Replica - Jazz Club 2013

Replica - Jazz Club von Maison Margiela
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Platz 50 in Parfums für Herren
7.8 / 10 1817 Bewertungen
Replica - Jazz Club ist ein beliebtes Parfum von Maison Margiela für Herren und erschien im Jahr 2013. Der Duft ist süß-würzig. Es wird von L'Oréal vermarktet.
Gut kombinierbar mit Colonia Leather (Eau de Cologne Concentrée)
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Duftrichtung

Süß
Würzig
Rauchig
Holzig
Gourmand

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
rosa Pfefferrosa Pfeffer NeroliNeroli Primofiore-ZitronePrimofiore-Zitrone
Herznote Herznote
Rum AbsolueRum Absolue Java-VetiverJava-Vetiver MuskatellersalbeiMuskatellersalbei
Basisnote Basisnote
VanilleVanille Tabak AbsolueTabak Absolue StyraxStyrax

Parfümeur

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Bewertungen
Duft
7.81817 Bewertungen
Haltbarkeit
7.41618 Bewertungen
Sillage
7.11615 Bewertungen
Flakon
7.91559 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
7.51092 Bewertungen
Eingetragen von medicine, letzte Aktualisierung am 01.03.2024.

Rezensionen

70 ausführliche Duftbeschreibungen
9
Flakon
8
Haltbarkeit
8.5
Duft
JacSi9

13 Rezensionen
JacSi9
JacSi9
Top Rezension 67  
Die Suche nach dem Signatur-Duft. Oder: Vom kühlen Kopf im Hype-Orkan
Hätte man mir vor zwei Monaten gesagt, dass ich zeitnah eine Parfumbewertung schreiben würde, hätte ich wahrscheinlich gesagt: „Wirklich Witzig. Magst Du mir eben die Mango-Chutney-Soße reichen?“
(In der Situation sitze ich in einem anspruchsvollen Burgerrestaurant. Fragt mich nicht warum. Ist einfach so.)

Doch dann neigte sich mein süßlich-jugendlicher Duft der letzten Jahre (Carolina Herrera 212 Sexy Men) dem Ende zu und langweilte mich plötzlich mit einer Wucht, die es in sich hatte - oder besser gesagt: Eine Wucht ohne Substanz. Gott, war ich gelangweilt. Meine zarten 23 Jahre prallten in diesem Moment an meinem Vollbart und meiner 1,96-Meter-Körperfläche ab. Und ganz ehrlich: Als ich mir das letzte Mal wie 23 vorkam, war ich 17. Kann man nichts machen. Aber am Duft könnte man schrauben. Die erstmals wirklich bewusste Jagd nach dem Duft, der die Persönlichkeit markant unterstreicht und versinnlicht, wo man sich in fünf Jahren sieht: Sie war eröffnet.

Angefixt durch diese Ambition machte ich mich mit dem Elan eines Wissenschaftlers ohne Privatleben auf die Suche. Einmal Parfumo ausdrucken. Schwarz-weiß. Wegen Umwelt. Farbige, beinahe haptische Beschreibungen trieben mich zu einer Vielzahl hochgelobter Düfte. Wenn beinahe die gesamte Belegschaft jubelt, dann muss was dran sein, oder? Was war ich aufgeregt, als ich König-Aventus auf mein Handgelenk sprühte. Als mich dann plötzlich ein langweiliger Emporkömmling mit seiner gefälligen Arroganz anlächelte, war ich kurz davor, die Polizei zu rufen. Pulsader-Friedensbruch, Paragraph whatever.

Halt, stopp! Bis hier und nicht weiter. Und doch hörte es nicht auf. Bis auf GIT ließen mich die gefeierten Creed-Düfte kalt, die Duftwand bei Douglas konnte mich nicht in andere Welten katapultieren (und das wollte ich). Frauen lieben Sauvage, sterben für The One, steigen mit wildfremden Männern ins Bett, solange La Nuit dabei ist (Sogar tagsüber. Kleiner Schenkelklopfer, Ladies and Gentlemen). Hype aufsprühen, damit 18-jährige Mädels in Ohnmacht fallen, auch wenn es sich nicht nach mir anfühlt? Wollte ich nicht, sorry. Geschmäcker sind verschieden, das ist völlig in Ordnung. Aber ich konnte mich fortan weder auf Bewertungen noch auf Youtube verlassen - Sinnkrise im 21. Jahrhundert. Musste ich anfangen, selbst zu denken? Anstrengend.

Tom Fords Noir Extreme bildete mit seiner dunklen Süße und seiner wuchtig-blumigen Eleganz eine Ausnahme. So schnell schmiss sich noch nie ein dunkelblauer Anzug an meinen Körper. Umgeben von einem Luxusapartment im gedimmten Licht. Now we talk. Doch konnte ich mir nicht vorstellen, die extreme Nacht übers ganze Jahr hinweg auch am Tag zu tragen. (Ich hab’s heute mit den Tageszeiten. Entschuldigt, es wird einfach gerade so dermaßen früh dunkel draußen. Wo bist Du, mein Sonnenlicht?)
Eine Flut aus Parfumproben und eine nach wie vor nicht wirklich zufriedene Nase. Ich spielte mit dem Gedanken, einen Flakon Green Irish Tweed zu adoptieren. Der Duft gefällt mir nach wie vor sehr gut. Restlos begeistert war ich nicht.

Ex-Langzeitsingles wissen: Manchmal muss man aufhören zu suchen und sich finden lassen. Loslassen. Durchatmen. Also, hab ich mal irgendwo gelesen. Bin Single.
Spontan ging es für mich also diese Woche für drei Tage nach Wien. Wie ein Alkoholiker, der ein „letztes“ Mal durch die Spirituosen-Abteilung schlendert, besuchte ich einen Ösi-Douglas. Kurz bevor ich der Konzern-gewordenen Duftwolke entfliehen wollte, fiel mein Blick auf einen Flakon von Maison Margiela - Jazz Club. Die Replica-Linie war mir durch eine Duftprobe von Soul of the Forest bekannt, ganz bewusst hatte ich zwischendurch nach Walddüften gesucht. Toller, ungewöhnlicher Duft, aber für mich nicht alltagstauglich. Nirgendwo sonst hatte ich Tester der Marke gesehen. Stand hinter diesem City-Trip ein kosmischer Plan?

Nein.

Dennoch: Wenige Augenblicke später ergab alles Sinn. Bereits mit 20 Jahren hatte ich über zehn Jahre Big-Band-Erfahrung. Während sich andere Kids für Tokio Hotel das Leben nahmen, hörte und spielte ich Jazz. Dem Griff zu Jazz Club wohnte also eine biographische Ebene inne. Doch kann Nostalgie den Geruchssinn nachhaltig vernebeln?

Ich werde nicht auf einzelne Duftnoten eingehen. Das mag anspruchsvoll sein und beeindruckend klingen, mich interessiert der fertige Mix. Da bin ich pragmatisch. Wird mein Account jetzt gesperrt?
Als der Duft erstmals in meinem Nervensystem eintraf, war ich hin und weg, verwirrt, begeistert und gleichzeitig skeptisch. Jazz Club polarisierte und stellte für einen Sekundenbruchteil meine Welt auf den Kopf. Endlich! Klaus Kinski hätte im ersten Moment geschrien: „Ich liebe Dich, du dumme Sau!“

Atmosphärisch, süß, beinahe exotisch, würzig, dezent maskulin, Vorstellungen einer anderen Welt. Eine leichte Schwere, die sowas von elegant ist. Ich hatte so einen Duft nie zuvor gerochen. Richtiger Wow-Moment. Anstelle des Jazz Clubs machte sich schnell das Bild einer teuren Cocktail-Bar um meine Synapsen herum gemütlich. Wer gibt schon was auf Titel? Antwort: Jeder. Aber ihr wisst, was ich meine.

Ich konnte mir anfangs jedoch trotz allem nicht vorstellen, Jazz Club zu tragen, geschweige denn zu kaufen. Wahrscheinlich stand ich unter Schock und musste erstmal klarkommen. Die nötige Ehrfurcht zusammenkratzen. So hatte ich mir das vorgestellt. Endlich war was los. Langeweile mit Tränen in den Augen am Horizont.

Der Teststreifen verschwand in meiner Jackentasche, beseelt ging es wieder an die Wiener Luft. Nun führte meine Hand im 2-Minuten-Takt den Jazz-Cocktail an meine Nase. Ich konnte nichts dagegen tun, war dem Automatismus des Schicksals ausgeliefert. Mit jedem Einatmen gefiel mir der Duft besser, gedanklich war ich in anderen Realitäten. Wem machte ich etwas vor? Ich ging zurück, sprühte den Jazz-Moment auf meine Haut und bestellte online einen Flakon als ich im Hotel ankam. Richtig, ich habe die besagte Parfümerie ausgenutzt. So sind wir jungen Menschen.

Jazz Club ist ein besonderer, extrem schöner, eleganter Duft. Inmitten des Alltagswirbels entführt er mich und sagt mir: Da ist noch mehr. Außerhalb Deines engen Fokus. Du musst nur gucken.

Die Suche nach dem Signatur-Duft ist für mich beendet, der Hype-Orkan hat sich in ruhige Luft aufgelöst. Es gibt bei dieser Suche kein pauschales Richtig oder Falsch. Aber eines habe ich erneut gelernt: Das Intuitive, das nicht Aussprechbare unterhalb unseres Verstandes interessiert sich nicht für Hypes und Internetbewertungen. Es interessiert sich nur für den Moment, in dem sich die Duftmoleküle ihren Weg in unser Bewusstsein bahnen und neue Perspektiven eröffnen. In meinem Fall ist das mit Jazz Club geschehen.

____
Nachtrag 13.01.2018

Bin nach wie vor schwer angetan. Allerdings hat sich mein Empfinden dahingehend entwickelt, dass Jazz Club ruhig eine Liaison mit rauchigen Holznoten eingehen könnte. Je nachdem wie krass ich drauf bin, ist er mir zeitweise zu weich. Geschmackssache. Aber keine Angst, Jazz Club: Ich verlass Dich nicht!
10 Antworten
9
Flakon
10
Sillage
10
Haltbarkeit
9
Duft
MiriamHa

70 Rezensionen
MiriamHa
MiriamHa
Top Rezension 44  
Ihr Narren! Nee, Spaß...(or is it?)
Allein der Name des Parfums müsste doch eigentlich dafür sorgen, dass der hier der absolute Überflieger ist. Was'n da los? Jazz Club, Rum, Tabak, Vanille....normalerweise geht sowas doch wie warme Semmeln! Warum will den hier denn keiner?
Ich für meinen Teil hab ihn blind bestellt. Hab ihn dann ausgepackt, aufgesprüht, daran gerochen. Anschließend bin ich dann fast olfaktorisch gekommen, wenn ich das mal so sagen darf. Tobacco Vanille? Cuir Beluga? Tonka Imperiale? Dirty English? Was ist denn da los mit euch?? Alles sehr feine Düfte, aber dem steht der Jazz Club absolut in nichts nach! Ich kapier es nicht. Da hat man einen echt bezahlbaren (so verhältnismäßig zumindest), echt authentischen, echt einzigartigen Duft und keine Sau interessiert es. Ich kann von mir selbst jetzt nicht behaupten, sonderlich vertraut mit dem Geruch eines Jazzclubs zu sein, aber wenn es so da riecht, dann suche ich mir bald nen Job an der Bar. Leute, das ist goddamn sexiness in Reinform! Weiches Leder (keine Ahnung woher, aber es ist da), gemütliche Vanille, Tabak (muy erótico) und ein Schuss Rum zum Runterspülen.
Erotik ist aber nicht das Einzige, das mir in den Sinn kommt. Gleichzeitig empfinde ich eine tiefe Geborgenheit, Vertrautheit bei dem Geruch. Das liegt bestimmt daran, dass es irgendwie nach Haut riecht, für mich und an mir zumindest. Das wiederum könnte darauf zurückzuführen sein, dass meine Haut Vanille und milchige Noten immer besonders hervorhebt und gepaart mit Leder finde ich das einfach wahnsinnig angenehm und intim. Zigarette rieche ich hier gar nicht. Für mich ist es eher eine Mischung aus Tonka Imperiale und Cuir Beluga, mit einem Schuss Tobacco Vanille. Ein Duft der Extraklasse also. Und wie es aussieht, wird mir dieser Schatz allein vorbehalten bleiben, denn ihr wollt ihn ja nicht. Solange das nicht zu seiner Einstellung führt, kann ich damit aber sehr gut leben. Jazz Club ist ein echtes Meisterwerk, ich kann's nicht anders sagen und ich finde, Parfumo wird dem hier nicht gerecht. Entgegen der meisten Kommentare (auch auf fragrantica) empfinde ich Jazz Club übrigens nicht nur als Abendduft, sondern auch als total häuslich. Zum Ausgehen hervorragend, ja, aber eben nicht nur. Die Bilder, die mir in den Sinn kommen sind eher facettenreich. Sollte ich jemals heiraten, ich würde mich freuen, würden mein zukünftiger Mann und ich so riechen. Totales Unisex-Schätzchen, perfekt zum Couchkuscheln (gerne bei Jazzmusik) und trotzdem so chic, dass man damit danach tatsächlich stilvoll weggehen kann. Von der Erotik hab ich ja bereits gesprochen, also auch der Bereich Sinnlichkeit/Leidenschaft wird hier perfekt bedient.
Leute, ich kann einfach nichts Negatives sagen. Der ist auf den Punkt perfekt.
13 Antworten
8
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
FabianO

1003 Rezensionen
FabianO
FabianO
Top Rezension 19  
Tatsächlich - bessere, edlere, sinnlichere Variante von "The One"
Im ersten Moment dachte ich nach dem Aufsprühen: "Na toll, Abklatsch von D&G..." Den finde ich ganz okay, die Duftart stilistisch auch ganz interessant, aber eben nicht berauschend; auf mich wirkt "The One" etwas zu plakativ und laut in seiner Machart.

Nein, mit etwas Geduld aber zeigt sich, dass der "Jazz Club" nach einem Auftakt an der selben Startlinie alsbald qualititav und aromatisch etwas davoneilt und andere Akzente setzt.

Es ist durchaus ein warmer, gar leicht schwüler Duft; insofern passt der Name durchaus. Heißgetanzt und -geswingt, viele Menschen auf engem Raum, leicht ekstatisch.

Rum, Salbei, Tabak, Vanille - diese 4 Eckpunkte bestimmen aromatisch das Geschehen - durchaus eher etwas für die kühleren Tage und abends. Die Aromen sind gut verwoben, sinnlich, wärmend, durchaus etwas süßlich und wabernd, ohne sich aber in Pappigkeit zu verlieren.
Der Salbei hält etwas herb-ätherisch im Hintergrund dagegen, der Tabak ist sonnengoldig gereift und durch Rum und Vanille kommen sehr sinnliche, kuschelige Nuancen hinzu.

Tatsächlich also ein Grund für etwaige D&G-Fans, mal untreu zu werden. Preislich sehen kann dieser Duft sich ohnehin allemal.
2 Antworten
9
Preis
9
Flakon
6
Sillage
6
Haltbarkeit
9
Duft
ScentBubble

14 Rezensionen
ScentBubble
ScentBubble
Top Rezension 6  
Kunstleder, Nichtraucherschutz und exotische Drinks
Erfreulicherweise befand sich im Päckchen, mit dem „By the Fireplace“ geliefert wurde, auch eine Probe dieses Duftes hier: „Jazz Club“. Nachdem mich bereits „By the Fireplace“ aufgrund seiner Einzigartigkeit zu einem Kommentar bewogen hatte, möchte ich nun hiermit den Versuch unternehmen, den geneigten Leser ein Stück weit mit „Jazz Club“ vertraut zu machen. Gehen wir es also an.

Grundsätzlich zielt das Konzept von Maison Margielas „Replica“-Linie darauf ab, den Duftträger und seine Mitmenschen an bestimmte Orte zu versetzen oder ihn duftgestützt an bestimmte Tätigkeiten denken zu lassen. Welche dies im Einzelnen sind - sowie auch weitere Details zum Duft -, lässt sich dem aus meiner Sicht sehr stylishen, aus Stoff gearbeiteten Etikett entnehmen. Dieses Konzept findet im Übrigen sinngemäß auch bei Teilen der Bekleidungsartikel Anwendung, welche durch das Haus auf den Markt gebracht werden.

Wollen doch mal sehen, ob es der Parfümeurin Aliénor Massenet gelungen ist, dem selbst auferlegten Anspruch gerecht zu werden.

Zunächst einmal soll uns die Reise zurückführen ins Jahr 2013, und zwar in den Jazz Club Brooklyn. Dies soll dem Duft vor allem dadurch gelingen, dass er Assoziationen zu berauschenden Cocktails und Zigarren aufkommen lässt.

„Jazz Club“ eröffnet sein olfaktorisches Feuerwerk in mittlerer Lautstärke mit einer vanilligen Süße, zu gleichen Teilen gepaart mit einer sehr angenehmen Rumnote. Patschuli und Vetiver huschen unauffällig durch das Duftbild, welches insgesamt durch einen fein wahrnehmbaren Kokostouch an einen exotischen Drink erinnern lässt, ohne jedoch wirklich „boozy“ zu sein. Reflektiert „Jazz Club“ also den Geruch - nein, den Duft - berauschender Cocktails? Absolut ja, denn es geht hier ausdrücklich nicht um Whisky pur, sondern um - genau - Cocktails.

Wenden wir uns nun den Zigarren zu. Und genau an dieser Stelle gibt es eine Besonderheit: Die Parfümeurin war so umsichtig, den im Jahre 2013 bereits zum Glück fest etablierten Nichtraucherschutz zu berücksichtigen. Der rauchende Besucher des Jazz Clubs Brooklyn geht seinem Laster nämlich nicht etwa am Tisch nach, sondern begibt sich artig vor die Tür, wo ein paar edle Aschenbecher und in den kälteren Jahreszeiten auch ein Heizpilz auf ihn warten. Wenn er im Anschluss an seinen Tisch zurückkehrt, zieht er einen leichten Duftschleier nach sich, der dann sehr dezent von den anderen Gästen wahrgenommen werden kann. Jedoch: In der Raucherecke werden nicht etwa ein paar Selbstgedrehte mit Tabak vom Eckdiscounter durchgezogen. Vielmehr paffen die Gäste feinste Zigarren aus den besten Anbaugebieten.

Nur der Vollständigkeit halber soll hier erwähnt werden, dass sich auch der für Clubs übliche Geruch nach dem Leder der Sitzgelegenheiten wiederfindet. Und zwar sorgt das fein ins Duftbild eingewobene Styraxharz tatsächlich für eine ganz dezente, ausgesprochen balsamische Ledernote, die im Speziellen jedoch eher an Kunst- als an echtes Leder erinnert. Dies jedoch soll ausdrücklich nicht als negativ zu wertende Konnotation verstanden werden - ganz im Gegenteil.

Der Duft geht linear in den Drydown über, wo er dann deutlich leiser wird. Hierbei sei jedoch angemerkt, dass er in einzelnen Fällen zwar für den Träger nach einer bis zwei Stunden kaum noch wahrnehmbar ist und vielmehr hautnah anmutet, jedoch für Menschen in der näheren Umgebung locker-fluffig noch sechs bis sieben Stunden gut bemerkt werden kann, bis er schließlich tatsächlich hautnah wird.

Selbstverständlich möchte ich auch die vereinzelt zur Rede gebrachte Ähnlichkeit zu anderen bekannten Düften aufgreifen. Recht deutlich sind aus meiner Sicht Übereinstimmungen mit Dolce & Gabbanas „The One“. Um „Jazz Club“ exakt so daherkommen zu lassen wie „The One“, müsste man im Grunde Rum und Vanille subtrahieren und ein paar Gewürze dazugeben; jedoch ist die Ähnlichkeit bereits ohne Eingriffe in das Duftbild gut zu bemerken. Sehr viel weiter entfernt liegt Parfums de Marlys „Herod“. Hier wäre dann zwar nur die Rumnote zu entfernen; jedoch liegen die Düfte per sé vergleichsweise weiter auseinander.

Letztlich ist „Jazz Club“ ein tendenziell gourmandiger Duft, der bis auf die ganz heißen Tage durchaus das gesamte Jahr über getragen werden kann; gern am Tag, vor allem aber in den Abendstunden, jedoch nie anlassgebunden. Dem Etikett ist zu entnehmen, dass es sich um einen maskulinen Duft handele. Ich persönlich kann mir vorstellen, dass diese Klassifizierung das Ergebnis einer firmeninternen Abstimmung gewesen ist, bei der „male“ sich mit einer Stimme gegen „unisex“ durchgesetzt hat. Für meine Begriffe ist „Jazz Club“ gleichermaßen durch beide Geschlechter tragbar.

Ich für meinen Teil habe zwischenzeitlich eine der schicken Apothekerflaschen geordert und bin sicher, dass ich den Duft oft und gern tragen werde. Testen sollte man ihn auf jeden Fall!

Vielen Dank für’s Lesen!
8 Antworten
8
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
Sweetsmell75

210 Rezensionen
Sweetsmell75
Sweetsmell75
Top Rezension 17  
Jazz pur... Clubstimmung pur!
Angefixt durch MiriamHa musste ich diesen Duft unbedingt kennenlernen.
Bin ja etwas vorsichtig was Männerdüfte angeht weil ich zu masculin einfach nicht mag. Meistens entwickelt sich da bei mir immer so ne Rasierwassernote die ich auf den Tod nicht ausstehen kann. Also an einem Sharing teilgenommen und heute kam der Duft dann an. Danke nochmal an die liebe Parfuma für ihre Mühe. Ist übrigens der 1. Männerduft den ich getestet habe :)
Mutig habe ich mir den Duft aufgesprüht und war gedanklich kurzfristig nicht mehr auf meinem Balkon ... aber lest selbst ....
Die Atmosphäre in einem Jazzclub ... alte Ledersessel, Beistelltische auf denen edle Gläser mit feinstem Rum stehen ... rauchgeschwängerte Luft. Leise Jazzmusik im Hintergrund... gute Gespräche ... angenehme Stimmung. Das ist Jazz Club.
Zum Duft:
Jazz Club startet würzig-zitrisch und ich meine gleich zu Beginn Rum und eine Tabaknote wahrzunehmen die sich durch den gesamten Duftverlauf zieht. Hell und freundlich ist der Start. Es dauert aber nicht lang da wir der Duft tiefer, würziger, rauchiger und eine feine Vanillenote gesellt sich dazu.
Balsamisch, leicht holzig und ein bisschen süßlich geht es in die Basis. Ich könnte schwören da ist eine feine Ledernote aber kann natürlich auch sein mir die einzubilden weil im unteren Kommentar erwähnt oder einfach weil Leder irgendwie zu dieser Clubstimmung dazugehört.
Die Haltbarkeit scheint ziemlich gut zu sein... es ist jetzt keine überlaute Sillage aber gut wahrnembar ist Jazzclub schon.
Ich finde den Duft eher für Abends zum ausgehen gemacht. Könnte mir vorstellen das er auf Männerhaut ziemlich sexy ist. Jazz Club würde ich persönlich aber als Unisex-Duft bezeichnen. Weil er uns Mädels auch ganz gut steht ;)
Der Flakon ist ganz nett.
Fazit:
Jazz Club ist Jazz pur... Clubstimmung pur. Die Duftnoten kommen sehr authentisch rüber. Testenswert! Kaufen würde ich mir den Flakon jetzt nicht, aber über die Abfüllung freu ich mich :)
6 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

438 kurze Meinungen zum Parfum
PinseltownPinseltown vor 2 Jahren
10
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
9.5
Duft
Jazz Club mit magischer Faszination
Süßlich Grasfarmrauch schwebt rumgetränkt
Musik glüht
Im wiegend Takt der Erinnerung
So nicely, yeah ooh
30 Antworten
MariellaMmmhMariellaMmmh vor 3 Jahren
8
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
9
Duft
Im gedimmten, rauchigen Club viele spritzig-süße Coctails schlürfen und zu den Klängen von Count Basie in deine Augen schauen, stundenlang.
17 Antworten
MonsieurTestMonsieurTest vor 1 Jahr
8
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
7.5
Duft
Eher Chet sings with strings
Als Brötzmann, Coltrane, Shepp:
Mildwürziges Tabak-Rum Likörchen
Weak Vetiver&Styrax.
Cosy Sofa-Schmusejazzer
24 Antworten
DuftgroupieDuftgroupie vor 2 Monaten
7
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Kneipe zwischen Rum & Dessert / rauchiges Nebenfeld/ Vetiver nistet sich fein ein /holziggourmandig entwickelt sich zum ledrigen Gebäck
23 Antworten
Edda32Edda32 vor 3 Jahren
7
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
7.5
Duft
Moll-zwei-fünf-eins-Progression. Alone together. Sie hatte den Tisch gewischt. ''Einen Bourbon bitte, Bakers 107, kein Eis!" Bloß kein Eis.
6 Antworten
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