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Alphée von Spoturno
Flakondesign:
Pierre Dinand, Jules Dinand
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Alphée 2025

7.8 / 10 16 Bewertungen
Ein neues Parfum von Spoturno für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2025. Der Duft ist zitrisch-blumig. Es wird noch produziert.
Aussprache Vergleich
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Duftrichtung

Zitrus
Blumig
Frisch
Grün
Holzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
MandarineMandarine BitterorangeBitterorange BergamotteBergamotte MyrteMyrte WacholderbeereWacholderbeere
Herznote Herznote
Jasminum grandiflorumJasminum grandiflorum KorianderKoriander MuskatMuskat rosa Pfefferrosa Pfeffer NeroliNeroli
Basisnote Basisnote
AmbrofixAmbrofix MoschusMoschus VetiverVetiver

Parfümeur

Bewertungen
Duft
7.816 Bewertungen
Haltbarkeit
7.213 Bewertungen
Sillage
6.812 Bewertungen
Flakon
8.38 Bewertungen
Eingetragen von SixAmbregris · letzte Aktualisierung am 18.01.2026.
Quellenbasiert & geprüft

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Womit der Duft vergleichbar ist

Rezensionen

2 ausführliche Duftbeschreibungen
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117 Rezensionen
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Top Rezension 27  
man steigt nicht zweimal in denselben Strom…
Ποταμῷ οὐκ ἔστιν ἐμβῆναι δὶς τῷ αὐτῷ - Man steigt nicht zweimal in denselben Strom…

Heraklit (Fragment B91 DK)

2007 veröffentlichte Chanel die Reihe Les Exclusifs de Chanel – und damit einen frühen Beitrag zum mittlerweile obligatorisch gewordenen Trend der 'exklusiven' Linien aller großen Modehäuser. Keine davon konnte allerdings den ersten Les Exclusifs Veröffentlichungen das Wasser reichen – niemand außer Chanel verstand es, ausgeklügelte neue Düfte mit der Neuauflage einiger Klassiker wie Cuir de Russie (1924) oder N° 22 (1922) zu verbinden, und niemand konnte mit Trümpfen wie 31 Rue Cambon, Coromandel, oder N°18 (alle 2007) aufwarten. Jacques Polge und – beteiligt – Christopher Sheldrake haben hier mit ihr Bestes gegeben. Und ich bin einigermaßen froh, dass es ein Duft aus dieser Reihe war, für den ich damals mit über 200 EUR das meiste Geld ausgegeben habe. Teil dieser Reihe war auch ein Eau de Cologne (2007), das – soweit ich mich erinnere – für um die 175 EUR für 200 ml angeboten wurde, etwas weniger als die Eau de Toilettes. Das Geschrei war groß: Wie konnte man es nur wagen, für ein scheinbar ordinäres Eau de Cologne einen solchen Preis anzusetzen? Nur war das Cologne eben kein ordinäres, sondern ein hyper eleganter, austarierter Kommentar auf das Genre. Die Idee des teuren Colognes machte schnell Schule, und wie es preislich mittlerweile aussieht, ist bekannt.

Derselbe Christopher Sheldrake, der eben bei Chanel lange Zeit im R&D-Hintergrund seine Finger mit im Spiel hatte und der in Personalunion mit Serge Lutens eine der eigenwilligsten und langlebigsten Zusammenarbeiten lieferte, ist seit Kurzem auch für Spoturno verantwortlich, das von der Urenkelin der Industrie-Legende François Coty gegründet wurde. Eine gute Wahl, könnte man sagen, da Sheldrake neben Chanel- und Lutens/Shiseido-Expertise auch früher bereits in die Remodellierung alter Düfte involviert war (Night Star – Perfume from Titanic von Scents of Time: hier wurden angeblich nach dem Fund eines Lederkoffers mit über sechzig Phials im Wrack der RMS Titanic verschiedene Düfte daraus rekonstruiert) oder jüngst in der Ausstellung Parfums d’Orient (2024) im Pariser Institut du monde arabe.

Letztere Punkte waren vielleicht auch hier ausschlaggebend, da Spoturno's erste Veröffentlichung wohl eine Neuinterpretation von Coty’s Emeraud (1921/27?) war, einem der legendärsten und ersten 'orientalischen' Parfums des 20. Jahrhunderts. 2025 folgte nun eine kleine Reihe an Düften, die einige der klassischen Richtungen abdecken: neben dem würzig-grünen Fougère (L’Âme du Phénix), dem modernisierten Weißblüher (Barbicaja) ist wohl die Frische-Thematik eines erweiterten Colognes mit Alphée angezielt.

Der Name Alphée verweist auf den in den ersten Zeilen von Samuel Taylor Coleridge’s Gedichtfragment Kubla Khan or: A Vision in a Dream erwähnten Fluss Alph. Coleridge’s Text gelangte freilich bereits durch Frankie Goes to Hollywood zu popkulturellem Weltruhm, wurde aber ebenso durch einen frühen Lutens/Sheldrake-Duft, Muscs Koublaï Khän (1998), indirekt reflektiert. Mairuwa's Rezension zu Muscs Koublaï Khän hier, geht auch auf den Coleridge'schen Text ein.

Diese Koordinaten aus Preispolitik im Wandel und Sheldrake'schen Referenzen machen Alphée für mich – schon mal abgesehen vom olfaktorischen Eindruck – zu einem interessanten Objekt. Mit seinen 320 EUR für 60 ml wirkt der ursprüngliche Preis für 200 ml Chanel Eau de Cologne fast schon wie nachgeschmissen, und ich frage mich, wie weit dieser dreiste Trend bei semi-industriell hergestellten Parfums (werden die Düfte bei PCW Grasse produziert?) noch gehen wird?!

Alphée eröffnet mit einer vielstimmigen Hesperiden-Note der Oberliga. Auch wenn ich gut mit deutlich künstlichen Zitrusnoten kann, diese zum Teil ja den natürlich wirkenden vorziehe: hier passiert genau das Gegenteil – ein parfumistisch übertriebenes und zugleich authentisch anmutendes Zitrus-Bouquet. Kristallklar, kühl (siehe Gandix' Text), ja toll. Abgerundet wird das Ganze von einer deutlichen Myrte-Note, wie ich sie zuletzt – ebenfalls in korsischer Setzung (Alphée soll ja von den korsischen Ländereien der Coty Familie inspiriert sein) – bei Eau de Gloire Cologne (2023) wahrgenommen habe.

Dass es sich hier aber hier nicht nur rein formal eben um kein Eau de Cologne handelt, zeigt der recht langsame Verlauf, der in eine klassische, von leichten Orangenblüten, Jasmin und Bitterstoffen durchzogene und von Moschus unterfütterte Basis übergeht. An diesem Punkt muss ich oft an ein anderes hochpreisiges Cologne denken, das ebenfalls historische Referenzen (Paul Vacher) heranzieht: Le Galion's Cologne (2016) von Rodrigo Flores-Roux. Ein Äquivalent zu dessen herber Mate-Note erkenne ich in Alphée, das zu späteren Stunden nochmals wesentlich klassischer auftritt als zu Beginn.

Alles in allem ein nahezu perfektioniertes Eau Fraîche (so Sheldrake) mit Eau de Parfum Power (so Rivegauche) – jedoch zu Preisen, die mir proportional immer unsympathischer werden. Vielleicht empfinde ich Alphée auch deshalb im Ganzen als etwas unbeseelt, oder in dessen stimmigen Verlauf schlicht zu konventionell? Der Hesperiden Mix zu Beginn ist zwar superb, packende Alleinstellungsmerkmale halten sich fuer mich dabei in Grenzen; gerade die wahrgenommene Nähe zum Le Galion Cologne zeigt, dass auch hier nur mit (gutem) Wasser gekocht wird.

Ich bin gespannt, wie sich Spoturno entwickeln wird und inwiefern die bereits sehr klassische Ausrichtung beibehalten wird. Funktionierte die Mischung aus historischer Vorlage und gekonnter Modernisierung beim Spoturno 1921 Extrait noch bestens, bin ich hier nicht ganz überzeugt. Mit Dank an Gandix für die Unterstützung.
17 Antworten
9.5Duft 8Haltbarkeit 7Sillage
Gandix

181 Rezensionen
Gandix
Gandix
Top Rezension 50  
So riecht der Süden
So riecht der Süden.
Kristallklares, kühles Wasser rinnt in Bächen von den Bergen Korsikas.
Das Aroma der Kräuter und spritzige Zitrusfrüchte,
Blütenströme vom Wind getrieben.
**
Wow, ist das ein Sommerduft. Ich würde mir zwar wünschen, der ganze Duft bliebe wie der Auftakt, aber auch mit den Blumen später bin ich begeistert, und das trotz Neroli.
Zu Beginn fast ein Cologne, aber es ist viel mehr als das.
Eine Prise Pfeffer im Auftakt, ein Meisterwerk von einem zitrisch-krautigem Frischling.
Und obwohl es nicht so laut ist, hält es erstaunlich gut diese Noten.
Später wird es weicher, um anschließend den Blüten deutlich Raum zu geben. Zu keiner Zeit driftet es in Belanglosigkeit ab.
Dieses Ambrofix ist für diese perlende Frische eines Bergwassers, und eine sehr, sehr sanfte Ambernote in der Basis zuständig.
Gefühlt werden hier Moleküle, die ich fern jeder Synthetik empfinde, in dieses wunderbare Parfum eingebaut.
Die Haltbarkeit, je nachdem, wo man hinsprüht. In den Haaren hält es ewig.
Damit kann der Sommer kommen.
Aktualisiert am 18.04.2025 - 04:09 Uhr
77 Antworten

Statements

7 kurze Meinungen zum Parfum
39
34
So riecht der Süden
Kühles Wasser von den Bergen Korsikas
Das Aroma der Kräuter und spritzige Zitrusfrüchte
Blüten vom Wind getrieben
34 Antworten
26
24
Im Colognetal
Wo kaltes Wasser fließt
Frische in die Luft schießt
Lacht weißes Neroli
Mit kleinen Moschusmyrten
Und singt Blütenhymnen
24 Antworten
21
34
Auch der ist klassisch. Startet cologneartig mit Zitrusnoten, schnell addieren sich frischgrüne und herbflorale Noten hinzu, Koriander sorgt
34 Antworten
20
21
Hesperidien starten, dann folgt Neroli sehr deutlich, auch Myrte, die ich sehr mag, Moschus rundet; Ambroxan wäre nicht nötig gewesen.
21 Antworten
12
13
Das klassische Eau de Cologne als Idee, hier als Eau de Parfum. Lebensfrohe Blüten, sonnengetränkte Zitrusfrüchte, ein grünes Kraut. Toll!
13 Antworten
Weitere Statements

Diagramm

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