ZewanaZewanas Parfumkommentare

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Zewana vor 3 Jahren
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Schwarzes Gold oder schwarzes Loch?
Ich war ganz gespannt auf dieses exklusive Düftchen aus dem Hause Ormonde. Terra hat ihn wirklich deailiert und sehr authentisch beschrieben und er hat die viel feinere Nase als ich.

Differenzierend möchte ich ergänzen, dass der ormondische Auftakt dieses edlen Wässerchens mir wie eine Explosion entgegen schlug. Als wäre der Duft froh endlich aus seinem engen Gefängnis zu kommen. Da warf man mir Alkohol, Patchouli, Bergamotte und Wachholder mit einem Fitzelchen Zitronenschale direkt in die Nase. Boah, dachte ich, das kann ja lustig werden.

Also, wenn Herr Schön eines kann, dann ist es, seinen Düften so ein Auftakt zu geben, dass man aufmerksam werden muss - und das ist ja der Sinn bei jedem Start eines Duftes. Umso erstaunter war ich, dass ich nach 3-4 Minuten gar nichts mehr roch. Hat meine Nase dicht gemacht oder ist der Duft nach seiner Explosion zerfallen? Weit gefehlt meine werten Leser! Nachdem Black Gold mal tief durchgeatmet hatte und festgestellt hat, dass er sich nun frei entfalten kann, hat er sich spontan beruhigt und schnurrt fortan wie ein rolliges Kätzchen auf meinem Arm.

Ich vermag es nicht den Duft zu zerlegen und zu analysieren. Kunst kommt von können, nicht von wollen. Herr Schön kann oft - aber nicht immer! Ein äußerst balsamisches, tief wärmendes Kunstwerk hat er da geschaffen. Homogen, äußerst dicht verwoben, vollkommen aufeinander abgestimmt. Die Verläufe sind so weich, dass man wirklich aufpassen muss keinen zu verpassen. Die würzigen Kopfnoten halten sich lange bei mir. Das Blütenherz ist seidig verschleiert, keine der Blüten ist wirklich einzeln laut genug wahrnehmbar, um mit den Gedanken lang genug auf einem Bild zu bleiben. Dieses schöne Herz ist, ja, irgendwie transparent. Ich kann noch die Kopfnoten riechen und gleichzeitig das warme Bett der Blüten wahrnehmen.

Vor der Basis, als ich sie hier gelesen habe, hatte ich wirklich Respekt. Oft gefallen mir Düfte mit so vielen Akteuren nicht. Aber hier haben wir ein wirklich sehr gelungenen Fond, der eine eigene Note sein könnte, ich gebe ihm mal einen Namen: Schön-Absolue. Übrigens erinnert sie mich gegen Ende, ein irgendwie an die alte Version von Malabah .

Frisch ist hier wenig für mich, trotzdem weißt die DNA eine Geza`s eigene spritzige Note auf, die ich bisher in vielen anderen seiner Düfte gefunden habe.

Dieser Duft ist sinnlich, für mich nur wenig holzig, auf jedem Fall transparent, seidig, balsamisch, ölig, cremig, hautnah, kuschelig mit etwas Orient. Für mich persönlich etwas patchoulilastig.

Schwarz ist hier gar nichts, außer das große Loch in der Geldbörse, dafür bekommt man ein nettes goldenes, wärmendes Lichtlein. Der Duft ist nicht wirklich außergewöhnlich und hat auch wenig Wiedererkennungswert. Kein Signaturduft. Trotzdem hat er mir sehr gefallen, aber auf meine Wunschliste schafft er es angesichts des stolzen Preises nicht.

Manchmal denke ich, ein Duft müsse teuer sein, damit man mit wenigen verkauften Flakons die Kosten wieder rein bekommt. Schade...

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Zewana vor 3 Jahren
8
Von Nawab, den Herrschern des Oudh`s und Herr Schöns Genialität.
Der Duftverlauf ist Spannung pur, es bedarf hier keiner Geschichte.

Das ist der 4. Ormonde Duft den ich testen darf (Dank der lieben Cafenoir). Auch dieser Duft ist spannend, überraschend und trotz bekannter und oft interpretierter Duftpyramide, so ganz anders. Für mich ein kleines Kunstwerk, der auch seine Schmiede klar erkennen lässt.

Los geht`s :)
Die Kopfnoten eröffnen den Duft wirklich ungewöhnlich, spritzige Bergamotte, und natürliche, sonnengereifte Orangenoten sind klar vernehmbar. Aldehyde und irgendwas Grünes, nicht wie Gras, eher wie die saftigen Blätter die eines alten, erwürdigen Baumes, zudem bindet ein Klecks Kardamon den Duft würzig ab. Mal was anderes, ungewohnt, aber sehr interessant. Ich hatte ab und zu den Eindruck Spuren von Minze wahrzunehmen. Klar, hell und dennoch so richtig schön balsamisch.

Der Übergang zum Herzen, nach ungefähr 40 Minuten, ist ein gelungener Kunstgriff und es macht Spaß dem zu folgen. Im tiefen Herzen bleibt`s auch weiterhin balsamisch. Es ist wirklich schwer die einzelnen Noten auszumachen. Insgesamt eine recht außergewöhnliche Interpretation von blumig, grüner, würziger Frische. Eine verspielte Rose nimmt eine zentrale und dennoch untergeordnete Rolle ein. Man kann sich das Ganze wie ein eng gebundener Strauß vorstellen, bei dem man die einzelnen Ingredienzien zwar betrachten kann, also wahrnimmt, aber für die Nase immer das ganze Bouquet zur Verfügung steht. Ich bilde mir ein, dass ich die Magnolie etwas stärker rieche als die Rose und immer wieder blitzten etwas unscharfer, warmer Zimt und würzige Myrtheprodukte hervor, um die Blüten nicht zu üppig werden zu lassen. Nichts ist laut, nichts ist stechend, nichts ist störend und es ist irgendwie auch kein Blumenduft.

Das weiche Moschus Samtbett, auf dem das Bouquet ruht, lässt sich auch schon im Herz ab und an erahnen. Nach ca. 2-3 Stunden präsentiert sich das Herz des Duft wieder etwas anders, irgendwie verspielter ohne den Ernst seiner Erwachsenen Aura zu verlieren.

Auch die Basis ist ungewöhnlich dicht verwoben. Oudh kann ich deutlich wahrnehmen, aber es ist so ganz anders eingebunden. Nicht dunkel und harzölig und irgendwie penetrant, sondern edel, trocken, tanzend, graugrün leuchtend. So mag ich Adlerholz. Flankiert von Moschus und Vetiver, verliert es hier jede Düsterheit und verbindet sich hervorragend mit Labdanum. Ambra spielt hier fast keine Rolle, außer dass es die Basis irgendwie geschmeidig abrundet.

Doch Herr Schöns Kunstfertigkeit überrascht nicht nur im Vorgenannten. Mit Nachlassen der Basis, nach ca. 8 Stunden, leitet der Duft noch ein unerwartetes und wunderschönes Fadeout ein. Nach und nach entwickelt sich ein wundervolles, zartes, fragiles, hellrosa Blumengebinde mit einer ausgesprochenen sauberen Cremigkeit. Wunderbar!

Dieser Duft ist ein wahres Kunsterk an Wandelbarkeit, Ernsthaftigkeit und trotzdem in Anteilen verspielt und jugendlich. Haltbarkeit locker 10 Stunden, wobei er in der meisten Zeit körpernah wärmt, hebt, tröstet und dennoch fordert. Er wirkt außergewöhnlich edel und eignet sich als gut Signaturduft. Für mich eher ein Damenduft.

Spiegelt der Duft Indien für mich wieder? Nein, denn dafür ist er mir eine Spur zu leise. Wenn ich an die großen Städte Indiens denke, fehlen mir hier die kräftigen Farben und das geschäftige Treiben. Wenn ich allerdings ins Hinterland schaue, kann ich die stolzen Herrscher finden, die diesen außergewöhnlichen Duft tragen. Ein bisschen wie Sonnenuntergang hinter fruchtbaren Feldern, knochigen Bäumen und entspannten und glücklichen Menschen die Ihre Heimat lieben.

Gefällt mir sehr, sehr gut. Allerdings ist das Preis-Leistungsverhältnis in meinen Augen etwas schwach. Dafür fehlt mir dann doch der WOW - den muss ich unbedingt haben Effekt. Add to List "Nice to have, oder like Abfüllung" :)

#cremig #balsamisch #würzig

3 Antworten

Zewana vor 3 Jahren
4
Oh, rock my soul!
Rock my soul in the bosom of Abraham
Rock my soul in the bosom of Abraham
Rock my soul in the bosom of Abraham
Oh, rock my soul
So high I can't get over it
So high I can't get over it
So high I can't get over it
Oh, rock my soul
… and so on.

Genauso wie dieser bekannte, erwürdige Song von Peter, Paul & Mary, hält Soul den ganzen, lieben, langen Tag und noch viel länger! Ein echter Nasenwurm, den man gerne zelebriert. Die Ouvertüre leitet leicht spritzige, etwas kitzlige Kuschelfrische ein. Soul hat aber noch mehr Strophen, die von oudhgefallenen, unoudhigen Tönen und blütenweichen Damenlederhandschuhen zu berichten wissen. Nach einem hinreisenden Highnoon, leitet Soul seine eigentliche Message ein. Von Applaus begleitet walzt, verdichtet und homogenisiert sich Soul, zu einem nicht auseinanderzunehmenden, ambvallchulischen Fadeout. Das Cover dieser Platte ist dem Inhalt angemessen und die Farbe der Kostüme ist vortreffliche gewählt!

Yes! Soul rockt my soul!

Danke Cafenoir, der Oudh ist oudhtagstauglich :)

1 Antwort

Zewana vor 3 Jahren
8
DaDa---DaDa
Oh du Sonne unter den Goldenen und Edlen!
Du, Deiner, Dich, ich, Dir, Du mit mir ---- wir?
Wer bist du, unglaubliches Elixier, Bist Du, bist Du?
Parfumos sagen, Du wärest!
Lass sie sagen, sie wissen nicht, wie geliebt du bist.
Du trägst die Basis auf den Lippen und wanderst in die Haut.
Auf den Händen trage ich dich, du.
Halloh, deine goldene Robe, in herrliche Würze gebetet.
Gold liebe ich Ambra Nobile, Gold liebe ich dir.
Du, Deiner, Dich, Dir, ich in dir, du auf mir.
Das gehört nicht beiläufig in die kalte Glut.
Ambre Nobile, der leuchtende Amber, wie sagen die Leute?
Preisfrage:
1. Nobile 1942 hat einen Vogel?
2. Ambra ist grün?
3. Welche Farbe hat die Glut?
Blassgrün ist die Farbe deines transparenten Kleides.
Goldgelb ist die Farbe deiner tiefen Glut.
Du unschlichter Verführer im Alltagskleid.
Du liebes goldnes Elixier, ich liebe Dir!
Du, Deiner, Dich, ich, Dir, Du mit mir ---- wir?
Das gehört beiläufig in den Kommentar.
Ambra, A---M---B---R---A
Ich träufle deinen Namen.
Dein Duft tropft wie Öl, wie Honigtau.
Weißt du es Ambra, weiß du es schon?
Man kann dich nicht liegen lassen.
Und du, du Herrlichster von allen,
Du bist nicht hinten wie von vorn:
A---M---B---R---A
Honigtau träufelt STREICHELN über meine Haut.
Ambra Nobile
Du grandioses Elixier
Ich----- liebe -----Dir!

In Gedenken an "An Anna Blume 1919" Bekannte Lyrik des damals aufkommenden Dadaismus

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Zewana vor 3 Jahren
16
Respekt!
Muss man sich verdienen. Nectar, per Lebensmitteldefinition müssen mindestens 25% Frucht enthalten sein. Nun, das kann man nicht kostbar nennen, sondern es handelt sich meist um eher minderwertige Säfte aus 25% Konzentrat und Wasser. Ihr könnt mich jetzt steinigen, aber ich kann keinen Vergleich zu diesem Nectar finden. Ich habe schon viele Guerlains getestet und werde einfach mit diesem Label nicht warm. Irgendwas stört immer. So sind die Geschmäcker verschieden - gut so! :)

So fristete dieser Duft, nach einem kurzen Test, in meiner Vitrine ein trostloses Dasein. Unbeachtet, und verweist bis heute, denn ich wollte ihn versouken. Mein Stimmchen sagte aber, du bist doch doof, gibst so viel Geld für 10ml aus und dann testest du ihn nicht mal wirklich? Also ab auf den Arm. Nase dran und Augenbrauen hochgezogen.

Respekt! Der ist erst mal ordentlich laut. Als hätte einer ein, unter Druck stehendes, Füllhorn von Blüten geöffnet. Respekt für diesen Auftritt! Ich dachte schon, zu süß, zu opulent. Aber nein, denn schon bald, haben sich alle Blüten sortiert, beruhigt und sind froh strahlen zu dürfen.

Respekt! Wer bindet einen Petitgrain so filigran und harmonisch, dass jede Blüte zur Geltung kommt, aber keine Vorlaut ist? Bittermandel wirkt dabei wie der Bindfaden für diesen schönen Strauß; hält ihn zusammen und stützt.

Respekt! Im weiteren Verlauf schält sich die, von mir geliebte, Orangenblüte raus. Natürlich, groß und siegesgewiss setzt sich geradezu königlich auf den verblassenden Strauß und plaudert ganz unbekümmert mit einer, sich andächtig zu ihr gesellenden, strahlenden, blütenweisen Jasmin.

Respekt! Beide Königinnen und Diven vieler berühmter Düfte so harmonisch nebeneinander zu setzen! Ich verweile und lausche andächtig was sie zu erzählen haben. Es sind Frauengespräche, die ich leider, aus Pietätsgründen, nicht wiedergeben kann. Miss Jasmin wird dann aber doch etwas müde und zieht sich für ein kleines Schläfchen auf einen Divan zurück. Miss Orangenblüte hingegen gönnt sich einen kräftigen Vanilletee in einem edlen Holzgefäß und zündet einen kleinen Weihrauchschwenker an, dessen feiner heller Duft sogleich die Szene dezent untermalt.

Respekt! Für so viel Anmut, so viel Ausstrahlung.
Respekt! Für die wohldosierte Silage, die mich umgibt aber nicht verlässt.
Respekt! Für die gute, aber nicht übermäßige Haltbarkeit.
Respekt! Für die milde Süße, die mich nicht erdrückt.
Respekt! Für den mäßig, feinen Puder, der mir nicht die Luft nimmt.
Respekt! Für die schöne Räumlichkeit in der du wohnst.

Respekt…Mon Nectar, Respekt Randa… einfach köstlich und nicht aus Konzentrat!

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