
Rivegauche
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Rivegauche
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Gedankenreisen
Nachdem Madame Christine Nagel bei Hermès dieses Jahr unerwartet zu Musc Pallida Essence de Parfum das schöne Musc Pallida Eau de Parfum ergänzt hatte, erwartete man vielleicht eher, dass auch Cardamusc als Eau de Parfum…nächstes Jahr…folgen würde.
In leiser Hermès Manier wurde nun Ginseng Biloba überraschend lanciert. Als einzige offizielle Inhaltsstoffe werden nur Ginseng und Ginkgo angegeben. Passen diese zur gelben Farbgebung? Bei einem Blick auf die Unterseite der Packung wird dann die „ganze INCI-Liste“ offenbart, da sieht es dann schon ganz anders aus. Marketing?!
Der Auftakt ist bekannt scharf bitter grün galbanumartig und floral narzissenlastig, evtl. eine Herausforderung? Ich musste sofort an Eau de Narcisse Bleu und Grey Flannel Eau de Toilette denken…und dachte gleichzeitig: „Was soll das?“
Der gesamte Dufteindruck wandelt sich nicht stark. Es offenbaren sich die gelbblütig floralen Facetten von echten Narzissen (toll dank etwas körperlichem Schmutz) und etwas cremig buttrig grünem Ylang Ylang. Laut INCI-Liste ist auch etwas Rosenöl dabei, vielleicht ist diese für den leicht seifigen Eindruck verantwortlich? Die duftbestimmende grün krautige Facette mag durch die Idee des Ginkgoblatts repräsentiert werden, wird durch Wacholder, Geranium und Zitrusölen (INCI-Liste) in seiner fast kalten Klarheit unterstützt, gewürznelkenartiges mag eine unbestimmte Schärfe stützen. Der Duft bleibt hell und dunkelt nicht stark nach, das passt dann zur Farbgebung. Obwohl der Duft in seinem Charakter etwas sperrig oder ungewöhnlich wirkt, verleiht das freundliche (gelbe) Licht eine modern beschwingte und optimistische Leichtigkeit.
Ginsengwurzeln riechen wohl nur wenig, leicht bitter, pflanzlich erdig, holzig und können an Rettich erinnern, das lässt sich im Dufteindruck bestätigen. Das hat zweifelsohne etwas asiatisches, man könnte in dieser Stimmung auch an grünem Tee und Wasabi denken. Im Verlauf verstärkt sich der holzige Charakter, der Duft wird weicher, nahezu leicht cremig und lässt die Schärfe verblassen. Trotzdem zerfällt der Duftcharakter nicht, Ginseng Biloba bleibt etwas sperrig und ich entdecke glücklicherweise keine der bekannten synthetischen Basisnoten.
Kurz: Pflanzlich erdig, holzig, grün, floral & sanft hell mit leichter Bitterschärfe.
Ginseng Biloba ist wesentlich intensiver und haltbarer (wir haben 2026) als Eau de Narcisse Bleu, den ich sehr mag…der spezifische, sanft pudrig weiche Charakter fehlt, dieser Charakter von alter Hotelseife wie ich es persönlich beschreiben würde. Der kantige Auftakt von Ginseng Biloba und der gesamte Duftcharakter können eher wie das alte Vorbild Grey Flannel wirken, der im direkten Vergleich aber klar „älter & maskuliner“ wirkt. Ich habe eine Flasche hier, es gelang mir nie ihn richtig zu mögen, was ich allein anhand des Namens und des tollen Flakons (vor allem in der 240 ml Schüttvariante) immer ausgesprochen schade fand. Für mich standen Eau de Narcisse Bleu und Grey Flannel immer in einer Reihe.
Ginseng Biloba wirkt auf mich wie eine zeitgemäße Interpretation, in der zu Gunsten einer mehr unisex geprägten Idee von Parfum die Proportionen verschoben wurden. Nichtsdestotrotz bleibt das Wort "Klassik" vorhanden. Er riecht "nobel, luxuriös & teuer." Die grün pflanzlich scharf bitteren Aspekte passen zu einer modernen Lebensidee von grünem Tee, Wasabi und hellen Hölzern. Ginseng & Ginkgo im Namen geben das evtl. geplante asiatische Zielpublikum vor – dort wo Hermès eh sehr beliebt ist - und passen perfekt zum zurückhaltenden Stil der Marke Hermès.
Ich freue mich über die Fortführung des subtil mutigen Hermès Stils...mag das Ergebnis...und wundere mich trotzdem über die für mich vorhandene Diskrepanz zwischen dem Namen mit den angegebenen Inhaltsstoffen und dem tatsächlichen Duftcharakter, wenn man wie ich die alten Düfte kennt. Madame Nagel kennt sie sicherlich, die Frage bleibt: "Wieso, was war die Idee?" Da das vielleicht verwirrend sein könnte, lädt Hermès damit jedoch zu Gedankenreisen ein, und das wiederum passt perfekt zu Hermès.
In leiser Hermès Manier wurde nun Ginseng Biloba überraschend lanciert. Als einzige offizielle Inhaltsstoffe werden nur Ginseng und Ginkgo angegeben. Passen diese zur gelben Farbgebung? Bei einem Blick auf die Unterseite der Packung wird dann die „ganze INCI-Liste“ offenbart, da sieht es dann schon ganz anders aus. Marketing?!
Der Auftakt ist bekannt scharf bitter grün galbanumartig und floral narzissenlastig, evtl. eine Herausforderung? Ich musste sofort an Eau de Narcisse Bleu und Grey Flannel Eau de Toilette denken…und dachte gleichzeitig: „Was soll das?“
Der gesamte Dufteindruck wandelt sich nicht stark. Es offenbaren sich die gelbblütig floralen Facetten von echten Narzissen (toll dank etwas körperlichem Schmutz) und etwas cremig buttrig grünem Ylang Ylang. Laut INCI-Liste ist auch etwas Rosenöl dabei, vielleicht ist diese für den leicht seifigen Eindruck verantwortlich? Die duftbestimmende grün krautige Facette mag durch die Idee des Ginkgoblatts repräsentiert werden, wird durch Wacholder, Geranium und Zitrusölen (INCI-Liste) in seiner fast kalten Klarheit unterstützt, gewürznelkenartiges mag eine unbestimmte Schärfe stützen. Der Duft bleibt hell und dunkelt nicht stark nach, das passt dann zur Farbgebung. Obwohl der Duft in seinem Charakter etwas sperrig oder ungewöhnlich wirkt, verleiht das freundliche (gelbe) Licht eine modern beschwingte und optimistische Leichtigkeit.
Ginsengwurzeln riechen wohl nur wenig, leicht bitter, pflanzlich erdig, holzig und können an Rettich erinnern, das lässt sich im Dufteindruck bestätigen. Das hat zweifelsohne etwas asiatisches, man könnte in dieser Stimmung auch an grünem Tee und Wasabi denken. Im Verlauf verstärkt sich der holzige Charakter, der Duft wird weicher, nahezu leicht cremig und lässt die Schärfe verblassen. Trotzdem zerfällt der Duftcharakter nicht, Ginseng Biloba bleibt etwas sperrig und ich entdecke glücklicherweise keine der bekannten synthetischen Basisnoten.
Kurz: Pflanzlich erdig, holzig, grün, floral & sanft hell mit leichter Bitterschärfe.
Ginseng Biloba ist wesentlich intensiver und haltbarer (wir haben 2026) als Eau de Narcisse Bleu, den ich sehr mag…der spezifische, sanft pudrig weiche Charakter fehlt, dieser Charakter von alter Hotelseife wie ich es persönlich beschreiben würde. Der kantige Auftakt von Ginseng Biloba und der gesamte Duftcharakter können eher wie das alte Vorbild Grey Flannel wirken, der im direkten Vergleich aber klar „älter & maskuliner“ wirkt. Ich habe eine Flasche hier, es gelang mir nie ihn richtig zu mögen, was ich allein anhand des Namens und des tollen Flakons (vor allem in der 240 ml Schüttvariante) immer ausgesprochen schade fand. Für mich standen Eau de Narcisse Bleu und Grey Flannel immer in einer Reihe.
Ginseng Biloba wirkt auf mich wie eine zeitgemäße Interpretation, in der zu Gunsten einer mehr unisex geprägten Idee von Parfum die Proportionen verschoben wurden. Nichtsdestotrotz bleibt das Wort "Klassik" vorhanden. Er riecht "nobel, luxuriös & teuer." Die grün pflanzlich scharf bitteren Aspekte passen zu einer modernen Lebensidee von grünem Tee, Wasabi und hellen Hölzern. Ginseng & Ginkgo im Namen geben das evtl. geplante asiatische Zielpublikum vor – dort wo Hermès eh sehr beliebt ist - und passen perfekt zum zurückhaltenden Stil der Marke Hermès.
Ich freue mich über die Fortführung des subtil mutigen Hermès Stils...mag das Ergebnis...und wundere mich trotzdem über die für mich vorhandene Diskrepanz zwischen dem Namen mit den angegebenen Inhaltsstoffen und dem tatsächlichen Duftcharakter, wenn man wie ich die alten Düfte kennt. Madame Nagel kennt sie sicherlich, die Frage bleibt: "Wieso, was war die Idee?" Da das vielleicht verwirrend sein könnte, lädt Hermès damit jedoch zu Gedankenreisen ein, und das wiederum passt perfekt zu Hermès.
Aktualisiert am 07.08.2026 - 07:29 Uhr
28 Antworten

Ginkgo
Ginseng
VicViper
Kajsa5






































