WeihrauchWeihrauchs Parfumkommentare

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19.01.2020 14:45 Uhr
9 Auszeichnungen
Heute möchte ich mich etwas kürzer fassen. Heute möchte ich nicht in Poesie oder in euphemistischer, infantieler Analogie-Gewi*e verfallen.

Heute möchte ich euch einfach eklären, warum Ambra Aurea eine wahre Offenbarung ist, und das 22 Jahre nach seinem Erscheinen.Dieser Duft könnte auch in 22 Jahren erscheinen und wäre trotzdem eine Offenbarung.

Viele beschreiben diesen Duft hier als Amber Duft. Tut mir leid euch enttäuschen zu müssen, aber hierbei handelt es sich NICHT um eine Melange aus Benzoe, Styraxharz und Labdanum, welches in anderen Düften als Amber-Akkord verwendet wird.

Ob hier immer noch echtes Ambergris drin ist, weiß ich nicht, aber man ist der Duft vielschichtig.

Ambra Aurea zeigt jedes mal beim Tragen, warum ich die Marke Profumum Roma so sehr mag. Wenig Duftnoten. Simpler und geradliniger Aufbau und dennoch ein absolut komplexer Duft mit herausragender Haltbarkeit und Qualität.

Ambra Aurea ist meiner Meinung nach der Magnus Opum des Indie-Hauses.

Schon direkt nach dem aufsprühen umstrahlt euch eine warme, opulente, beinahe karamellige Aura die mit feinem, fast seidigem Rauch umzogen ist. Zum Glück handelt es sich hierbei nicht um kratzigen, kalten oder gar trockenen Rauch. Von Stunde zu Stunde wird der Duft dann immer lieblicher und feiner. Ich will nicht sagen süßer, denn dann assozeiert ihr Vanille oder Dergleichen. Zudem bleibt dieser leicht balsamisch, harzig und geschmeidiger Rauch erhalten.

Die Sillage ist nie atomar sondern stets im Zentimeter Bereich. Ihr bekommt den Duft auch immer wieder zu riechen, was ich als perfekt erachte. Die Haltbarkeit rechnet man nicht in Stunden sondern in Tagen, auf Kleidung sogar in Wochen. Dies liegt an der hohen Duftöl Konzentration. Hier gehen die Meinungen auseinander. Einige berichten von 30%, andere sogar von 42 %. Ich kann nur sagen, dass dies der erste Duft ist, bei dem der Sprüher nach und nach immer wieder von einer cremig, bröseligen Masse zugeklebt ist. Nicht schlimm, man kann es ja weg wischen, aber aufjedenfall ist die Duftöl Konzentration extrem hoch.

Um Ambra Aurea bin ich schon seit ca. 6 Monaten rumgeschlichen. Nun bin ich aber sehr froh, dass er bei mir eingezogen ist, da dieser Duft einfach ein Potpourrie aus allem ist, was ich liebe!

Nicht mehr und nicht weniger.

Wer sich über den Preis beschwerrt dem gebe ich noch folgendes auf den Weg. Ambra Aurea ist kein Duft welchen man jeden Tag tragen kann, selbst ein mal die Woche ist gerade in den warmen Monaten zu viel. Aber trotzdem kann ich nur sagen, dass man ihn MINDESTENS alle zwei Wochen tragen kann und somit für mehrere Jahre mit 100ml auskommt.

Nun ist der Kommentar doch länger geworden. Immerhin sind Vorhaben und Regeln dazu da sie zu brechen, oder?

VIelen Dank!

Euer Weihrauch

(anscheinend hatte ich mit meiner Abfüllung einen Batch von 2016, schade dass der Duft nun nicht mehr dass ist)


03.01.2020 11:59 Uhr
5 Auszeichnungen
Tja Hallo erst mal liebe Parfümfreunde,

ihr merkt schon, ich habe Urlaub und somit komme ich (endlich) mal zum reflektieren und schreiben.

Heute: Salted Green Mango.

Erst vor ein paar Tagen habe ich euch die Augen vollgeschwärmt über Louis Vuitton's Sur La Route. Das ich diesen Duft erst 2019 entdeckt habe, ich mich mit diesem Duft Sau wohl fühle und er für mich der beste Designer Duft wäre. Somit ein richtiger "Eye-opener".

Nun habe ich auch Ende Dezember meinen Flakon von Salted Green Mango bekommen und habe ein ähnlich wohliges Gefühl dabei.
Lasst mich euch kurz erklären warum, SGM ebenfalls ein "Eye-opener" ist...

SGM war der erste Duft den ich vom Indie Parfümeur Prin Lomros getestet habe. Ich muss jetzt nicht auch noch auf den "Hypetrain" aufsteigen, ich sage euch nur eins: alles Positive was ihr über Prin lest oder hört, es stimmt...

SGM ist der Besteller und auch sein persönlicher Lieblingsduft, da er ihn anhand seiner Kindheitserinnerungen in Thailand gestaltet hat. Und Mensch Leute, gestaltet ist das richtige Wort:

Der Duft startet unglaublich frisch und Grün. Aber kein Europäisches, klassisches, Farn Grün, eher ein feuchtes, tropisches Dschungelgrün.
Gleich dazu gesellt sich eine entspannte Süße, die wahrscheinlich von der Ananas, Mango und der Stachelbeere kommt. Für mich aber riecht diese Dreifaltigkeit eher nach Honig.
Begleitet wird dieser "Honig" von einer herben und leicht scharfen Rose die mit dem Petitgran bis zum Ende des Duftes tanzt. Während des Tanzes gesellen sich auch Salz und Chili immer wieder dazu.

So viel zum Duftcharakter.

Warum ist nun aber SGM ein Door Opener?

1. Den beschriebenen Duftverlauf erhaltet ihr von Anfang an, somit ist der Duft auch sehr linear. Prin Lomros ist nämlich kein Fan von Kopfnoten.
2. Auf der Haut hält euch dieser Duft mindestens 10 Stunden, auf Klamotten natürlich länger. Dies ist für ein derart grünen, fruchtigen Duft extrem selten.
3. Diese Beschreibung ist sehr subjektiv. Ich lehne mich jetzt Mal aus dem Fenster und behaupte, dass z.B. Bleu de Chanel von 80% aller Menschen ähnlich interpretiert wird. Da SGM aber sehr komplex aber gleichzeitig transparent ist, wird jeder dem Duft eine andere Facette entlocken können.
4. Aufgrund von SGM habe ich mir Prins gesamtes Portfolio als Proben bestellt und muss sagen, dass ich noch nie eine so hohe Trefferzahl an guten, innovativen und hochwertigen Düften hatte. Und somit fühle ich mich auch mit SGM und den Düften von Prin einfach Sau wohl!

Ihr seht schon, ich habe dem Duft leider wenig entgegenzusetzen. Dies werde ich aber sicherlich bei meinem baldigen Kommentar zu "Sombre" von Strangers tun.

Vielen Dank für's lesen!

Euer Weihrauch


31.12.2019 17:14 Uhr
24 Auszeichnungen
Liebe Parfum Community,

das ist schon alles sehr verrückt.

Grundsätzlich ist der Mensch so veranlagt, dass er glaubt er würde in einer objektiven Wahrheit leben. Fakt ist aber dass jeder Mensch in seiner eigens "hergestellten" subjektiven Realität lebt.
Dies kann man sehr gut am Beispiel; Internet, soziale Medien, oder Foren wie diesem hier erkennen.
Gerade bei Thematiken wie Düften, die sehr individuell aufgenommen werden, sorgt der genannte "Clash" für interessante Entwicklungen und Einsichten.

In den letzten zweieinhalb Jahren habe ich versucht eine Linie für mich zu finden, um mir selbst Klarheit zu verschaffen. Da ich weder das Geld noch den Platz habe um 100e Flakons zu besitzen, war ich auf der Suche nach der Richtung auf die ich mich konzentrieren und einarbeiten kann.

Independent Häuser hier, Nischendüfte da, Cheapies dort, Mainstream hier, Rankings, Vergleiche, Fan-Boy-Gebashe, Batch Diskussionen.
Sogar auf Duftnoten habe ich versucht mich zu limitieren. Nur um den Überblick zu behalten.

Doch aufgrund von Sur La Route von Louis Vuitton habe ich gemerkt, dass all diese Gedanken der letzten zweieinhalb Jahren einfach subjektiver Schwachsinn sind.
Vor kurzem habe ich erkannt und auch ein Blog darüber verfasst, wie wahnsinnig hochwertig und interessant Independent Parfüme sind. Davon rücke ich auch nicht ab.
Doch auch hier habe ich leider feststellen müssen, dass Kunst mit Tragbarkeit, Parfumeurs Handwerk mit Gefälligkeit und Innovation mit Zufriedenheit nichts miteinander zu tun haben.

Dieser Duft zeigte mir, wie kaum ein anderer absolute Perfektion.

Die Leder Note ist kein Leder sondern Balsamik. Die Frische zieht sich durch den gesamten Duftverlauf und die Zitrik sagt auch nach 7 Stunden immer wieder "Hallo, ich bin auch noch da".
Das faszinierendste an dem Duft ist allerdings, dass man nicht riecht als würde man ein Parfum tragen .
Ich will jetzt nicht vom leidigen Thema "Komplimente" anfangen, wir sollten mittlerweile alle wissen dass wir Parfüme für uns selbst tragen und nicht für unsere Umwelt. Aber es ist schon interessant zu sehen, dass mir kein Duft so viel Komplimente eingebracht hat wie Sur La Route.
Der Duft verströmt einfach eine Aura des guten Geruchs und nicht des vielleicht zuviel aufgetragenen oder sogar nervige Parfum. Dies vereint mit der perfekten Haltbarkeit, dem hochwertigen Sprüher, dem Zeitlosen Flakon und dem ansprechenden Packaging. "Klar, ist ja auch LV" würden einige von euch nun Denken, aber dieses Gesamtpaket hat nichts mit der Herkunft zu tun. Aber ich merke auch allein am "Juice" wie hochwertig dieser gemacht ist und welch Parfumeurskunst mit eingeflossen ist.
Ich will euch mit diesem Kommentar, nicht nur den Duft näher bringen, sondern euch auch ermutigen öfter in die Metaebene zu blicken. Der Vertriebsweg zählt nicht, die Marke zählt nicht, der Preis zählt nicht, das Gerede von so Nervtröten wie mir, zählt nicht...es zählt immer nur der Duft im Glas.

Danke fürs lesen!


21.12.2019 20:26 Uhr
9 Auszeichnungen
Liebe Community,

erst ein mal möchte ich Maggy4u danken, dass er mit seinem Kommentar den Duft aus dem Hause Prissana superb eingeführt hat, danke Maggy4u!

Ich hoffe ihr erlaubt mir über meine Erfahrungen mit Maruyama zu sprechen.
Auf diesen Duft wurde ich durch ein Youtube Video aufmerksam. In diesem wird der Parfümeur, Prin Lomros über seine neuen Düfte interviewt.
Nicht nur seine grundsympathische Art (welche mir vor allem bei Geza Schön und anderen Vertretern fehlt), nein auch die geniale Beschreibung und Erklärung über die Hintergründe des Duftes sagten mir sofort zu. Ich bestellte direkt ein großzügiges Probenpaket von Strangers und Prissana.

Angekommen, ausgepackt, "wow der ist ja tatsächlich richtig blau". Ersteindruck: "Tatsächlich, der riecht etwas nach Kleber, Plastik, Papier und gewürztem Rauch".
Wie so oft, werden einem aber erst durch mehrmaligem Tragen die Facetten eines Duftes klar. Und meine (Entschuldigung) Fresse Leute, ist DAS ein vielschichtiger und neuartiger Duft.

Direkt nach dem auftragen umstrahlt euch eine Aura aus grünen/blauen Blumen (ohne Floral zu werden) und thailändischen Gewürzen (ohne Gourmand oder "fettig/stickig" zu werden).
Wie in meinem Statement schon erwähnt; trotz über 200 getesteter Düften, kann ich diese Kopf- und Herznote nicht klar greifen und beschreiben.

Ist der Duft erst ein mal getrocknet, umschmeichelt euch über gute 6 Stunden ein absolut neuartiger Weihrauch. Prin Lomros ist ein großer Weihrauch Fan und dieser kommt (wie schon erwähnt) auch deutlich zu tragen. Aber nicht in der klassischen christlich, sakralen Ausführung sondern in einer eher "offenen", "brennenden", "warmen", "archaisch-rituellen" Art.
Ich sehe diesen Duft tatsächlich als 24/7/12 Duft, also ein klassischer "Immergeher". Dennoch ist er kein "Crowdpleaser".
Für mich ist Maruyama ein "Door-Opener". Eine Tür die ich tatsächlich nicht mehr zu erreichen vermochte. Jedes mal wenn ich ein neues Dufthaus entdeckte, oder sogar einen guten Duft, der bei mir einzog dachte ich: "so fühlt sich also das nächste Level auf dieser Reise an". Doch das Hause Prissana und allen vorran Maruyama (Ma Nishtana, Tom Yum, Thichila werden noch folgen) zeigt mir nicht erneut eine weitere Stufe, sondern eine ganz neue Tür. Eine Tür in ein unbekanntes Haus. Ein kleines Haus. Ein Haus in der ich Qualität, Kreativität, Freigeister und Unabhängigkeit entdecken darf und durfte. Vor allem da mich so viele Werke eines Parfumeur nachhaltig begeistern...

Der Holzdeckel, die 30ml, die 100% natürlichen Inhaltsstoffe, die blaue Farbe (kommt von der blauen Kamille) und die Aufzählung der Duftnoten auf dem Etikett sind eigentlich bei diesem Duft nur schmückendes Beiwerk.

Vielen Dank Prin.
Vielen Dank Community fürs lesen.


08.11.2019 12:05 Uhr
22 Auszeichnungen
Seit nun mehr 110 Tagen habe ich keinen Kommentar mehr verfasst. Hier und da mal ein Statement. Mehr auch nicht. Warum?

Weil ich mich gedanklich zum Thema "Parfum" in den letzten Monaten sehr im Kreis gedreht habe.
Wenig bis gar nichts hat mich wirklich überzeugt. Und wenn dann doch mal ein Duft eingezogen ist, habe ich schnell gemerkt, dass entweder der Drydown oder die Performance mir nicht gefielen.
Ich war wirklich betrübt. Was war aus meiner Leidenschaft geworden? Hat mich die ewige Ambivalenz müde oder gar träge gemacht?
Wie sollte es weiter gehen?
Über einen Artikel bin ich auf die "10 interessantesten Dufthäuser" gestolpert. Namen wie "Papillon Perfumery", "Profvmvm Roma", "Imaginary Authors", "Bortnikoff" oder "Bogue" waren mir durch Flakons und Abfüllungen schon bekannt. Aber die kanadische Firma "Zoologist Perfumes" hatte ich nicht wirklich auf dem Radar...

Düfte die mich stets nachhaltig beeindrucken, sind die, die selbst nach dem 20ten mal riechen noch faszinieren. Das sind Düfte die, in meiner Nase Minutenlang bleiben, auch wenn ich nur am Sprüher gerochen habe. Das sind die, die sofort Bilder in meinem Kopf erwecken. Das sind Düfte die nicht nerven, die ich aber trotzdem nicht verstehe und durchschauen kann. Das sind Düfte, die erst nach 2-4 Stunden wirklich gut werden. Viele Düfte die ich in den letzten Wochen getestet habe, sind nach 4 Stunden nur noch austauschbare, belanglose Schwaden ihrer Selbst.

All diese Eigenschaften die ich hier anspreche, treffen zu 100% auf "T-Rex" zu. Ich habe noch nie einen so interessanten, vielschichtigen, brutalen, haltbaren und hochwertigen Duft gerochen.

Warum erzähle ich eigentlich so viel außen rum? Weil ich den Duft nicht klassifizieren und beschreiben kann. Er erschlägt einen mit so viel, dass ich anfangs dachte, "dieser Duft will doch gar keinem gefallen, provozieren kann irgendwie jeder".
Selbst da hatte ich mich geirrt. Der Duft belohnt die jenigen, die sich nicht vom Angst einflößenden Start abschrecken lassen, mit einem der schönsten und rauchigsten Drydowns die ich kenne. Und somit ist dieser Duft für mich nicht nur pure Parfumeurs-Kunst (googelt mal Antonio Gardoni), nein sondern auch eine tolle Gesellschaftskritik. Heutzutage ist Zeit alles. Die Zeit wird ökonomisiert. Der erste Eindruck zählt. Konsens hat Priorität. Gefälligkeit und "political Correctness" halten nicht nur in Medien und Technik, nein auch in unserem Lieblingshobby einzug.

Sich Zeit nehmen Dinge nicht mit einem Wisch zu bewerten. Innehalten und Themen, Menschen, Situationen und Düften Zeit geben um sie kritisch und damit aufrichtig zu hinterfragen. Mal einen Blick hinter die geschleckten, Aal glatten Oberfläche werfen. Da häufig diese Eigenschaften verloren gegangen sind, empfinde ich auch das Sinnbild einer ausgestorbenen Gattung mehr als passend.

Ich möchte hier nicht zu mehr "Anarchie" oder sonst irgendwelcher schnöden Systemkritik ermutigen...nein. Ich möchte diesen Duft nicht nur meinen bisher längsten Kommentar widmen, nein auch meine extrem seltenen 10/10 Punkte vergeben. Bravo Mr. Gardoni!
Wenn nicht für "T-Rex", für wen dann?

Vielen Dank fürs durchlesen!


21.07.2019 22:16 Uhr
5 Auszeichnungen
Dark

Dark - Akro

7.5
So, es wird Zeit, dass hier Mal eine Lanze für DARK gebrochen wird, oder eher eine Tafel Schokolade.

Vor einiger Zeit bestellte ich mir ein Sample Set von Akro (zu Smoke und Malt kommt auch noch ein Kommentar) und war vom Konzept mehr als begeistert.
Stoffgebundene "Süchte" mit Parfüm-Sucht zu verknüpfen ist genial!
Aber nun zu DARK. Wo ich bei "Chocolate Greedy" nicht nur Kopf- sondern auch Zahnschmerzen bekam, ist hier die Schokolade dunkel und herb.
Ich kann bei Leibe überhaupt nichts mit Gourmanden anfangen, aber hier zeigt DARK seine Stärke. Der Duft startet, sehr trocken und warm. Man kann die edle Zartbitter Schokolade förmlich schmecken. Aber schon in der Herznote verschwindet die angedeutete Süße und macht dem trockenen Holz Platz.
Selbst bei gut 25° wirklich tragbar! Performance ist okay. Habe ihn so ca 4 Stunden auf meinem Arm wahrnehmen können. Keine herausragende Leistung, für einen ml Preis von 1,20 aber durchaus okay!

Ich lege dem Duft jeden ans Herz, der Mal einen tragbaren, nicht nervigen Schoko-Duft ausprobieren möchte.

Danke fürs lesen ihr Süßen!

Euer Weihrauch.


18.05.2019 20:14 Uhr
8 Auszeichnungen
Papillon Artisan Perfumes, ein sehr kleines Nischenhaus aus England. Liz Moores (Parfümeurin) macht fast alles selbst. Die Duftstoffe haben eine extrem hohe Qualität, die Produktionsmengen sind klein, genau wie das Portfolio. Das Logo und der Name gefällt mir. Der Flakon tut was er soll.
Ein Dufthaus auf welches man zweifelsohne stößt, wenn man sich tief genug in die Nischenwelt eingräbt. Und mit "tief" meine ich nicht das Niveau, sondern die Qualität.

Ich war auf der Suche nach einem lebendigen, aromatischen, würzigen und männlichen Rosenduft, um meine Sammlung zu erweitern.

Zur Auswahl standen:
-Much Ado about the Duke von Penhaligons
-Portrait of a Lady von Frederic Malle
-Viking von Creed
-Tobacco Rose von Papillon Parfumery.

Ich mag männliche Rosendüfte wie Chanel Egoist.
Nennt mich einen Nischensnob, doch leider wird mir der Duft im Drydown zu "belanglos".

Bei Tobacco Rose wirkt nichts belanglos, man riecht alles, außer Tabak. Was nicht schlimm ist, denn die frische und hochwertige Rose wird umschlossen von trockenem Heu und leichtem Patchouli. Das kratzige des Heus wird durch den Honig abgeschliffen. "Beträufelt" wird das ganze von einer trockenen, alkoholischen, Fruchtnote die mich stark an "Rudis - Nobile 1942" erinnert.
Auch die Haltbarkeit und Sillage sind phänomenal, da hat Viking und sogar POAL schon schlapp gemacht.
Warum habe ich mich nun für Tobacco Rose entschieden? Aufgrund der vielschichtigen Linearität:
Der Duft riecht extrem komplex und tief, bleibt aber dieser Komposition treu bis er verschwindet. Nichts ist schlimmer als eine tolle Kopfnote, die dann nach und nach enttäuscht.

Dieses Kunstwerk hat wirklich das Zeug in meine Top 5 zu kommen...

...aber ihr kennt das ja, früher oder später kommen dann die anderen Rosenkracher auch zu mir :)

Danke fürs lesen!

Euer Moritz aka. Weihrauch


04.05.2019 13:10 Uhr
18 Auszeichnungen
Liebe Duftgemeinde, liebe Frau Massenet, Liebe Firma Memo,

seit gut 16 Monaten bin ich nun schon mehr als intensiv auf meiner Duftreise unterwegs. Da mir das Geld und der Platz für knapp 50-100 Flakons fehlen (ich zudem ein sehr ungeduldiger Mensch bin), schaltete ich mein Limit auf 10 Flakons!
Schwierig? Definitiv!
Wenn man dann auch noch einen sehr "breit" gefächerten "Duftgeschmack" hat, wird es haarig. Schwierig? Definitiv!
Wenn man dann zusätzlich noch gar nicht genau weiß auf welche gezielten Duftrichtungen man sich fokussieren will, wird es brenzlig. Schwierig? Ihr sagt es, definitiv!
Wenn man dann auch noch Düfte haben möchte, die auch in Sachen Performance ihr Geld wert sind...ach lassen wir das...

Memo Paris ist ein Nischenparfumhaus aus...mhhh...Paris, welches sich auf olfaktorischen Reisen und die damit verbunden Erinnerungen (franz. mémoire) fokussiert. Das damit verbundene Marketing mit samt alten Reisekoffern finde ich genial!

Die Leder Düfte aus der Cuir Nomades Reihe ließen mich schon zu Beginn meiner Duftreise nicht los. Die Idee, Lederfacetten mit Eindrücken und Themen aus verschiedenen Ländern zu kombinieren gefällt.

Aber warum nun Irish Leather?

War ich schon Mal in Irland? Nein.
Bin ich allergisch gegen Pferde? Ja.
Zeigt der Duft die (für mich) schönste Kopfnote? Ja.
Vereint der Duft einfach alles was ich von einem treuen Allrounder erwarte? Ja! Nämlich, frisch und grün aber gleichzeitig würzig und markant durch das Leder zu sein.
Bleibt der Duft seinem Stil bis zum Ende treu, ohne ins pampig, schwere, süße oder gar ins langweilig holzige abzudriften? Ja definitiv!
Bietet der Duft auch eine angenehme Sillage und Haltbarkeit, ohne Kopfschmerzen auszulösen? Ihr merkt selber oder?
Eine Duftnote möchte ich hier noch mal speziell erwähnen, nämlich Wacholder! Diese ist so frisch würzig eingespielt, wie es sonst nur Erik Kormann in "Abrakabarber" geschafft hat, toll!

Wie ihr seht bin ich voller Euphorie für das irische Leder, und das obwohl ich schon 15ml Abfüllung in den letzten Monaten "verdaut" habe.

Auch die weiteren Düfte aus dieser Reihe werde ich mir in Zukunft ganz genau anschauen, wer weiß...vielleicht reichen mir ja doch 6 Flakons? ;)

Vielen Dank fürs lesen!

Euer Moritz!


16.04.2019 14:08 Uhr
4 Auszeichnungen
Hey ihr Duftverrückte,

wir alle haben wenig Zeit, deswegen mache ich es diesmal kurz und prägnant!

Ich weiß nicht mehr genau wie es passiert ist, aber der Duft kam zu mir, wie das Kind zur Jungfrau.
Vom ersten Atemzug mochte ich diese trockene, fruchtige, ledrige Aura. Doch er war mir stets zu hart und schroff, vor allem für 250,-!

Doch als ich Schritt für Schritt auf meiner Parfümreise weiter kam, merkte ich erst, was für eine Qualität in diesem Duft steckt:

1. Der Flakon ist wahnsinnig wertig und stilvoll gearbeitet.
2. Der Duft hält zwar "nur" ca 8 Stunden auf der Haut, aber die haben es in Sachen Sillage in sich!
3. Endlich entdecke ich einen Duft, bei dem ich wirklich alle Noten (außer "Wald") erschnüffeln kann! Trockenes Leder, leckerer Kakao, fruchtige Feige und andere getrocknete Früchte!
4. Der Duft ist vom Kopf bis zu Basis gleich gut und das finde ich toll. Er riecht nach 8 Stunden genau wie am Anfang, er entwickelt sich nicht in ein Ambroxan, Vanille, Duschgel oder Holzchaos.
5. Er ist das ganze Jahr über tragbar. Egal ob bei Wärme ( da kommen die Früchte raus) oder bei Kälte (da kommt das Leder und der Kakao zum Vorschein).

Kurzum: Für mich wirklich ein Meisterwerk. Wenn meine letzte Abfüllung aufgebraucht ist, kommt der Flakon zu mir!
Schade, dass der Duft so gut wie keine Aufmerksamkeit bekommt...oder gar gut so?

Danke fürs lesen!

Hab euch lieb

Moritz


30.01.2019 20:39 Uhr
16 Auszeichnungen
Hallo ihr lieben Verrückten,

nach langem Mal wieder ein Kommentar von mir, okay mal schauen, lehnt euch zurück...

München. Januar 2019. Stachus. Oberpollinger. Irgendwann zwischen 17:00 und 19:00 Uhr. Ein verwirrter und überforderter Parfümsüchtiger ist auf der Suche nach neuer Beute.
Er hastet durch die Regale. Der glasige Blick schlägt von Armbanduhr zu Regal und das, im Takt der klackernden Stöckelschuhe der Verkäuferinnen.
Seine Nase stichelt, er versucht mit Kaffee zu trösten, oft vergeblich. Sie schreit, "hör auf mit dem Scheiß! Ich will nachhause!!".
Sein sonst liebstes Organ (ja.) wird zu seinem schlimmsten Feind. -Wo ist Archilles wenn man ihn braucht?-
Memo. Parfums de Marly. Roja. Vilhelm Parfumery. Creed. Penhaligons. Tom Ford. Initio. Kilian. Replica. Einer wird besser als der andere. Und doch nicht.
"Ach ne nun doch zu süß und schwer", "ach ne für das Geld mir zu linear", "ach ne für die Performance zahle ich doch nicht 280 Euro!", "Ach ne da hole ich mir ne Abfüllung!".
Die Duftstreifen häufen sich in seinen Taschen, seine zitternden Finger schneiden in das frische Papier. Gedanken an "Edward mit den Scherenhänden" tauchen auf: "weg damit" ruft er laut, "ich muss meine Arme waschen, ich habe keine Projektionsfläche mehr!!!..." Mütter nehmen verängstigt ihre Kinder an die Hand.
Doch was ist da...eine helle...einladende Verkaufsfläche...
"Dior? Och ne Sauvage kann ich nicht mehr ab...aber halt...diese Flakons kenne ich doch...PRIVÈ!!!!", der Schrei lockt eine quirlige Verkäuferin an, sie umarmt den Jungen, verschwitzten und keuchenden Mann.
"Komm ich zeig ihnen Mal einen unserer Neuen Düfte..."
Liliane Flüssigkeit. Zwei Sprüher auf die Haut. Der Mann riecht... schließt die Augen...sieht Orangen. Trockene Orangen. Eingepackt in eine alte Ledertasche. Gelagert in der warmfeuchten Luft eines Kellers, in der Normandie...
Er wacht auf. Zuhause auf seiner Couch. Seine Finger sind mit Dior Pflaster versorgt. Er liegt in einem Diorbademantel, frisch gewaschen da. Schaut auf die Uhr, 23:32. Riecht an seiner Haut, egal wo, Leder. Orangiges Leder. Leichter Tabak. Linear, aber kreativ und qualitativ hochwertig.

Eine weit entfernte Stimme lässt ihn hochschrecken, "entschuldigen Sie, geht es Ihnen gut?". Er steht an der Kasse. In der einen Hand das Parfum, in der anderen sein Geldbeutel. Die hübsche Verkäuferin fragt ihn verwirrt, "wo waren Sie gerade mit Ihren Gedanken?", Der Mann antwortet lächelnd, "im Dufthimmel"...

Er verlässt glücklich den Laden...

...doch dann fällt ihm ein..."aber zu dem Lederduft bräuchte ich schon noch einen richtigen Tabak Duft, ist ja schließlich Winter...", er dreht um und betritt den Laden...

Vielen Dank für's lesen!


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