Aqaysos von Pierre Guillaume
Käufe über Links auf unserer Website, etwa dem eBay Partner Network, können uns Provision einbringen.
7.9 / 10 331 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Pierre Guillaume für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2017. Der Duft ist fruchtig-frisch. Es wird noch produziert.
Aussprache
Käufe über Links auf unserer Website, etwa dem eBay Partner Network, können uns Provision einbringen.

Duftrichtung

Fruchtig
Frisch
Würzig
Holzig
Zitrus

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
KorianderKoriander LimetteLimette BergamotteBergamotte
Herznote Herznote
Schwarze JohannisbeereSchwarze Johannisbeere SzechuanpfefferSzechuanpfeffer
Basisnote Basisnote
weißer Moschusweißer Moschus animalischer Moschusanimalischer Moschus HölzerHölzer KakaobohneKakaobohne

Parfümeur

Bewertungen
Duft
7.9331 Bewertungen
Haltbarkeit
7.1296 Bewertungen
Sillage
6.7295 Bewertungen
Flakon
7.9275 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
6.898 Bewertungen
Eingetragen von OPomone, letzte Aktualisierung am 01.03.2024.
Wissenswertes
Der Duft ist Teil der Kollektion "Huitième Art", welche 2018 in "Collection Noire" umbenannt wurde.

Duftet ähnlich

Womit der Duft vergleichbar ist
Oshiso von Pierre Guillaume
Oshiso
Orage von Louis Vuitton
Orage
Sublime Balkiss von The Different Company
Sublime Balkiss
You're So Vain von Gritti
You're So Vain
Purple Label von Ralph Lauren
Purple Label
11.2 Spicematic von Pierre Guillaume
11.2 Spicematic

Rezensionen

23 ausführliche Duftbeschreibungen
10
Preis
7
Flakon
6
Sillage
8
Haltbarkeit
9.5
Duft
Fresh21

95 Rezensionen
Fresh21
Fresh21
Top Rezension 68  
Verknallt bis über beide Ohren :)
Kurz vorab: Sorry für die lange Tapete, aber dies ist eine Liebeserklärung, da sollte man nichts kürzen;) Andererseits bin ich selten so sprachlos gewesen wie bei diesem fantastischen Duft. Vielleicht braucht ein so simpler Duftverlauf auch gar keine Worte und will einfach nur genossen werden?! So habe ich Stunden für diesen Kommentar gebraucht, der i.Ü. mit größtem Dank unserem lieben Norleans gewidmet ist. Von ihm erhielt ich schon mehrere tolle Empfehlungen und Proben für Frischedüfte, doch mit Aqaysos hat er nun den Vogel abgeschossen:)

Kommen wir also zur Beschreibung des Dufts, der irgendwie ambivalent ist. Denn einerseits ist sein Verlauf alles andere als komplex, doch seine Einfachheit zu skizzieren fällt mir dennoch nicht leicht, zeugt sie für mich doch von einer besonderen Genialität:

Aqaysos startet gleich mit Maximal-Frische, deren fruchtiger Ton mir zwar bekannt vorkommt, aber auch eine ungewohnt "moderne Lässigkeit" mitbringt, die sofort gefällt. Klar, das Bekannte ist die Johannisbeere, die hier auch endlich mal wie eine Beere auftritt, und nicht als der übliche Mix irgendwelcher Inhaltsstoffe, die allenfalls in Richtung schwarze Johannisbeere zielen, zwar häufig versetzt mit einem lieblichem Touch, doch zugleich leicht muffig-dumpf und angesäuert im maskulinen Fruchtholz-Aventus-Verschnitt. Mit anderen Worten Aqaysos duftet GANZ ANDERS, nämlich frisch, strahlend, lila:) Und doch geht es wohl auch in ihm nicht um eine ausschließlich natürliche schwarze Johannisbeere. Hierzu fand ich offiziell im Netz:

"Die Besonderheit: Alle Parfums enthalten pflanzliche, natürliche Ingredienzen von organischer Qualität, die sich mit synthetischen Duftmolekülen vereinen – eine Synergie aus natürlichen, oft biologischen Essenzen und synthetischen Akkorden (Phytoparfumerie) … Jeder der Black Collection Düfte enthält lediglich zwei bis drei Essenzen, wodurch die klassische Duftpyramide aufgehoben wird. Somit ergibt sich eine elegante und unverwechselbar klare Identität."

Und so nehme ich Aqaysos auch wahr. Da ist so ein toller Mix aus weicher, voller, angesüßter Beere, einer Prise Pfeffer sowie ein wenig feinem (Zeder?)Holz im Hintergrund - und das Ganze durchwirkt von Moschus, der ja hier auch "animalisch" sein soll. Einfach top, weil speziell und gefällig zugleich! Ich fragte auch Norleans nach dieser besonderen Färbung des Dufts, die mich an etwas total Vertrautes erinnert. Entfernt vielleicht an Haut(?), doch nicht in Richtung Schweiß, also stechend, scharf, ätzend, sondern gerade umgekehrt, wohltuend angenehm, warm, atmend. Vielleicht spielt auch der subtile Hauch von Kakao mit rein, den man ja in der Pyramide findet? Jedenfalls erzeugt diese faszinierende Note irgendwie eine große Nähe, hat etwas Friedliches, Freundliches, Bekanntes. Wahrscheinlicher ist mir aber der Moschus, der hier in Kombination zur schwarzen Johannisbeere sehr speziell verbaut ist, wogegen Norleans eher auf Iso-E-Super tippt. Das kann ich auch halbwegs nachvollziehen, habe ich doch Molecule01 zumindest als einen zarten lieblich-weichen Holzton vernommen ...

Was allerdings von diesen Hauptingredienzen tatsächlich natürlich und was synthetisch ist, vermag ich nicht zu sagen, doch man spürt stets ihre kontrastierende aber gleichsam einende Wirkung, die unheimlich attraktiv ist. Selten habe ich Synthetik so smart und dezent verbaut erlebt.

Die Kopfnoten Limette und Bergamotte spielen zwar eher eine untergordnete Rolle, wenngleich zumindest erstere zur Frische des Dufts eine dezente Fruchtspitze beisteuert. Doch von Koriander scheint mir allenfalls homöopathisch mitzumischen, der hier in größerem Maßstab auch nicht reinpassen würde. Denn der Hauptdarsteller ist klar die schwarze Johannisbeere, die mich endlich mal auf ganzer Linie überzeugt, und im Zusammenspiel mit den Moschustönen einen sehr reizvollen Duft entfacht, ob nun ein wenig synthetisch oder nicht (wer dagegen mal Lust auf eine total natürliche schwarze JoBe hat, der besuche den Kommi von Melisse2 zum "Cassis" [Parfums Sven Pritzkoleit] den sie "den schwarze Johannisbeer-Duft der schwarzen Johannisbeer-Düfte" titelt:)

Zur Sillage und Haltbarkeit schrieb Norleans, dass diese wohl kaum Rekorde brechen, indem man verschiedentlich meint, "der Duft ist weg, aber das Umfeld nimmt ihn dennoch deutlich wahr. Wenn da wirklich Iso drin ist, könnte das dieses "Duftflackern" auslösen, ähnlich wie bei Molecule01". Dem kann ich nur zustimmen, denn an meinem Hals haftet er zwar 6-7 Stunden, doch seine anfänglich deutliche Sillage beginnt schon nach ca. 2 Stunden etwas unstetig zu werden.

ABER: ganz anders auf einem Shirt - YES, HE CAN!

Denn hier macht der Franzose nun meinem Signature Konkurrenz (Higher von Dior), den ich ebenfalls zwecks besserer H&S meist auf Shirts trage. Beide Düfte wirken dort tiefer, intensivieren ihre Sillage um ca. 20%, projizieren kontinuierlich und VERDOPPELN ihre Haltbarkeit! Und genau wie Higher trägt man auch diesen schönen Beeren-Duft idealerweise von Frühling bis Herbst, in Freizeit und Beruf, gerne auch beim Sport.

Nach meiner strengen:) Bewertung ist Higher mein einziger 10er Duft, Aqaysos liegt derzeitig bei 9 (Tendenz 10) und ansonsten habe und kenne ich nur eine Handvoll 8,5er und niedriger. In diesem faszinierenden Pierre Guillaume fand ich somit meine Nr.2, zu dem ich nun eine ähnliche "Nähe" wie zu meinem Signature habe.

Fazit: Aqaysos ist ein frischer Fruchtduft, der die ersten 1,5 Stunden eine überfrische lieblich-markante schwarze Johannisbeere abbildet, die etwas angeschärft aber dennoch warm rüberkommt, weder säuerlich noch bitter. Danach reduziert sich die Süße und ein besondere Moschuston kommt zunehmend zum Vorschein, der den Duft ungewöhnlich "nahbar" macht. Man wird förmlich eins mit ihm, während sich die Frucht in einem recht linearen Verlauf nur langsam verliert. Ja, diese Beere kostet es voll aus, und zieht mich mit ihren attraktiven Reizen voll in ihren Bann. So bin ich erstmalig geneigt, von so etwas wie einem "intimen" (Freshie)Duft zu sprechen, oder sagen wir es doch ganz frei heraus, ich bin

verknallt bis über beide Ohren :)

45 Antworten
7
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
DaveGahan101

535 Rezensionen
DaveGahan101
DaveGahan101
Top Rezension 23  
"Aquatische" Johannisbeere..aber nur..
...wenn man den Duftnamen zu schnell ließt(wie ich eben)..."Aquasos"...was dann irgendwie nach einem griechischem Meeres- und Wassergott klingt..aber der hieß ja ganz anders. Arg viel aquatisches konnte ich nämlich dem in dem neuen Huitieme-Duft leider nicht erkennen. Dafür umso mehr Johannisbeere. Als zentrale Note tue ich mich sehr schwer damit, ähnlich wie bei Feige, kann sie,wenn sie intensiv-dominierend ausfällt, sehr schnell nerven, oder der Duft bekommt einen zu sehr fruchtig-femininen Touch, Berlin im Winter, Aqua Celestia oder Aventus for her sind hierfür ganz gute Beispiele.
Apropos Aventus for her, genau so leicht medizinisch scharf-stechend und ambroxanartig startet für mich Aqaysos. Die Schärfe erinnert auch durch seinen medizinischen Alkohol leicht nach einer Salbe ala Voltaren, klingt schräg-ist aber saulecker. Hat mir schon an Aventus for her oder in White Spirit sehr gefallen, könnten aber auch gut und gerne weiße Blüten in Alkohol eingelegt sein.
Danach kommt die Johannisbeeren-Armee und walzt alles nieder. Zwar lecker frisch-fruchtig-säuerlich, aber dennoch sehr dominant. Ein hingehauchter Sommertraum ist es dann zwar nicht, trotzdem hat der Duft etwas erfrischendes. Dazu verhilft Aqaysos eine Note im Hintergrund eine Note, die ich nicht klar zuordnen kann, spontan würde ich es mit Ambroxan-Tuberose beschreiben, denn keine der anderen aufgeführten Duftnoten oben, kann ich wahrnehmen. Riecht zwar irgendwie blumig, aber genauso gut könnte das salziges Holz sein..ich vermute PG hat uns da einige Duftnote verschwiegen.
Völlig egal, denn Aqaysos hat mich im dritten Anlauf erobert und mich sehr begeistert, was eben noch kein einziger Duft mit dieser Note geschafft hat, Soul of the forest fand ich max. "nett".
Gerade wenn der erste Johannisbeeren-Tsunami abgebbt ist, macht der Duft einen winzigen Spalt für andere Noten auf, für mich sind das eben die leicht maskulinen Hölzer, die aber an keinen Wald oder an ein Holzwerk erinnern. Das könnte die entscheidende Nuance sein, dass mich Aqaysos im Alltag eben nicht so schnell nervt, sondern wunderbar alltäglich zu tragen ist. Erst ganz am Ende zeigt sich eine milde Fruchtsüße. Für mich bevorzugt im Frühling und an Sommerabenden zu tragen, tagsüber bei Sonne und/oder im Büro könnte er evtl. zu mächtig sein...und auch für ungeübte Büronase evtl. zu ungewöhnlich sein. Eine schöne Jahreszeit könnte auch der langsam verblassenden Sommer sein, der bereits leicht in den Herbst übergeht, das dürfte mit der Würze sehr gut harmonisieren.
Die Haltbarkeit ist bei diesem Duft mit 7 Stunden völlig okay, mehr wäre wahrscheinlich nicht gut, die Sillage ist exakt richtig, sehr ordentlich aber nicht brüllend stark. Die 110€ für 50ml halte ich für diesen sehr interessanten und außergewöhnlichen Dut angemessen. Leider fehlt mir noch die Onlinequelle, schließlich kommt man ja nicht jeden Tag nach Hamburg, auch wenn dort die Temperaturen aktuell höchst sympathisch sind.
Aqaysos ist in 2017 ein erstes Highlight, das nicht jedem oder nicht jedem auf Amhieb gefallen wird!
Ich finde ihn ganz wunderbar und werde ihn mir in den nächsten Wochen sicherlich zulegen.
10 Antworten
9
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
9
Duft
Anarlan

27 Rezensionen
Anarlan
Anarlan
Top Rezension 24  
Black Denim
Auf der Suche nach neuen Dufterfahrungen ist es so wie mit schwarzen Jeans: Sie sind meine erste Wahl bei Freizeithosen, passen stylingtechnisch fast immer, der Schrank ist voll davon, und man kauft sie immer wieder, weil man meint, man hätte noch immer nicht genug. Dem zufolge sollte man auf der Suche nach einem neuen Sommerduft, wenn man keine weitere schwarze Jeans in Parfümform möchte, im Laden auch nicht nach einer solchen fragen. Meine schwarzen Jeans in Parfümform sind meine zitrischen Sommerfrischler, ich liebe sie, aber es reicht mir gerade damit. Also wurde eine kurze Ansage beim Fachpersonal meines Vertrauens gemacht, mit der einen Bitte, mir keine schwarze Jeans raus zu suchen. Gesagt, getan.

Vor mir stehen ein paar modern aussehende, nicht wirklich scharfkantige, dennoch ziemlich markante Flakons, die aussehen, als seien sie mit Motoröl gefüllt. Schwarz. Düfte von Pierre Guillaume, französisches Duft-Wunderkind, Chemiker, Parfümeur und Freigeist, ein moderner, urbaner Typ seiner Zunft, der seit etwas mehr als 15 Jahren Parfüms kreiert, in der Wissenschaft ebenso zuhause wie in seinem Handwerk. Spannender Typ.

Einer der Kandidaten, die mir präsentiert werden, sticht besonders heraus. Der Start ist alkoholisch, medizinisch, herb, der Vergleich mit Voltaren-Salbe von DaveGahan passt ganz hervorragend, die Nase bleibt gleich daran hängen, weil es überraschenderweise anziehend riecht, aber schon mischt sich herbe, dunkle Zitrik in das Bild. Limette. Keine tropische Cocktail-Limette, sondern eine herbe, bittere Limette, die mich eher an Grapefruit und Bergamotte erinnert, auch wenn davon nichts unter den Bestandteilen gelistet wird. Der Eindruck ist fest, matt, ein dunkler, definierter Ton, der von Koriander zusätzlich abgetönt wird. Koriander kann ich nicht isoliert herausriechen, keine Kontrast also, er liegt der Limette eher wie eine zusätzliche Schicht Firnis auf, die ihr noch mehr Festigkeit und Kante verleiht.

Eine weitere Facette erschließt sich nun, während sich der Duft entwickelt: Schwarze Johannisbeere, dazu matter, trockener heller Moschus. Sobald in einem Duft Beeren und Moschus zentrale Rollen zukommen, gerate ich gerne mal in einen inneren fight-or-flight-Zustand. Die Spannweite, mit der beides in Düften Verwendung findet, ist enorm, von animalisch-verschwitzt bis sauber-trocken ist bei Moschus alles drin, beides mag ich je nach Umfeld mal mehr, mal weniger. Beeren sind da schwieriger. In so schönen und bewährten Kontrasten wie Himbeere/Leder begeistern sie mich ausnahmsweise, in synthetisch-süßen Totschlägern mit Happy-Berry-Dauergrinsen im Gesicht rauben sie mir den letzten Nerv. Hier also Johannisbeere, diamantschwarz, völlig unsüß, aromatisch, etwas rauchig und gehörig gepfeffert, präsentiert in einer trockenen, matten Fassung aus Moschus. Hinzu kommt eine kühl-helle Holznote, die sich aber zunächst nur andeutet.

Was für eine grandiose Idee. Der Duft fühlt sich nun an als würde man nach einem heißen Tag am Strand in der Abenddämmerung in einem Cabrio (in meinem Falle würde ich mir einen Jaguar E-Type wünschen, er sollte passender Weise schwarz sein) durch einen Pinienwald fahren, vom Pazifik her eine kühle, nebelige Brise. Tagsüber hat man geschwitzt, aber nun fröstelt man leicht, während die Haut noch von der Sonne brennt. Das leicht Trocken-Angeschwitze findet sich auch dufttechnisch, ich lehne mich mal soweit aus dem Fenster, es dem animalischen Moschus-Part zuzuschreiben, was aber keineswegs unangenehm oder abstoßend wirkt, sondern quasi nur gerade wahrnehmbar mit vibriert und den Reiz des Eindrucks, und so sollte es ja sein, erhöht. In dieser Phase der Abkühlung verharrt der Duft eine ganze Weile, Beere, Moschus, Pfeffer, Zitrik, Holz, alles da und zu einem sehr stimmigen Gesamtbild geschliffen.

Der Duft kühlt zur Basis hin langsam immer mehr aus, wird heller, fast menthol-grün und harzig-holzig, die hellen, ich denke synthetischen Holztöne treten deutlicher hervor, während die dunkelgrüne Zitrik des Starts, die Schwärze von Cassis und Pfeffer noch lange nachklingen.

Aqaysos ist ein spannender, untypischer dunkler, dabei kühl-frischer Duft für den Sommer, der aus unüblichen Komponenten eine stimmiges Bild erzeugt. Er wirkt auf mich vollkommen modern, ich verorte ihn ganz im Hier und Jetzt. Er geht für einen Duft, der bestens in die heiße Jahreszeit paßt, einen eigenen Weg und wird bei meinen Sommerdüften in der kommenden Saison mit seinem kantig-kühlen Facettenreichtum einen besonderen Stellenwert einnehmen.
11 Antworten
8
Flakon
5
Sillage
4
Haltbarkeit
9.5
Duft
Leimbacher

2766 Rezensionen
Leimbacher
Leimbacher
Top Rezension 28  
Saftige Schönheit sinniert sich sonntags sonnig
„Aqaysos“ klingt wie ein griechischer Halbgott, ist aber mein Mitbringsel aus und meine Erinnerung an einen tollen Städtetrip nach Wien. Er sprang mir einfach in die Nase als Frühlingsbegleiter, wie man es selten erlebt. Liebe auf den ersten Riecher, anders kann man es nicht ausdrücken. Pierre Guillome hat sich mal wieder selbst übertroffen. „Aqaysos“ ist ein cremig-saftiger Johannisbeerduft mit genug Tiefe und Leckereien, um nie langweilig zu werden und einen tagelang zu beschäftigen. Eine herb-grüne Frucht, die mir nicht mehr aus dem Kopf geht...

Etwas Cassis, etwas Moschus, etwas trockene Gräser und etwas strahlende Sonne - fertig ist ein wahrhaftiges Kunstwerk. Nicht die schönste Johannisbeere aller Zeiten, weil er viel mehr als das ist. Er ist kein monothematischer Duft. Viel mehr ergibt sich ein Gemälde, ein Eindruck, der nicht zu ersetzen oder beschreiben ist. Lila, grün, gelb, braun. Luftig, komplex, aromatisch und leichtfüßig. Leichter Wind, kühles Heu, frühreife Beeren, prickelndes Sprudelwasser. Und das alles auf einem Hauch Kakao, den man am Ende fast verpasst wenn man blinkt. Denn das ist die Achillessehne dieses Heros - er beehrt einen nicht ewig, um es mal freundlich zu sagen... Insgesamt jedoch ein Ausnahmeduft. Ein parfumerisierter van Gogh.

Flakon: dickes Glas, schwarz, gut in der Hand, stilvoll, klasse Sprüher - nichts zu beanstanden!
Sillage: ein zartes Johannisbeerpflänzchen.
Haltbarkeit: ein kleiner Minuspunkt - 5 Stunden „nur“.

Fazit: genau für solche olfaktorischen Miniorgasmen lieben und betreiben wir unser Hobby. Parfüm in all seiner Schönheit. Ausgefeilt, hochwertig, besonders. Etwas Ähnliches wird man nie in einem Douglas von der Stange bekommen. Das Frühjahr kann kommen!
9 Antworten
7
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
10
Duft
Farneon

106 Rezensionen
Farneon
Farneon
Top Rezension 23  
Cassis auf Holz - habe ich die perfekte Nische gefunden?
Die Nische und ich: Wir sind nur so semi gute Freunde! Ob Amouage, Creed, Montale, M.F.K., Nasomatto, Tom Ford oder Xerjoff - meist ist mir alles ein bisschen zu extrem (und natürlich vor allem zu teuer). Plötzlich riecht man nach Secondhand-Klamotte, indischem Curry, Bordell-Besuch oder nassem Asphalt. Gerne auch mal nach Marzipankartoffel oder Möbelpolitur, wie Opas Wohnung oder ein Neuwagen von innen! ;-)

Auf Pierre Guillaume bin ich tatsächlich erst über ein Angebot gestolpert, mir einige Düfte zur Probe zu bestellen, dem Namen nach Aqaysos, L'Eau Guerrière, Indochine und Rivages Noirs. Das Verblüffende: Ich mag ALLE vier! Weil sie in einem Maße ausgewogen und harmonisch sind, wie es (meiner Meinung nach) die meisten Nischenmarken vermissen lassen!

Aqaysos ist dabei (wie in der Community) mein Favorit. Fruchtig, holzig und frisch in Personalunion. Da vergesse ich ganz schnell all die Aventus-Klone mitsamt der Ananas. Denn hier geht alles eine perfekte Liaison ein, stark genug, aber nicht zu aufdringlich, mit deutlich wahrnehmbarer Johannisbeere, die im Drydown den Hölzern etwas mehr Platz einräumt, ohne dass der zitrische Oberbau gänzlich verschwindet. Und ja: Der Moschus animiert zum Dauerschnüffeln!

Für mich Ausgewogenheit par excellence. Ich mag das Originelle, aber nicht das Extreme. Ich gehe mit der Zeit, aber nicht mit der Mode. Ich finde ausnahmsweise mal, dass ich bei Pierre Guillaume mal nachhaltig in die Nische investieren könnte! :-)
4 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

112 kurze Meinungen zum Parfum
AxiomaticAxiomatic vor 1 Jahr
6
Sillage
7
Haltbarkeit
6.5
Duft
Schöner Start guter Hesperiden. JoBeere anfangs natürlich.
Dann aber synthetisieren Hölzer und Was-Auch-Immer eine leichte Chlornote.
Hmm *
45 Antworten
Fresh21Fresh21 vor 4 Jahren
7
Flakon
6
Sillage
8
Haltbarkeit
9.5
Duft
Meine aktuelle Nr.2 trumpft mit luftiger Johannisbeere, duftet nach superfrischem Violett + Tiefgang, und auf einem Shirt gar 12 Std. lang:)
15 Antworten
AchillesAchilles vor 6 Jahren
10
Flakon
10
Sillage
10
Haltbarkeit
9
Duft
Die vollkommene Referenz für schwarze Johannisbeere in dieser gesamten Parfumwelt. Ich möchte gerne eine Runde trockenweinen
6 Antworten
SchoeibksrSchoeibksr vor 1 Jahr
7
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
7
Duft
Eine Limo bitte
Cassissaft kriegt Moschusstaub reingepfeffert
Alles auf sanftem Holztisch aus der Zukunft
Aventus wer ? Elysium wer ? TOP
21 Antworten
VerbenaVerbena vor 7 Jahren
8
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
Die bittere Seele der schwärzesten Johannisbeere. Pfeffersatte Purpurglut. Grollende Erdtiefen. Vibrierende Sedimente, Schicht um Schicht.
7 Antworten
Weitere Statements

Diagramm

So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

Bilder

13 Parfumfotos der Community
Weitere Bilder

Beliebt von Pierre Guillaume

4.1 Le Musc & La Peau von Pierre Guillaume 19 Louanges Profanes von Pierre Guillaume Myrrhiad von Pierre Guillaume 21 Felanilla von Pierre Guillaume 10 Aomassaï von Pierre Guillaume Monsieur von Pierre Guillaume 25 Indochine von Pierre Guillaume 31 Tonka Bodykon von Pierre Guillaume 12.1 Un Crime Exotique von Pierre Guillaume 18 Cadjméré von Pierre Guillaume Poudre de Riz von Pierre Guillaume 02 Cozé von Pierre Guillaume 7.2 Morning in Tipasa von Pierre Guillaume 14 Iris Oriental / Iris Taizo von Pierre Guillaume Ambre Céruléen von Pierre Guillaume 13 Brûlure de Rose von Pierre Guillaume 8.1 L'Ombre Fauve von Pierre Guillaume 11 Harmatan Noir von Pierre Guillaume Liqueur Charnelle von Pierre Guillaume 04 Musc Maori von Pierre Guillaume