
CalKubelik
5 Rezensionen

CalKubelik
9
The woods are lovely, dark and deep. But I have promises to keep...
In einem kammerspielartigen Promovideo von DIOR hält man Johnny Depp, Gesicht früherer SAUVAGE-Kampagnen, einen Teststreifen mit dem neuen Extrait-Flanker des hauseigenen Topsellers unter die Nase und ihm entfleucht ein dunkel gehauchtes „Wow!“. Naja, Marketing halt… Aber was soll ich sagen, als ich mir beim örtlichen Douglas, der das Extrait seit einigen Tagen im Regal hat (und komischerweise für einen höheren Preis verkaufen will, als DIOR selbst), den Saft auf den Teststreifen sprühte, entfleuchte mir auch ein dunkel gehauchtes „Wow!“. Da bin ich mit dem besten Jack Sparrow aller Zeiten also einer Meinung, das muss mit einem Augenzwinkern gesagt werden.
Definitiv kein Sommerduft, musste ich ihn mir dennoch (bei 33 Grad Außentemperatur) auf die Haut sprühen, um mal zu schauen, was damit so über den Tag passiert - Teststreifen verströmen ja nur die halbe Wahrheit. Und für Eröffnung und Verlauf gab es dann von mir das zweite „Wow!“. Bei den aktuellen Hitzetemperaturen hat mich der anschließende Geruchsnebel im Freien natürlich ein bisschen erschlagen, aber ab Herbst und im Winter wird SAUVAGE EXTRAIT definitiv außerordentliches Vergnügen bereiten.
Wie einige hier schon angemerkt haben: Das ist viel mehr Nische, als man von DIOR gewohnt ist (wobei ich das Elixir schon sehr für seine nischige Lavendelzuckerwatte geschätzt habe). Monsieur Kurkdjian hat hier eine ziemlich bewundernswerte Arbeit abgeliefert - eigentlich könnte das Teil, vielleicht noch um ein paar typisch „kurkdjianische“, blumige Akkorde ergänzt, auch bei seinem eigenen Label erscheinen. Das dieses Extrait völlig anders riecht, als die vorherigen SAUVAGE-Varianten, kann ich aber nicht bestätigen - für mich ist die grundlegende DNA immer noch merklich spürbar. Aber halt stark abgedunkelt. Und nein, das ist auch keine Ehe zwischen Baccarat Rouge und Sauvage, keine Angst, der Safran-Geist erscheint hier nicht.
Das Oud beispielsweise rieche ich definitiv, und zwar sofort, ab dem ersten Sprüher. Auf so einen wahrnehmbaren Akkord im Duftprolog zu setzen, ist schon ein bissel mutig für eine Designermarke, aber es ist ja allgemein zu beobachten, das viele Mainstream-Labels zumindest mit einigen Flankern den Nischenweg ausprobieren, sprich: mutiger werden. Und einen „sweet spot“ zu finden zwischen spürbarer Animalik und einer dennoch tragbaren bzw. ansatzweise massentauglichen, reproduzierbaren Olfaktorik, ist auch gar nicht so einfach. DIOR bzw. Francis Kurkdjian ist es hier definitiv gelungen, denn auf diese ausbalancierte Form oudiger und hölzerner Dunkelheit, die das Extrait zelebriert, kann man sich, glaube ich, ohne größere Probleme einigen. Ja, das ist definitiv kein Duft für Leute, die totales Understatement und Minimalistik lieben und vor jeder Form von starker Prägnanz und Wahrnehmbarkeit Reißaus nehmen. Man muss schon gerochen werden wollen! Das Extrait von SAUVAGE mit seinen knapp unter 50% Ölanteil könnte in dem Sinne auch so etwas wie ein „Joint-Venture“ zwischen DIOR, Maison FK und/oder Amouage sein.
Die in der Kopfnote genannte Bergamotte erduftet man ganz am Anfang übrigens auch, aber das ist kein Frischeduft; sie versinkt schon nach 10-20 Minuten in der Dunkelheit und lässt nur noch einen kleinen, glitzernden Schatten übrig. Der Drydown gehört voll den Hölzern, dem Vetiver und dem Patchouli - immer noch unerlässlich umrahmt von einem leicht süßlichen und für mich überaus angenehmen Oud-Gerüst. Und bei gerade mal drei Testsprühern hatte ich das Ding am Abend immer noch deutlich an mir gerochen - in Sachen Haltbarkeit und (mindestens was die ersten 4-6 Stunden betrifft:) Sillage muss man hier also keinerlei Abstriche machen.
Ob SAUVAGE Extrait ein allgemeiner Komplimentenmagnet bei der Damenwelt wird, wie ja über frühere Varianten gern kolportiert wurde, weiß ich nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser schon sehr, sehr männliche, schwarze Pirat durchaus zwiespältige Reaktionen hervorruft. Für mich selbst kann ich ihn mir aber sehr gut vorstellen, denn ich habe meinen Ganztagestest sehr genossen (und ich würde diesen Juice dann auch definitiv nicht übersprühen, wie ich es sonst im Allgemeinen mache).
Der Flakon ist superschick, Sprüher sehr gut, Farbgebung toll. Preis-/Leistung eigentlich prima, wenn man bedenkt, was man in Kombination aus Duft, Haltbarkeit, Sillage und Präsentation geboten bekommt. Wenn auf dem hübschen, innen (!) schwarzblau-gefärbten Glasflakon das Label der einen oder anderen exklusiven Nischenmarke prangen würde, wäre das Teil garantiert 50 bis 100 Euro teurer. Ich setze ihn mal auf die „Ja, könnte ich mir durchaus holen, wenn der Sommer rum ist“-Liste.
Disclaimer: Das ist das Ergebnis eines einmaligen, ganztägigen Papier- und Hauttragetests. Eine Daueranwendung kann ich noch nicht bewerten.
Definitiv kein Sommerduft, musste ich ihn mir dennoch (bei 33 Grad Außentemperatur) auf die Haut sprühen, um mal zu schauen, was damit so über den Tag passiert - Teststreifen verströmen ja nur die halbe Wahrheit. Und für Eröffnung und Verlauf gab es dann von mir das zweite „Wow!“. Bei den aktuellen Hitzetemperaturen hat mich der anschließende Geruchsnebel im Freien natürlich ein bisschen erschlagen, aber ab Herbst und im Winter wird SAUVAGE EXTRAIT definitiv außerordentliches Vergnügen bereiten.
Wie einige hier schon angemerkt haben: Das ist viel mehr Nische, als man von DIOR gewohnt ist (wobei ich das Elixir schon sehr für seine nischige Lavendelzuckerwatte geschätzt habe). Monsieur Kurkdjian hat hier eine ziemlich bewundernswerte Arbeit abgeliefert - eigentlich könnte das Teil, vielleicht noch um ein paar typisch „kurkdjianische“, blumige Akkorde ergänzt, auch bei seinem eigenen Label erscheinen. Das dieses Extrait völlig anders riecht, als die vorherigen SAUVAGE-Varianten, kann ich aber nicht bestätigen - für mich ist die grundlegende DNA immer noch merklich spürbar. Aber halt stark abgedunkelt. Und nein, das ist auch keine Ehe zwischen Baccarat Rouge und Sauvage, keine Angst, der Safran-Geist erscheint hier nicht.
Das Oud beispielsweise rieche ich definitiv, und zwar sofort, ab dem ersten Sprüher. Auf so einen wahrnehmbaren Akkord im Duftprolog zu setzen, ist schon ein bissel mutig für eine Designermarke, aber es ist ja allgemein zu beobachten, das viele Mainstream-Labels zumindest mit einigen Flankern den Nischenweg ausprobieren, sprich: mutiger werden. Und einen „sweet spot“ zu finden zwischen spürbarer Animalik und einer dennoch tragbaren bzw. ansatzweise massentauglichen, reproduzierbaren Olfaktorik, ist auch gar nicht so einfach. DIOR bzw. Francis Kurkdjian ist es hier definitiv gelungen, denn auf diese ausbalancierte Form oudiger und hölzerner Dunkelheit, die das Extrait zelebriert, kann man sich, glaube ich, ohne größere Probleme einigen. Ja, das ist definitiv kein Duft für Leute, die totales Understatement und Minimalistik lieben und vor jeder Form von starker Prägnanz und Wahrnehmbarkeit Reißaus nehmen. Man muss schon gerochen werden wollen! Das Extrait von SAUVAGE mit seinen knapp unter 50% Ölanteil könnte in dem Sinne auch so etwas wie ein „Joint-Venture“ zwischen DIOR, Maison FK und/oder Amouage sein.
Die in der Kopfnote genannte Bergamotte erduftet man ganz am Anfang übrigens auch, aber das ist kein Frischeduft; sie versinkt schon nach 10-20 Minuten in der Dunkelheit und lässt nur noch einen kleinen, glitzernden Schatten übrig. Der Drydown gehört voll den Hölzern, dem Vetiver und dem Patchouli - immer noch unerlässlich umrahmt von einem leicht süßlichen und für mich überaus angenehmen Oud-Gerüst. Und bei gerade mal drei Testsprühern hatte ich das Ding am Abend immer noch deutlich an mir gerochen - in Sachen Haltbarkeit und (mindestens was die ersten 4-6 Stunden betrifft:) Sillage muss man hier also keinerlei Abstriche machen.
Ob SAUVAGE Extrait ein allgemeiner Komplimentenmagnet bei der Damenwelt wird, wie ja über frühere Varianten gern kolportiert wurde, weiß ich nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser schon sehr, sehr männliche, schwarze Pirat durchaus zwiespältige Reaktionen hervorruft. Für mich selbst kann ich ihn mir aber sehr gut vorstellen, denn ich habe meinen Ganztagestest sehr genossen (und ich würde diesen Juice dann auch definitiv nicht übersprühen, wie ich es sonst im Allgemeinen mache).
Der Flakon ist superschick, Sprüher sehr gut, Farbgebung toll. Preis-/Leistung eigentlich prima, wenn man bedenkt, was man in Kombination aus Duft, Haltbarkeit, Sillage und Präsentation geboten bekommt. Wenn auf dem hübschen, innen (!) schwarzblau-gefärbten Glasflakon das Label der einen oder anderen exklusiven Nischenmarke prangen würde, wäre das Teil garantiert 50 bis 100 Euro teurer. Ich setze ihn mal auf die „Ja, könnte ich mir durchaus holen, wenn der Sommer rum ist“-Liste.
Disclaimer: Das ist das Ergebnis eines einmaligen, ganztägigen Papier- und Hauttragetests. Eine Daueranwendung kann ich noch nicht bewerten.
Aktualisiert am 12.08.2026 - 08:45 Uhr
3 Antworten



Ambroxan
kalabrische Bergamotte
provenzalischer Lavendel
vietnamesisches Oud
Atlaszeder
madagassisches Vetiver
indonesisches Patchouli
Virginiazedernholz








DavidB
44muc
Milanscent
Rafael1975
REALiZE





































