Challenge im Advent: Auf dem Weg zu "meinem" Vanilleduft - 18. Dezember 2019
Ich habe den Flakon für ein Sharing gekauft und so ein Flakon von Indult ist ja eine ziiiiiiemlich kostbare Angelegenheit. Umso ärgerlicher, dass der Sprühmechanismus nicht der beste ist, er scheint ein wenig zu lecken. Deshalb von mir Punktabzug für den Flakon. In langwierigen Kopfrechnereien (Mathe war... ihr wisst schon... nie so... ) habe ich ausgerechnet, dass ich genau 1,7 mm von meinem eigenen Sharinganteil verloren habe nur durch Abfüllen - Korinthenkackerei!? Früher hätte ich mir niemals Gedanken über diese Zahl gemacht! Aber seit ich bei Parfumo bin... Tja... das ist jedenfalls ziemlich schade. Mein zeitgleiches Abfüllen von "Seta" etwa war vollkommen unproblematisch. Hier hingegen duften nun mein Schreibtisch, meine Kleidung und natürlich vor allem ich seehr intensiv nach Tihota. Hoffe ich zumindest. Denn wie stark die Sillage ist, kann ich im Moment nach der Aktion nicht mehr so recht beurteilen. Fest steht jedenfalls: Von Rechts wegen darf ich diese Woche nicht mehr duschen - Hilfe!
Natürlich war es ein absolutes Vergnügen, den Duft so aus dem Vollen wahrnehmen zu können. Ich glaube, rein theoretisch kann ich mir keine perfektere Pyramide für DEN Traumvanilleduft vorstellen als diese. Vanille - Moschus - Tonkabohne: die perfekte Kombination. Und ja - der Duft ist fantastisch, umwerfend, betörend schön. Zweifelsohne perfekt. Zwar wirkt er am Anfang so zart-süß-gourmandig wie mehrere der guten Vanilledüfte, die ich in letzter Zeit gekostet habe. Doch die Entwicklung ist das reinste Vergnügen. Dass der Süße - "Tihota" bedeutet "Zucker" - die herbe Sinnlichkeit des Moschus folgt, dass ich nun inzwischen nurmehr die tiefe Würzigkeit der Tonkabohne wahrnehme, ist schon ein Meisterstück. Bevor ich hierher kam, hatte ich von Francis Kurkdijan nie gehört. Doch ich verstehe nun, warum sein Name so häufig in Zusammenhang mit erstklassigen Parfum-Kompositionen fällt. Die Pyramide ist doch letztlich so einfach - aber sie ist deshalb keinesfalls typisch. Ich habe nun einige Vanilledüfte getestet und hatte immer wieder andere Zusammensetzungen. Diese hier hat ihre eigene Identität. Ich finde diese Identität faszinierend und wunderschön. Der sanfte Schmelz dieses Duftes auf der Haut vermittelt das Gefühl vollkommenen Wohlbefindens. Beruhigend, beglückend, besänftigend - das ist Tihota. Für mich ein reiner Winterduft ob seiner Intensität, seiner cremigen Beschaffenheit auf der Haut, wird Tihota nun für die ganz besonderen Anlässe aufbewahrt, denn ich habe ja leider nur eine kleine Menge davon. Tihota ist eine Kostbarkeit und wird im Kontext besonderer Festlichkeit von mir verwendet werden, sparsam und behutsam, in Szene gesetzt wie ein Solitär, wenn ich mich selbst festlich kleide und "feinmache". So dient Tihota letztlich der eigenen Wertschätzung, indem es zu besonderen Festen das bewirkt, wozu es im Innersten bestimmt zu sein scheint: funkelnde, schimmernde, süße Wärme über seiner Trägerin ausschütten und sie in ein goldenes, vanilliges Licht tauchen.
Tihota ist wunderbar, aber der Flakon mitsamt Sprühmechanismus ist eine Katastrophe! Bei dem Preis muss es dann aber eine wirklich qualitativ hochwertige Vanille sein!
Das klingt nach einer wunderbaren Erfahrung, die in mir das Bedürfnis weckt, dieses Kleinod so schnell wie möglich zu testen. Ich wünsche Dir viel Freude mit Tihota.
Ja, das ist wahr! Der Duft ist ein Traum und ich danke Dir für den Tipp nochmals. Mir war er vorher unbekannt und ich bin so froh, dass er jetzt hier in der netten, kleinen Gesellschaft meiner Winterparfums wohnt! Danke, Du Liebe!