Bvlgari Black von Bvlgari
Kommentar von Antoine
Hilfreicher Kommentar    05.08.2010 10:56 Uhr
Duft 3.0
angekokelter Gummi
Ich kannte den Bulgari Black bisher nur aus den Beschreibungen hier und aus dem Parfüm-Guide von Turin/Sanchez (wo er die seltene Bestwertung von fünf Sternen und einen ungewöhnlich ausführlichen, geradezu elegischen Kommentar erhalten hat). Andere Düfte mit gummiartigen oder sonstigen synthetisch-technischen Noten kenne ich noch nicht - es gibt da ja einiges im Nischenbereich, halt nur nicht in dem Nest in dem ich wohne. Und Bulgari würde ich in die Schublade "Mainstream" einordnen, von daher habe mit einem dezenten kleinen Gummi-Kick in der Kopfnote gerechnet, der sehr rasch Platz für einen eher alltäglichen Blume-Holz-Süßkram-Akkord macht. Aber was aus dem Testflakon kommt, riecht erst mal eins zu eins wie angekokelter Autoreifen. Ich stehe nicht mehr in der Parfümerie, sondern bin plötzlich beim TÜV, und der Mann im Mechaniker-Overall hat an meinem armen Auto gerade beim Bremsentest die Reifen durchdrehen lassen.

Und ich kann mich nicht beschweren, dass die Gumminote zu schnell verfliegt. Sie hält und hält und hält. Jasmin, Hölzer, Amber und was da alles sonst noch drin sein soll - alles plattgefahren und kaum mehr erkennbar. Nach Stunden wagt sich ein Zweiglein Jasmin hervor und verschwindet gleich wieder.

Auch wenn der Duft als Unisex vermarktet wird - feminin riecht das für meine Nase gar nicht. Und mit Wohlgeruch im gewohnten Sinn hat es auch nicht viel zu tun. Ich will gar nicht ausschließen, dass Black an einzelnen Männern (vielleicht auch Frauen) ganz toll wirken kann; die Entwicklung scheint ja, wenn ich mir die Kommentare hier anschaue, sehr stark von der individuellen Hautchemie abzuhängen. Aber mir ist die Gummischicht jedenfalls entschieden zu dick aufgetragen. Daher 30 % für Originalität und Innovationsfreude, sonst nix.