Tam Dao 2003 Eau de Toilette

Tam Dao (Eau de Toilette) von Diptyque
Flakondesign Servaire&Co
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7.4 / 10 466 Bewertungen
Ein Parfum von Diptyque für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2003. Der Duft ist holzig-würzig. Es wird von Manzanita Capital vermarktet.
Aussprache
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Duftrichtung

Holzig
Würzig
Grün
Frisch
Pudrig

Duftnoten

Mysore-SandelholzMysore-Sandelholz ZederZeder MyrteMyrte ZypresseZypresse

Parfümeur

Bewertungen
Duft
7.4466 Bewertungen
Haltbarkeit
6.4365 Bewertungen
Sillage
5.8357 Bewertungen
Flakon
7.8345 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
6.3127 Bewertungen
Eingetragen von DirkDS, letzte Aktualisierung am 23.05.2024.

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Rezensionen

19 ausführliche Duftbeschreibungen
9
Duft
Stulle

24 Rezensionen
Stulle
Stulle
Top Rezension 57  
Zeitreise
In den ausklingenden Achtziger Jahren waren Keramik-Duftlämpchen sehr in Mode. Unten stellte man ein Teelicht rein, oben wurde etwas Wasser zum Verdampfen in eine Schale gefüllt und dann gab man ein paar Tropfen Duftöl dazu. Ich erinnere mich eigentlich nur noch an Ylang-Ylang, das eine betäubend schwere, aber wahnsinnig faszinierende und erotische Atmosphäre schuf.

Nun habe ich TAM DAO zum ersten Mal gerochen und es hat mich ungebremst in diese Epoche zurückgeschleudert - Sandelholz war natürlich der populärste Duft für diese Lämpchen! Mögen die Zeitgenossen mich korrigieren, aber ich glaube, 90 Prozent aller jungen Damen hatten so ein Ding in ihren Gemächern stehen. Kein Besuch bei den verehrten/begehrten Geschöpfen, ohne dass ein Teelicht flackerte und gelegentlich im Eifer der, äh, Diskussionen völlig vergessen wurde, nach dem Verlöschen ein neues anzuzünden.

Es liegt auch durchaus im Bereich des Möglichen, dass eine nicht unbeträchtliche Anzahl unserer jüngeren Parfumos zu ebendiesem Duft gezeugt wurde. Vielleicht könnten die Sandelholzkinder für mich ja einfach mal ganz unverbindlich diese fast nebensächliche Information aus ihren Eltern herausbekommen…

Aber nicht alles war so romantisch zu dieser Zeit. Ich hatte einen Kollegen, mit dem ich zeitgleich nach dem Abitur eine Lehre anfing. Sympathie auf den ersten Blick, und M. war ein lustiger, gleichzeitig aber auch in sich ruhender Mensch, mit dem man überhaupt nicht in die Nähe eines Streites kam. Nächtelange Diskussionen über Gott und die Welt, wie sie halt in diesem Alter Standard sind.

Da just am Übergang in die Neunziger Jahre der Siegeszug des Personal Computers anfing und M. von Hause aus nicht ganz unbegütert war, hatte er natürlich so eine Kiste in der Wohnung stehen (wow, er hatte eine eigene Wohnung, während alle gleichaltrigen Freunde noch bei den Eltern hausen mussten!). So verbrachten wir dann viele Tage und Nächte mit dem damals nagelneuen Spiel MONKEY ISLAND! Mit dem obsessiven Potential, das wir beide hatten, gingen Wochen ins Land, bevor wir das Game durchgespielt hatten (es gab noch keine Tutorials online abzurufen). Und im Hintergrund, ohne Unterlass, die ewig köchelnde Duftlampe mit - Sandelholzöl!

Wie das Leben dann so ist, trennten sich unsere Wege. Ich hatte meine Pläne, und M. dümpelte so ein bisschen in einen „anständigen“ Job hinein. Lebensinhalt war das nicht, aber gutes Geld, und so konnte er dann jedes Wochenende ein bisschen zuviel trinkend über die Dörfer und durch die (Klein-)Städte ziehen und es krachen lassen. Gelegentlich und mit wachsender Frequenz dann auch werktags und vormittags.
Irgendwann sah man sich nicht mehr, aber ich hörte sehr viel später, dass er zuviel mit seltsamen Leuten unterwegs gewesen war. Noch mehr, viel mehr Alkohol und reichlich Drogen; seine Psyche hat das alles nur bis zu einem bestimmten Punkt mitgemacht, und irgendwann konnte er nicht mehr. Und dann wollte er nicht mehr.

*

Man sagt, dass jemand noch solange existiere, wie ein Mensch an ihn denkt. Das mache ich, und ich lege einen imaginären Stein auf Dein Grab, das ich nie sah, lieber M.

*

TAM DAO ist genau dieser tiefe und warme Sandelholzgeruch, der mich an die intensive Zeit jener Freundschaft, des Erwachsenwerdens, der existenziellen Fragen, des Zweifelns und Vermutens, der ungebremsten Neugierde, der ungewissen, aufregenden Zukunft und auch noch an eine andere, sehr lange und sehr intensive Liebesgeschichte erinnert.
Das Parfüm hat einen leichten, zypressigen und holzigen Klang und bleibt an mir relativ unsüß. Nichts lenkt ab, alles passt und hat Sinn, mir erscheint es strukturiert und transparent. So wie man beim Rückblick in die Vergangenheit plötzlich klar den Weg erkennen kann, den man bis heute gegangen ist.

Ich wusste bis jetzt nicht mal, dass mir Sandelholz dermaßen gut gefallen kann und habe auch keinen Duft dieser Ausrichtung dermaßen emotional und ergreifend erlebt. Wat nu? 10 Punkte für die Zeitreise, 8,5 Punkte schonmal für den Duft - eine Abfüllung muss her, um dieser Faszination noch weiter nachzuspüren.

Auf die alten Zeiten!
24 Antworten
8
Sillage
8
Haltbarkeit
10
Duft
MisterShaver

16 Rezensionen
MisterShaver
MisterShaver
Top Rezension 21  
Was ist das denn für ein Duft ....
... fragt die nette Bedienung im Resturant. Ich hatte Tam Dao als Probe beim Kauf in der Tasche drin und es vollkommen arglos aufgelegt. Es hat an diesem Abend für lange Gespräche gesorgt.
Nun kann ich feststellen, es ist leicht holzig, es hat etwas cremiges und vielleicht kommt deshalb die Assotiation zur Vanille daher. Die Rose ist wohl eher im Hintergrund, aber Amber und Moschus sind ebenfalls wahrnehmbar. Und das alles schön der Reihe nach. Was aber von Anfang bleibt ist bei mir die Cremigkeit.
Der Gedanke an eine Waldlichtung ist irgendwie da, aber ebenfalls präsent ist das Bild von dunklen Hölzern. Alle Mal ist es ein Duft der sehr gut in eine gediegene Bar mit feinem Gin passt. Dazu spielt eine Jazzband leichte Abendmusik und durch die geöffneten Balkontüren weht eine leichte Brise, duftend nach frischem Regen auf trockenem Waldboden. Eben so ein lauer Herbstabend wenn der Sommer noch so lange in den Oktober hereinragt. Im Raum ist das sanfte rascheln der Kleider von den Damen zu hören, eine Zigarre wird angezündet, einige Eiswürfel klirren im Glas, andere Düfte bahnen sich ab und an den Weg durch den Raum oder ziehen mit ihren Trägern vorüber ....
Perfekt! Und ich fühle mich von meinem Tam Dao Duft geborgen und wohlig umhüllt. Zurücklehnen, genießen. Langsam geht die Sonne hinter dem Horizont als glutroter Ball unter ... Mehr braucht es nicht.
1 Antwort
9
Flakon
8
Sillage
10
Haltbarkeit
10
Duft
Valrahmeh

24 Rezensionen
Valrahmeh
Valrahmeh
Top Rezension 17  
Teak nach dem Regen
Als ich Tam Dao das erste Mal roch, katapultierte mich der Duft zurück nach Birma. Wir besichtigten die alte Tempelstadt Bagan, und am Abend bekam jeder ein kleines Holzhaus für sich, das auf Stelzen gebaut war. Im Inneren stand ein wunderbares Teak-Himmelbetten mit weißen, langen Leinenvorhängen. Es war warm, von draußen wehte ein leichter Abendwind durch die offene Tür, ich ging barfuß auf den weichen, warmen Holzdielen - und der ganze Raum roch nach trockenem Tropenholz. Es war beruhigend, sehr still, sauber - nur glattes Holz und raues Leinen. Das ist für mich Tam Dao, ich liebe es.
6 Antworten
7.5
Flakon
5
Sillage
5
Haltbarkeit
9
Duft
loewenherz

884 Rezensionen
loewenherz
loewenherz
Top Rezension 16  
Over hill and under tree
Tam Dao ist der Name eines Hochplateaus sowie eines innerhalb dieses Plateaus gelegenen Ortes im hügeligen Norden Vietnams. 'Tam Dao' bedeutet auf vietnamesisch 'drei Inseln' und beschreibt damit die Berge Thien Thi, Thach Ban und Phu Nghia, deren Gipfel oft wie Inseln auf der darunter liegenden Wolkendecke zu liegen scheinen. Das Hochplateau war bereits zu Zeiten der französischen Kolonialherrschaft eine beliebte Sommerfrische. Wer konnte, zog sich schon damals in der Regenzeit aus Hanoi in die Ruhe und Kühle der höher gelegenen Wälder zurück - 'over hill and under tree', wie Billy Boyd (der in 'Der Herr der Ringe' den Peregrin spielte) im Abspann von 'Der Hobbit' - der (chronologisch) ersten Hälfte von Peter Jacksons Mittelerde-Hexalogie - die eben vollendete Reise des Bilbo Beutlin besingt.

Es sind eben diese Ruhe und sanfte Kühle 'über Hügeln und unter Bäumen' die kennzeichnenden Attribute von Diptyques Tam Dao, dem Hochplateau im Norden Vietnams gewidmet und ein Holzduft mit Haut und Haar. Puristisch erscheint er einerseits - Hölzer bestimmen seine Kopf-, Herz- und auch Basisnote (die anderen Ingredienzen erscheinen den Hölzern kaum mehr als beigestellt) - und andererseits doch ungewöhnlich, denn es sind ausschließlich hell arrangierte Hölzer, die sein Wesen prägen - zarte, trockenhelle Hölzer mit nur einer Andeutung und Ahnung von Baumarkt und evangelischem Gemeindezentrum. Außergewöhnlich ist das Fehlen bitterer und harziger Akkorde; stattdessen offenbart er eine gebrochen herbe Süße - trocken wie krümeliger Kuchenrand, jedoch zu unzuckrig, um Gourmand zu sein. Ausdauer und Sillage sind - wie bei den meisten Düfte von Diptyque - von höchstens mittelstarker Ausprägung, was zum Charakter dieses ruhigen, sanften, wunderschönen Duftes passt.

Fazit: über Hügel und unter Bäumen - jenseits von Tropenhitze und über den Wolken ist dies ein herrlich kühlwarmer Duft, der den Hölzern eine fast meditative Komponente zu entlocken weiß - und unter den Holzdüften der Gegenwart einer der schönsten.
1 Antwort
5
Sillage
7
Haltbarkeit
8.5
Duft
Terra

646 Rezensionen
Terra
Terra
Top Rezension 0  
Ungewöhnlich frisch-trockenes, feinstes Sandelholz
Spätestens seit meinem Test von "XJ Oud - Java Blossom" wünsche ich mir immer mal wieder einen Duft mit einer ähnlich schönen Sandelholznote, der vielleicht etwas finanzierbarer und besser erhältlich ist. Und siehe da... als ich ein Probenpaket schnürte, fiel mir Tam Dao in die Hände, den ich schon vor Ewigkeiten einmal getestet habe. Damals mochte ich ihn nicht, doch vielleicht bringt ein erneuter Test mehr Klarheit.

Tam Dao überzeugt tatsächlich mit einer wunderschönen und sehr natürlichen Sandelholznote. Cremig und ein wenig rau, wie eine sandfarbene Peelingcreme. Für mich kommt relativ dominant die Zypresse hinzu, sie verleiht dem Duft Struktur und eine leichte, ätherische Frische, drängt mir aber auch unweigerlich Erinnerungen an Düfte wie Encre Noire auf. Zeder verhindert weiterhin, dass das Sandelholz zu kuschlig wird, gibt etwas Härte, macht alles aber auch recht trocken und nimmt zusammen mit der Zypresse viel Geschmeidigkeit und Cremigkeit des Sandelholzes.

Die Entwicklung ist ziemlich linear und der Duft bleibt für mich in diesem Dreiklang bestehen. Im Endergebnis ein relativ frischer und trockener Sandelholzduft, der zwar mit Kontrasten spielt, aber sehr rund wirkt.

Eigentlich hat Diptyque hier alles richtig gemacht, Tam Dao wirkt nahezu perfekt. Doch mir gefällt scheinbar weicheres, geschmeidigeres Sandelholz besser, welches eher mit Oud kontrastiert wird, um es abzudunkeln, herber zu machen, ohne ihm die Geschmeidigkeit zu nehmen.
5 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

89 kurze Meinungen zum Parfum
FloydFloyd vor 3 Jahren
7
Flakon
5
Sillage
8
Haltbarkeit
5
Duft
Tam Dao
Meine Bastelmappe
Flüssigkleber
Feuchte Pappe
Etwas platt gepresste Myrte
Die gern heller leuchten würde
Holzgeruch aus der Retorte
22 Antworten
GandixGandix vor 3 Jahren
6
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
7.5
Duft
Zunächst riecht das Sandelholz
Irgendwie nussig u.nach Feige
Zypresse u.Myrte bringen
Eine dezent ätherische,
Leicht krautige Frische"
17 Antworten
Flowerbomb4Flowerbomb4 vor 4 Monaten
10
Flakon
5
Sillage
6
Haltbarkeit
9
Duft
Pudriges Sandelholz, feuchter Nadelwald und grün-würzige Noten gekonnt kombiniert. Hat was meditatives.
Sehr zart, gepflegt und angenehm.
14 Antworten
SetaSeta vor 3 Jahren
7
Sillage
8
Haltbarkeit
6.5
Duft
Fettiges KunstSandelHolz trifft auf spitzes WeihrauchKunstZedernHolz. Dazu später etwas Amber. Mehr passiert nicht. Linear, uninspiriert.
12 Antworten
LicoriceLicorice vor 3 Jahren
7
Duft
Grünkrautig eingefärbte

Sandelzeder - Schmelze

Kantiger Cousin des EDPs

Cousin EDP bevorzugt ;)
15 Antworten
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So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

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