Helena Rubinstein

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Helena Rubinstein (geb. 1870 als Chaja Rubinstein in Polen) war eine US-amerikanische Kosmetikunternehmerin und Pionierin der Kosmetikentwicklung. Ihre herausragende Leistung bestand... Weiterlesen
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Wissenswertes

Helena Rubinstein (geb. 1870 als Chaja Rubinstein in Polen) war eine US-amerikanische Kosmetikunternehmerin und Pionierin der Kosmetikentwicklung. Ihre herausragende Leistung bestand darin, dass sie aus sehr bescheidenen Ausgangsbedingungen heraus durch Optimismus, Disziplin und Innovationsfreude zu einer der wirtschaftlich erfolgreichsten Frauen ihrer Epoche wurde.

Sie war die älteste von acht Töchtern des Lebensmittelkaufmanns Horaz Rubinstein und seiner Frau Augusta. Mit 18 Jahren begann sie ein Medizinstudium in Krakau und in Zürich, welches sie jedoch abbrach. Sie wanderte nach Queensland in Australien aus und arbeitete dort zunächst als Kindermädchen bei ihrem Onkel. Ihre Mutter gab ihr zwölf Creme-Tiegel zur kosmetischen Pflege mit, die sie teilweise an Farmerinnen weitergab. Ihre erste Geschäftsidee war, aus Polen importierte Cremes zu verkaufen. Dann begann sie, die Cremes selbst herzustellen. 1899 eröffnete sie den ersten Schönheitssalon Australiens in Melbourne. Sie hatte damit großen Erfolg, da in Australien zu dieser Zeit Kosmetika wenig verbreitet waren. Zudem war Helena Rubinstein mit ihrer zarten, weißen Haut selbst ihr bester Werbeträger. Um eigene Produkte entwickeln zu können, verließ sie Australien wieder und übergab die Geschäfte zwei ihrer Schwestern.

In Paris begann sie 1905 ein Studium bei Dr. Berthelot, einem der bekanntesten Hautärzte jener Zeit, und befasste sich mit den Disziplinen Ernährungswissenschaften und Gesichtschirurgie. 1907 heiratete Rubinstein den Journalisten Edward William Titus (1870-1952) und gebar zwei Söhne. Noch während ihrer ersten Schwangerschaft eröffnete sie 1908 einen zweiten Schönheitssalon in London und 1912 als zweifache Mutter einen dritten in Paris.

1914 verließ die Familie während des Ersten Weltkriegs Europa und emigrierte in die USA. Nur ein Jahr später eröffnete sie dort ihre vierte Filiale mit importierten Pflegeprodukten. Bis 1920 entwickelte sie dann ihre erste eigene Kosmetiklinie. Die von ihr vertriebenen Produkte trugen nun erstmals den Namen Helena Rubinstein. Dieser Markenname besteht auch heute noch.

1937 wurde ihre erste Ehe geschieden. Im Jahr darauf heiratete sie den georgischen Prinzen Artchil Gourielli-Techkonia (1897-1955). Zu dieser Zeit begann ihr Konkurrenzkampf mit der Kosmetikunternehmerin Elizabeth Arden, der ihr Leben lang andauern sollte.

1953 eröffnete Helena Rubinstein unweit von New York eine der größten Fabriken, die jemals von einer Frau geschaffen worden waren. Bald besaß sie weitere Fabriken in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Italien, Israel, Australien, Japan, Kanada und Südamerika.

Der Ablauf der Produktion im Kosmetikimperium der als äußerst sparsam bekannten Rubinstein war stark durchrationalisiert. Der gesamte Bedarf an Cremes, Lotionen und Parfums für Frankreich, Skandinavien und die Beneluxländer wurde bereits 1964 von nur vier Arbeitskräften hergestellt. Die Produktion von Puder für diesen riesigen Verbrauchermarkt war vollautomatisiert und wurde von nur einer Bedienungskraft gesteuert. Auch bei der Vermarktung beschritt sie neue Wege. So entwarfen bekannte Designer und Künstler ihre aufwendigen Verpackungen, verschiedene Schriftsteller texteten für sie Werbeanzeigen, Prospekte und das hauseigene Magazin, und Innenarchitekten gestalteten ihre Schönheitssalons so aus, dass sie sich den Besucherinnen als wahre Tempel der Kunst präsentierten.

Bis zu ihrem Tod umfasste das Unternehmen 100 Niederlassungen in 14 Ländern mit etwa 30.000 Beschäftigten.

1965 starb Helena Rubinstein im Alter von 94 Jahren in einem New Yorker Krankenhaus. Bis kurz vor ihrem Tod hatte sie ihr Unternehmen noch selbst geleitet. Sie hinterließ ihren 121 Erben das von ihr aufgebaute Kosmetikimperium sowie Häuser, Schmuck und Gemälde. Den größten Teil vererbte sie der Gesundheitsfürsorge, weil sie es bedauerte, nicht Ärztin geworden zu sein und es ihr nicht gelungen war, Kosmetik zur Medizin fortzuentwickeln. Seit 1988 gehört die Luxusmarke Helena Rubinstein zum L’Oréal-Konzern.

Helena Rubinstein galt als Förderin der Künste und der Wissenschaften. Sie gab Gemälde in Auftrag, wurde selbst von etwa 50 Malern porträtiert, sammelte Kunst jeglicher Art und organisierte Ausstellungen für unbekannte Maler. Sie stiftete Reisestipendien an Künstler und einen Kunstpreis in Frankreich, gründete eine Stiftung zur Unterstützung von Kunststudenten und ließ in Tel Aviv ein Museum für moderne Kunst erbauen. An der Universität von Massachusetts richtete sie einen Lehrstuhl für Chemie ein und gründete 1953 die Helena Rubinstein Foundation, die bis heute Wissenschaftlerinnen fördert.

Parfums von hohem Bekanntheitsgrad sind z.B. "Heaven Sent / Heaven-Sent" (1941), "White Flame" (1942), "Noa Noa" (1953) und "Barynia" (1985). Als Herrendüfte wurden von Helena Rubinstein u.a. "Men’s Club" (1966) und "Mark Cross" (1978) auf den Markt gebracht. (Wikipedia)
Recherchiert und verfasst von MaravilhasMaravilhas