
Meggi
1018 Rezensionen

Meggi
Top Rezension
25
Vertauschte Vorzeichen
Der Auftakt ist weder Rosa noch Alba, sondern bitterzitrisch, wie von öliger Hesperidien-Schale. Bergamotte hätte ich getippt - Bergamotte ist gelistet. Erste Edelrosen-Zartfrische spielt zwar bereits mit, aber eher als umwehender Begleiter. Es dauert rund fünf Minuten, bevor sich eine köstliche, halbdunkle Zitrusnote entfaltet, fein ausbalanciert zwischen Frucht und Säure.
Nach weiteren fünf Minuten betritt sie endlich die Bühne – die Weiße Rose. „Weiß“ glaube ich sofort, auch wenn ich die hier konkret hervorgehobene Sorte nicht kenne. Ich bilde mir nämlich ein, bei den weißen Rosen-Sorten in meinem Garten durchaus ein Übergewicht an hellem, krautigem, herbem Duft wahrzunehmen, jedenfalls bieten sie seltener dunkle, süße, fruchtige Aspekte. Keine Ahnung, ob das Zufall ist, es erleichtert mir zumindest jetzt das willige Noten-Abnicken. Im Fortgang entspinnt sich eine Aura von duftiger Rose und aromatischer Zitrusfrucht, der Duft-Eindruck wabert hin und her. Ein Vergleich mit Elixir Solaire aus demselben Hause drängt sich auf.
Gesagt, getan - doch von Beginn an überwiegen klar die Unterschiede. Das Elixir eröffnet mit der viel frischeren, saftigeren, süßeren Frucht sowie vor allem dem weitaus sonnigeren Gemüt. Im Direktvergleich wirkt Rosa Alba dagegen zurückgenommen und distinguiert-damenhaft.
Wenn sich schließlich binnen der ersten ein, zwei Stunden das Elixir allmählich beruhigt, ließe sich womöglich feststellen, dass dort auf lange Sicht die Hesperidien-Note in der Projektion die wichtigere Rolle spielt, während die Rose sich näher der Haut hält. Bei „Rosa Alba“ nun ist es umgekehrt, vor dem Hintergrund des deutlich stilleren Gesamtbildes sind die beiden Fraktionen freilich dichter beieinander. Letztlich scheint es indes bemüht oder gar trivial, von vertauschten Vorzeichen zu sprechen; die Düfte haben außerhalb reiner Formalien praktisch kaum Parallelen. Der Titel dieses Kommentars ist also fragwürdig - wer denkt sich bloß sowas aus?
Zurück zu Rosa Alba: Erneut bin ich beeindruckt von der guten Haltbarkeit der Zitrusnote. Beinahe krautig und metallisch gibt sie sich im Verlauf, ich könnte mir einen Beitrag von Zitronenverbene vorstellen. Drittes Standbein des Duftes ist eine ordentliche Portion Blattgrün nebst würzigen Gestrüpps. Naheliegende Quelle dafür ist das angegebene Petitgrain.
Erst im Laufe des frühen Nachmittags rückt das Basis-Trio vor. Ich meine, alle drei genannten Darsteller erriechen zu können, inklusive der pilzig-likörigen Ambrette-Anmutung (das ist wieder eine dieser abseitigen Ideen, ich bitte, derlei nicht auf die Feinwaage zu legen…), die ich immer besonders originell finde. Darüber ist der Duft – ohnehin dezent gehalten – allerdings sehr, sehr still geworden.
Die strenge Art der verwendete Rose, die herbe Zitrus-Note, der recht prägnante Einsatz des Grüns – all das lässt Rosa Alba (entgegen der erklärten Absicht der Parfümeurin), bei aller Luftigkeit des Auftritts für mich zu einem eher ernsthaft-distanzierten Duft-Erlebnis werden.
Einzig der Vollständigkeit halber (von der Idee des Vergleichs haben wir uns ja längst verabschiedet) sei angefügt, dass ich Elixir Solaire eine reichliche Bitterorangen-Breite vorn sehe.
Nach weiteren fünf Minuten betritt sie endlich die Bühne – die Weiße Rose. „Weiß“ glaube ich sofort, auch wenn ich die hier konkret hervorgehobene Sorte nicht kenne. Ich bilde mir nämlich ein, bei den weißen Rosen-Sorten in meinem Garten durchaus ein Übergewicht an hellem, krautigem, herbem Duft wahrzunehmen, jedenfalls bieten sie seltener dunkle, süße, fruchtige Aspekte. Keine Ahnung, ob das Zufall ist, es erleichtert mir zumindest jetzt das willige Noten-Abnicken. Im Fortgang entspinnt sich eine Aura von duftiger Rose und aromatischer Zitrusfrucht, der Duft-Eindruck wabert hin und her. Ein Vergleich mit Elixir Solaire aus demselben Hause drängt sich auf.
Gesagt, getan - doch von Beginn an überwiegen klar die Unterschiede. Das Elixir eröffnet mit der viel frischeren, saftigeren, süßeren Frucht sowie vor allem dem weitaus sonnigeren Gemüt. Im Direktvergleich wirkt Rosa Alba dagegen zurückgenommen und distinguiert-damenhaft.
Wenn sich schließlich binnen der ersten ein, zwei Stunden das Elixir allmählich beruhigt, ließe sich womöglich feststellen, dass dort auf lange Sicht die Hesperidien-Note in der Projektion die wichtigere Rolle spielt, während die Rose sich näher der Haut hält. Bei „Rosa Alba“ nun ist es umgekehrt, vor dem Hintergrund des deutlich stilleren Gesamtbildes sind die beiden Fraktionen freilich dichter beieinander. Letztlich scheint es indes bemüht oder gar trivial, von vertauschten Vorzeichen zu sprechen; die Düfte haben außerhalb reiner Formalien praktisch kaum Parallelen. Der Titel dieses Kommentars ist also fragwürdig - wer denkt sich bloß sowas aus?
Zurück zu Rosa Alba: Erneut bin ich beeindruckt von der guten Haltbarkeit der Zitrusnote. Beinahe krautig und metallisch gibt sie sich im Verlauf, ich könnte mir einen Beitrag von Zitronenverbene vorstellen. Drittes Standbein des Duftes ist eine ordentliche Portion Blattgrün nebst würzigen Gestrüpps. Naheliegende Quelle dafür ist das angegebene Petitgrain.
Erst im Laufe des frühen Nachmittags rückt das Basis-Trio vor. Ich meine, alle drei genannten Darsteller erriechen zu können, inklusive der pilzig-likörigen Ambrette-Anmutung (das ist wieder eine dieser abseitigen Ideen, ich bitte, derlei nicht auf die Feinwaage zu legen…), die ich immer besonders originell finde. Darüber ist der Duft – ohnehin dezent gehalten – allerdings sehr, sehr still geworden.
Die strenge Art der verwendete Rose, die herbe Zitrus-Note, der recht prägnante Einsatz des Grüns – all das lässt Rosa Alba (entgegen der erklärten Absicht der Parfümeurin), bei aller Luftigkeit des Auftritts für mich zu einem eher ernsthaft-distanzierten Duft-Erlebnis werden.
Einzig der Vollständigkeit halber (von der Idee des Vergleichs haben wir uns ja längst verabschiedet) sei angefügt, dass ich Elixir Solaire eine reichliche Bitterorangen-Breite vorn sehe.
11 Antworten



Kopfnote
ägyptisches Neroli
Bergamotte
Petitgrain
pinke Grapefruit
rosa Pfeffer
Herznote
bulgarische Alba-Rose
persische Rose
ägyptischer Jasmin
marokkanische Rose
tunesische Orangenblüte
Basisnote
Bienenwachs Absolue
Ambrette
hawaiianisches Sandelholz








Mörderbiene
Bellemorte
SchatzSucher
Trollo
Irini

































