Seahorse von Zoologist

Seahorse 2021

Franfan20
06.12.2021 - 19:00 Uhr
11
Sehr hilfreiche Rezension
7
Duft
10
Haltbarkeit
5
Sillage
8
Flakon

Stille Melodie

Great Barrier Reef, Nordaustralien, früher Morgen:
Die Sonne scheint auf das klare, intensiv blaue Meer. Es ist nahezu windstill und nur ein leises, gleichmäßiges Wellenrauschen ist zu vernehmen. Eingetaucht in eine unendliche Palette an Blautönen erstrecken sich die Korallen unter der Wasseroberfläche. Ungestört von menschlicher Zivilisation herrscht dort eine einträchtige Stille. Fische, Wasserschildkröten, Stachelhäuter und Weichtiere bewegen sich umher oder verstecken sich teils in Seetang und Anemonen. Im sanften Rhythmus der Wasserbewegung wiegt sich der Tang in der Strömung. Mit ihm bewegt sich eine Gruppe Seepferdchen im Takt, die wie eine Ansammlung von Metronomen hin und her schwingen.

Mit Seahorse beginnt ein Tauchgang in die unberührte Unterwasserwelt. Zunächst lässt man sich an der Wasseroberfläche treiben um dann bis auf den Meeresgrund zu sinken. Dargestellt als ein Aufeinandertreffen unerwarteter Paarungen beginnt der Duft mit einer initial gewöhnungsbedürftigen Mischung aus süßlich-würzigen Aromen. Die Fenchelnote trägt gemeinsam mit ozoniger Frische dazu bei, dass sich sofort das Gefühl des Einatmens frischer Meeresluft einstellt. Jedoch liegt auch eine unterschwellige Süße von Tuberose in der Luft, welche cremige Impressionen von Sandstrand und Inselflair zu Tage befördert. Der Duft ruft unweigerlich das Bild von türkisblauem Wasser hervor. Tief einatmen und hinein in die zumeist lautlose Unterwasserwelt, die so geheimnisvoll und magisch wirkt. Eine dumpfe Welle aus krautigem Gras kündigt die Ankunft auf dem Sandgrund an. Von nun an ist es ein Verharren in Trance, ein Begutachten des Schauspiels rundherum. Nur ein leises Rauschen verweilt, während sich die Süße verliert und lediglich der aquatische Eindruck von kaltem Wasser bleibt. Seahorse ist frisch und sommerlich, allerdings auch scheu und zurückhaltend. Mit einem soliden Grundgerüst schlägt der Duft trotz ungewöhnlicher Kombinationen jedoch keine allzu hohen Wellen.
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