Ich bin ein experimentierfreudiger Mensch, vor allem, wenn der zu erwartende finanzielle Schaden überschaubar und im Rahmen bleibt. Deshalb habe ich mich nach einer überraschend positiven Erfahrung mit "Aurum" an einen weiteren Duft des Parfumherstellers Ajmal (sprich: Adschmahl) aus Dubai gewagt: Wisal.
Über das Design des Flakons wird es sicher geteilte Meinungen geben. Ein gläserner Behälter wurde in einen billig wirkenden silberfarbenen Plastikkörper integriert, der mich mit seinen genoppten Seiten irgendwie an Tabaluga, den Drachen erinnert. Wenigstens hat man durch die Noppen einen sicheren Griff, so dass der Flakon beim Sprühen nicht unabsichtlich aus der Hand rutscht. Für meinen Geschmack eindeutig zu kitschig, aber sei's drum. Entscheidend ist der Duft und der entwickelt sich für mich folgendermaßen:
Kurz nach de Aufsprühen habe ich eine Assoziation an Kölnisch Wasser mit einer spritzigen Bergamotte, doch gleich darauf taucht eine frische Blütennote auf, aus der ich nach konzentriertem Schnüffeln Rose und Jasmin zu identifizieren meine. Neben den Blüten entwickelt sich allmählich eine feine Würze. Ich nehme einen Hauch Zimt wahr, daneben Sandelholz und eine Prise des in arabischen Ländern allgegenwärtigen Oud. Dadurch entsteht diese ganz spezielle orientalische Note, die ich auch bei Aurum bemerkt habe. Blüten, Gewürze und Hölzer ergeben ein sehr harmonisches, warmes, stimmiges Gesamtbild. Nichts drängt sich unangenehm nach vorn. Nach einiger Zeit verabschieden sich Blüten und Gewürze ganz leise und übrig bleibt eine balsamisch-holzig-moschusige Basis, die sich bei mir sogar über Nacht hält. Sillage und Haltbarkeit sind sehr gut.
Wisal hat mich wirklich überzeugt, zumal man nicht an jeder Ecke auf jemanden trifft, der so oder so ähnlich riecht. Und genau darüber wundere ich mich. Denn mit Wisal hat Ajmal bereits 2010 ein Produkt auf den Markt gebracht, das Orient und Okzident perfekt verbindet und durchaus für den westlichen Massengeschmack tauglich ist. Wir leben in einer Zeit der Globalisierung. Menschen fliegen rund um den Globus. Im Bestreben, sich von anderen abzugrenzen, wird in aller Welt nach exclusiven Düften gesucht. Die sogenannten Nischenparfums, egal ob preislich weit überzogen, sind gefragt wie nie. Und hier sind Düfte eines seit 1951 bestehenden, erfahrenen Parfumherstellers, der mit besten Zutaten täglich 50.000 Flaschen Duftwasser produziert, darunter für diverse Königsfamilien und Signaturdüfte für verschiedene Airlines, die selbst auf Parfumo noch weitestgehend unbeachtet sind. Warum? Sind sie zu billig und nur was teuer ist, kann auch gut sein? Mir kann es letztendlich egal sein. Ich freue mich, dass ich wieder mal etwas Schönes entdeckt habe, das ich mit Blick aufs Budget sorglos und großzügig versprühen kann...
Ich habe wirklich das Gefühl,dass hier die teueren Düfte schön gepriesen werden und von den günstigeren (die aber keinesfalls dufttechnisch schlechter sind!) hier keine Spur ist! Wenn man einen günstigen Duft beschreibt, bekommt man schlechte Resonanz
ja muss dir recht geben........
ja muss dir recht geben........