Jagler Black von Hunca

Jagler Black

ThomC
02.04.2023 - 16:26 Uhr
4
10
Preis
5
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
8.5
Duft

Es darf nicht sein, was nicht sein darf...

Es sind verrückte Zeiten: Junge Menschen kleben auf Straßen, Normalomänner sind plötzlich alt, weiß und somit Schimpfwort. Die Weltordnung wird gerade spürbar neu geordnet und ich schreibe eine Rezi von einem Flanker eines eh schon völlig unbekannten Cheapies aus der Türkei. Komisch.

Aber warum schreibe ich das? Weil es gefühlt der Duft aus 2022 ist, den ich am häufigsten auf der Haut hatte. Mit Verzückung. Mit Fragezeichen. Mit Erklärungsversuchen. Mit "das darf doch nicht sein". Warum gerade DER? Der, der mit schlappen 6,5 Punkten hier sich aus dem Boxring schleichen kann? Ein totaler Cheapie für gerade mal zehn Euro? Hm.

Sagen wir so: Der originale Jagler von Hunca ist schon eine Bombe. Eine enorm moschuslastige, aber eine Gelungene - das Geld und die Reise zum damaligen Zeitgeist völlig wert. Und dann dieser unknown Flanker in "Black".

Wie wirkt er? Entschärft. Moderner. Tragbarer. Ohne Keule, ohne den 80ies-Knüppel des Moschusochsen, der das Original zweifelsohne auszeichnet. Beim Black dachte ich zuerst: Eine schlappe Nummer. Vermurkst. Aber das war er dann doch nicht. Die (Lern)Kurve bekam er mit dem Vergleich Richtung ---> "Prada Luna Rossa Black" für Arme. Ja, das trifft es schon eher, obwohl er synthetischer rüberkommt, wobei ich das Attribut "synthetisch" seit einiger Zeit nicht mehr als negativ auffasse. Egal.

Der Jagler Black ist jedenfalls ein waschechter edler Universalist, ohne dabei auf frische, angesagte mainstreamige Duschgel-Attitüden bemühen zu müssen. Ein Duft, der mir immer Spaß macht, nie aufdringlich oder gar billig wirkt - und trotz der durchschimmerndern DNA seines Vaters überall und immer passt. Für knappe zehn Euro erstaunlich, was die Türken da an Vorbildfunktion bieten.
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