Flor de Café (2014)

Flor de Café von Annette Neuffer
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Flor de Café (Annette Neuffer)
7.9 / 10     30 BewertungenBewertungenBewertungen
Flor de Café ist ein beliebtes Parfum von Annette Neuffer für Damen und erschien im Jahr 2014. Der Duft ist blumig-würzig. Es wird noch produziert.

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Parfümeur

Annette Neuffer

Duftnoten

Kopfnote KopfnoteGalbanum, indisches Lorbeerblatt, weiße Grapefruit, Bitterorange, Clementine
Herznote HerznoteKaffeeblüte-Absolue, Kaffee-Absolue, Frangipani, Champaka, Tuberose, Ylang-Ylang
Basisnote BasisnoteSandelholz, Bourbon-Vanille, Kakao, Tabak, Patchouli, Tonkabohne, Perubalsam

Bewertungen

Duft

7.9 (30 Bewertungen)

Haltbarkeit

7.4 (27 Bewertungen)

Sillage

6.3 (26 Bewertungen)

Flakon

7.3 (26 Bewertungen)
Eingetragen von Joe, letzte Aktualisierung am 15.03.2017
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Kommentare

Sillage 6.0/10
Haltbarkeit 10.0/10
Duft 9.0/10
Erstklassiger Kommentar   
Schließlich hat man ihn zum Fressen gern
"Flor de Café" beginnt mit einer warmen cremefarbenen Blütenduftmischung lieblich-intensiv hell, leicht, etwas zitrisch. Keiner der mich sonst bedrängenden Weißblüher (Champaca, Jasmin, möglicherweise Kaffeeblüte) ist aufdringlich. Sie sind fein abgestimmt, ich mag alle anderen, aber nur, wenn es erstklassige Essenzen sind. Dann folgt wieder jenes blumig-süße Heugrün, der Grundduft, den ich in jedem Neuffer-Duft bisher roch. Der Duft wird dadurch trockener, wärmer wie ein sonniger Spätsommertag in einer sandigen Geestlandschaft.
Galbanum, Lorbeer, Zitrus kann ich nicht identifizieren, sie sind gewiß da. Aber warum sollte ausgerechnet ich wissen, auf welche Art sie unterstützend oder antagonistisch wirken? Und will ich das überhaupt jetzt so behaupten können?
Ganz allmählich wird der etwas trockene, pudrige, freundliche und schöne Blütenduft einerseits gourmandiger, süßer, cremiger, andererseits holziger. Ich rieche eindeutig holzigen Kakao. Tonka/Vanille, Balsamisches.
Nun duftet "Flor de Café" wie der von mir gebackene Marmorkuchen roch und schmeckte. Natürlich hatte ich auch echte Vanille zugefügt, etwas geriebene Zitronenschale, ein Schuss Zitronensaft, sowie auch das eine oder andere Tröpfchen Bittermandelöl. Was man alles nicht einzeln herausschmecken konnte und auch nicht sollte.
"Flor de Café" betreffend ist es jedoch, als hätte ich alles zudem mit einer kostbaren Duftölmischung zur feinen Konditortorte mit Pralinéschichten verschönert und mit Pistazien garniert. Ein heiterer Duft. Mit "Flor de Café" auf der Haut duften wir Frauen zum Anbeißen schön, so kommt es mir vor. Ganz zum pudrigen blumen-lecker-Duft mit leiser Mandelbitterkeit rieche ich etwas Patchouli und Fermentiertes wie Tabak.
Die Haltbarkeit ist sehr gut, die Sillage mittel.
Auch wenn ich das so lecker beschreibe, es sind gewissermaßen nur Vergleiche, nur Versuche "Flor de Café" zu beschreiben. Jedoch ist "Flor de Café" um etliches vielschichtiger. Mit welcher Sorgfalt und Fülle wurde hier ein einzigartiger, nicht aufdringlichen Duft komponiert.
7 Antworten
Flakon 8.0/10
Sillage 6.0/10
Haltbarkeit 7.0/10
Duft 8.0/10
Erstklassiger Kommentar    29 Auszeichnungen
Zwischenbilanz – Mahler, Bach, Wagner
Zehn Neuffer-Düfte durfte ich in den vergangenen Wochen probieren. Fünf davon sind „zu Ende getestet“ und ich nehme die Halbzeit zum Anlass für eine Zwischenbilanz. Dazu später, zunächst ein paar Worte konkret zu Flor de Café. Das wird nicht lange dauern, denn er ist einer jener Düfte, die sich dem analysierenden Zugriff mit sanfter Hartnäckigkeit verweigern (zumal ich einige vermutlich tragende Komponenten nicht pur kenne). Er zeigt mir unterschiedliche Gesichter, je nach Dosierung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Stimmung, Sonnenstand, Mondphase, Verkehrslage und wasweißich. Die folgenden Ausführungen sind mithin lediglich als Anhaltspunkte zu verstehen.

Ein Anflug orangigen Weißblühers, dann rasch eine ebenso fruchtig-süßliche wie rau unterlegte Wachs-Anmutung. Saftiges Orangeat, Kakao- und Tabak-Süße sowie das alsbald dezentere Wachs – sie mögen Ansatz für winterlich-heimelige Gedanken genereller Natur sein. Aber der Duft bleibt Parfüm. Zum einen zieht der untergründige Tabak eine kaum spürbare Grenze, zum anderen steuert die Weißblüher-Note einen Dreh ins Aparte bei und gemeinsam verhindern sie ein Abgleiten ins allzu Weihnachtlich-Häusliche. So jedenfalls meine Meinung; es sei indes nicht verschwiegen, dass meine Frau abweichender Auffassung ist und sich Flor de Café eher als Raumduft vorstellen mag.

Den nächsten Schwerpunkt bildet - mal früher, mal später am Vormittag - eine raue Patchouli-Kakao-Mischung mit, direkt auf der Haut, dunkelfruchtiger Orange, die gleichwohl ein leises Zitrus-Pritzeln ausstrahlt. Espressodicker Kaffee (der „flort“ nicht bloß) liefert ein dennoch hauchzartes Aroma.

Über Mittag gewinnt das Wachs allmählich erneut an Gewicht, der Weißblüher-Eindruck und der Orangen-Rest scheinen mir zu verschmelzen. Doch selbst während der nun einsetzenden Regentschaft des Wachsartigen ist alles schön aromatisch und rund. Eine latente Raumduft-Attitüde könnte ich jetzt ebenfalls abnicken, das ließe sich allerdings auch von anderen Düften mit wächsern dominiertem Ende sagen – und die kommen oft deutlich weniger angenehm daher. Flor de Café bietet nämlich durchgehend weiterhin feine Spuren seiner übrigen Aromen, ich denke in erster Linie an herben Tabak und erdig-rauchiges Patchouli, beide still-charaktervoll. Sie genießen zu können, bedarf der Beschäftigung, des Sich-Einlassens.

Und damit gelangen wir endlich zu einem übergreifenden Fazit - im Sinne einer Zwischenbilanz. Drei Dinge zeichnen die Neuffer-Düfte nach meinem Dafürhalten bislang im Wesentlichen aus. Zu deren Illustration fallen mir Eigenheiten aus dem Schaffen dreier Komponisten ein.

Erstens - die lange Vorbereitung. Gustav Mahler nahm sich viel Zeit. In seinen Stücken schrammelt, stammelt und grummelt es nicht selten so manchen Takt vor sich hin, ehe eine erkennbare Struktur dem Hörer zeigt, wo es eigentlich langgehen soll. Frau Neuffer eröffnet ihre Düfte bisweilen ähnlich gemächlich. Die Start-Phase mag zu Recht als gelegentlich dunkel oder harsch empfunden werden, bevor sich der Duft entfaltet und sein wahres Wesen enthüllt.

Zweitens - der kontrapunktische Aufbau. Der Kontrapunkt ist eine Kompositionstechnik, bei der Stimmen und Gegenstimmen nicht nur harmonisch zueinander passen, sondern außerdem für sich allein melodische Linie sind. Ihren Höhepunkt erreichte dies in der Barock-Musik Johann Sebastian Bachs. Das bedeutet nicht, dass nicht auch mal eine Flöte oder Oboe die erste Geige spielt, bekanntestes Beispiel dafür sind wohl die Brandenburgischen Konzerte. Trotzdem ist jede Stimme unverzichtbar und nicht bloß zum Akkord-Komplettieren da. Annette Neuffers Düfte kommen mir diesbezüglich im besten Sinne „barock“ vor: Aus einer Fülle einzeln bedeutsamer und zumeist gut identifizierbarer Noten erhebt sich mal dieser, mal jener Schwerpunkt, stets als Teil eines großen Ganzen. Das gilt nicht in gleichem Maße für alle Düfte und die gesamte Zeit, schließlich bestehen gewisse chemisch-physikalische Barrieren, denen Bachs Kunst nicht unterlag. Aber just Flor de Café zeigt exemplarisch auf, was ich meine, siehe oben.

Drittens – die Beachtung der Details. Wer über Richard Wagners blech-gepanzertes Walkürenritt-Wummern witzelt, überhört das Wichtigste: Wie die Musik etwa das zögernde Nähertreten Sieglindes an Siegmunds Lager Schritt für Schritt zeichnet oder Brünnhildes Blinzeln im hellen Sonnenlicht trillernd hörbar macht. Allemal in seinem späteren Werk versah Wagner sorgfältig jeden noch so kleinen kompositorischen Baustein mit gediegener musikalischer Qualität.

Die Entdecker-Freude, die mir Annette Neuffers Düfte - selbst die, die mir letztlich weniger gefallen - bis zum Ende hin bereiten, kann ich mir allein erklären, indem ich einen synthetisch offenbar nicht nachbildbaren Nuancenreichtum hochwertiger natürlicher Bausteine einräume sowie deren liebevolle Zusammenstellung attestiere. Dabei darf ich für mich keineswegs die Expertise beanspruchen, alle diese Dinge in Gänze und in ganzem Wert zu erkennen. Doch wie oft scheinen Parfüms nach hinten raus mit banal-eindimensionalen Labor-Produkten gleichsam aufgefüllt. Mir verdirbt das meist den Spaß.

Dass Flor de Café nie „mein“ Duft werden wird, ist völlig unbeachtlich. Ich habe ihn mit ebensolcher nachhaltiger Neugier getestet wie alle übrigen.
19 Antworten
Flakon 7.5/10
Sillage 5.0/10
Haltbarkeit 7.5/10
Duft 9.0/10
Erstklassiger Kommentar   
Dunkel, hell, dunkel
oder: wie man sich einen Kommentar zusammenstümpert.

Ich winde mich. Ich habe nicht die blasseste Ahnung, wie Champaka riecht. Da hilft es auch nicht, Wikipedia zu Rate zu ziehen, zu lesen, dass es sich um ein extrem duftintensives Magnoliengewächs aus dem Südosten Asiens handelt, welches auch gerne für Zeremonien und Massagen verwendet wird. Ich winde mich weiter. Ins Reformhaus gehen und mal nach dem Öl schauen? Ach nö! Ich stümper mich jetzt einfach durch die Duftbeschreibung. Basta!

„Flor de Café“ beginnt dunkel zitrisch mit stark grünen Anklängen. Ich würde darauf tippen, dass das Kaffee-Absolue hier schon stark das Duftöl der Zitrusfrüchte und des Galbanumharzes beeinflusst. Das riecht für mich erstmal ungewöhnlich, weil in der Regel Zitrusnoten hell und frisch als Duftstarter eingesetzt werden. Hier kitzeln äußerst agil Harz, prickelige Orangenschale und Kaffee in meiner Nase.

Nach einer halben Stunde wandelt sich „Flor de Café“. Aber so richtig. Das Konzentrat lässt relativ dezent die Tuberose erkennen, um sich dann zu einem hellen, sehr cremigen und äußerst schönen und ganz entspannten Blumenduft zu entwickeln. Das ist, als würde ein Fenster geöffnet werden und langsam Sonnenstrahlen in das Zimmer dringen. Dieser Duft ist zart, lieblich und feminin. Und wenn ihr wissen wollt, in welcher Konstellation welche Blüte hier vertreten ist, dann müsst ihr euch wohl eine Probe bestellen. (Haha, sauber um die Duftnotenbeschreibung inklusive Champaka gedrückt. Was bin ich doch für ein Schelm.)

Nach der cremig-blumigen Phase, bestimmen die Gourmandnoten Perubalsam und Vanille meine Wahrnehmung, zusammen mit etwas Sandelholz. Das duftige Ende würde ich als ambratisch und sehr lecker beschreiben. Bis auf den – für mich etwas gewöhnungsbedürftigen – Dufteinstieg finde ich „Flor de Café“ harmonisch und sauber abgestimmt und einfach mal toll. Es handelt sich aber nicht um einen Kaffeeduft.

Die Sillage würde ich als mittelstark einschätzen und die Haltbarkeit liegt hier zwischen sieben und acht Stunden. Frau Neuffer verwendet für ihre Düfte, nach eigener Angabe, naturreine ätherische Öle und mindestens 92 % Bio-Rohstoffe. Ein dickes Dankeschön für diese schöne Probe.

Ob Ähnlichkeiten zu dem rechts angegebenen Anima Dulcis bestehen, kann ich nicht beurteilen.
4 Antworten

Statements

Bellemorte vor 18 Monaten
Kaffee, Schoko-Pralinen mit Orangenlikör und ein intensiv duftender Blumenstrauss - sehr dichter, süßer Duft mit unglaublich vielen Noten.+18
Flakon 7.5
Sillage 7.5
Haltbarkeit 7.5
Duft 8.0
Zionist vor 13 Monaten
habe den jetz 2 x probiert und finde mich als Mann ebenfalls ausgesprochen lecker damit
- weiß florales ist gut gedämmt und würzig verwoben+14
Flakon 10.0
Sillage 6.0
Haltbarkeit 8.0
Duft 9.0
Seerose vor 17 Monaten
Flor de Café macht Frauen hinreißend zum Anbeißen duftend, wie Pralinen, lieblich, blumig, hm, Kakao-Vanille, Pistazien, Spitzeningredienzien+14
Sillage 6.0
Haltbarkeit 10.0
Duft 9.0
Haraella vor 17 Monaten
Was ist das denn? Mich erschlägt der Duft. Großer, dringender Abschrupp-Reflex. Sorry...nee...kann ich nichts mit anfangen.+7
Irini vor 14 Monaten
Komplexer intensiver Duft würzigen Orangen mit Loorbeer und schicken Blumenstrauß. Tief balsamisch beeindruckend. Leider schnell nur hautnah+3
Flakon 8.0
Sillage 7.0
Haltbarkeit 6.0
Duft 8.0
Serafina vor 17 Monaten
Spannend und facettenreich! Stark blumig, etwas Zitrus! "Anima dulcis" ist gourmandiger und ohne Blumen, wenig Ähnlichkeit.+3
Duft 8.5
Pluto vor 17 Monaten
Start fruchtige, frische Orange, zunehmend blumig, leicht harzig, ganz hübsch, aber Kaffee? Nicht die Bohne, eher Blümchenmuckefuck.
Sillage 5.0
Haltbarkeit 5.0
Duft 7.0
1 Antwort

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