Casamorati - Mefisto von XerJoff
Kommentar von FLUidENTITY
Sehr hilfreicher Kommentar    23.12.2013 12:07 Uhr
10.0 5.0 7.5 8.0/10
Flui @ Hexen-Sabbat
Mefisto ruft dem Flui natürlich gleich Goethe in den Sinn. Meine schönste Erinnerung an Goethe ist, dass ich in der Deutsch-Faust-Klausur in der 12ten Klasse bei einem äußerst konservativen, römisch-katholischen Deutsch und Reli Lehrer geschrieben hab, Faust sei Protestant. 5 Punkte und dicke Erwähnung im Kommentar am Ende :-))

Dieser Mefisto hier stammt weder aus Wittenberg noch aus Rom, er stammt vom Berg Triglav und ist der Johannisnacht entsprungen.

Von Modest Mussorgsky gibt es dazu ein ganz passenden Stück. Eine Nacht auf dem kahlen Berge setzt diese Thematik wirklich supi um. Es geht um einen Hexen-Sabbat mitten im Juni bei der Sommersonnen-Wende. Die Hitze macht die Hexen rasend. Eine ekstatische Veranstaltung.

„Feuer und Geist“ sind in diesem Duft gefangen. Es ist eine tiefe Frische, die Mefisto prägt. Ein Duft für glühende, hitzewallende Sommernächte, in diese Richtung soll Mefisto weisen.

Der Anfang ist einfach nur frisch, doch man merkt wie sich eine packende Süße im Hintergrund auf die Lauer legt um zuzuschlagen. Mefisto wird mit feurigen Farben in Szene gesetzt und wirklich ad absurdum getrieben. Eine pappige Süße gepaart mit Rose. Das geht tief und bleibt dabei oberflächlich zugleich. Blanke Raserei.

Frei nach der Trinität kann der Flui drei Komponenten bei Mefisto ausmachen. Tiefe Frische, grelle Süße, süße Blumigkeit. Die Kombination ist einschneidend und provoziert Selbstverlust.

Das Johannisfeuer soll Dämonen abwehren. Mefisto beschwört die Dämonen eher. So ambivalent erscheint eine süße, grelle, frische, pappige, blumige Kombination. Das Endprodukt kann sich Fluis Riechers Erachtens mehr als riechen lassen.

Eine heiß-kalte Verschmelzung von gut und böse, Provokation und Zurückhaltung, Ambivalenz und Drama.
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