Vanilledüfte und vanillelastige Düfte gehören zu einer meiner Lieblingsduftrichtungen. Und Francis Kurkdjian ist mein Lieblingsparfümeur, ich glaube er hat den größten Anteil in meiner Sammlung. Somit bin ich dann ganz logisch auch recht bald auf "Tihota" gestoßen. Da der Duft aber längst eingestellt war, hatte ich kein so großes Bedürfnis, ihn unbedingt testen zu müssen. Schwer oder gar nicht erhältliche Düfte sind nicht so mein Fall.
Doch vor wenigen Wochen wurde "Tihota", samt den anderen Düften von Indult, wieder neu aufgelegt und ist seit Kurzem auch in Deutschland erhältlich. Somit habe ich mir dann doch eine Abfüllung besorgt, einfach aus Neugierde, was Kurkdjian mit Vanille anstellen kann. Gaultier² kenne und bewundere ich schon, die Spannung war also groß.
Nun ja, die erste Feststellung war, der Duft hat nicht die typische Kurkdjian-Note, die man aus fast allen seinen Werken kennt. Den einen wird das jetzt freuen, den anderen vielleicht weniger. Bei "Tihota" freut es mich auch. Denn somit ist ein fast ganz reiner, äußerst hochwertiger Vanilleduft entstanden, der die echte Vanilleschote perfekt nachbildet. Also keine Kirmesvanille, kein Vanillepudding, keine Kekse. Sondern die Vanille ist schön trocken und verhältnismäßig unsüß.
Ich vernehme lediglich leichte Anklänge von Karamell, was mich so bisschen an die essbare Note von "Un bois vanille" erinnert. Der einzige, kleine Nachteil für mich, weil der Duft dadurch für Männer recht schwierig zu tragen ist. Darum bleibe ich persönlich lieber bei "Cuir Beluga" bzw. dem Duftzwilling "Vanille" von Reminiscence, von dem ich mir 100ml gegönnt habe, weil der Duft mit Leichtigkeit von Männern zu tragen ist. Wenn man aber die leichte, essbare Note ausblendet, dann ist "Tihota" Vanille pur.
Damit kommen wir dann auch schon zur zweiten Feststellung: "Tihota" riecht fast identisch wie meine Referenz-Vanille "Vanille West Indies", die außer purer Vanille wirklich nix anderes enthält. Auch in Sachen Sillage und Haltbarkeit sind die beiden vergleichbar, im Büro bin ich damit sehr, sehr stark aufgefallen, fast so wie mit dem Killer "Interlude Man".
Der Duft von St. Barth ist dabei allerdings deutlich günstiger als "Tihota", wenn auch immer noch recht teuer. Anscheinend sind für diese beiden Luxus-Düfte sehr teure Inhaltsstoffe notwendig gewesen. Da muss man sich dann gut überlegen, ob einem der hochwertige und elegante Flakon von "Tihota" nochmal den saftigen Aufpreis wert ist. Allerdings kann ich jeder Dame nur empfehlen, zumindest einen der beiden Düfte in ihre Sammlung zu überführen. Denn ich würde für die Trägerin fast alles tun...
Hochinteressant, dass es den nun wieder gibt. War ja mal eine Zeitlang hier der Spuk, den keiner gerochen hatte, der aber immer unter den TOP 20 der Unisex-Düfte rumgeisterte. Danke für den aufschlussreichen Kommentar!!!
Mir ist jetzt vor lauter leckerer Vanille schwindelig.
Und "die beiden Düfte in ihre Sammlung zu überführen..." Welche beiden jetzt?
Tihota und St. Barth? Oder Cuir Beluga oder dann doch Vanille von Reminiscence? Und was ist eigentlich mit Coudray?
Oh - echt? Ich habe heute meinen Flakon erhalten :-). Ja, er ist wirklich edel. Und hier freue ich mich wieder, Frau zu sein, denn für mich ist er äußerst tragbar *schwelg*.
Ich liebe Tihota und es ist der einzigste Vanilleduft, der bei mir einziehen durfte. St. Barth riecht an mir leider pappsüß und der Reminiscence ist so leicht und fluffig, dass er nach kurzer Zeit entschwunden ist...Jede Haut ist eben anders
Ich wollte den auch schon länger was testen und als Mit-Vanillefan hast du mir hier natürlich erst recht die Bestätigung gegeben. ;) Pokal für deine ausführliche Beschreibung!
Und "die beiden Düfte in ihre Sammlung zu überführen..." Welche beiden jetzt?
Tihota und St. Barth? Oder Cuir Beluga oder dann doch Vanille von Reminiscence? Und was ist eigentlich mit Coudray?