
Yatagan
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Yatagan
Top Rezension
40
Über das Sammeln von Heidelbeeren auf Island
Unkommentierte Düfte No. 192
Wir sammeln also Heidelbeeren auf Island mit Andrea Maack - und wie das so ist mit Beeren in Düften: In aller Regel sind das Duftkomponenten, die aus Ester, Aldehyden und verschiedenen Alkoholverbindungen zusammengesetzt sind. Wer also damit rechnet, dass hier Blaubeeren durchs Sieb gepresst und gefiltert werden, dürfte enttäuscht werden. An sich macht das aber prinzipiell nichts, denn Synthetik in Parfum muss nicht schlecht sein: im Gegenteil! Gut verbaute Künstlichkeit schafft erst das, was Duft wirklich zu Kunst macht (man denke an Düfte wie Jicky Eau de Toilette , N°5 Parfum , Eau Sauvage Eau de Toilette oder Mitsouko Eau de Toilette. Reine Naturdüfte können sehr schön sein, riechen aber öfters auch wie ein Mix aus Bioladen und Duftlampe.
Dass ich trotzdem mit den Düften von Andrea Maack selten so richtig Freundschaft schließen kann, liegt wahrscheinlich an ihrem Zugriff auf Duft: klar, schlicht, isländisch plain. Das ist mir zu wenig artifiziell, wenn ich noch mal den Vergleich mit Mitsouko bemühen darf. Wenn man das aber mag, könnte auch Flux eine interessante Option sein.
Heidelbeeren resp. Blaubeeren in Düften sind ja gerade ein kleiner, seit etwa 2000 stabil verlaufender Trend (471 erhältliche Düfte zählt die Parfumo-Suche mit "Heidelbeeren") und wer das mag, wird gut bedient: Die kleinen blauen Kugeln wurden mit authentischem Aroma von Anfang bis Ende gut verarbeitet (leider kenne ich die genaue Ester-Aldehyd-Alkohol-Verbindung hier nicht), und das bedeutet, dass die Haftung und die Aura dieser Molekülverbindung ziemlich kräftig, aber nie unangenehm derb ist. Was mich allenfalls etwas stört, ist eine dezente Süße, die mir schon etwas zu künstlich dünkt.
Daneben lassen sich vor allem grüne Töne identifizieren, ohne dass man die angegebenen Inhaltsstoffe wirklich einwandfrei differenzieren könnte, aber sowohl Krautiges also auch Ätherisches und hell Harziges ist dabei.
Flux behält auch im Drydown seine Heidelbeerennote, während sich das Grün in holzige Akzente verwandelt und mutmaßlich die angegebene Kaschmirnote (auch hier natürlich Synthetik) erscheint. Jedenfalls kann man das plausibel, muss es aber nicht unbedingt gut finden.
Neulich hatte ich einen Duft von Alkemia getestet, der mir recht ähnlich schien: Baccante . Auch hier stehen Heidelbeeren konsequent im Zentrum.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Duft eher positiv oder weniger positiv bewerten soll, aber irgendwie ist er mir letztlich doch sympathisch. Wahrscheinlich weil ich Heidelbeeren mag (darum eine 7: heißt gut, aber ich muss ihn weder tragen noch kaufen). Vorwerfen könnte man ihm vor allem die ziemlich monothematische Konzentration auf Heidelbeeren. Sowas ist mir dann oft zu straigth und zu wenig parfümig.
Wir sammeln also Heidelbeeren auf Island mit Andrea Maack - und wie das so ist mit Beeren in Düften: In aller Regel sind das Duftkomponenten, die aus Ester, Aldehyden und verschiedenen Alkoholverbindungen zusammengesetzt sind. Wer also damit rechnet, dass hier Blaubeeren durchs Sieb gepresst und gefiltert werden, dürfte enttäuscht werden. An sich macht das aber prinzipiell nichts, denn Synthetik in Parfum muss nicht schlecht sein: im Gegenteil! Gut verbaute Künstlichkeit schafft erst das, was Duft wirklich zu Kunst macht (man denke an Düfte wie Jicky Eau de Toilette , N°5 Parfum , Eau Sauvage Eau de Toilette oder Mitsouko Eau de Toilette. Reine Naturdüfte können sehr schön sein, riechen aber öfters auch wie ein Mix aus Bioladen und Duftlampe.
Dass ich trotzdem mit den Düften von Andrea Maack selten so richtig Freundschaft schließen kann, liegt wahrscheinlich an ihrem Zugriff auf Duft: klar, schlicht, isländisch plain. Das ist mir zu wenig artifiziell, wenn ich noch mal den Vergleich mit Mitsouko bemühen darf. Wenn man das aber mag, könnte auch Flux eine interessante Option sein.
Heidelbeeren resp. Blaubeeren in Düften sind ja gerade ein kleiner, seit etwa 2000 stabil verlaufender Trend (471 erhältliche Düfte zählt die Parfumo-Suche mit "Heidelbeeren") und wer das mag, wird gut bedient: Die kleinen blauen Kugeln wurden mit authentischem Aroma von Anfang bis Ende gut verarbeitet (leider kenne ich die genaue Ester-Aldehyd-Alkohol-Verbindung hier nicht), und das bedeutet, dass die Haftung und die Aura dieser Molekülverbindung ziemlich kräftig, aber nie unangenehm derb ist. Was mich allenfalls etwas stört, ist eine dezente Süße, die mir schon etwas zu künstlich dünkt.
Daneben lassen sich vor allem grüne Töne identifizieren, ohne dass man die angegebenen Inhaltsstoffe wirklich einwandfrei differenzieren könnte, aber sowohl Krautiges also auch Ätherisches und hell Harziges ist dabei.
Flux behält auch im Drydown seine Heidelbeerennote, während sich das Grün in holzige Akzente verwandelt und mutmaßlich die angegebene Kaschmirnote (auch hier natürlich Synthetik) erscheint. Jedenfalls kann man das plausibel, muss es aber nicht unbedingt gut finden.
Neulich hatte ich einen Duft von Alkemia getestet, der mir recht ähnlich schien: Baccante . Auch hier stehen Heidelbeeren konsequent im Zentrum.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Duft eher positiv oder weniger positiv bewerten soll, aber irgendwie ist er mir letztlich doch sympathisch. Wahrscheinlich weil ich Heidelbeeren mag (darum eine 7: heißt gut, aber ich muss ihn weder tragen noch kaufen). Vorwerfen könnte man ihm vor allem die ziemlich monothematische Konzentration auf Heidelbeeren. Sowas ist mir dann oft zu straigth und zu wenig parfümig.
60 Antworten



Kopfnote
Heidelbeere
Menthol
Kardamom
Herznote
Zypresse
Eukalyptus
Tannennadel
Zistrose
Basisnote
Mammutbaum
Kaschmir
Zedernholz
Ergoproxy
Yatagan
Rogaux
Wisivc
CharlAmbre
































