Rise von Beyoncé

Rise 2014

Mandelmaus
04.12.2020 - 19:04 Uhr
21
Top Kommentar
2
Duft
7.5
Haltbarkeit
5
Sillage
5
Flakon
Achtung, Absturzgefahr oder hier hat Frau die Hosen an
Der eher ungewöhnliche Flakon animierte mich zum Testen. Bis jetzt konnte mich noch kein Duft von Beyoncé überzeugen. Waren sie doch oft sehr süß und entsprechen nicht meinem Geschmack.
Die Duftpyramide scheint einige Überraschungen bereit zu halten. Da komme ich nicht ums Testen drumherum.

Der Duft soll die Stärke, Schönheit und das Selbstbewusstsein der Frauen widerspiegeln. Rise soll Frauen dazu ermutigen all das zu sein, was sie sein wollen. Das Herzstück des Parfüms ist wieder die Orchidee, die Lieblingsblume der Sängerin. Diese soll sogar die Königin der Orchideen sein und dem Duft eine überaus sinnliche Note verleihen. Zudem soll der Duft intimer und natürlicher als seine Vorgänger sein.

Rise beginnt gar nicht mal so schlecht. Spritzig und energiegeladen, erfrischend, fruchtig und etwas grün. Die Synthetik lässt sich verschmerzen, da gibt es eindeutig schlimmeres. Aprikose zeigt sich eher von einer sanften und unkratzigen Seite, Basilikum und Bergamotte verleihen eine interessante, grüne Frische. Gar nicht mal so schlecht.
Wenig holprig geht es in die Herznote über. Hier wirkt der Duft dann eher skinnig, süß und lieblich. Etwas cremig, angenehm blumig und feminin. Wie besagte Orchidee nun duften soll weiß ich nicht. Die Blüten wirken nicht extravagant. Nichts innovatives, aber tut niemanden weh und macht einen gepflegten und weiblichen Eindruck.

Das wars dann aber mit der feminin Seite. Ziemlich rau boxt sich Vetiver durch und zerstört plump die zarte und unaufgeregte Blütensynfonie. Eine sehr markante und männliche Facette des Duftes. Erinnert mich nun sehr an Rasierwasser und die Art von Herrenduft, wie ich ihn morgens unter keinen Umständen in der Straßenbahn wahrnehmen will. Zu holzig, würzig, möchtegern maskulin. Einfach übertrieben. Da schüttelt es mich glatt durch. Immer mehr tendiert Rise in die Richtung von Männerparfüm wie ich es so gar nicht mag. Unterschwellig blitzt immer mal wieder etwas Jasmin durch, aber das vermag den Duft nicht mehr zu retten. Selbst mein geliebter Moschus scheint den männlich-animalischen Charakter zu verstärken. So kratzbürstig, maskulin, holzig, herb und würzig bleibt es dann. Leider fühle ich mich mit diesem Parfüm gar nicht wohl. Da finde ich mich nicht wieder.

Eines muss ich Rise lassen. Selbstbewusst mutet es auf jeden Fall an. Zudem reiht es sich nicht bei den anderen zahlreichen fruchtig-süß-blumigen Stardüften ein. Ihm wohnt schon ein ganz eigener Charakter inne. Voller Elan und Individualität. Zumindest in dieser Preisklasse. Des Weiteren grenzt er sich wirklich zu seinen Vorgängern ab und schlägt eine neue Richtung an. Allerdings muss man die starke Vetivernote, die maskulin-holzigen Anklänge und diese Ahnung von Rasierwasser mögen.

Haltbarkeit und Sillage sind erstaunlich gut und bauen nur langsam ab. Mehrere Stunden bleibt der ungewöhnliche Duft präsent und wirkt nicht so künstlich wie anfangs vermutet. Ein Duft für jede Gelegenheit. Mich würde es sehr interessieren wie er sich im Sommer zeigt. Ein zweiter Test wird demnach unbedingt folgen. Wahrscheinlich wird der Duft nicht das übliche Publikum ansprechen. Also doch eher etwas für erwachsene Frauen.

Obwohl ich Rise nicht selber tragen oder kaufen würde finde ich ihn nicht schlecht, nur etwas arg speziell. Schön, dass hier zumindest das Konzept aufzugehen scheint. Meiner Meinung nach ein Duft für starke und unabhängige Frauen die gerne offensichtlich das Zepter schwingen. Fernab der ansonsten raffinierten, weiblichen Manipulation.
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