Vanderbilt

Eau de Toilette (1982)
Vanderbilt (Eau de Toilette) von Gloria Vanderbilt
Flakondesign: Bernard Kotyuk, Lalique
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Vanderbilt (Eau de Toilette) (Gloria Vanderbilt)
6.5 / 10     200 BewertungenBewertungenBewertungen
Vanderbilt (Eau de Toilette) ist ein Parfum von Gloria Vanderbilt für Damen und erschien im Jahr 1982. Der Duft ist blumig-pudrig. Es wird noch produziert.

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Parfümeur

Sophia Grojsman

Duftnoten

Kopfnote KopfnoteAldehyde, Ananas, Bergamotte, grüne Noten, Lavendel, Orangenblüte
Herznote HerznoteGartennelke, Iriswurzel, Jasmin, Rose, Tuberose, Ylang-Ylang
Basisnote BasisnoteMoschus, Opoponax, Sandelholz, Vanille, Vetiver, Zibet, Zimt

Bewertungen

Duft

6.5 (200 Bewertungen)

Haltbarkeit

7.7 (138 Bewertungen)

Sillage

7.1 (133 Bewertungen)

Flakon

6.0 (146 Bewertungen)
Eingetragen von DonVanVliet, letzte Aktualisierung am 24.04.2017
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Kommentare

Flakon 8.0/10
Sillage 7.0/10
Haltbarkeit 6.0/10
Duft 9.0/10
Sehr hilfreicher Kommentar    8 Auszeichnungen
Der Signaturduft von Jackie Tyler
Kennt zufällig jemand die BBC SiFi-Serie "Dr. Who"? Einem Zeitreisenden - ein Timelord - mit einer TARDIS (Time And Relative Dimension(s) In Space - eine Zeitmaschine, getarnt als englische Polizei-Notrufzelle aus den 1950er Jahren). Blau und von innen grösser als von aussen. *gg* Der Doktor hat wechselnde Begleiterinnen, u.a. Rose Tyler, deren Mutter Jackie Tyler ist. Eines haben fast alle Begleiterinnen gemeinsam: Sie kommen meist aus der eher ärmeren Schicht. Mutter und Tochter Tyler merkt man dieses auch an. Billig-modisch gekleidet, schlecht blondierte Haare, laut und direkt - aber mit dem Herz am rechten Fleck. Auch wenn zuwenig Geld da ist, Jackie gibt gerne Parties für ihre Freundinnen und macht das Beste aus ihrem Leben. Eigentlich bewundernswert. Denn Jackie hatte es nie leicht: Sie verlor ihren Mann in jungen Jahren durch einen Unfall, als Rose noch ein Baby war. Seitdem schlägt sie sich mehr schlecht als recht durchs Leben. So erklärt sie einmal geduldig und liebevoll ihrer Tochter, als diese das trostlose Leben in Londons Sozialviertel satt hat und nicht mehr als ungelernte Kraft im Kaufhaus arbeiten möchte: "Das habe ich auch schon mal gemacht. Na und, das ist doch nichts schlimmes". Aber auch sie verzweifeIt manchmaI. "Ich habe nichts aus meinem Leben gemacht. Ich wohne noch immer in der gleichen Wohnung." erklärte sie ihrem Mann, als sie ihn 20 Jahre später wieder traf, als er aus dem Paralelluniversum in die bestehende Welt kam. Aber gut, lassen wir das, sonst wirds zu nerdig. *gg*

Jackie würde Vanderbilt gefallen, da bin ich mir sicher. Wer weiss, vllt. trug sie ihn sogar. Er ist mehr als bezahlbar und würde ein wenig Glanz in ihr tristes Dasein in dem Sozialbau-Ghetto bringen. Bevor ich nun virtuelle Haue kassiere - NEIN, ich habe nicht vor, den Duft zu verreissen. Ganz im Gegenteil. Ich muss nur immer an Jackie denken, wenn ich Vanderbilt trage. Er ist halt wie Jackie: Ein wenig laut, sehr viel 80er/90er (so wie die Damen Tyler auch) - aber auch unvergleichlich warmherzig und liebenswürdig. Und genau das ist doch nun wirklich nicht das schlechteste, was man über einen Duft sagen kann....

Vanderbilt stammt aus einer anderen Zeit. Einer Zeit, als Parfums noch keine süßen, weichgespülten Obstwässerchen waren. Oder nach Pralinen, Schokolade und Karamell rochen. Nach Seife, Waschpulver und Weichspüler dufteten. Oder nach Bodylotion und Creme. Halt sauber und unauffällig. Nein, Vanderbilt ist ein Meer aus Blumen und noch viel mehr. Oppulent, jedoch inzwischen gezähmt. Er ist leichter als noch zu Beginn der 90er Jahre, als ich ihn kennenlernte, geworden. Er war der damalige Signaturduft meiner Freundin - überhaupt roch man ihn damals sehr oft.

Vanderbilt ist auch heute noch ein schöner Duft, der das Verramschen eigentlich nicht verdient. Vllt. nicht gerade das richtige für heisse Hochsommertage, aber ansonsten geht er eigentlich immer. Extrem fallen mir hier Ylang-Ylang und Tuberose auf, sowie würzig-kühler Lavendel und seifige Aldehyde im Auftakt. Orangenblüte macht den Duft schön sonnig, etwas Iris angenehm pudrig, ohne mir Kopfschmerzen zu verursachen. Zibet ist zwar noch gelistet, aber ich bin mir nicht sicher, inwieweit heute noch welches drin ist. Animalisch ist der Duft jedenfalls nicht in der Basis. Sondern gemütlich einlullend und weich, ein vertrauter Duft nach Vanille, warmen Amber/Moschus und einem Hauch Gewürze, bei dem man sich geborgen und wohl fühlt. So wie bei Oma in der Küche - oder bei Jackie...

Die Haltbarkeit ist okay, rund 4 Std. hält er auf der Haut, auf der Kleidung kann man ihn sogar noch am nächsten Tag gut wahrnehmen.
9 Antworten
Flakon 5.0/10
Sillage 8.0/10
Haltbarkeit 8.0/10
Duft 8.0/10
1 Auszeichnung
Schwanenzauber meiner Mutter
Dieser Flakon gehört zur kleinen Sammlung meiner Mutter und auch nur zu ihr passt er.
Vanderbilt ist für mich eine wahre Duftexplosion und wirkt wild und edel zugleich.
Daher unterstreicht er wunderbar den südländischen Typ meiner Mutter, die mit schwarzem Haar und dunkler Haut eher aus dem südlichen Mittelmeerraum zu kommen scheint.
Für mich, als eher nordische Kühle mit weißer Haut und blondem Haar passt er einfach nicht.

Für mich ist der Duft daher ein wahres Juwel aus dem günstigeren Drogeriemarkt
und macht aufgesprüht an der richtigen Frau, diese zu einem wahren Schwan.
5 Antworten
Flakon 4.0/10
Sillage 6.0/10
Haltbarkeit 7.0/10
Duft 8.0/10
Hilfreicher Kommentar    8 Auszeichnungen
Die Gnade der späten Duftleidenschaft . . .
Ist mir hier zuteil geworden, denn ich habe die Urversion nicht gekannt. In den 80er Jahren hatte ich wenig Geld für jeglichen Luxus und war auch nicht wirklich duftaffin. Mein Interesse an Düften hat sich erst in den letzten Jahren entwickelt und was mir hier entgangen sein mag, ist wohl müßig ergründen zu wollen.
Die jetzige Version von Vanderbilt kam in Form eines Tauschpröbchens zu mir, wurde kurz getupft und hier recherchiert. Lange Rede kurzer Sinn. . . . ich habe mich schwer gebückt und die 15 ml Version im DMchen erworben. Der Duft ist im Gesamteindruck nach kurzem fruchtigen Auftakt vorallem pudrig mit einer würzig- leicht-kratzig-animalisch-seifigen Note.
Es ist sicher einfacher ihn zu mögen ohne den Vergleich (es gibt schließlich auch keinen andere Kaptain als Kirk) und wohl auch das Alter spielt eine Rolle. Ob er nun klassisch oder altmodisch wirkt, liegt im Auge des Betrachters, bzw. in der Nase des Riechenden. Ich jedenfalls finde ihn klasse.
6 Antworten
Flakon 5.0/10
Sillage 5.0/10
Haltbarkeit 7.5/10
Duft 6.0/10
Erstklassiger Kommentar    27 Auszeichnungen
Die kleine Gloria möchte aus dem Kinderparadies abgeholt werden!
Ich bin ein großer Fan der Drogeriemarktkette dm. Ich finde die Ladengeschäfte freundlich und angenehm und die Leute, die dort arbeiten, fast immer nett - und selbst alltägliche Besorgungen wie Papiertaschentücher und Waschpulver bekommen bei dm etwas von 'Hey, ich kauf' mir was!'. Eine Stadt, in der es keinen dm-Markt gibt, wäre meine Stadt nimmermehr.

Parfum - auch das sei zugegeben - kaufe ich dort nicht. Man kommt auf dem Weg zu Papiertaschentüchern und Waschpulver aber bei den Parfums vorbei, und hier sah ich neulich drei Mädchen (sechzehn? vielleicht jünger), die sich mit Begeisterung durch die Fläschchen testeten. 'Ihr riecht doch jetzt eh nichts mehr bei dem ganzen Durcheinandersprühen in die Luft' dachte ich mir einerseits - und fand es andererseits spannend zu beobachten, wie da die nächste Generation an Perfumistas heranwächst. Dass der Duftgeschmack sich in unseren Lebensphasen (teilweise erheblich) ändert, ist kein Geheimnis. Süßliche Pfirsich- und Beerennoten standen bei den dreien hoch im Kurs, und 'Oh, der ist aber schön fruchtig-frisch!' war das höchstmögliche Lob. Promidüften hingegen stand man eher kritisch gegenüber, weil 'Rihanna ja auch ein ganz anderer Typ ist als ich...'

Ganz unten im Regal stehen die Old Classics, mutmaßlich bis zur Unkenntlichkeit reformuliert alle miteinander, darunter neben Tosca und Gabriela Sabatini auch Gloria Vanderbilts berühmter Schwanenduft. 'Puh, der geht echt gar nicht - riecht doch mal!' war das vernichtende Urteil der drei, ehe sie schließlich zu Lidschatten und Erdbeerbadezusatz weiterzogen. (Ist das nicht herrlich? So viel Spaß - alles bei dm!) Ich bin dann verstohlen an das Regal getreten und habe - erstmalig nach Jahrzehnten - auf einem Kosmetiktuch eine Nase Vanderbilt genommen. Und weil ich ja nun weiß, dass die Kopfnote nur ein ganz kleiner Teil des Duftes ist, habe ich das Tüchlein (in der Tüte, nicht der Manteltasche - Anfängerfehler!) sogar mitgenommen und später zuhause noch mal dran gerochen.

Damals in den 80ern war Vanderbilt - auf seine Art - ein Großer. Der mattzarte Flakon mit dem Schwanenrelief, darin ein (gar nicht so zarter) Schwanenduft - basierend auf dem Dreiklang aus Aldehyd / blumig-pudrig / animalisch - strahlt(e) Gediegenheit und weibliche Unaufgeregtheit aus - wie die Föhnwelle von Linda Evans, eine halbe Stunde lang geduldig über eine Rundbürste gezwungen. Damals wie heute war und ist er kein Duft für Mädchen, sondern einer für Frauen, wenngleich er weder alt ist, noch altbacken, sondern einfach nur 'erwachsen'. Da ich in den 80ern keine Frau war, sondern ein Schuljunge, erinnere ich mich zugegebenermaßen nur kaum an seine Originalversion. Freundlich davon ausgehend, dass man ihn seines Charakters nicht völlig beraubt hat, sondern er im Zuge seiner Reformulierung 'nur' an Komplexität und Ausdauer verlor, muss der ursprüngliche Vanderbilt ein schöner Duft gewesen sein. Sein standfestes Wesen hat er noch, wenngleich ich stark bezweifle, dass er unter den nachwachsenden Parfumliebhaberinnen neue Fans zu finden in der Lage sein wird. Und die alten - wollen die eine zweitklassige Kopie aus dem unteren Regal bei dm?

Fazit: relauncht ihn! Sucht die alte Formulierung und dann raus aus dem billigen Flakon und rein in hochwertiges Glas mit hochwertigem Metalldeckel! Raus aus dem Kinderparadies, raus aus der Nachbarschaft der Erdbeer-Pfirsich-Barbie-Düfte bei dm (so schön es da sonst auch ist), zurück in die Kaufhäuser und die Parfümerien (und das dortige Preisniveau) - und nur dahin! Dann kann der wieder was!
14 Antworten
Flakon 7.5/10
Sillage 7.5/10
Haltbarkeit 10.0/10
Duft 8.0/10
Erstklassiger Kommentar    16 Auszeichnungen
nicht mehr der alte, aber...
..trotzdem muss ich jetzt einmal eine Lanze brechen für den heutigen Schwan:
Auch ich liebte ihn Ende der 80er Jahre heiss und innig, bin dann aber irgendwie "rausgewachsen" und es traten neue Duftlieblinge in mein Leben.
Heute habe ich ihn bei dm mal wieder gesehen und getestet, und ja, natürlich ist er nicht mehr wie der alte aus den 80ern, aber gegen die ganzen anderen "modernen" Drogeriedüfte, die dort neben ihm aufgereiht sind, ist er immer noch viel, viel besser, er hat auch heute noch eine Klasse, mit der die ganzen Esprits, La Rives und wie sie alle heißen, lang nicht mithalten können.
Die Kopfnote ist sehr verfremdet zur Urversion, aber nach ca 1 Stunde tragen kommt dann doch noch die sanfte, blumig vanillige Herznote des alten Vanderbilt hervor, und schafft es, mich wieder zurück zu versetzen in die Zeit, als er mein täglicher Begleiter war.
Und wer diesen Duft gerne neu kennenlernen möchte, nur zu, gerade dann ist er auch heute noch empfehlenswert, wenn man ihn nicht ständig mit der Urversion vergleicht, sondern einfach neu entdecken kann: er ist kein Wummser und keine 0815 Süßplörre, sondern ein sanfter Begleiter für den ganzen Tag und auch Abend, der einen einhüllt, tröstet, sich gut fühlen lässt mit seiner warmen, nie aufdringlichen Begleitung, und das zu einem wirklich guten Preis. Er hält recht lange, bei mir 6-8 Stunden und klingt schön aus mit warmer Vanille und Gewürzen.
Gerade für die kalte Jahreszeit ist er ein sehr angenehmer Begleiter.
6 Antworten
Flakon 10.0/10
Sillage 10.0/10
Haltbarkeit 10.0/10
Duft 5.0/10
Hilfreicher Kommentar    4 Auszeichnungen
Der Traum vom Denver-Clan - doch die Zeiten ändern sich.
Vanderbilt war zu meiner Jugendzeit mein unerfüllbarer Traum - die Verheißung des Luxus, wie man es mittwoch für mittwoch im Denver-Clan sah. Warum, weiß ich nicht, aber irgendwie habe ich den Duft immer mit Krystle Carrington assoziiert. Wahrscheinlich, weil eine blonde Frau auf einem Schwan Werbung für diesen Duft Werbung machte. Da mein Taschengeld für Vanderbilt damals absolut nicht reichte, hatte ich jahrelang eine postkartengroße Duftwerbung im Kleiderschrank, so daß ein kleiner Teil meiner Kleidung wenigstens ein bißchen nach Denver-Clan roch. :-D

Irgendwann war die Probe dann ausgeduftet, die Werbung flog aus dem Schrank und ich habe Vanderbilt vergessen, weil ja immer wieder neue interessante Düfte auf den Markt kamen. Vanderbilt hatte ich mit einem "Zu teuer, vergiß es" im Kopf etikettiert.

Umso überraschter war ich jetzt, als ich von einem niederländischen Discounter eine Aktionswerbung bekam, wo Vanderbilt zu einem Preis angeboten wurde, der auch damals durchaus in meinem Taschengeldbudget gepaßt hätte. Hier auf Parfumo löste sich dann das Rätsel: Der Duft ist wohl so umformuliert worden, daß er nun für dieses Geld angeboten werden kann. Ich fuhr also zu diesem Discounter. Kein Tester da, da ich ja wissen wollte, ob mich dieser Duft noch so kickt wie früher. Also habe ich einen Blindkauf getätigt, was man für den Preis durchaus verantworten konnte. Irgendwie bin ich momentan voll in der Retrophase.

Erwartungsvoll riß ich zu Hause die Packung auf. Uiiiii, was für ein schöner Flakon. Doch irgendwie Denver-Clan-Luxus.

Ich sprühte ihn auf: Was? Sowas hat Dir früher gefallen? Eine Bombe aus Lavendel und Bergamotte nebelte mich ein. Puh...offensichtlich ist der Duft doch sehr umformuliert worden oder aber meine Duftvorliebe hat sich total verändert. Und erzählt mir jetzt nichts von welker Haut wie meine Freunde :-D.

Im Verlauf boxt sich dann Ylang-Ylang hervor, mit einem Blumenmix im Schlepptau. Nett, aber nichts Besonderes.

Ausklingen tut er dann mit Sandelholz, Vanille und Zimt. Okay...aber auch nicht mehr so der Flash wie früher.

Fazit: Ich liebe diesen Flakon, aber ob ich die 100 ml in diesem Leben noch verbrauche, wage ich sehr zu bezweifeln.
3 Antworten
Flakon 10.0/10
Sillage 7.5/10
Haltbarkeit 7.5/10
Duft 9.0/10
Erstklassiger Kommentar    11 Auszeichnungen
Der Schwan lebt noch allerdings ist er gerupft, keine Federn, der Schwan weint.
So traurig meine Überschrift auch lautet, so muss ich feststellen, wenn ich diesen Duft heute noch irgendwo in Drogeriesektor rieche. Der Schwan lebt zwar noch, allerdings hat er durch die ganzen Reformulierungen stark gelitten. Ein Wunder das er noch lebt.

Ich habe einen Flakon aus dem Jahre 1991 von meiner Mutter bekommen und es ist nicht gekippt. Es riecht um Welten, schöner animalischer vanilliger als der "Abklatsch" den es noch zu kaufen gibt. Klar, Vanderbilt kostete früher viel mehr als der den es heute zu kaufen gibt.

Obwohl auch die aktuelle Version immer noch besser ist als die ganzen süssen Obstfrucht Düfte die irgend ein Starlet herausbringt. Denoch, Vanderbilt von Gloria Vanderbilt ist ein gut gemachter orientalischer "Hautduft".

Ich rieche vordergründig nur Vanille, Moschus, Zibet und Tuberose aber dass in einer harmonischen Form, sehr sinnlich, sehr cremig irgendwie beruhigend.

Die Vintageversion ist besonders stark riechend nach der Tuberose, der Vanille (die wirklich tausend Mal besser riecht als die aktuelle Version), Zibet und Moschus. Die neue Version ist unverkennbar Vanderbilt, aber irgendwie
wie soll ich sagen, verdünnt (nicht im Sinne mit weniger Dufthaltbarkeit). Der Alte Vanderbilt hatte eine Note, wie ölige Baumwolle (sorry kann es nicht besser beschreiben) aber diese "balsamische ölige Note" kommt bei der Vintage besser zur Geltung.

Es ist ein schöner Moschus Vanilleduft mit animalischer Ausrichtung. Ein Hautduft. Ich würde den alten Vanderbilt bevorzugen, aber da es immer schwerer wird ein Vintage (egal von welchem Duft auch) zu bekommen, werde ich mich mit dem neuen begnügen, der ja nicht schlecht ist aber leider nicht die Strahlkraft des alten haben wird!

Ich vergebe 90% an diesem Klassiker sowohl Sillage auch Haltbarkeit sind hervorragend, beim Vintage sogar noch stärker und besser!
3 Antworten
Duft 7.0/10
Hilfreicher Kommentar    9 Auszeichnungen
nie sollst du mich befragen
Als Teenie bekam ich zu Weihnachten von meinen lieben Eltern Vanderbilt geschenkt. Ich war schon von dem schönen Schwan Flakon angetan, und der Duft entzückte mich besonders.
Was für eine Fülle an Reizen kam da auf mich zu! Das Entree von Aldehyden, Ananas und Lavendel war sehr interesssant und ließ mich gespannt auf weiteres hoffen.
Dies ließ nicht lange auf sich warten - denn es folgte ein Blumenschwall aus Rose, Jasmin und Nelke. Nicht gerade schüchtern, aber auch keineswegs zu viel des Guten.
Meine Schwester rückte immer näher, und schaute begehrlich auf den Schwan. Sie war auch mit einem Duft bedacht worden, der aber keine Gnade vor ihrer Nase fand.
"Nie sollst du mich befragen", dachte ich, wie dereinst Lohengrin, der damals auch mittels eines Schwans die Szene verliess. Doch - sie schlug mir einen Tausch vor.
Nein, ich blieb standhaft. Ich wollte meinen schönen Schwan behalten.
Besonders als Moschus, Sandelholz und Vanille aus dem Blütenmeer auftauchten, war mir klar - der Duft bleibt mein.
Die Freundin schnupperte an mir, war ebenfalls begeistert, und erwähnte scheinbar beiläufig, dass sie bald Geburtstag habe.
Natürlich habe ich ihr den Geburtstagswunsch erfüllt.

Viele Jahre später habe ich immer noch den blendend schönen Schwan an meiner Seite, und ernte dafür wohltuende Komplimente.
5 Antworten
Flakon 5.0/10
Sillage 6.0/10
Haltbarkeit 7.5/10
Duft 8.0/10
Erstklassiger Kommentar    12 Auszeichnungen
Der Schwan mit Klasse
Vanderbilt ist ein Parfum, dessen ideeller Wert den Kaufpreis bei weitem übersteigt.

Kaum zu glauben, dass dieser Duft für ein paar Euro/100ml angeboten wird.
Er ist im Regal mehr für mich wert, als das wenige Geld, dass ich dafür bezahle.
Also ein wirkliches, echtes Schnäppchen.

Der Duft ist sehr stark konzentriert. Ein Sprühkopf ist hier eigentlich kontraproduktiv, da eine zu starke Dosis ausgegeben wird. Er wirkt um einiges besser, wenn er aufgetupft und sparsam benutzt wird.
Heutzutage hat ein Parfum eher Duftwassercharakter und ist nur ein Zehntel so stark konzentriert.
Trotzdem ich hier die reformulierte Version habe, sind in dem Duft eine Menge verschiedener Duftstoffe, die sich auf meiner Haut entwickeln.
In der Kopfnote des durch und durch blumigen Parfums rieche ich besonders Lavendel und Neroli heraus. Es entsteht eine blumige Frische, die ich sehr mag. Die blumig-würzigen Herznoten werden durch eine liebliche Süße unterstützt. Die Kombination ist rund und harmonisch. Daher resultiert wahrscheinlich auch der große Erfolg des Parfums.
Nach gut 30 Minuten machen sich Vanille und balsamische Noten bemerkbar. Sie geben den würzigen Blumen ein warmes Bett. Zimt ist das I-Tüpfelchen des Duftes. Die Süße der Basis hat fast etwas von einer Leckerei.

Der Duft ist sparsam aufgetragen wirklich wunderschön und sehr haltbar. Für mich sind die Orangenblüten, die Iriswurzel und Ylang Ylang, in der Kombination mit Vanille und Zimt die herausragenden Noten. Sie machen den Duft besonders und unverkennbar.

Das etwas Zibet drin ist, ist für mich erfreulich. Verführerisch darf ein Duft immer gerne für mich sein.

In den 80ern und 90ern wurde Vanderbilt sehr häufig getragen. Es war dabei egal, ob die Trägerin jung oder alt war. Dieser Duft passte irgendwie zu jeder Altersstufe und unterstrich die Trägerin vorteilhaft.
Ich mag alles was "Klasse" hat und Vanderbilt gehört für mich dazu.
4 Antworten
Flakon 7.5/10
Sillage 5.0/10
Haltbarkeit 7.5/10
Duft 8.0/10
Hilfreicher Kommentar    9 Auszeichnungen
Ich finde den gut
Vanderbilt ist so ein Duft den ich irgendwann vor vielen Jahren mal unter "schwerer Kopfschmerzkandidat" einsortiert hatte und der deshalb trotz seiner ständigen Präsenz in allen Drogeriemärkten vor mir völlig sicher war.
Letzten Winter hab ich dann in einem verwegenen Moment doch nochmal zu dem hübschen Tester gegriffen und gleich darauf die Probiergröße zur Kasse geschleppt.
Bestimmt hat sich mein Geschmack inzwischen geändert (ich kann jetzt auch Zibet!) und vielleicht ist er ja auch reformuliert. Ich weiß nur, dass er mir jetzt sehr angenehm ist und ich ihn gerne abends zum Relaxen auftrage.
Ganz genau kann ich ihn nicht aufdröseln, aber in Kurzfassung finde ich ihn würzig, milchig, zimtig, sanft blumig-pudrig, mit leichter Süße, ein wenig Vanille und weicher, erwachsener Zibet-Tiefe. In der allerersten Minute hat er etwas "(gewürz)nelkenknarziges" an sich, von den fruchtigen und grünen Kopfnoten die hier angegeben sind kommt aber bei mir nichts an. Er ist eher warm als frisch, aber auf eine madamige vintage Art sehr gepflegt, cremig, ruhig und selbstbewußt. Besonders schwer finde ich ihn nicht (bin aber auch immer vorsichtig bei der Dosierung) die Haltbarkeit ist jedenfalls gut. Und selbst der kleine Flakon ist hübsch. Den großen will ich auch irgendwann haben, denn man bekommt hier für sehr wenig Geld einen richtig guten Duft.
4 Antworten
Sillage 7.5/10
Haltbarkeit 7.5/10
Duft 6.0/10
Hilfreicher Kommentar    6 Auszeichnungen
Die Vanderbilt-Narkose
Vorweg gesagt, kenne ich nur die Ur-Version von "Vanderbilt".

Der Duft war in meiner Jugend omnipräsent. Von jungem Mädel bis ältlicher Dame hatte jede Frau Gloria's Finest im Allibert.

Als heranwachsender Backfisch habe ich ihn verwendet, wenn ich mich mal besonders "erwachsen" fühlen wollte.

"Vanderbilt" war unverwechselbar, schwere Kost, üppig bis drüber, blumig-süß bis narkotisierend. Es war ein verdammt schmaler Grat zwischen normaler Dosis und olfaktorischem Overkill.

Er hatte eine betörende Vanille-Moschus-Aura, die sich von Beginn an durchsetzte.
Berauschend-starke Blüten hielten Einzug, vernebelten die Sinne.

Heute noch habe ich den seit vielen Jahren leeren Flacon, den ich nur anzusehen brauche, um mir den Duft ins Gedächtnis zu rufen.

Ich trage "Vanderbilt" heutzutage nicht mehr, ich kenne 1. die Reformulierung nicht und 2. wäre mir die Ur-Version etwas zu angestaubt.

Allerdings mag ich die Erinnerung an den Duft, der immer irgendwie ladylike und "erwachsen" anmutete.
Flakon 10.0/10
Sillage 5.0/10
Haltbarkeit 5.0/10
Duft 8.0/10
1 Auszeichnung
gutes Preis-Leistungsverhältnis
man soll es nicht glauben.Ich habe doch noch einen Drogerie-Duft gefunden,der mir gefällt.Normalerweise vetrage ich nicht alle blumigen Düfte und Tresor hat mir sogar regelrecht Übelkeit beschert(sorry),aber die Blumen verschmilzen gleichmäßig mit Vanille und einer animalischen Note,die sich aber zurück hält.Ein guter,aber dennoch preisgünstiger Tagesduft
Flakon 7.5/10
Sillage 10.0/10
Haltbarkeit 10.0/10
Duft 8.0/10
Sehr hilfreicher Kommentar    16 Auszeichnungen
Der Geruch meiner Mutter
Ich möchte zu diesem Duft einen kleinen Kommentar hinterlassen, der vielleicht nicht besonders hilfreich ist, aber von Herzen kommt.
Dieses Parfum ist einer der Lieblingsdüfte meiner Mutter. Meine Mutter trägt ihn schon so lange mein Duftgedächtnis zurückreicht. Vanderbilt bedeutet für mich Wärme, Geborgenheit, Zuverlässigkeit, geliebtwerden, selbstgemachter Apfelstrudel und Schweinebraten...und so vieles mehr. Der Duft meiner Kindheit und Jugend.
Ich habe mir kürzlich selbst ein Fläschchen davon gekauft und mir aufgesprüht. Ich habe nichts von dem wiedergefunden, was der Duft mit meiner Mama macht. Er ist aggressiv und dominant und klebt an mir wie sonst wenige. Er hinterlässt bei mir nichts positives. Vielleicht behalte ich ihn trotzdem, wenn ich die Mama vermisse, kann ich mich sattriechen. Eigentlich ist es aber bestimmt besser, ihn ihr zum nächsten Geburtstag zu schenken, sie öfter zu besuchen, mich an sie zu kuscheln und zu schnuppern. Danke Mama.
1 Antworten
Flakon 7.5/10
Sillage 10.0/10
Haltbarkeit 10.0/10
Duft 7.0/10
Sehr hilfreicher Kommentar    9 Auszeichnungen
Schwanengesang
Vanderbilt, es dürfte wohl kaum jemanden, der sich für Parfüm interessiert geben, der diesen Namen nicht kennt.
Zu seiner Zeit war der Duft ein Hit.
Nun hat der „Schwan“ schon 30 Jahre auf dem Höcker“, allerdings gibt es ihn nicht mehr in der Originalversion, an die ich mich nicht mehr erinnern kann.
Von der überarbeiteten Version habe ich ein Pröbchen bekommen (danke, liebe Anna), das ich ausgiebig getestet habe.

Sobald die leicht stechenden Aldehyde verflogen sind, entfaltet V eine würzig - süße Note mit grünen Anklängen.
Die grünen Noten treten stärker hervor, eine leicht medizinische Nuance ist im Hintergrund wahrnehmbar. Ich tippe hier auf Koriander, auch wenn er nicht in der Duftpyramide aufgeführt ist.
Eine schwere Süße entfaltet sich, Tuberose, Jasmin und Ylang Ylang sprechen eine deutliche Sprache.
Das Zusammenspiel zwischen medizinischer Würznote und Süße empfinde ich als leicht unharmonisch, „unrund“, irgend etwas stört mich.
Der Duft ist sehr intensiv.
Ich wollte V schon „abhaken“, aber dann schafft es der Duft doch noch zu einer angenehmen Balance zwischen Würze und Süße, er wird leicht pudrig mit einem Hauch von Vanille.
V endet recht verhalten, geradezu zahm nach dem eher „heftigen“ Auftakt und Herz, keiner der Duftstoffe drängt sich hervor, die Basis gefällt mir sehr, sehr gut.

V ist ein interessanter Duft, der mich jedoch irgendwie wehmütig stimmt, daher erschien mir als Titel für den Kommentar „Schwanengesang“ passend:

Ein alter griechischer Mythos besagt, dass Schwäne vor ihrem Tode noch einmal mit trauriger, jedoch wunderschöner Stimme ein letztes Lied anstimmen. In einer Fassung dieses Mythos wanderte Kyknos in einem Pappelhain am Ufer des Flusses Eridanus, den Tod seines treuesten Freundes Phaëton betrauernd. Da hatten die Götter Mitleid mit ihm und verwandelten ihn in einen Schwan aus leuchtenden Sternen. Bevor Kyknos aus Trauer über den geliebten Freund starb, sang er auf jene von keinem anderen Gesang an trauriger Schönheit übertroffene Weise. In Phaidon erklärt Sokrates den Gesang der Schwäne mit deren Vorkenntnis des Guten in der Unterwelt. (Quelle Wikipedia)

Der „Schwan“ leuchtet immer noch, zwar auf eine schöne! Art altmodisch, zugleich aber auch zeitlos, ja geradezu modern.
Ein Duft mit hohem Wiedererkennungswert, reichlich Power. Sillage und Haltbarkeit sind enorm.
Ich denke, V ist ein typischer Vertreter von "love it or hate it", durch seine Eigenwilligkeit, Unangepasstheit, die sogar die Reformulierung überstanden hat.
2 Antworten
Flakon 5.0/10
Haltbarkeit 10.0/10
Duft 5.0/10
Hilfreicher Kommentar    2 Auszeichnungen
Der riecht jetzt aber anders....
Vor vielen Jahren habe ich ihn mir mal gekauft, weil er an einer Freundin so toll roch. Aber irgendwie wurden wir nie innige Freunde.
Neulich las ich öfter begeisterte Kommentare zu diesem Duft und habe ihn wieder herausgekramt. Trug ihn 2 Tage und fand ihn ganz ok. Dachte sogar daran mir Nachschub zu holen, da mein Fläschen ja bald zur Neige geht.
Dann las ich hier von der Reformulierung, ging in die Drogierie und sprühte ihn mir auf.
Leider riecht er jetzt anders. Am Anfang denkt man noch er sei der gleiche, aber nach einer Zeit entwickelt sich bei dem neuen eine recht billige Vanillenote, die bei der alten Variante extravaganter roch.
Schade, war er doch vorher für den günstigen Preis ein echtes Schnäppchen.
Muss JOE zustimmen: Dem Schwan wurden in der Tat die Flügel gestutzt.
2 Antworten
Flakon 7.5/10
Sillage 7.5/10
Haltbarkeit 7.5/10
Duft 7.0/10
Joe
Erstklassiger Kommentar    17 Auszeichnungen
Der sterbende Schwan...
Es gibt ja tatsächlich Parfumo's hier, die allen ernstes, die seit einiger Zeit stattfindende Reformulierungswelle, leugnen.
Getrügt von der eigenen Wahrnehmung, so wird behauptet, erliege man der Täuschung,
Düfte als verändert zu empfinden, die überhaupt nicht reformuliert wurden.
Bzw. wenn, dann vom Laien angeblich in gar nicht zu erkennendem Ausmass.
Wie olfaktorisch-blind kann man sein, frage ich mich?
Oder sind diese Leugner vielleicht von der Mafia der herrschenden Mega-Monopolisten
L'Oréal, P&G oder COTY gar gekauft?
Lasst Euch nicht ver-Heu-schrecken, Euer Näschen trügt Euch nicht, ein Grossteil der Neuauflagen unserer geliebten Klassiker wird mittlerweile leider zweifelsfrei nach anderem Rezept hergestellt.

So erfreue ich mich umso mehr, wenn ich Düfte in der Vintage-Version in meine Sammlung aufnehmen darf, sei es auch nur eine Abfüllung davon.

Es ist ruhig geworden um Gloria Vanderbilt.
Die legendäre Millionenerbin aus den USA, die multi-künstlerisch für Aufsehen sorgte,
versuchte sich in Malerei, Schauspielerei, als Schriftstellerin
und schliesslich sehr erfolgreich auch als Designerin.
Neben Mode und Einrichtungsgegenständen gründete sie auch ein eigenes Duft-Label:
"Parfums Vanderbilt", das Firmenlogo ziert der berühmte Schwan.
Ihre erste Kreation trug einfach ihren Familiennamen: "Vanderbilt".
Parfumeurin Sophia Grojsman ist die Nase dahinter, der bekannte Schwanen-Flakon wurde von Bernard Kotyuk zusammen mit LALIQUE entworfen.

In Nigel Grooms "New Perfume Handbook" finde ich eine abweichende Duftpyramide,
ein Beweis mehr dafür, das er ganz sicher reformuliert wurde!

Der Vintage-Schwan beginnt jedenfalls mit einer ordentlichen Aldehydwolke, die sich allerdings schnell in eine blumig-fruchtige Richtung bewegt und von wunderbar eingeflochtenen grünen Akkorden begleitet wird.
Nur dezent spielen zitrische Noten eine Nebenrolle.
Die reife Ananas harmoniert mit dem oppulenten Blumenbouquet und ich bin beeindruckt von der ausgewogenen Blütenpracht, die Sophia hier meisterlich-floristisch arrangiert hat.
Ein schöner florientalischer Strauss, in dem Tuberose und Ylang-Ylang grosszügig verwendet wurden.
Würzige Akzente von Zimt, Koriander und Piment sind erkennbar und leiten über zur herrlich lieblich-balsamischen Basis mit feinen holzig-harzigen Noten, die durch Vanille versüsst und durch animalische Duftstoffe geprägt ist.
Ein pudriger Traum, sehr weiblich, sehr sinnlich und mit viel Sexappeal.
Dieser wundervolle Schwan ist sehr elegant, grazil und er ist sich seiner Schönheit bewusst.

Es gibt ihn noch, doch sein Schicksal ist es, (was er leider mit so vielen Düften teilt, die in den Drogeriemarktsektor abgeschoben wurden) dort nun sein trauriges Dasein zu fristen.
Die Flügel wurden dem armen Vogel gestutzt:
der gnadenlosen Reformulierungswelle ist er zum Opfer gefallen, gelandet auf der roten Liste der gefährdeten Parfumarten, letztendlich auch vom Aussterben bedroht...
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Flakon 7.5/10
Sillage 7.5/10
Haltbarkeit 7.5/10
Duft 8.0/10
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Seid nett zu dem Schwan
Ich habe in letzter Zeit immer wieder Retro-Reisen durch die Duftwelt gemacht und mich dabei auch in Regionen vorgewagt, die allgemein recht verschrien sind. Vanderbilt hat etwas an Ansehen verloren, schon durch die Tatsache, dass der Duft recht günstig geworden ist. Dennoch finde ich ihn riechenswert. Er ist gewiss ein schwerer Duft, richtig dosiert aber entwickelt er sich anmutig, geprägt von Nelke, dabei vanillig-pudrig und heimelig.
Vanderbilt ist durchaus auch ein madamiger Duft. Gerade daran finde ich jedoch Freude: wer gerne mal ein damenhaftes Retro-Kleid anzieht und mit einer tantigen Henkel-Handtasche durch die Stadt geht, wer Parfum wie Mode mit einem gewissen Augenzwinkern trägt, sollte einen Versuch wagen und diesem Klassiker wieder einmal Aufmerksamkeit schenken. Ich habe es vor kurzem getan und wurde in der Arbeit von Kollegen darauf angesprochen. Als ich verriet, um welchen Duft es sich handelte, waren alle ganz erstaunt: das hätten sie nicht gedacht. Also nur Mut: es muss nicht immer das neueste, beliebige Zuckerwässerchen aus einem hippen Designerhaus sein, das überrascht. Empfehlen würde ich Vanderbilt v.a. für den Winter.
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Duft 10.0/10
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Einer meiner Lieblingsdüfte
Herrlich frisch und doch erwachsen, ein tolles Parfum,sehr gehaltvoll. nun ja das Design ist ein wenig altmodisch, aber der Duft toll, benutz ich schon seit Jahren
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Flakon 7.5/10
Sillage 7.5/10
Haltbarkeit 7.5/10
Duft 4.0/10
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Orientalisch und klassisch ja, aber bitte nicht so!
Der Schwan ist mittlerweile ein Klassiker in der Duftwelt. Viele Leute geben meistens folgende Antwort auf die Frage, welches Parfüm man gerne benutzt:

- "den Schwan" von Rossmann

So oder ähnlich könnte diese Antwort lauten, denn "Vanderbilt" in der altrosefarbenen Verpackung mit dem Schwan kennt eigentlich jeder und man findet und ihn in jeder Duftabteilung (Parfümerie, Kaufhaus, Drogerie, Lebensmittelmärkte wie Kaufland, Real......
Ich habe diesen Duft jetzt auch.

Meine Freundin und ihr Partner schenkten mir Vanderbilt als 15 ml EDT Zerstäuber und sagten mir, dass dieser orientalisch sei und ich orientalisch ja mögen würde.

Orientalisch ja, aber bitte nicht so!
Klassiker auch gerne und bitte auch nicht so!

Schon beim Auspacken verzog ich eine kleine Mine, denn ich hatte den Duft mal bei einer Kollegin vor einigen Jahren getestet und damals fand ich ihn heftig.
Mein Duftempfinden ist genauso wie damals als ich den heute morgen kurz auf meinen Unteramrm sprühte.

Der Auftakt ist fruchtig, süßlich, frisch und heftig, und er beißt mich. In den 80er Jahren wollten die Gänse Zuhause mich auch öfters beißen, so dass einige Zeit keine Kirschen pflücken konnte, da ich viel zu viel Angst vor den Gänsen hatte. Kirschen enthält der Duft nicht, aber er enthält fruchtige Noten.

Vanderbilt ist am Anfang wohl nicht so schlimm wie der, der "Giorgio" von Giorgio, der mich schon nach dem ersten Sprüher fast betäubt hätte.
Beide Düfte sind Amerikaner, beide Anfang 1980 und haben auch in ihrer Zusammensetzung einige Gemeinsamkeiten:
Tuberose, Bergamotte, Sandelholz, Vanille, Jasmin, Rose, Tuberose, Ylang-Ylang.
Die floralen Ingredienzen erkenne ich nicht, sondern Gewürze und einen orientalischen Touch.

Das EDT sollte man sehr sparsam einsetzen, damit die Menschen um einen herum nicht die Flucht ergreifen. Ich selbst weiß noch nicht, wann ich Vanderbilt aufprühen werde, denn der Duft ist mir etwas zu schwer / zu heftig und er verursacht mir Kopfdröhnen, sobald ich meinen Unteram unter meiner Nase halte.

Vanderbilt werde ich mir nicht selber kaufen!
2 Antworten
Haltbarkeit 10.0/10
Duft 8.0/10
Erstklassiger Kommentar    21 Auszeichnungen
Ich breche meine Lanze für Gloria
Diese Vanderbilt war der heisseste Feger ihrer Zeit. Und wir sprechen hier von den 50/60er Jahren in America. Nicht nur, dass ihre Familie einmal stolze Besitzer des Grand Central Stations waren, neben vielen anderen schönen Dingen, ihr Vater starb, als das Dingelchen gerade mal 15 Monate alt war an exzessivem Alkoholkonsum. Die Milliarden, die er seinem Liebling hinterließ, schadeten nicht. Wer mehr wissen will: faz.net hat einen schönen Artikel über dieses lose Weibsbild (das nur im positivsten Sinne gemeint!).

Anyway: die Amerikaner lieben's heftig. Man muss nur an Giorgio Beverly Hills denken, die Sachen von Dana, z.B. Tabu, oder die ganzen anderen Gardenien oder Tuberosen Kracher, die von dort herüberschwappen. Und dann, wie gesagt, wir sind in den 50/60/70er Jahren. Von Subtilität keine Spur. Aber zu dieser Zeit auch nicht bei den Franzosen, die schon immer als das Non-Plus-Ultra der Dufterschaffer galten.

Wir sind jedoch bei Gloria. Mein allerliebster Schwiegersohn-in-Spe hat mir dieses "alte" Ding in EdT Stärke geschenkt, ohne zu wissen, was es eigentlich ist. Er und meine Tochter waren bass erstaunt, dass ich es kenne. Kein Wunder, es wird nicht mehr beworben, man findet es in Discountern unter "ferner liefen" zu Schleuderpreisen und es ist wirklich für heutige Zeiten so was von unmodern. Doch als alte Nostalgikerin und Liebhaberin von schweren Düften war ich - sagen wir mal verhalten - begeistert.

Das kleine, unschuldig wirkende Flakönchen mit dem Schwanenrelief täuscht ja mal so was über den wahren Inhalt hinweg. Duftkeule ist schon fast zu harmlos. Selbst das EdT sollte man nur gaaaaaanz sparsam benutzen und am besten tief in's Dekolltee und dann Pulli drüber ziehen. Oder in den Nacken einen Hauch und Haare drüber fallen lassen.

Die Tuberose ist fast schon ein Tick zu viel, die anderen leckeren Inhaltstoffe kommen nicht so richtig zur Entfaltung. Der Duft, wäre er Farbe, schreit GELB! Sattes, fettes Sommergelb. Der Auftakt beginnt ganz kurz tatsächlich grünlich, die Aldehyde erfrischen fast die Nase. Aber das Herzlein wird bestimmt durch eine laute, überschwängliche Orgie von Gerüchen, die kaum auseinander zu halten sind. Schüchtern, wie die Iris schon mal sein kann, erahnt man sie mehr, als dass sie konkret wahrzunehmen ist. Eine gewisse Pudrigkeit ist jedoch zwischen all dem quietschigen Floralgewusel vorhanden. Gibt man dem Ding ein wenig Zeit, entwickelt sich eine typische amerikanische Würzblume (Tuberose und Jasmin werden von Ylang noch mal versüsst), die in der Basis die Hölzer schon schwer belasten. Ganz zum Schluß überlebt die Tuberose noch immer, jetzt aber ermüdet, lässt sie eine leicht herbe Holzigkeit zu. Und eindeutig ist hier die Katze vorbeigelaufen, hat sich am Sandelholz geschubbert, um weiter zu ziehen.

Gloria ist kein einfacher Duft. Und nichts für Anfänger oder für junge Mädels. Er ist zu komplex und ich muss meiner lieben Duftcrissi widersprechen: nicht billig. Dieses amerikanische Machwerk ist vielleicht ein wenig zu überambitioniert, zu vollgepackt mit heftigsten Ingredienzen und für heutige Zeiten sehr ungewohnt. Aber lieben wir nicht das Besondere, das sich vom Mainstream abhebt? Gloria ist für untrainierte Nasen wirklich zu heftig. Ich musste auch mehrmals neu sprühen und immer wieder schnuppern, um einige der Blumen zu erkennen. Wenn ihr das nächste Mal bei DM oder so rumlungert, um euch die neuesten "Star-Düfte" anzuschauen, wagt einfach mal eine kleine Nase von dem Schwanen zu nehmen. Eine sehr KLEINE Nase.
7 Antworten

Statements

TIA1971 vor 59 Tagen
Reformulierung hin oder her, da kann sich so manch hippes Wässerchen mal eine ordentliche Scheibe von abschneiden. So geht zeitlose Eleganz!+13
Flakon 9.0
Sillage 7.0
Haltbarkeit 7.0
Duft 9.0
4 Antworten
Verbena vor 12 Monaten
Das Duftjuwel im Drogerie-Pelz. Lasst Euch bloß nicht täuschen! Wahre Schätze liegen oft tief verborgen (und manchmal im Billigregal)...+9
Flakon 8.0
Sillage 7.0
Haltbarkeit 8.0
Duft 10.0
1 Antwort
JetonToni vor 12 Monaten
Ein gepflegter "Hautduft" mit Tuberose und vanillig animalischen Noten. Ein zarter aber dennoch kraftvoller Duft. Sehr verführerischer Duft.+7
Flakon 10.0
Sillage 7.5
Haltbarkeit 7.5
Duft 9.0
2 Antworten
Blauemaus vor 12 Monaten
Einlullend und so gemütlich - als wenn man bei Oma in der warmen Küche sitzt. Sanfte Tuberose, Vanille und Sonnenmilch, nicht aufdringlich!+6
Flakon 8.0
Sillage 7.0
Haltbarkeit 6.0
Duft 9.0
Seerose vor 8 Monaten
Neuformel: leichtes Chypre, Tuberose, sehr sanfter Moschuscremeduft, würzig, Basis verstärkt durch Nelkenblüten. Nett, belangslos, preiswert+4
Sillage 7.5
Haltbarkeit 10.0
Duft 7.0
Venice vor 16 Monaten
Oldschool-Kuschler+4
Duft 8.0
Caramela vor 7 Monaten
Eleganz im Zeichen des Schwans. Zeitlos und alterslos. Keineswegs nur was für "Omis". Man muss ihn nur zu tragen wissen.+3
Spicynchic vor 13 Monaten
Eher ein Duft für meine Mutter (88) als für mich. Sanft und blumig, muss sehr zart dosiert werden. Kopfschmerzkandidat.+3
Flakon 3.0
Sillage 8.0
Duft 5.0
Serafina vor 15 Monaten
Den zitrischen Auftakt kenne ich von der alten Version nicht, später wird er dieser doch ähnlich. Eher fürs geblümte Kleid als für Jeans.+3
Flakon 8.0
Duft 7.5
Clarissa vor 19 Monaten
Die 90er Jahre werden für mich wieder gegenwärtig, wenn ich ihn rieche und er ist immer noch schön und sehr feminin!+3
Flakon 5.0
Sillage 7.5
Haltbarkeit 10.0
Duft 7.0
PontNeuf vor 7 Monaten
Noch einer dieser "Omadüfte", die ich sooo gern mag. Erinnerungen hängen dran, ist aber auch ein schöner Duft aus einer anderen Ära.+2
Minigolf vor 15 Monaten
Blumig frischpudrig, holziggrasig, leicht staubig, feinrauer Untergrund, gute Haltbarkeit und Sillage, zurückhaltend elegant. sommerlich.+2
Flakon 10.0
Sillage 7.5
Haltbarkeit 10.0
Duft 9.0
ChatonNoir vor 8 Monaten
Niemals DEN Duft vieler Damen älterer Gener. zerreißen. Er ist abs. ein Klassiker. Für mich unerträglich... Schwiegerm. bitte was moderneres!+1
1 Antwort
Sternanis vor 10 Monaten
Bin positiv überrascht, eigentlich wird der nach ca. 20min echt schön blumig-moschuspudrig - wenn da nicht diese Schwimmbadnote wäre.+1
Flakon 8.0
Sillage 7.0
Haltbarkeit 8.0
Duft 6.5

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Diskussionen zu Vanderbilt (Eau de Toilette)

Mausebeer in Damen-Parfum
Anninii in Duft-Beratung

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