Djedi 1926

Djedi von Guerlain
Flakondesign Guerlain
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8.7 / 10 39 Bewertungen
Djedi ist ein beliebtes Parfum von Guerlain für Damen und erschien im Jahr 1926. Der Duft ist animalisch-ledrig. Haltbarkeit und Sillage sind überdurchschnittlich. Die Produktion wurde offenbar eingestellt.
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Duftrichtung

Animalisch
Ledrig
Würzig
Holzig
Erdig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
AldehydeAldehyde MaiglöckchenMaiglöckchen BergamotteBergamotte
Herznote Herznote
animalische Notenanimalische Noten JasminJasmin RoseRose VetiverVetiver IrisIris
Basisnote Basisnote
MoosMoos MoschusMoschus AmberAmber

Parfümeur

Bewertungen
Duft
8.739 Bewertungen
Haltbarkeit
9.329 Bewertungen
Sillage
8.526 Bewertungen
Flakon
9.160 Bewertungen
Eingetragen von Kankuro, letzte Aktualisierung am 30.10.2022.
Wissenswertes
Der Name "Djedi" basiert auf einem alten ägyptischen Zauberer, welcher angeblich in Stande gewesen ist, Tote ins Leben zurück zu bringen.
Djedi wurde bis in die 50er Jahre verkauft, war jedoch nie Teil der klassischen Reihe der Guerlain-Düfte.
Anlässlich des 70. Jahrestages des Duftes im Jahr 1996 gab es eine limitierte Auflage des Duftes in Form einer Kopie des Originalflakons.

Rezensionen

5 ausführliche Duftbeschreibungen
10
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
9
Duft
Yatagan

393 Rezensionen
Yatagan
Yatagan
Top Rezension 57  
Von Zauberern, Pharaonen und Totenerweckungen: ein Ausflug in literarische Motive der Antike mit besonderer Betrachtung olfaktorischer Mentalitäten und der goldenen Zwanziger
Djedi oder Dedi war, wie in der oben stehenden Information nachzulesen, ein fiktiver altägyptischer Zauberer, der am Hofe des Königs Cheops ein besonderes Wunder vollbracht haben soll. Man sagte ihm nach, dass er Tote zum Leben erwecken könne und überdies Wissen über ein geheimnisvolles Heiligtum besäße, nach dem König Cheops seit Längerem suchen ließ. Den unmoralischen Vorschlag des Königs, einen Kriminellen köpfen und dann wieder lebendig werden zu lassen, lehnt Djedi entrüstet ab. Stattdessen vollbringt er das geforderte Wunder bei einer Gans und einem Stier. Nachdem der Zauberer dem Pharao überdies noch in einer Prophezeiung weissagt, dass er selbst zwar nicht mehr lange regieren, ihm dafür jedoch drei seiner Söhne auf dem Thron nachfolgen würden, belohnt er Djedi, indem er ihn fortan im Palast eines Sohnes wohnen lässt. Interessant aus heutiger Perspektive ist vor allem, dass Djedi den Tod eines Menschen, wenngleich ein verurteilter Verbrecher, brüsk ablehnt und stattdessen seine Zauberkraft an Tieren erweist. Totenerweckungen waren in der Antike ein nicht ganz seltenes literarisches Motiv, man denke nur an Eurydike, die von ihrem Mann Orpheus zeitweise aus dem Totenreich geholt wird. Besonders berührend sind die Erzählungen der Auferweckung des Lazarus (Joh 11) oder der zwölfjährigen Tochter des Jairus (Mk 5 und Synoptiker Mt 9, Lk 8) durch Jesus. Doch während die Auferweckungen im Neuen Testament Zeugnisse der Macht Jesu über den Tod sind, damit auf seine eigene Auferstehung vorausweisen und den Gläubigen Trost spenden, dient die Zauberkunst des Djedi eher als moralische Bewährungsprobe. Während der Pharao ohne zu Zögern einen Menschen für das Experiment zu opfern bereit ist, lehnt der moralisch integre Djedi dieses Ansinnen ab.

Ob die Käuferinnen des Duftes in den goldenen 20er Jahren etwas von dieser schillernden literarischen Figur wussten, sei dahingestellt, aber nicht selten wurden (auch) damals Düfte nach bekannten realen oder fiktiven Gestalten, kulturhistorischen Moden oder zeitgeschichtlichen Ereignissen benannt (Ossian, En Avion, Mitsouko, Shalimar, Liu, Vol de Nuit...). Insofern könnte der Name auf das damalige Interesse an Ägyptologie verweisen, denn 1922 war von Howard Carter das Grab des Tutanchamun entdeckt worden - und das Tal der Könige oder die Cheops-Pyramide faszinieren von da an bis heute.

Der Duft selbst ist eine Legende: Immer wieder wird er als Referenz benannt, als besonders herausragender Guerlain-Duft beschrieben und die vorausgehenden, lesenswerten Kommentare reihen sich diesbezüglich ein. Interessant ist, wie mir scheint, dass sie alle im Jahr 2011 veröffentlich wurden, als offenbar einige Tropfen des phantastischen Zaubersaftes im Forum kreisten oder bei einem Parfumo-Treffen verteilt wurden. Bevor sich nun die Dekade jährt, schien es mir wert, den Duft neu zu betrachten und zu beschreiben.
Sicherlich war er seinerzeit leichter erhältlich, da er im Jahre 1996 zum 70. Jubiläum von Guerlain erneut auf den Markt gebracht wurde und damit erst 15 Jahre alt war. Mir ist es nun auch gelungen einen Milliliter eines Vintage-Flakons aufzutreiben, der überdies noch eine hervorragende Güte hat. Ob es sich dabei um die Original-Version oder doch eher um die 1996er-Version handelt, ist mir dabei nicht so wichtig, denn die Guerlain-Nachbauten sind in aller Regel von ausgezeichneter Qualität - und bewusst nah am Original orientiert, so dass beide Fassungen einander recht ähnlich sein dürften. Übrigens zeigt m.E. die Wiederveröffentlichung, welchen Status Guerlain seiner Schöpfung aus dem Jahre 1926 zubilligt, denn Düfte ohne besondere dufthistorische Bedeutung kämen in diesem Hause für eine Neuauflage kaum in Frage.

Zunächst einmal will ich festhalten, dass der Duft aus meiner Sicht ganz klar die Guerlinade enthält (die man in reiner Form etwa in Guerlains "180 Ans de Créations" finden kann), auch wenn das nicht alle Kommentatoren so sahen. Unterlegt wird diese charakteristische, weiche, etwas animalische und nur minimal florale, vielmehr balsamische Note (Tonka, Vanille, Moschus, Amber, diverse Blüten) hier durch einen rauchigen Vetiverakzent und eine Ledernote im klassischen Sinne à la Knize Ten oder Bel Ami (Exkurs für jüngere Semester: Solche Ledernoten haben nichts mit dem Synthetikleder aus Tuscan Leather & Co. zu tun). Dabei sind die animalischen Noten nie aufdringlich, sondern sehr weich und warm. Zibet und Ambra glänzen golden. Ein bisschen erinnert mich der Duft in der Herznote auch an Vol de Nuit, wobei bei Vol de Nuit mit der Zeit Galbanum durchdringt, das hier fehlt. Nichts zu tun hat Djedi auch mit den markanteren und vanillelastigen Guerlain-Parfums wie Shalimar und Habit Rouge oder den kantigen, krautig-lavendeltönenden Jicky oder Mouchoir de Monsieur. Typisch für viele ältere Guerlain-Düfte ist ihre dichte, harmonisch-komplexe Formel in der Herz- und Basisnote, die die Identifikation einzelner Blüten sehr schwierig macht. Interessant ist aber immerhin, dass Djedi wie viele Düfte der Zeit um ein Chypre-Gerüst herum komponiert wurde (Bergamotte, Rose, Jasmin, Moos), ohne dass es stark zum Tragen käme. Die Ecken und Kanten vieler Chypre-Düfte fehlen hier, auch wenn man Djedi vielleicht als Leder-Chypre (wohlgemerkt eine eigene Kategorie) durchgehen lassen könnte. Dabei ist Djedi bis heute trotz der um den Duft kreisenden Legenden so selten, dass es in den einschlägigen Genealogien von Haarmann & Reimer nicht auftaucht und somit auch keine Quelle zur dufthistorischen Verwandtschaft mit anderen Lederdüften belegbar ist. Ich schließe mich gleichwohl denjenigen Kommentator*innen an, die die Ledernote bei diesem Parfum besonders betonen. Sie ist weich, fast cremig, dunkel, mit grünen Akzenten durchsetzt, etwas animalisch angeraut; auf der Haut kommt die Vetivernote stärker zur Geltung als auf Duftstreifen oder Textil. Im Herzen ist auch die Tonkanote besonders stark, die ja zur Guerlinade dazugehört. Eine Vanillenote ist möglich, aber nicht sicher. In der Basis zeigt sich das Eichenmoos.

Warum ein solcher Duft heute nicht mehr hergestellt wird, ist sicherlich leicht zu beantworten. Natürlich ist hier (wenigstens in der Urversion) echtes Zibet enthalten (heute in aller Regel zum Glück aus ethischen Gründen verboten), ein ordentlicher Klecks Eichenmoos durfte seinerzeit nie fehlen, wurde heute aber von der IFRA geächtet. Auch beim Moschus darf man echtes Hirschmoschus vermuten (auch das aus tierethischen Erwägungen heute in Europa aus guten Gründen fast überall verboten oder verpönt).

Warum hat mich Djedi so sehr fasziniert, dass ich es mit 9.5 Punkten bewertet habe? Irgendwann fiel mir auf, dass der Duft aus dem Jahr 1926 stammt, dem Geburtsjahr meines Vaters und der Hoch-Zeit der goldenen Zwanziger. Die Idee, etwas über das Lebensgefühl und Kultur dieser Zeit durch einen Duft erfahren zu können, hat mich interessiert. Dabei entdeckte ich die unten stehenden euphorischen Kommentare und den offensichtlich besonderen Status des Duftes.
Warum habe ich den Duft nicht mit der Höchstnote bewertet? Der Duft ist ein Monument und ein Symbol für die Mentalität seiner Zeit, der besonderen Epoche der Roaring & Swinging Twenties, aber für Zeitgenossen fast noch etwas schwerer tragbar als Jicky, Mouchoir de Monsieur, Vol de Nuit oder Shalimar; all das sind Düfte, die ich liebe und die für mich als Zeitdokument (noch) besser funktionieren, weil sie m.E. durchweg auch heute noch unkompliziert tragbar sind.
37 Antworten
10
Haltbarkeit
9
Duft
Chanelle

744 Rezensionen
Chanelle
Chanelle
Top Rezension 22  
Ein Parfum wie Donnerhall!
Für meinen - wieder mal ;-) 100sten Kommentar zu einem Duft habe ich mir ausgerechnet Djedi Extrait ausgesucht, denn in einen Laden gehen und etwas aussuchen ist mir zu einfach. Es musste etwas sein, was unmöglich zu bekommen ist, denn problematisch zu beschaffende Düfte sind mein Leben. Glücklicherweise kenne ich jemanden, der Guerlain Düfte sammelt und alle hat, die ich je gesehen habe, und auch welche, von denen ich noch nie gehört habe, und Parfumo auch nicht. So kamen nun 3 von mir gewünschte Düfte an, nur war einer davon ausgelaufen - Liu. Der will wohl nicht mehr zu mir zurück, siehe Liu-Kommentar.
Parfum de Champs-Elysees 1904 und Djedi waren in Ordnung, gottseidank.

Einen Tropfen des kostbaren Nasses habe ich auf meinen Handrücken getupft, da mir alle anderen Stellen zu gefährlich waren; ich hätte ja Gefahr laufen können, etwas zu verschütten.
Schon steigt mir eine sehr potente schwere rauchige Note, wie Teer, in die Nase. Doch dieses Konglomerat von Einzeldüften entwirrt sich zusehends, und nach ein paar Minuten kann man einzelne erkennen.
Doch auch die einzelnen sind brachial, keine Nasenschmeichler, keine Kuschelduftnoten, keine Blümchen.
Ich rieche Grünes, Kräuter und Gewürze auf einem Bett von Laub, eine ledrige Note ist sehr deutlich, und doch ist der Duft sanft und warm, ich vermute auch Amber und Eichenmoos. Doch der Duft hat auch etwas animalisches, wildes. Eine leichte Seifigkeit gegen Ende der Entwicklung bringt diesem dunklen, rauchigen Duft ein wenig Licht und macht ihn etwas weiblicher, freundlicher. Bisher wäre ich mir 100 % sicher gewesen, es mit einem reinen Männerduft der herberen Art zu tun zu haben.
Über allem schwebt beständig diese leichte Teer-Note, anders kann ich sie leider nicht beschreiben, sie ist würzig, aber dunkel und rauchig, und irgendwie wie brennendes Holz.
Das ist ein Guerlain für Fortgeschrittene, und ich glaube, ich bin noch nicht so weit. Aber beeindruckt bin ich schon sehr.
6 Antworten
10
Haltbarkeit
10
Duft
Coriolon

42 Rezensionen
Coriolon
Coriolon
Top Rezension 12  
Dunkles Leder
Ich gehe häufig zu meinem Schuster um die Ecke...
nicht nur weil ich mir nach manchen Düften die Hacken ablaufe, nein, ich verweile sehr gerne bei ihm, weil es in seinem kleinen Ladengeschäft so wunderbar duftet. Er repariert nicht nur, er verkauft auch. Der ganze Laden von oben bis untern voller Schuhe, Stiefel... und selbstverständlich auch die nötigen Pflegeutensilien.
Ich beneide diesen Mann. Ich beneide ihn um die Atmosphäre seines Arbeitsplatzes.

Sprühe ich daheim das Extrait von Djedi auf, habe ich das Bild dieses Ladens im Kopf. Djedi beginnt zwar düster, dumpf, fast unheimlich dunkel, entwickelt sich aber schnell in Herz- und Basis zu einem wundervollen Lederduft gepaart mit dunklen Grünnoten.
Ich möchte diesen Duft mal als schwierig klassifizieren. Parfum-Unerfahrene könnten entsetzt zurückweichen. Parfumliebhaber werden spätestens beim 2.Versuch seiner Faszination erliegen.
Ich stelle mir immer wieder die Frage: wie kam dieses Parfum wohl 1927 bei der geschätzten Kundschaft an ?
Ich habe mich ja mittlerweile in diesem Forum dahingehend geoutet, dass ich auch Düfte trage, die vom Konzept her eher für Frauen kreiert wurden. Ich wage nun mal die kühne Behauptung, dass Djedi für beiderlei Geschlecht bestens geeignet ist. Die Haltbarkeit ist ausgesprochen gut. Am Morgen aufgesprüht, klingt der Lederakkord abends zart duftend ab.

Nett finde ich die Beschreibung in dem seiner Zeit mitgelieferten Booklet:
Im Bezug auf die Verpackung schreibt man, dass das Kästchen an das Reisegepäck vornehmer Damen erinnert, die mit dem Orientexpress gen Istanbul reisten.
4 Antworten
10
Haltbarkeit
9
Duft
Apicius

1106 Rezensionen
Apicius
Apicius
Top Rezension 18  
Ströme von flüssigem Gold - verronnen!
Viele ganz große Parfums zeichnen sich dadurch aus, dass sie weit mehr bedeuten als eine Ansammlung einzelner Duftnoten, die der Kenner leicht herausriecht. Und selbst wenn die Nase irgendwo einen Anker findet, der an Vertrautem festmacht, so ist der Gesamteindruck doch der von etwas Neuem, Eigenständigen, aber in sich Stimmigen - ein Duft, wie er vielleicht noch nie zuvor wahrgenommen wurde, und der in seiner aufregenden Zusammenstellung sich einer einfachen Beschreibung entzieht.

Djedi war so ein Parfum - ein großer Wurf, kräftig, einprägsam und dabei in seinem Kern etwas anderes, jenseits der gängigen Dufterfahrungen liegendes darstellend.

Schon die Ouvertüre ist ein Erlebnis. Sofort ist spürbar - das wird was Besonderes. Aus einem verwirrenden Gemisch entwickelt sich eine herbstliche Dufterinnerung - ich spüre die rauchig-erdigen Noten eines Kartoffelfeuers - zugegeben eine Dufterfahrung, die man heute nur noch selten gewinnen kann.

Ohne dass Djedi nun süss würde, kommen dunkelfruchige, likörartige Noten ins Spiel - Blaubeere, Brombeere, Chassis - irgendwas in dieser Richtung - und bilden einen überaus schönen, alkoholischen Akkord. Gleichzeitig beinhaltet er eine feine Säure, die Djedi über den gesamten Duftverlauf beibehält. Das sind kostbare Fäden aus rotem und gelbem Gold, die sich durch eine spannende Textur ziehen. Dieses Duftgewebe wirkt dunkel und edel, wobei es im Verlauf immer herber wird. Erst fügt sich eine feine Ledernote ein, dann tritt ein sehr dunkles Vetiver hervor. Eine ganz leichte animalische Tönung vom Zibet komplettiert das Bild.

Im Drydown, der nach etwa zwei Stunden vielleicht ein wenig früh einsetzt, zieht sich Djedi auf eine einfache, aber genial strukturierte Vetiver-Basis zurück, die dann aber überaus haltbar ist.

Es ist ein dunkles, gummiartiges Vetiver - weit näher stehend einem rauen, ursprünglich wirkenden Vetiver wie dem von Frederic Malle als dem allseits bekannten Parfum diesen Namens von Guerlain. Doch das Besondere ist hier, wie sich die dunkle Fruchtnote in die Basis hinein vermittelt und dem Vetiver Paroli bietet. Die sehr körperliche Säure dieser Note ist aber auch problematisch, denn sie steht gewissen Körpergerüchen nahe. Doch wer möchte schon säuerlich riechen? Menschen mit säuerlichem Geruch wären mir eher unangenehm.

Djedi geht bis kurz vor den Punkt, an dem es scheußlich würde. Nur wenig fehlt, und dieses Parfum würde regelrecht abstürzen. So aber wird ein nicht immer angenehmer menschlicher Geruch zitiert und in einem schönen Rahmen dargestellt. Um es auf den Punkt zu bringen, liegt hier die Größe von Djedi.

Djedi hat kein eindeutiges Geschlecht, unisex ist es aber auch nicht. Es beginnt im Stil eines großen, dunklen Damendufts, doch das einsetzende herbe Vetiver lässt Djedi ab einem bestimmten Punkt ins maskuline umschlagen.

Ein Jammer, dass Djedi eingestellt ist. Ich verdanke diese Dufterfahrung Coriolon, der noch einen Flakon besitzt. Man kann nur hoffen, dass Guerlain uns Djedi - vielleicht in kleiner Auflage - eines Tages wieder anbietet.
5 Antworten
10
Haltbarkeit
10
Duft
Medusa00

802 Rezensionen
Medusa00
Medusa00
12  
Wie gewonnen,so zeronnen
An manchen Tagen geschehen noch Zeichen und Wunder oder auch nicht. Ich kam heute in den Genuß an ein paar Tropfen Djedi riechen zu dürfen. Das zu schildern wäre eine längere Geschichte. Jedenfalls waren es ein paar Tropfen aus einem Mini, den der 80ig jährige Sohn seiner fast 100jährigen Miniaturen sammelnden und verstorbenen Mutter (mit einer Kiste voll eingetrockneter uralter Minis- Minisammler würde der Sabber laufen-mir durch Zufall zeigte, dabei wollte er ne Tür bestellen, so kanns gehen), die er im Auto hatte,für den Setzkasten seiner Frau.Ich habe es nur durch Zufall gesehen und zwischen den Kostbarkeiten Djedi raus gefischt. Ich schätze der Mini war 50 oder älter.Der Boden war noch bedeckt. Stöpsel auf. Igitt! Kopfnote gekippt. Der pure Maggigeruch. Den Rest habe ich heimlich in einen Eierbecher gekippt. Ich habe mich auch zuerst gar nicht getraut ihn auf der Haut zu testen und den Zipfel eines Tempos rein getaucht. Manchmal ist nur die Kopfnote gekippt. Gewedelt und gewartet. Ahhhhhh. Die Liste da oben ist nicht vollständig, grummel. Iris ist hier, Rose, dunkle schwere Blüten.
Dann habe ich vorsichtig den letzten Tropfen auf meine Haut getupft. Gekippte Kopfnote verwedelt und drüber nachgedacht, wie Djedi gemeint ist. Buch gewälzt. Einige Guerlains waren in den frühen Zeiten so gemacht, also eine fast herbe Ledernote, auch Jicky ist so ein Kandidat. Für Frauen gemacht, von Männern (heutzutage offiziell, früher heimlich) getragen. Hier ist softes Leder in Gold getaucht. Und so ganz zwischendurch erinnert mich Djedi an j´ai Osé (der "schlimmste" und ledrisgte, zugleich geliebteste Chypre den ich habe).
In der Basis schmiegt er sich an und zeigt eine kratzbürstige Ergebenheit. Kann aber sein, daß ein ungekippter Duft am Ende noch viel weicher und schöner ist. Aber ich glaube das nicht. Ein Duft für Damen von damals und Herren und Damen von heute. Leider in´s Grab gesunken.
4 Antworten

Statements

3 kurze Meinungen zum Parfum
VintageGoldVintageGold vor 2 Jahren
8
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
8.5
Duft
Tiefgründiger, dunkelwürzigledriger animalischer Chypre. Beeindruckend wie Düfte damals waren. Djedi ist eine kleine flüssige Zeitmaschine.
2 Antworten
YataganYatagan vor 4 Jahren
10
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
9
Duft
Legende in Gold und Leder, Guerlinade (v.a. Tonka) mit grünem Vetiver, animalischem Hauch und klassischer Anmutung: ein Duft wie ein Zauber.
15 Antworten
RivegaucheRivegauche vor 9 Jahren
10
Flakon
9
Sillage
10
Haltbarkeit
10
Duft
Dunkelgrün rauchig samtiger Vetiver und teerige Ledernoten verschmelzen zu herbstlich gedämpft braungrüngoldener Perfektion. Meisterhaft.
0 Antworten

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