19.02.2023 - 10:09 Uhr

Floyd
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Floyd
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50
Die Flut von Tenochtitlán, 1498
Das Aquädukt war wohl zu groß geworden, das ganze Tal versank in den Fluten, ein Blick noch auf Tenochtitlán, dann schloss Ahuizotl seine Augen. Die Böden vom Chapultepec nichts als Schlamm, der grüne Morast begann schon zu schimmeln, im Brack trieben die Lakritzeschnecken und Pilze sprossen zwischen den Wurzeln, so feucht war alles geworden. Da war ein bitter-grünes Glühen in den überspülten Gräsern, welche wie Algen in der Strömung trieben, die übersät von pelzigen Blasen nur zögerlich zur Ruhe kam. Der Herrscher wandte den Blick nach oben, die lederne Stirn voll tiefer Furchen, die morschen Hände aus harzigen Hölzern hielten feuchtes Kraut und leuchtendem Lehm und Bernsteine, um sie den Göttern zu opfern. Er musste die Brücke wieder zerstören, dann würde das Heu einst wiederkehren auf die Erde von Tenochtitlán.
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"Ahuizotl" als einen Lomros-Duft zu entlarven ist für Freunde seines Werkes sicher keine große Kunst, beherrscht er es doch wie kein anderer, die eher fordernden Gerüche der Natur in dramatische Bilder zu fassen, die teils mächtig und fast schon erdrückend wirken, gleichermaßen aber auch in ihrer virtuos komponierten Komplexität eine unglaubliche Faszination ausüben. "Ahuizotl" schlägt dabei eher in die nass-grün-krautige Reihe von Düften wie "Häxan", verzichtet dabei allerdings auf die typische Animalik.
Thematisiert wird Auítzotl, ein Mischwesen der Aztekenmythologie, welches halb Hund halb Wasserwesen in Seen lebt und Menschen dort hineinzieht, nach welchem sich ein Herrscher benannte, der das Reich der Azteken von 1486 bis 1502 regierte und infolge eines Unfalls, der in Verbindung mit einer verheerenden Überflutung der Hauptstadt Tenochtitlán stand, starb. Man hatte ein Aquädukt zur Wasserversorgung der Stadt offenbar überdimensioniert.
Der Duft beginnt mit nasser, grün-morastiger, fast schimmelig wirkender Erde, minzig-grünem, wurzeligem Patchouly, erdig-feuchten Pilzen, den süß-scharfen, ätherischen Anisnoten der Lakritze sowie krautig-laubigem Veilchenblatt. Nadelhölzer und Muskat unterstützen bestenfalls die ätherisch-grünen und scharf-würzigen Aromen. Man wähnt sich inmitten der brackig-schlammigen Flut, all die Noten sind überwältigend präsent, ehe im Herzen der salzig-algige Muschelrauch des Choya Nakh diesen Eindruck noch verstärkt, bitter-grüne, würzig-krautige Aromen von Gewürznelke, Salbei und Fenchel für etwas mehr Leuchtkraft sorgen, die süßlich-krautige Artemisia etwas beschwichtigt. In der Basis gesellen sich dunkel-ledrige, holzig-tabakartige, harzige (Ambra, Amber, Galbanum) sowie würzige Heuaromen (Immortelle) hinzu. Hier wirkt der Duft wie ein Mischwesen aus Lomros grün-krautigen und braun-würzigen Welten. Das Bild der Flut von Tenochtitlán ist deutlich bis moderat und abendfüllend.
(Mit Dank an Cenno)
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"Ahuizotl" als einen Lomros-Duft zu entlarven ist für Freunde seines Werkes sicher keine große Kunst, beherrscht er es doch wie kein anderer, die eher fordernden Gerüche der Natur in dramatische Bilder zu fassen, die teils mächtig und fast schon erdrückend wirken, gleichermaßen aber auch in ihrer virtuos komponierten Komplexität eine unglaubliche Faszination ausüben. "Ahuizotl" schlägt dabei eher in die nass-grün-krautige Reihe von Düften wie "Häxan", verzichtet dabei allerdings auf die typische Animalik.
Thematisiert wird Auítzotl, ein Mischwesen der Aztekenmythologie, welches halb Hund halb Wasserwesen in Seen lebt und Menschen dort hineinzieht, nach welchem sich ein Herrscher benannte, der das Reich der Azteken von 1486 bis 1502 regierte und infolge eines Unfalls, der in Verbindung mit einer verheerenden Überflutung der Hauptstadt Tenochtitlán stand, starb. Man hatte ein Aquädukt zur Wasserversorgung der Stadt offenbar überdimensioniert.
Der Duft beginnt mit nasser, grün-morastiger, fast schimmelig wirkender Erde, minzig-grünem, wurzeligem Patchouly, erdig-feuchten Pilzen, den süß-scharfen, ätherischen Anisnoten der Lakritze sowie krautig-laubigem Veilchenblatt. Nadelhölzer und Muskat unterstützen bestenfalls die ätherisch-grünen und scharf-würzigen Aromen. Man wähnt sich inmitten der brackig-schlammigen Flut, all die Noten sind überwältigend präsent, ehe im Herzen der salzig-algige Muschelrauch des Choya Nakh diesen Eindruck noch verstärkt, bitter-grüne, würzig-krautige Aromen von Gewürznelke, Salbei und Fenchel für etwas mehr Leuchtkraft sorgen, die süßlich-krautige Artemisia etwas beschwichtigt. In der Basis gesellen sich dunkel-ledrige, holzig-tabakartige, harzige (Ambra, Amber, Galbanum) sowie würzige Heuaromen (Immortelle) hinzu. Hier wirkt der Duft wie ein Mischwesen aus Lomros grün-krautigen und braun-würzigen Welten. Das Bild der Flut von Tenochtitlán ist deutlich bis moderat und abendfüllend.
(Mit Dank an Cenno)
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