03.01.2026 - 19:22 Uhr

Kreisquadrat
83 Rezensionen

Kreisquadrat
Top Rezension
8
Bodenhaftung, Trockenheit, Natur: Stillleben aus totem Laub, Ruß und erkaltetem Gusseisenofen
Mit A Walk On Dirt verlässt man die befestigten Wege der nasenschmeichelnden, sterilen Kaufhaus-Parfümabteilung für die Masse und begibt sich auf die unbefestigten Pfade naturalistisch- und archaisch-anmutender, nischenimitierender Kompositionen. Zurück zur rohen, dunklen Erde.
Im Auftakt schimmert umgehend ein kühler Vetiver durch, so wie man ihn, kombiniert mit Zypresse, aus dem Encre Noire Eau de Toilette kennt und einen kühlen Herbstmorgen einläutet. Jedoch um eine deutlich erdige Komponente erweitert, die zuweilen an trockenes Herbstlaub denken lässt.
Amber und Karamell erweitern um eine dezente Wärme und eine sehr subtile Süße. Hier bildet das Labdanum ein stützendes Fundament woraus ein brauner Glattleder-Akkord und balsamische Tiefe entstehen.
Grün-herbe Anteile betäuben diese Süße immer mal wieder sehr gekonnt, wirken manchmal gar ein wenig bitter oder phenolisch. Mir sagt es zu.
Jasmin und Moschus bilden hier keinen Störfaktor, scheinen lediglich als Beiwerk ihre Rolle im Hintergrund aufzuführen. Kaum wahrnehmbar für mich.
Zwar dürfte A Walk on Dirt vielen zu erdig, zu dunkel oder zu ledrig erscheinen, für mich persönlich wirkt er jedoch sehr zugänglich und gar nicht so extrem wie seine Vorlage Terroni oft beschrieben wird. Bei dessen Namensnarrativ handelt es sich um süditalienische, mit dem Boden eng verbundene Bewohner von Vulkanregionen: Verbrannte Erde, abgebrannte Wälder im Regen, dies das.
Zum Terroni habe ich von Rotwein- und Kirsch-Akkorden gelesen, woraufhin ich beobachten konnte, wie mein Gehirn zu "primen" anfing. Womöglich ist es die chemische Verwandtschaft von Harzen und Hölzern, die einen mandeligen Unterton sowie die süffige Fruchtigkeit, aber auch einen Hauch von in Holzfässern gelagerten Rotwein, erahnen lässt. Diese dunklen Nuancen spielen für mich keine dominante Rolle. Sie finden sich für mich vorwiegend im Auftakt wieder und ich hörte sie erst, als ich sie bewusst suchte.
Aber womöglich bin ich solcherlei Düfte gewohnt und brauche es eine Stufe härter. Zudem lasse ich mich hier assoziativ stark von dem Titel des A Walk on Dirt leiten. Was ich unumwunden zugebe und gerne zulasse.
Das namensgebende Thema ist hier durchaus gut getroffen. Es ist kein feucht-matschiger Schmutz, sondern ein mineralischer-trockener. Nicht zu kokelig oder zu gourmandig, wie zB. beim By the Fireplace, der mir nicht zusagte. Diese Aspekte sind beim A Walk on Dirt subtiler.
Immer wieder changieren Bilder.
Ein stiller, hell-grauer, kalter Herbstmorgen im Wald.
Luftiger Weihrauch wirbelt trockenes Herbstlaub auf und lässt jenes, das liegen bleibt, unter den braunen Lederstiefeln knartschen.
Alte Baumrinde und vor allem ein immer wieder dominantes Vetiver führen durch eine alte, tiefreliefierte Holztür einer verlassenen Schmiedehütte. Ein verrußter Gusseisenofen gibt als Relikt noch den Duft der letzten Jahrzehnte und einer beständigen Statik ab. Fast kann man das schmecken.
Die Qualität ist besonders zu Beginn gut gelungen. Doch während die ersten Stunden eine beeindruckende Komplexität aufweisen, verliert sich der Duft im späten Ausklang in synthetische Säure, was unterschwellig eine geringere Duftölqualität vermittelt. Aber vielleicht ist es auch der Ruß auf der Zunge.
Denn dann wiederum, einen Moment später, scheint der gute alte Vetiver der Qualität Aufwind zu geben. Also macht euch auf wechselhafte Eindrücke gefasst.
Sillage wirkt körpernah, was vielleicht die Umgebung schonen dürfte und den Einsatz in Innenräumen erlaubt.
Ich schätze eine Mazeration wird ihm gut tun.
Der Flakon in seiner aktuellen Fassung ist eine Augenweide. Eine bullige Flasche, tief-braunes Glas, von weichem Lederimitat umwunden, worauf vertieft die gesamte Typografie gestanzt ist. Sehr angenehm und hübsch. Die Tiefe und anteilige Schwere des Duftes wird förmlich haptisch greifbar.
Für jene, die etwas Kerliges und Kantiges suchen, das angenehm abseits des Mainstreams watet, dürfte der A Walk on Dirt durchaus entgegenkommen und vor allem finanziell deutlich zugänglicher sein als die Vorbilder auf denen die Valar Series Kollektion basiert.
Im Besitz seit Dezember 2025
Im Auftakt schimmert umgehend ein kühler Vetiver durch, so wie man ihn, kombiniert mit Zypresse, aus dem Encre Noire Eau de Toilette kennt und einen kühlen Herbstmorgen einläutet. Jedoch um eine deutlich erdige Komponente erweitert, die zuweilen an trockenes Herbstlaub denken lässt.
Amber und Karamell erweitern um eine dezente Wärme und eine sehr subtile Süße. Hier bildet das Labdanum ein stützendes Fundament woraus ein brauner Glattleder-Akkord und balsamische Tiefe entstehen.
Grün-herbe Anteile betäuben diese Süße immer mal wieder sehr gekonnt, wirken manchmal gar ein wenig bitter oder phenolisch. Mir sagt es zu.
Jasmin und Moschus bilden hier keinen Störfaktor, scheinen lediglich als Beiwerk ihre Rolle im Hintergrund aufzuführen. Kaum wahrnehmbar für mich.
Zwar dürfte A Walk on Dirt vielen zu erdig, zu dunkel oder zu ledrig erscheinen, für mich persönlich wirkt er jedoch sehr zugänglich und gar nicht so extrem wie seine Vorlage Terroni oft beschrieben wird. Bei dessen Namensnarrativ handelt es sich um süditalienische, mit dem Boden eng verbundene Bewohner von Vulkanregionen: Verbrannte Erde, abgebrannte Wälder im Regen, dies das.
Zum Terroni habe ich von Rotwein- und Kirsch-Akkorden gelesen, woraufhin ich beobachten konnte, wie mein Gehirn zu "primen" anfing. Womöglich ist es die chemische Verwandtschaft von Harzen und Hölzern, die einen mandeligen Unterton sowie die süffige Fruchtigkeit, aber auch einen Hauch von in Holzfässern gelagerten Rotwein, erahnen lässt. Diese dunklen Nuancen spielen für mich keine dominante Rolle. Sie finden sich für mich vorwiegend im Auftakt wieder und ich hörte sie erst, als ich sie bewusst suchte.
Aber womöglich bin ich solcherlei Düfte gewohnt und brauche es eine Stufe härter. Zudem lasse ich mich hier assoziativ stark von dem Titel des A Walk on Dirt leiten. Was ich unumwunden zugebe und gerne zulasse.
Das namensgebende Thema ist hier durchaus gut getroffen. Es ist kein feucht-matschiger Schmutz, sondern ein mineralischer-trockener. Nicht zu kokelig oder zu gourmandig, wie zB. beim By the Fireplace, der mir nicht zusagte. Diese Aspekte sind beim A Walk on Dirt subtiler.
Immer wieder changieren Bilder.
Ein stiller, hell-grauer, kalter Herbstmorgen im Wald.
Luftiger Weihrauch wirbelt trockenes Herbstlaub auf und lässt jenes, das liegen bleibt, unter den braunen Lederstiefeln knartschen.
Alte Baumrinde und vor allem ein immer wieder dominantes Vetiver führen durch eine alte, tiefreliefierte Holztür einer verlassenen Schmiedehütte. Ein verrußter Gusseisenofen gibt als Relikt noch den Duft der letzten Jahrzehnte und einer beständigen Statik ab. Fast kann man das schmecken.
Die Qualität ist besonders zu Beginn gut gelungen. Doch während die ersten Stunden eine beeindruckende Komplexität aufweisen, verliert sich der Duft im späten Ausklang in synthetische Säure, was unterschwellig eine geringere Duftölqualität vermittelt. Aber vielleicht ist es auch der Ruß auf der Zunge.
Denn dann wiederum, einen Moment später, scheint der gute alte Vetiver der Qualität Aufwind zu geben. Also macht euch auf wechselhafte Eindrücke gefasst.
Sillage wirkt körpernah, was vielleicht die Umgebung schonen dürfte und den Einsatz in Innenräumen erlaubt.
Ich schätze eine Mazeration wird ihm gut tun.
Der Flakon in seiner aktuellen Fassung ist eine Augenweide. Eine bullige Flasche, tief-braunes Glas, von weichem Lederimitat umwunden, worauf vertieft die gesamte Typografie gestanzt ist. Sehr angenehm und hübsch. Die Tiefe und anteilige Schwere des Duftes wird förmlich haptisch greifbar.
Für jene, die etwas Kerliges und Kantiges suchen, das angenehm abseits des Mainstreams watet, dürfte der A Walk on Dirt durchaus entgegenkommen und vor allem finanziell deutlich zugänglicher sein als die Vorbilder auf denen die Valar Series Kollektion basiert.
Im Besitz seit Dezember 2025
8 Antworten



Bergamotte
Zypresse
Labdanum
Amber
Karamell
Zedernholz
Jasmin
Moschus
Vetiver
CaptainTurbo
FunghusOmega
Kreisquadrat





































