Grain de Plaisir von Maître Parfumeur et Gantier
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7.6 / 10 69 Bewertungen
Grain de Plaisir ist ein beliebtes Parfum von Maître Parfumeur et Gantier für Herren und erschien im Jahr 1998. Der Duft ist zitrisch-grün. Es wird noch produziert.
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Duftrichtung

Zitrus
Grün
Würzig
Frisch
Harzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
ZitroneZitrone MinzeMinze AldehydeAldehyde
Herznote Herznote
LavendelLavendel SelleriesamenSelleriesamen MastixharzMastixharz MyrteMyrte
Basisnote Basisnote
Java-VetiverJava-Vetiver SandelholzSandelholz MoschusMoschus Tanne AbsolueTanne Absolue

Parfümeur

Bewertungen
Duft
7.669 Bewertungen
Haltbarkeit
6.959 Bewertungen
Sillage
6.161 Bewertungen
Flakon
7.155 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
6.411 Bewertungen
Eingetragen von Pazuzu, letzte Aktualisierung am 11.04.2024.

Rezensionen

5 ausführliche Duftbeschreibungen
10
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
10
Duft
Yatagan

394 Rezensionen
Yatagan
Yatagan
Top Rezension 47  
Phänomenologie der Zitrone
Es gibt eine Duftlinie am Rande des Duftuniversums, die eine intensive, fruchtige, etwas dunkle Zitrone mit einer leicht animalisch wirkenden Note in den Mittelpunkt stellt. Zitrone mit Fleisch ist meine Assoziation.

Dazu gehören Düfte wie Citrus Paradisi von Czech & Speake, Spiced Limes von Crown (bzw. in etwas schwächerer Variante vom Nachlassverwalter Anglia), im Grunde sogar Eau Sauvage (dessen Name ja auch in diesem Sinne gedeutet werden könnte: sauvage als animalisch wild), Eau de Patou (in der Originalfassung), Loewe para hombre (pour homme wie es nun heißt), Moustache von Rochas oder Pour Homme von YSL. Allen diesen Düften ist eine Moschus-Moos-Basis gemein, gelegentlich übernimmt auch Patchouli oder Sandelholz die Rolle einer der beiden zuvor Genannten und kontrastiert in eigentümlicher Weise und mit einem süßen (animalischen) Unterton mit der sauer-herben Zitrone.

Auch Grain de Plaisir gehört für mich in diese Kategorie, ist jedoch anders aufgebaut und dennoch oder gerade deshalb ein besonders schöner Vertreter dieser Richtung. Die stabile Basis bildet hier neben dem oben erwähnten Moschus Mastixharz und Tanne-Absolue, eine dunkelgrün-harzige Komponente, die ich ohnehin besonders liebe, auch wenn sie für ungeübte Nasen zunächst sehr gewöhnungsbedürftig erscheint. Raffiniert erscheint mir hier auch der zusätzliche Einsatz von Sandelholz, das bei entsprechender Dosierung gelegentlich eine fast animalisch-süßlich-milchige Wärme verströmen kann. Angeblich soll die besondere Wirkung von Sandelholz sogar wissenschaftlich erwiesen sein: es dufte wie ein männliches Hormon... Warum auch immer: Sandelduft hat eine erotische Komponente.

Eine spannende und im Kontext der fleischigen Basis geradezu eigenwillig erscheinende Kombination ist zudem die Mischung aus Zitrone und Minze in der Kopfnote, die ich für einen eleganten Kniff bei hesperidischen Colognes halte, denn obwohl beide Akzente hell und frisch sind, vertragen sie sich nicht ganz und gar harmonisch, sondern erzeugen wiederum eine latente Spannung, die bei Düften erst den eigentlichen, aber eigenwilligen Reiz für Liebhaber ausmacht. Das sind keine Düfte fürs Mainstreamregal, nicht einmal Düfte fürs derzeit angesagte Nischensegment, sondern Colognes für Liebhaber extravaganter Noten.

Natürlich ist das Ganze nicht halb so verschroben, wie es klingen mag, sondern eher ein leiser Vertreter der schrägen Töne, vergleichbar mit einer stillen, weniger schrillen Komposition zeitgenössischer Musik: Luigi Nono etwa.

Im Sinne der Philosophie von Hegel könnte man diesen Duft als den Versuch beschreiben, Ungreifbares in Greifbares zu überführen. Die leisen Töne (Zitrone, Lavendel, Minze, Aldehyde) werden zu Fleisch (Animalisches, Moschus, Harz und: Sandelholz), überführen Gegensätze ineinander und lösen damit eine Spannung dialektisch zu einem Höheren auf. Der Duft bleibt quasi ständig zwischen zwei Polen und irisiert zwischen Einheit und innerem Widerspruch.

Meines Erachtens ist gerade das die Stärke von guten Düfte, dass sie keine vollkommene Harmonie, sondern die geschickte Zusammenführung von Gegensätzen darstellen, die in einer Balance gehalten werden, die weder die eine noch die andere Komponente die Überhand gewinnen lassen.

Im vorliegenden Falle ist das, - ich muss es noch einmal wiederholen -, weniger spektakulär als es zu sein scheint. Im Gegenteil ist ja auch gerade das Geheimnis vieler guter Düfte, dass sie die leisen Töne anschlagen und dennoch zu überraschen vermögen: Philosophie statt Demagogie, klassisches Drama statt Thriller.

Mit Verlaub: viele moderne Düfte, dazu gehören für mich auch viele (natürlich keineswegs alle) wuchtig-orientalischen Düfte, lassen gerade diese dialektische Balance zwischen Polen vermissen. Sie sind laut und eindeutig, gelegentlich brachial: das kann man den Düften von Maitre Parfumeur et Gantier sicherlich nicht vorwerfen. Sie setzen eine längere Auseinandersetzung mit ihren Kompositionen voraus, wissen nicht gleich zu gefallen.

Um noch einmal auf einzelne Komponenten zurück zu kommen: Die Existenz etliche der angegebenen Duftnoten kann ich mir einbilden, wenn ich von ihnen weiß: Selleriesamen, Aldehyde (mir nicht einleuchtend), selbst Vetiver bleibt vollkommen unscheinbar im Hintergrund. Klar erkennbar sind sie m.E. nicht.
Dennoch: vielleicht sind es gerade die unscheinbaren Töne, die im Gesamtkonzert für die perfekte, oben beschriebene Balance und Spannung zugleich, die dialektische Aufhebung der Gegensätze im Diskurs der Duftnoten zu einem höheren Ganzen - besser sogar als bei den oben Aufgezählten - verantwortlich sind.

Alles in allem nennt man das große Kunst.

P.S.: Für die Anregung zur Überschrift danke ich Stefanu155 ;)
36 Antworten
5
Haltbarkeit
6
Duft
Apicius

1106 Rezensionen
Apicius
Apicius
Top Rezension 12  
Eine tonnenschwere Zitrone!
Grain de Plaisier ist die Zitrone im Sortiment von Maître Parfumeur et Gantier. Sehr kräftig, sehr laut - und süß! Kräftig-Zitrisches wird ja gerne mal mit Kräutern, auch mit Hölzern kombiniert, doch selten - wie hier - mit einem eher opulent-orientalischem Unterbau.

Dabei macht es einem die dominante Zitrusnote recht schwer, etwas zu unterscheiden. Mag sein, dass da Sellerie ist; ich denke aber doch, der Fokus liegt möglicherweise mehr auf den harzigen Noten. Die immer vorhandene Süße ist es, welche die gefürchteten Putzmittel-Ähnlichkeiten betont zitrischer Düfte in diesem Fall ausschließt. Dafür darf man dann tief in die Bonbontüte greifen: kein Nimm Zwei, sondern kräftiger - saure Drops!

Grain de Plaisier ist der originelle Versuch eines Zitrusduftes jenseits von Acqua di Parma Colonia. Dennoch sehe ich Grain de Plaisier kritisch. Ohne betont experimentell zu sein, stört mich etwas an diesem Konzept. Erstens ist mir das schon zu gourmand, und zweitens finde ich den fast orientalisch-harzigen Unterbau irgendwie störend. Ohne zu wissen was - aber etwas passt da nicht. Kräftige Zitrone auf orientalischer, opulenter Basis ist nicht per se schlecht. Letztens wurde das sehr schön von Micallef umgesetzt, für den Signaturduft „Gutenberg Man“ für die Heike-Ackermann-Parfumerie in Mainz.

Nun ja, Grain de Plaisir ist eben ein Nischenduft, der nicht jedem gefallen muss. Ähnlich wie Micallef pflegen Maître Parfumeur et Gantier einen konservativen Stil, der durch ungewöhnliche, fast experimentelle Attitüden gebrochen wird. Insoweit ist Grain de Plaisir ganz typisch für diese Marke. Ich persönlich finde jedoch, das große Sortiment von Maître Parfumeur et Gantier hat Schöneres zu bieten.
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Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
6
Duft
FabianO

1005 Rezensionen
FabianO
FabianO
Sehr hilfreiche Rezension 8  
Die etwas andere Zitrone - etwas sperrig in harzigem Gemüse verpackt
Im ersten Moment interessant. Eine Zitrone - vielleicht auch eher deren leicht wachsige Schale - wird ungewohnt unfrisch in den Mittelpunkt gerückt. Sommer fällt da gedanklich gleich flach, man rutscht gefühlig in den Herbst.

Unfrisch durch offenbar reichhaltung Selleriesamen, irgendwie gemüseartig, vegetabil. Dazu gesellt sich ein eine ausgeprägte Harzigkeit, die das Ganze umarmt und irgendwie einschnürt.

Das ist durchaus armomatisch alles auf einer Linie, nichts sticht besonders hervor, was ja durchaus dem Können eines Parfumeurs zuzuschreiben ist.

Allerdings bleibt der Gesamteindruck etwas unschlüssig. Der Spagat zwischen drahtig-prickelnder Zitrusfrucht und orientalisch angehauchten Harzen, dazu noch etwas gemüsig durchsetzt, erscheint mir - bei allem Mut - irgendwie irreführend breit in seiner Stilistik. Irgendwie verströmt "Grand de Plaisir" dabei etwas leicht Nerviges, auch ein wenig Anstrengendes.

Nach zwei Stunden zerfällt die Zitrone etwas, waldigere, grünere Noten treten dafür hervor, immer noch sehr harzig-straff ummantelt. Nein, ich liege etwas quer mit diesem Duft. Nicht uninteressant, aber irgendwie unzugänglich.
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Flakon
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Sillage
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Haltbarkeit
9
Duft
Igraine

45 Rezensionen
Igraine
Igraine
Top Rezension 9  
Zitrus-Pretiose
Das Leben ist hart und ungerecht. Da testet man sich während der unerträglichen Hitzewelle vor ein paar Wochen durch Unmengen kühlende Zitrus-Schnüffchen und findet nichts Genehmes - und jetzt, wenn einem bei fast winterlichen Temperaturen der Hintern abfriert, stolpert man zufällig und ganz unverhofft über ein Kleinod, das vielleicht der heilige Zitrus-Gral gewesen wäre.

Grain de Plaisir startet mit einer beeindruckenden Zitronen-Minze-Kombination. Die Zitrone (im Stück, bittere Schale + Saft) ist die schönste und natürlichste, die mir bisher in einem Parfum begegnet ist. Da ist eigentlich keinerlei Assoziation mit Entkalker, Putzmittel oder quietschgelben Plastikzitronen möglich. Dazu mischt sich die Minze, ebenfalls sehr natürlich und unaufdringlich. Das hat ein bißchen was von einem Cologne, wirkt aber überhaupt nicht billig oder altmodisch.
Zur ätherischen, frischen Zitronenminze kommt dann das, was mich bisher vom Testen dieses Duftes abgehalten hat: Sellerie. Fällt bei mir als Nahrungsmittel unter völlig ungenießbar und inakzeptabel, und auch das ätherische Öl aus Selleriesamen duftet zwar nicht direkt schlecht, war aber als heraussriechbare Parfumnote eher unvorstellbar. Bis jetzt. Hier ist der Sellerie eine perfekte frische, hellgrüne Ergänzung zur Zitronenminze. Sehr ungewöhnlich, aber dezent und absolut tragbar. Statt der in der Pyramide angebenen Myrte und Lavendel glaubte ich, ein bißchen Anis und Basilikum zu riechen. Ist aber auch egal, die Komposition wird jedenfalls zitrisch-krautig und ist noch immer wunderschön herb und erfrischend. Die Basis ist recht unspektakulärer Moschus mit dezentem Vetiver, aber das große Kino davor lohnt einen Test.
Insgesamt für mein Empfinden ein sehr ausgewogener, herb-grüner Sommerduft. Paßt immer, erfrischt und macht gute Laune.

Mit meinem mangelhaften Rest an Schulfranzösisch hab ich "Grain de Plaisir" im ersten Moment zweifelnd als "Lustkörnchen" übersetzt, was zwar zu der bei ALzD erwähnten aphrodisierenden Wirkung gepaßt hätte, aber irgendwie nicht so naheliegend schien. Tatsächlich ist es wohl eher "Ein kleiner Moment der Freude", und das paßt auf jeden Fall. Leider auch, was die Haltbarkeit angeht: Die ist auf der Haut (oder meiner zumindest) nicht überwältigend und wirklich ein eher kleiner Moment. Aber auf Klamotten oder Haare gesprüht wird der Moment der Freude deutlich länger.
1 Antwort
8
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
8.5
Duft
Parma

260 Rezensionen
Parma
Parma
Sehr hilfreiche Rezension 7  
Hua... I like it!
Grain de Plaisir ist ein Duft, der mich hinten raus überzeugt hat. Er war eine Probenspende von Couchlock, dem ich dafür sehr danke.

Duftverlauf:
Der Start ist scharf zitrisch und dabei unheimlich saftig. Schnell gesellt sich eine leicht bitter-säuerliche Note dazu. In diesem Stadium erinnert er mich sehr an den Estroverso, bei dem mir die saftige Säuerlichkeit, trotz seiner Eleganz, zu viel war. Der Grain de Plaisir kriegt aber die Kurve, indem immer mehr eine herbgrüne Gewürznote durchkommt, die nach einer guten halben Stunde den Duft dominiert. Ich kann im weiteren Verlauf nur noch sie wahrnehmen und sie gefällt mir so gut, ist so angenehm trockenherb männlich, ohne staubig oder altbacken zu wirken, dass mir diese Eindimensionalität nichts ausmacht. Ich bin im Gewürze erkennen noch nicht so gut, deshalb ging sie für mich in Richtung einer Kreuzung aus Lavendel und Muskatnuss, vielleicht auch in Richtung Nelke. Die übrigen Bestandteile kann ich nicht wahrnehmen und merke auch keinen weiteren Verlauf zur Basis hin.

Haltbarkeit und Sillage:
Ich konnte den Duft etwa 5 Stunden gut in der Abstrahlung wahrnehmen. Die Sillage war von Beginn an zurückhaltend.

Fazit:
Stark trockenherb-würziger Duft, dessen Note ich unheimlich mag. Der Beginn ist mir zu säuerlich-zitrisch. Eine tolle Alternative zu anderen eher herbtrockenen Herrendüften. Tragbar das gesamte Jahr über und zu den meisten Anlässen. Ein in seiner Aussage sehr angenehm klarer Duft.
2 Antworten

Statements

31 kurze Meinungen zum Parfum
Eggi37Eggi37 vor 4 Monaten
8
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
Erfrischend-waldiger Wohlgeruch
Herb-süßliche Bio-Hesperiden
Weicher Tiefgang mit
nadelgrünen Koniferen &
Hell-wärmenden Mastixharz
66 Antworten
AxiomaticAxiomatic vor 2 Monaten
10
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
10
Duft
Wenn das Zusammenspiel von Aldehyden, Hesperiden, Harze und Hölzer zum Nachdenken anregt.
Ein Hin und Her der Impressionen.
Vollendet. *
42 Antworten
SchalkerinSchalkerin vor 3 Jahren
8
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
8.5
Duft
Starke herbe Zitrone mit leichter Minze, wird harzig und grün. Mit einer passenden schönen Süße.
24 Antworten
DuftgroupieDuftgroupie vor 2 Monaten
10
Flakon
8
Sillage
7
Haltbarkeit
10
Duft
Zitrischgrüner Kräutergarten, die Minze prominent & gesellig/ würziger Segen/ Harz-Prinzen entspringen Hölzern - Magische Faszination
28 Antworten
ParfumAholicParfumAholic vor 1 Monat
8
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
5
Duft
Ich kann mir nicht helfen, aber ich rieche lange (zu lange) fast nur Sellerie und fühle mich wie in einer Suppenküche gefangen. Verstärkt +
46 Antworten
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