
Ooonidda
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Ooonidda
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3
Pinien Impressionismus
Wie riechen Pinien? Üppige, alte Pinien, harzig und knorrig, verströmen vor allem, wenn die Sonne auf sie trifft, einen charakteristischen Geruch (für mich ein Nostalgie-Bomber hoch 1000, aka Zelturlaub-als Kin-mit-den-Eltern-Duft). Holzig-frisch, grün, herrlich herb und zugleich irgendwie kühlend-frisch, mit einer schönen zitrischen Note dazwischen. Besonders wenn die Sommer-Sonne auf die Zweige trifft, entwickelt sich ein charakteristisches Aroma, denn eine balsamische, harzige Süße gesellt sich meist dazu.
Ich assoziiere den Duft mit flirrend heißer Luft, die fast schon süßlich schmeckt.
Nun gut, unter der besagten Pinie steht mein Klappstuhl an diesem Morgen. Es ist ein noch kühler Morgen, und hier unter den Pinien ist es noch minzig-frisch, die alten und trockenen Piniennadeln, unter mir auf dem Boden, verströmen bereits ihren Duft während man auf sie tritt, der duft des Sommers am Mittelmeer, wenn auch noch leise. Die Spitzen der Pinie werden seit einer halben Stunde von der bereits heißer werdenden Sonne getroffen und fangen an, ihren Duftnebel über den Platz zu legen. Noch bin ich etwas klamm von der Nacht im Zelt, also streife ich mir einen Pulli über und setze den Kessel auf den kleinen Gaskocher, um mir einen Tee zu kochen. Kein Teebeutel? Kein Problem! Etwas frische Minze in die Tasse, dazu eine Schnitz Zitrone für das mediterrane Gefühl, und etwas Dekadenz muss auch sein: ein dicker Löffel Honig wandert hinein. Voila, nun sitze ich hier mit meiner Tasse und wackel vor Wonne mit den Zehen in den bunten Flipflops.
Pierre Guillaume hat das Talent, Düfte und Duftnoten einfühlsam neu zu interpretieren. Nicht das Rad neu erfinden, sondern Bestehendes zu nehmen und dem Ganzen wie ein Impressionist einen eigenen Standpunkt zu verleihen. Er lässt uns seine Welt so sehen beziehungsweise riechen, wie er sie uns wahrnehmen lassen will.
Auch hier ein mediterranes Landschaftsgemälde, doch statt der immer gleichen „naturgetreuen“ Peisage aus Zitrik, Kräutern, Holz, Tanne und wahlweise Aquatik oder Süße schnappt sich Herr Guillaume hier die Pinie, zerlegt sie olfaktorisch in ihre Bestandteile und setzt sie auf seine Weise wieder zusammen. Das süß-harzige des Baumsafts wird zum zahnflüssigen bernsteinfarbenen süßen Honig, die zitrischen Anteile des Piniennadel-Aromas werden durch die Zitrus-Akkorde in den Vordergrund gerückt, die herbe Kälte und das dunkle Grün durch die Minzfrische repräsentiert, das Holz selbst?Vornehm zurückhaltend in der Basis.
Ein impressionistisches olfaktorisches Gemälde einer Pinie vom Meister selbst, oder eben mein morgen mit dem Tee unter Pinien, was weiß ich.
Ich assoziiere den Duft mit flirrend heißer Luft, die fast schon süßlich schmeckt.
Nun gut, unter der besagten Pinie steht mein Klappstuhl an diesem Morgen. Es ist ein noch kühler Morgen, und hier unter den Pinien ist es noch minzig-frisch, die alten und trockenen Piniennadeln, unter mir auf dem Boden, verströmen bereits ihren Duft während man auf sie tritt, der duft des Sommers am Mittelmeer, wenn auch noch leise. Die Spitzen der Pinie werden seit einer halben Stunde von der bereits heißer werdenden Sonne getroffen und fangen an, ihren Duftnebel über den Platz zu legen. Noch bin ich etwas klamm von der Nacht im Zelt, also streife ich mir einen Pulli über und setze den Kessel auf den kleinen Gaskocher, um mir einen Tee zu kochen. Kein Teebeutel? Kein Problem! Etwas frische Minze in die Tasse, dazu eine Schnitz Zitrone für das mediterrane Gefühl, und etwas Dekadenz muss auch sein: ein dicker Löffel Honig wandert hinein. Voila, nun sitze ich hier mit meiner Tasse und wackel vor Wonne mit den Zehen in den bunten Flipflops.
Pierre Guillaume hat das Talent, Düfte und Duftnoten einfühlsam neu zu interpretieren. Nicht das Rad neu erfinden, sondern Bestehendes zu nehmen und dem Ganzen wie ein Impressionist einen eigenen Standpunkt zu verleihen. Er lässt uns seine Welt so sehen beziehungsweise riechen, wie er sie uns wahrnehmen lassen will.
Auch hier ein mediterranes Landschaftsgemälde, doch statt der immer gleichen „naturgetreuen“ Peisage aus Zitrik, Kräutern, Holz, Tanne und wahlweise Aquatik oder Süße schnappt sich Herr Guillaume hier die Pinie, zerlegt sie olfaktorisch in ihre Bestandteile und setzt sie auf seine Weise wieder zusammen. Das süß-harzige des Baumsafts wird zum zahnflüssigen bernsteinfarbenen süßen Honig, die zitrischen Anteile des Piniennadel-Aromas werden durch die Zitrus-Akkorde in den Vordergrund gerückt, die herbe Kälte und das dunkle Grün durch die Minzfrische repräsentiert, das Holz selbst?Vornehm zurückhaltend in der Basis.
Ein impressionistisches olfaktorisches Gemälde einer Pinie vom Meister selbst, oder eben mein morgen mit dem Tee unter Pinien, was weiß ich.
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Pfefferminze
Pinie
Zitronengras
Chinesische Jujube-Honig
Bergamotte




Danny264
Ergoproxy
Yatagan
Theris
Heikeso


































