La Nuit de L'Homme Eau Électrique von Yves Saint Laurent
Hilfreicher Kommentar    01.03.2017 22:08 Uhr
Flakon 10.0 Sillage 7.0 Haltbarkeit 8.0 Duft 3.0
Yves Saint Laurent "Eau Électrique" oder doch "Eau Douce"?
DISCLAIMER: Ich bin NICHT der französischen Sprache mächtig und musste bei der Übersetzung meiner Überschrift googeln.

"Eau Douce". Ich hoffe "süßes Wasser" wurde richtig übersetzt. Nachdem ja "Acqua E Zucchero" bereits existiert und zudem italienisch ist, musste da die passende Übersetzung fürs Französische gefunden werden. Doch wie komme ich überhaupt darauf?

Électrique. Wie zum Teufel duftet denn Elektrizität? Sehr abstrakt das Ganze. Der Name eines Duftes regt ja in uns schon lange vor dem ersten Test eine gewisse Erwartungshaltung. Bei Euch auch? Gut. Ich erwartete etwas eher Frisches, Zitrisches. Bergamotte, Mandarine, Orangenblüte, da lag ich doch garnicht einmal so verkehrt. Oh wie sollte ich mich irren...

Nach dem ersten Aufsprühen war ich direkt verwundert, denn die Erwartungshaltung wurde keinesfalls erfüllt: eine synthetische Süße stieg in meine Nase. So süß und schwer, dass man fast schon das Gefühl hat, das Öl würde an der Haut kleben - um nicht zu übertreiben und sagen zu müssen, der neue YSL würde sogar die Haut VER-kleben.

Ich war noch nie gut darin einzelne Duftnoten herauszuschnuppern und werde das auch nicht lernen. Dazu fehlt mir das Talent. Aber ich glaube, dass das die wenigsten Leute erstens können und zweitens interessiert. Denn schließlich kommt es ja auch immer auf das Gesamtbild an, welches der Duft hinterlässt. Und das ist in diesem Fall ein ziemlich eindeutiges: Süße, Süße, Süße!

Natürlich, der originale La Nuit De L'Homme (ich kann nur für den 2014er Batch sprechen) war bzw. ist auch noch süß, aber der ist irgendwie "frischer". Diese Süße erschlägt niemanden und verstopft nicht die Nasenlöcher wie der neue Eau Electrique. Dieser ist leider nur pappig, dicht, und irgendwie kommt er mir bekannt vor. Ich kann mich zwar jetzt nicht daran erinnern, aber das gibt auf jeden Fall Abzug in der Kategorie "Uniqueness". Die Haltbarkeit zudem, welche dem Original seit 2013 fehlt, hat der neue Flanker zu Genüge. Ich würde mir wünschen es wäre genau anders herum.

Électrique? Nein, irgendwie nicht. Elektrizität ist viel wichtiger als dieser Flanker hier. Wo soll man diesen Duft auch tragen? Im Büro? Bloß nicht. Anzug? schon garnicht. Date? Würde ich nicht wagen wollen, schon garnicht wenn man nicht weiß, ob das Date vielleicht sogar Diabetes hat. Vielleicht ist er beim "Partymachen" oder sogenannten "Feiern" angebracht, denn ich kann mir vorstellen, dass die jungen Mädels diesen mögen werden. Warum? Weil Paco Rabannes 1 Million ebenfalls mit einer klatschenden Süße ausgestattet war, aber dennoch weit verbreitet und wohl ("damals") auch noch gerne geschnuppert wurde.

Halt, halt, halt: Vergleiche ich jetzt YSL La Nuit De L'Homme Eau Électrique mit Paco Rabannes 1 Million?
Ganz klar: betrachtet man den Duft, dann sind diese nicht vergleichbar, Betrachtet man aber das Ziel, welches beide anstreben, dann sehr wohl.

In meinem Statement schrieb ich:
"Ich sage nur abwarten! Anfangs konnten alle Dior Sauvage auch nicht leiden.
Zieht YSL hier vielleicht mit synthetischer 'Frische' nach?"

Weit gefehlt. Mit Frische hat dies nichts zu tun. Ich bin ehrlich und erwartete etwas Richtung Dior Sauvage, Bleu de Chanel, aber etwas fruchtiger. Jetzt lehne ich mich etwas weit aus dem Fenster (ungefähr kurz bevor man rausfällt) und sage:

La Nuit De L'Homme Eau Electrique ist der 1 Million von Yves Saint Laurent.

Ich glaube ich beende hier diesen Kommentar, denn das häufige Schnuppern dafür steigt mir ganz schön in die Nase - und in den Kopf.

Ich glaube die Idee des "Eau Douce" hat bereits ausgedient. Könnte vielleicht jemand für mich "Kopfschmerzenwasser" ins Französische übersetzen?
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