
Patrickno
10 Rezensionen

Patrickno
Ist Roja noch einzigartig genug?
Roja Semi Bespoke Limited Edition – hält ein fast blind gekaufter 1.000-Euro-Duft, was er verspricht?
Wie fühlt es sich eigentlich an, einen derart teuren und streng limitierten Duft blind in London zu bestellen? Und vielleicht noch wichtiger: Konnte er meine Erwartungen erfüllen?
Eine berechtigte Frage – und ich muss sie zunächst mit einer kleinen Enttäuschung beantworten: Ganz blind war mein Kauf dann doch nicht.
Bei einem Preis von nahezu 1.000 Euro fehlte mir schlicht der Mut, mich ausschließlich auf die Beschreibung und meinen bisherigen Erfahrungen mit Roja zu verlassen. Gerade weil man in den vergangenen Jahren immer häufiger hört, dass die Qualität grade neuerer Roja-Veröffentlichungen nicht mehr ganz auf dem Niveau früherer Kreationen liegen soll, wollte ich wenigstens einen ersten Eindruck bekommen.
Also besorgte ich mir sehr früh eine Abfüllung – , die damals noch unter dem Namen Parfum Royale No. 5 gelistet wurde. Gleichzeitig hatte ich allerdings aufgrund der Limitierung die Sorge, dass die Flakons schneller ausverkauft sein würden, als ich mich entscheiden konnte. Aktuell scheinen tatsächlich nur noch rund 65 Exemplare verfügbar zu sein. Zumindest die Nachfrage scheint also zu bestätigen, dass Roja seinen Qualitätsanspruch noch gerecht werden konnte.
Ein wenig zur Limitierung
Auch die Geschichte hinter diesem Duft macht ihn für mich beeindruckend.
Die allerersten Exemplare sollen ursprünglich für einen Händler im Oman produziert worden sein. Dieser soll Roja dazu bewegt haben, den schon lange eingestellten Royale No. 5 noch einmal zurückzubringen – allerdings nicht als reine Kopie des Originals, sondern als moderne Neuinterpretation.
Und „modern“ bedeutet hier erfreulicherweise nicht: dünner, gefälliger oder schwächer, sondern vielmehr scheint hier versucht worden zu sein, den Charakter des Originals unter den heutigen regulatorischen Möglichkeiten ( IFRA) so gut wie möglich wieder aufleben zu lassen.
Auf die ersten 100 Exemplare folgten weitere 400 Flakons. Von diesen scheint inzwischen der überwiegende Teil verkauft zu sein. Innerhalb dieser Serie existiert zudem eine kleine Besonderheit: 50 Exemplare wurden in die für die Semi-Bespoke-Reihe typischen Flakons abgefüllt und entsprechend mit „Limited to 50 pieces“ gekennzeichnet.
Und genau eines dieser 50 Exemplare habe ich tatsächlich erhalten.
Kommen wir aber nun zum entscheidenden Punkt, wie riecht er nun?
Er startet frisch, grün und leicht erdig – aber nicht mit jener klinischen, zitrisch-sauberen Frische, die man heute in unzähligen modernen Luxusparfums findet.
Es ist vielmehr eine grüne, waldige Frische, die ich so sehr lange nicht mehr in einem Roja wahrgenommen habe.
Man hat fast das Gefühl, morgens durch einen noch feuchten Wald mit viel Moos und Wiesen zu gehen.
Mit zunehmender Zeit verliert der Duft etwas von seiner anfänglichen Helligkeit und beginnt, tiefer zu werden.
Die Erde wird dunkler.
Das Grün wird moosiger, nicht animalisch und auch nicht ‚pissig, wie das oft beim Diaghilev Parfum der Fall war. In diesem Moment lassen sich leichte Nuancen vom Diaghilev erkennen aber wirklich nur leichte, die insbesondere im dry down etwas erkennbarer werden. Was ich liebe ist, dass er nie in das wirklich schmutzige, animalische, pissige driftet sondern seine Frische und Eigenständigkeit behält. Er wirkt nicht wie ein schwacher, kleinerer Bruder, sondern wie ein starker, eigenständiger Duft, der insbesondere auch durch seine Haltbarkeit und Sillage zu punkten versteht.
Die Haltbarkeit liegt auf meiner Haut problemlos bei 12 bis 14 Stunden, teilweise nehme ich ihn sogar darüber hinaus noch wahr. Auch die Sillage ist deutlich vorhanden. Er füllt keinen kompletten Raum wie manche extremen Roja-Kreationen, aber er besitzt eine stetige, elegante Präsenz.
Im direkten Vergleich erreicht er für mich nicht ganz die brachiale Performance eines Diaghilev.
Aber ehrlich gesagt muss er das auch nicht.
Zu keinem Zeitpunkt wirkt der Duft dünn, billig, weichgespült oder unangenehm synthetisch. Im Gegenteil: Er vermittelt genau jene Art von Qualität und Textur, die ich mir von einem Duft dieser Preisklasse erhoffe.
Bereue ich den Kauf? Nein auf keinen Fall. Ich habe den Duft für mich gekauft, weil er mir besser als der Diaghilev gefällt, weil ich ihn als Besonders empfinde, einzigartig und weil ich mich tot ärgern würde, wenn ich den Duft teurer im souk erwerben müsste, wenn er ausverkauft ist.
Spekuliere ich darauf, dass der Duft eine ähnliche Entwicklung wie andere, limitierte Roja Parfum nimmt? Nein aber das muss er auch nicht, weil ich ihn trage und daran meine Freude habe.
Kann ich den Duft empfehlen? Ja auf jeden Fall ist er ein Test wert.
Wie fühlt es sich eigentlich an, einen derart teuren und streng limitierten Duft blind in London zu bestellen? Und vielleicht noch wichtiger: Konnte er meine Erwartungen erfüllen?
Eine berechtigte Frage – und ich muss sie zunächst mit einer kleinen Enttäuschung beantworten: Ganz blind war mein Kauf dann doch nicht.
Bei einem Preis von nahezu 1.000 Euro fehlte mir schlicht der Mut, mich ausschließlich auf die Beschreibung und meinen bisherigen Erfahrungen mit Roja zu verlassen. Gerade weil man in den vergangenen Jahren immer häufiger hört, dass die Qualität grade neuerer Roja-Veröffentlichungen nicht mehr ganz auf dem Niveau früherer Kreationen liegen soll, wollte ich wenigstens einen ersten Eindruck bekommen.
Also besorgte ich mir sehr früh eine Abfüllung – , die damals noch unter dem Namen Parfum Royale No. 5 gelistet wurde. Gleichzeitig hatte ich allerdings aufgrund der Limitierung die Sorge, dass die Flakons schneller ausverkauft sein würden, als ich mich entscheiden konnte. Aktuell scheinen tatsächlich nur noch rund 65 Exemplare verfügbar zu sein. Zumindest die Nachfrage scheint also zu bestätigen, dass Roja seinen Qualitätsanspruch noch gerecht werden konnte.
Ein wenig zur Limitierung
Auch die Geschichte hinter diesem Duft macht ihn für mich beeindruckend.
Die allerersten Exemplare sollen ursprünglich für einen Händler im Oman produziert worden sein. Dieser soll Roja dazu bewegt haben, den schon lange eingestellten Royale No. 5 noch einmal zurückzubringen – allerdings nicht als reine Kopie des Originals, sondern als moderne Neuinterpretation.
Und „modern“ bedeutet hier erfreulicherweise nicht: dünner, gefälliger oder schwächer, sondern vielmehr scheint hier versucht worden zu sein, den Charakter des Originals unter den heutigen regulatorischen Möglichkeiten ( IFRA) so gut wie möglich wieder aufleben zu lassen.
Auf die ersten 100 Exemplare folgten weitere 400 Flakons. Von diesen scheint inzwischen der überwiegende Teil verkauft zu sein. Innerhalb dieser Serie existiert zudem eine kleine Besonderheit: 50 Exemplare wurden in die für die Semi-Bespoke-Reihe typischen Flakons abgefüllt und entsprechend mit „Limited to 50 pieces“ gekennzeichnet.
Und genau eines dieser 50 Exemplare habe ich tatsächlich erhalten.
Kommen wir aber nun zum entscheidenden Punkt, wie riecht er nun?
Er startet frisch, grün und leicht erdig – aber nicht mit jener klinischen, zitrisch-sauberen Frische, die man heute in unzähligen modernen Luxusparfums findet.
Es ist vielmehr eine grüne, waldige Frische, die ich so sehr lange nicht mehr in einem Roja wahrgenommen habe.
Man hat fast das Gefühl, morgens durch einen noch feuchten Wald mit viel Moos und Wiesen zu gehen.
Mit zunehmender Zeit verliert der Duft etwas von seiner anfänglichen Helligkeit und beginnt, tiefer zu werden.
Die Erde wird dunkler.
Das Grün wird moosiger, nicht animalisch und auch nicht ‚pissig, wie das oft beim Diaghilev Parfum der Fall war. In diesem Moment lassen sich leichte Nuancen vom Diaghilev erkennen aber wirklich nur leichte, die insbesondere im dry down etwas erkennbarer werden. Was ich liebe ist, dass er nie in das wirklich schmutzige, animalische, pissige driftet sondern seine Frische und Eigenständigkeit behält. Er wirkt nicht wie ein schwacher, kleinerer Bruder, sondern wie ein starker, eigenständiger Duft, der insbesondere auch durch seine Haltbarkeit und Sillage zu punkten versteht.
Die Haltbarkeit liegt auf meiner Haut problemlos bei 12 bis 14 Stunden, teilweise nehme ich ihn sogar darüber hinaus noch wahr. Auch die Sillage ist deutlich vorhanden. Er füllt keinen kompletten Raum wie manche extremen Roja-Kreationen, aber er besitzt eine stetige, elegante Präsenz.
Im direkten Vergleich erreicht er für mich nicht ganz die brachiale Performance eines Diaghilev.
Aber ehrlich gesagt muss er das auch nicht.
Zu keinem Zeitpunkt wirkt der Duft dünn, billig, weichgespült oder unangenehm synthetisch. Im Gegenteil: Er vermittelt genau jene Art von Qualität und Textur, die ich mir von einem Duft dieser Preisklasse erhoffe.
Bereue ich den Kauf? Nein auf keinen Fall. Ich habe den Duft für mich gekauft, weil er mir besser als der Diaghilev gefällt, weil ich ihn als Besonders empfinde, einzigartig und weil ich mich tot ärgern würde, wenn ich den Duft teurer im souk erwerben müsste, wenn er ausverkauft ist.
Spekuliere ich darauf, dass der Duft eine ähnliche Entwicklung wie andere, limitierte Roja Parfum nimmt? Nein aber das muss er auch nicht, weil ich ihn trage und daran meine Freude habe.
Kann ich den Duft empfehlen? Ja auf jeden Fall ist er ein Test wert.



Aldehyde
Anis
Bergamotte
Grapefruit
Orange
Petitgrain
Apfel
Heliotrop
Jasmin
Orangenblüte
Pfirsich
Rose
Schwarze Johannisbeere
Tuberose
Veilchen
Benzoe
Birke
Cypriol
Eichenmoos
Galbanum
Gewürznelke
Guajakholz
Kreuzkümmel
Labdanum
Leder
Mastixharz
Moschus
Muskat
Patchouli
Tonkabohne
Vanille
Vetiver
Weihrauch
Zistrose
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