aussagen stehe ich allerdings skeptisch gegenüber. Beispielsweise gehe ich aus eigener Erfahrung davon aus, dass wässrige Lösungen eher Flecken (oder Ränder) auf Textilien erzeugen als schnelltrocknende alkoholbasierte. Zumal das eigentliche Problem hier wie da die gelösten Essenzen sind.
Außerdem ist Alkohol ein hervorragendes Desinfektionsmittel, das mikrobielle Zersetzung im Parfum unterbindet. In wässrigen Lösungen muss vermutlich durch irgendwelche Zusätze dafür gesorgt werden, dass die nicht verkeimen. Falls nicht, wäre die Haltbarkeit wahrscheinlich relativ begrenzt.
Weshalb wasserbasierte Düfte grundsätzlich weniger Potenzial haben sollten, Allergien auszulösen, erschließt sich mir überhaupt nicht.
Und Alkohol ist übrigens auch ein "natürlicher" Inhaltsstoff, sofern er mittels Gärung gewonnen wurde.
Unter dem Strich sind wasserbasierte Parfums im Moment daher für mich eine Lösung für ein Problem, das nicht existiert.
susikjususikju vor 1 Monat
2
ja, Verkeimung, daran hatte ich gleich gedacht! Möchte ich nicht ewig stehen lassen so eine Flasche im heißen Sommer. Auch mit Allergien auslösen, dass das dann weniger sein soll, kommt doch darauf an, auf was man allergisch ist... Ich glaube v. a., dass das ein neuer Marketing-Hype ist. Es wird jetzt gekauft aus Neugier und weil andere das auch haben....
VerneSageVerneSage vor 1 Monat
1
Da ich schon einige Vorbehalte gehört hatte, habe ich die Gründe mal ganz an den Anfang gestellt. Aus meiner Erfahrung kann ich ganz klar sagen, dass die wasserbasierten sich problemlos von Haut und Klamotten abwaschen lassen. Sie sind teilweise dafür konzipiert, sie wie eine Body Lotion aufzutragen. Dagegen machen natürlich die ganz natürlichen Öle und Solids auch bzw. viel mehr Flecken, wenn man nicht aufpasst. So ganz kommt man im Leben an manchen Spuren nicht vorbei. Wälzt man sich auf der Wiese oder im Schnee, bleibt auch etwas hängen. Man kann es als Zeichen der Verbundenheit mit der Natur sehen, die man nie ganz "abwaschen" kann aus dem Bewusstsein. 😊
Naoh22Naoh22 vor 1 Monat
2
Fand die Einleitung auch etwas fragwürdig: wieso sollte der Alkohol das relevante Element für Flecken sein? Der ist flüchtig und was färbt sind die Inhaltsstoffe die sonst drin sind, vorrangig für den Duft. Da müsste doch also wenn schon die Formulierung eine andere sein und dann ist das Wasser mehr Marketing als sonstwas. Zumal das ja destilliert sein muss, was in der Natur so auch nicht rumfließt.
Ebenso sind wachsbasierte Düfte in der Anwendung unmöglich "universeller", weil ich da ja i.d.R. das Wachs dann an den Fingern haben werde. Und auch hier wird die Formulierung eine andere sein müssen, weil manche Stoffe eben den Alkohol als Lösungsmittel brauchen werden (oder eben was anderes was sich auch nicht alltagstauglich verfestigen lässt).
Und ob jetzt neben den Inhaltsstoffen ausgerechnet der Tropfen Alkohol die Reizung auslöst oder doch eher der Rest... naja, da wird ein fettbasierter Duft wohl wirklich etwas pflegender sein. Wasser dagegen dürfte da auch irrelevant ausfallen.
MelisandeMelisande vor 1 Monat
1
Stimmt. Zumindest bei Sabé Masson wird es dazu nicht kommen, außer man spruht sich die ganze Pulle in's Haar 😆. Wir haben es da mit einer sehr feinen (ich denke mal Öl in Wasser?)- Emulsion zu tun.
Aramis924Aramis924 vor 1 Monat
1
@Melisande : Ungewollt fettige Haare sind aber auch nicht so der Bringer 🤷‍♂️
Aramis924Aramis924 vor 1 Monat
2
Exemplarische Anwendererfahrungen zu diesem Thema kann man sehr unterhaltsam nachlesen zum Beispiel bei dem Duft Newcleus. Da ist u.a. die Rede von "dickflüssigem Rosenwasser in Ejakulatform" - eine Aussage, von der ich mich allerdings distanziere 🙂
Das ebenfalls oben erwähnte Sauvage Eau Forte mit einer aktuellen Bewertung von 5,8 konnte die Community bisher auch nicht restlos überzeugen, weshalb auch immer.
MelisandeMelisande vor 1 Monat
1
Der Punkt mit der Haltbarkeit geht an Dich, da wüsste ich auch gern mehr drüber. In der Pharmazie gibt es da schon ganz coole Lösungen ohne zusätzliche Konservierung mit innenliegenden Vakuumbehältern. Haltbarkeit von sterilen Lösungen dann immerhin 6 Monate, weil keine Luft rein kommt. Sowas macht man bei Düften wohl eher nicht? Obwohl, die Flakons von Sabé Masson sind undurchsichtig...
Ich kenne zwar auch keine Allergie auf Alkohol, aber er trocknet sowohl Haut wie auch Haare aus. Bei Menschen mit empfindlicher Haut kann das Reizungen, Rötungen und schuppige Haut auslösen, weil man ja immer wieder auf dieselben Stellen sprüht. Da könnten wasserbasierte Düfte schon eine Lösung sein. Ich finde sie super angenehm auf der Haut. Allerdings, das muss auch gesagt werden, man braucht deutlich mehr Duft, um den gleichen Effekt zu erzielen wie mit herkömmlichen Parfums. Das kann leicht in's Geld gehen.
nussbaum1991nussbaum1991 vor 1 Monat
Taif al Emarat fehlt hier ;)
VerneSageVerneSage vor 1 Monat
Danke für den Tipp, schau ich mir an. Es kommen noch zwei Teile. 😃
SaintmayaSaintmaya vor 1 Monat
1
Spannend und schön geschrieben! bis auf den Libre L'Eau Nue kenne und besitze ich keine Parfum ohne Alkohol :)
MelisandeMelisande vor 1 Monat
2
Danke, das ist wirklich sehr informativ! Bis auf Sabé Masson - die haben wirklich ein paar tolle Düfte im Portfolio - kenne ich noch keine der Firmen. Das Konzept mit der integrierten Hauptpflege gefällt mir, auch wenn die Haltbarkeit nicht überragend ist. Sabé Masson zumindest bietet dafür eine sehr angenehme, schwebende Sillage, wie ein fluffiges Wölkchen um einen herum.
VerneSageVerneSage vor 1 Monat
Sabé ist wunderbar. Auch das Team ist super sympathisch (siehe meinen Beitrag zur Paris Perfume Week 2026).
ObitosMaskObitosMask vor 1 Monat
1
Buly ist wirklich sehr interessant. Letzte Woche erst dort gewesen in Paris, durchgerochen und direkt verliebt. Habe den Foret de Komi gekauft, der wirklich interessant ist und gerne seine 4-5 Stunden wahrzunehmen ist. Einfach eine andere Art von Parfum, wenn es nicht auf Alkoholbasis ist.
ObitosMaskObitosMask vor 1 Monat
1
Absolut! Nur sollte man etwas Zeit mitbringen, da das Konzept schon auch etwas darauf ausgelegt ist, dass Leute draußen warten. Bei uns waren es am Ende 1,5 Stunden Wartezeit, die sich aber gelohnt haben für‘s erste Mal Schnuppern.
VerneSageVerneSage vor 1 Monat
1
Ach schön, die Boutiquen sind wirklich liebevoll eingerichtet und jede ist anders. Da lohnt sich eine richtige Tour.
XyzXyzXyzXyz vor 1 Monat
Interessant. Aber wie sieht es da mit der Haltbarkeit der Flakoninhalte aus? Und mit der Sillage?
MelisandeMelisande vor 1 Monat
1
Bei Sabé Masson für mich sehr angenehme, körpernahe Sillage. Ich selbst rieche mich immer mal wieder. Oftmals muss es gar nicht mehr sein.
XyzXyzXyzXyz vor 1 Monat
0
nicht zu vergessen #Kuscheldecke von Pony Hütchen
VerneSageVerneSage vor 1 Monat
2
Das empfindet jeder anders. Es mögen auch nicht alle diese Monstersillage und dazu synthetische Störnoten, die ewig halten. Am besten selbst testen. Salted Muse von Orabella hast du ja bereits entdeckt und besprochen. Die Marke stelle ich u.A. im nächsten Teil vor.
PollitaPollita vor 1 Monat
0
Spannende Marken sind das, die ich allesamt noch nicht kannte. Weg vom Beastmode und zurück zur Natur spricht mich an. Danke fürs Vorstellen.
VerneSageVerneSage vor 1 Monat
Freut mich, dass ich solch einer erfahrenen Parfumkennerin noch etwas Neues auf den Schirm bringen durfte. Liebe Grüße