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Dannyboy
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DannyboyDannyboy Duft über alles? 04.08.2013, 16:00
Angeregt durch die Blog-Artikel von DrPablo und einen NDR-Beitrag zum Thema Kosmetikverordnung folgende Fragen:

Wie wichtig ist es euch, über die Risiken von Duftstoffen und sonstigen Inhaltsstoffen (z.B. solchen, die den Duft vor UV-Strahlung schützen) aufgeklärt und ggf. davor geschützt zu werden? Würdet ihr von der Benutzung eines Dufts Abstand nehmen, weil etwas (möglicherweise) Krankheitserregendes o.ä. enthalten ist?

Wie schätzt ihr die Entwicklung der letzten Jahre generell ein, gut oder schlecht? Ist die Vermeidung solcher Risiken es wert, dass Düfte verändert oder gar eingestellt werden? Wie schätzt ihr diese Risiken ein?

Die Hersteller scheinen es übrigens manchmal laut des NDR-Beitrags nicht ganz so genau mit solchen Dingen zu nehmen. Wie es mit staatl. Kontrollen aussieht, blieb unerwähnt.

Parfumo
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Sonjoschka
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SonjoschkaSonjoschka 04.08.2013, 16:12
Ich halte nichts davon ätherische Öle zu verdammen. Dafür finden sie schon viel zu lange Anwendung.

Industriell, wie in der Duftbranche üblich, kann man sie nicht verwenden. Dazu sind sie zu kostbar.

In der Erdölindustrie fallen laufend Abfälle an, die von klugen Köpfen zu irgend etwas Verkaufbarem gemacht werden. Auch Duftstoffe fallen dabei an. Je billiger, desto besser. Der Körper kann so einiges verstoffwechseln. Aber auch der Glaube an Nutzen oder Schaden hat Einfluss. Ich glaube, das mir Düfte und Stoffe, die meine Nase als gut erkennt, nicht schaden. Andere, bei denen ich Abstand nehmen muss, bei denen wird das schon nicht ohne Grund so sein, die lasse ich weg.
Einfacher geht es nicht mehr. Aber warum soll ich mir auch alles kompliziert machen?

Deklariert wird sowieso nichts. Da mache ich mir also keine Gedanken um etwas, was ich nicht wissen kann. Meine Nase weiß es.

Der EU-Verordnung vertraue ich persönlich gar nicht.

Manticore72
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Manticore72Manticore72 04.08.2013, 16:14
Ich sehe das relativ einfach. Wenn ich etwas nicht vertrage, benutze ich es nicht mehr. Fertig. Und auf die ständige Gaengelei seitens EU kann ich dankend verzichten. Diese permanente Überregulierung seitens der Politik in allen Lebensbereichen ist eine Unverschämtheit gegenüber den volljaehrigen Bürgern. Ich will selbst entscheiden, was mir gut tut. Schließlich werde ich auch die Konsequenzen tragen.

Die Reformulierungen von so vielen Parfums finde ich einfach nur bedauerlich. Vielen Original-Dueften im Mainstream-Bereich trauere ich nur noch hinterher. Und dass diese Welle nur noch schlimmer wird, dürfte klar sein.

Bellemorte
Bellemorte
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BellemorteBellemorte 04.08.2013, 16:21
Ich finde das ist eine Form von Entmündigung und Verdummung! Aufklären: ja! Deklarieren: definitiv ja! Verbieten: nein! Evil or Very Mad

Es verbietet ja auch niemand Erdnüsse, nur weil einige Menschen die nicht essen können. Auch Milchprodukte, Weizen und anderes sind nicht verboten, sondern werden deklariert und wer überempfindlich ist, kauft halt was anderes.
Aber wenn wir schon dabei sind - könnte mal jemand den bösen Zucker verbieten? Der macht dick, kaputte Zähne, Diabetiker können dran sterben und was nicht noch alles?! Rolling Eyes

AnneSuse
AnneSuse
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AnneSuseAnneSuse 04.08.2013, 16:29
Ich schließe mich meinen Vorrednern zu 100% an.

Es wird einem aus lauter Langeweile der EU-Beamten auf Kosten des Steuerzahlers langsam jeder Genuß und jede Freude vergällt. Am liebsten würden sie uns noch vorschreiben, was wir zu denken haben, jeder Scherz ist diskriminierungsverdächtig und Verpfeifen wird zur Bürgerpflicht erhoben. Was soll man da für die Parfumzukunft schon erwarten? Ich jedenfalls bunkere meine unreformulierten Lieblinge.

Dannyboy
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DannyboyDannyboy 04.08.2013, 16:29
Ähm, verboten sind schon seit einiger Zeit 5 Stoffe, soweit ich weiß - mehr nicht. Deklarationspflichtig aktuell 81 oder 82.

Ein konkretes Beispiel aus dem NDR-Beitrag: Es ging um ein Kosmetikprodukt, Mascara oder sowas, und Nitrosamine - offenbar krebserregend und in 3 von 13 stichprobenartig gekauften Produkten in unzulässiger Konzentration enthalten (oder eine Vorstufe?), u.a. in einem Chanel-Produkt. Ich will sagen: Die Risiken erschöpfen sich scheinbar keineswegs in einem temporären Ausschlag.

ExUser
ExUser
ExUserExUser 04.08.2013, 16:36
Ich schließe mich Bellemorte im Wesentlichen an.

Aber zum Vermeiden benötige ich mehr Informationen. Ich weiß, wogegen ich derzeit allergisch bin (gegen neue Allergien ist man ja leider nicht gefeit). Und ich würde gern auch bei Parfum oder Waschmitteln und Co. alle Inhaltsstoffe kennen. Um dann selber zu entscheiden, teste ich den Duft oder lass ich es. Der Selbstversuch ohne diese Informationen ist bisweilen recht unangenehm - aber lassen kann ich's trotzdem nicht.

Bei Schokolade, Keksen usw. kann ich beispielsweise Erdnüssen oder auch nur Spuren von ihnen aus dem Weg gehen. Bei Düften hilft nur Versuch und Irrtum.

Und der Wunsch nach Deklaration aller auch nur eventuell allergieauslösenden oder anderweitig schädlichen Stoffen umfasst nicht nur die ach so böse Chemie. Auch ätherische Öle können Allergien auslösen.

Um es also auf den Punkt zu bringen - Verbot nein, aber ausreichend Info. bitte.
Zuletzt bearbeitet von ExUser am 13.09.2013, 11:56, insgesamt 4-mal bearbeitet

Manticore72
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Manticore72Manticore72 04.08.2013, 16:37
Man kann nicht jedes Risiko ausmerzen. Das ist nun mal so im Leben. Aluminium in Deos sollen auch krebserregend sein und wird es verboten?

Also: deklarieren OK. Aber ich entscheide, ob mir der Duft das Risiko wert ist.

Jifat
Jifat
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JifatJifat Re: Duft über alles? 04.08.2013, 16:55
Dannyboy hat Folgendes geschrieben:
Wie schätzt ihr die Entwicklung der letzten Jahre generell ein, gut oder schlecht? Ist die Vermeidung solcher Risiken es wert, dass Düfte verändert oder gar eingestellt werden? Wie schätzt ihr diese Risiken ein?

Ich nehme an, die wenigsten von uns "normalen" Parfüm- und Kosmetikbenutzern sind in der Lage, diese Entwicklungen zu durchschauen und zu beurteilen. Uns fehlen sowohl das fachliche Know-how als auch die umfassenden Informationen darüber, was eigentlich vor sich geht.

Mir ist es jedenfalls unmöglich zu beurteilen, ob die Reformulierungen der letzten Jahre, die so häufig beklagt werden, wirklich notwendig waren oder nicht. Ich kenne keine Statistik über die schädlichen Auswirkungen bestimmter Naturstoffe, z.B. Eichenmoos. Ich weiß nur, dass ich selbst noch nie mit Kopfschmerzen oder Übelkeit auf ein Parfüm reagiert habe, geschweige denn mit allergischen Symptomen. Ich kenne so etwas nicht und frage mich, ob Warnhinweise auf den Verpackungen nicht ausreichend wären, um entsprechend disponierte Menschen zu warnen.

Dannyboy
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DannyboyDannyboy Re: Duft über alles? 04.08.2013, 17:04
Jifat hat Folgendes geschrieben:
Ich nehme an, die wenigsten von uns "normalen" Parfüm- und Kosmetikbenutzern sind in der Lage, diese Entwicklungen zu durchschauen und zu beurteilen. Uns fehlen sowohl das fachliche Know-how als auch die umfassenden Informationen darüber, was eigentlich vor sich geht.


Nach eurem Kenntnisstand natürlich. Hat eigentlich schon mal jemand gezielt nachgeforscht, was da so deklariert wird und welche Risiken evt. bestehen?

Parfumo
Parfumo
Baux
Baux
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BauxBaux 04.08.2013, 17:14
Wenn der Tumor mich stört, benutze ich es einfach nicht mehr.

Bellemorte
Bellemorte
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BellemorteBellemorte 04.08.2013, 17:27
Baux, du bist böse!
... Das mag ich Twisted Evil

Aber es geht ja nicht um chemische Kampfstoffe, sondern um potentiell krebserregende Stoffe, beim Rauchen darf ich ja auch entscheiden, ob ich dieses Risiko tragen will oder nicht.
Darum Aufklärung Exclamation

Undine
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UndineUndine 04.08.2013, 17:31
Joley hat Folgendes geschrieben:
... zum Vermeiden benötige ich mehr Informationen. Ich weiß, wogegen ich derzeit allergisch bin (gegen neue Allergien ist man ja leider nicht gefeit). Und ich würde gern auch bei Parfum oder Waschmitteln und Co. alle Inhaltsstoffe kennen. ... der Wunsch nach Deklaration aller auch nur eventuell allergieauslösenden oder anderweitig schädlichen Stoffen umfasst nicht nur die ach so böse Chemie. Einige meiner bislang "schönsten" Allergien verdanke ich ätherischen Ölen.

Um es also auf den Punkt zu bringen - Verbot nein, aber ausreichend Info. bitte.

Ja, eine Volldeklaration wäre wirklich hilfreich. Ich bin allergisch gegen manche - zum Glück nur sehr wenige - Duftstoffe (gibt Hautreaktionen). Allerdings wohl nicht gegen die offiziell Verdächtigen; Allergien gehen halt individuelle Wege. Was ich meiden müsste, werde ich bei der bisherigen Deklarationspraxis aber nie rauskriegen. Denn das ist subsumiert unter dem Allgemeinbegriff "Parfüm", egal ob es sich um Waschpulver handelt, um Sonnenmilch oder eben um die Edeldüfte, über die wir hier bei Parfumo diskutieren.

Tja, und da verstehe ich nicht, warum man bei Verboten und Deklarationspflichten nicht differenziert, sondern alles mit dem gleichen Vorschriftenapparat erschlägt.

In der Hautcreme, im Mascara, im Waschpulver, im Geschirrspülmittel etc. haben risikobehaftete Stoffe m. E. nichts zu suchen. Solche Produkte werden um ihrer Funktion willen benutzt, Duft ist da bloß Marketingsache: Was nett riecht, verkauft sich besser. Die Produkte benötigt jede/r, eventuell riskanten Duftstoffen lässt sich so kaum ausweichen. Da müsste unbedingt Volldeklarationspflicht her, und auch gegen Verbote hätte ich nichts einzuwenden.

Edeldüfte sind eine völlig andere Baustelle: Die benutzt man allein um des Duftes willen und aus freien Stücken, man "braucht" sie (im funktionalen Sinne) nicht. Dabei sollten die Konsumenten selber entscheiden können, welches Risiko sie in Kauf nehmen wollen und welches nicht. Verbote finde ich nur in ganz extremen Ausnahmefällen gerechtfertigt. Wirklich frei entscheiden können die Konsumenten freilich auch da nur, wenn sie vernünftig informiert werden - das geht nur über möglichst exakte Deklaration.

AnneSuse
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AnneSuseAnneSuse 04.08.2013, 17:33
Baux hat Folgendes geschrieben:
Wenn der Tumor mich stört, benutze ich es einfach nicht mehr.


Zwischen nachweislich krebserregenden und potentiell allergieauslösenden Stoffen besteht ja wohl ein gehöriger Unterschied!

Aber auch dazu: Hormongaben bei Frauen in den Wechseljahren sollen das Brustkrebsrisiko verdreifachen. Von 1 auf 3 Promille (Promille heißt: pro Tausend). Verdreifachung macht sich natürlich viel schöner als Schlagzeile, da droht ja bald Entvölkerung.

Ein TÜV-Ingenieur hat mir mal gesagt: jedesmal, wenn es feinere Meßmethoden gab, wurden Grenzwerte reduziert oder überhaupt erst eingeführt; ich werd´ bestimmt nie arbeitslos!

Bei Eichenmoos ging es auch nicht um das Eichenmoos, sondern um ein wohl tatsächlich bedenkliches "Beimoos" (ich hab´ den Namen vergessen). Das war aber billiger und wurde von einigen Firmen wohl verschärft deswegen eingesetzt.

Noch Fragen?
Zuletzt bearbeitet von AnneSuse am 04.08.2013, 17:38, insgesamt 2-mal bearbeitet

medicine
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medicinemedicine 04.08.2013, 17:35
Ich finde man muss unterscheiden zwischen Inhaltsstoffen die nur bei manchen Menschen allergische Reaktionen auslösen, und denen, die für alle schädlich sind.
Wenn etwas generell schädlich ist bin ich schon dafür es zu verbieten (kommt darauf an wie schädlich es ist), bzw. dass man zumindest über Schadstoffe/Inhaltsstoffe informiert wird.
Aber bei Eichenmoos finde ich die EU-Verordnungen zum Beispiel wiederum übertrieben, weil es nicht jedem generell schadet.

Sonjoschka
Sonjoschka
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SonjoschkaSonjoschka 04.08.2013, 17:50
Das Problem ist der Nachweis, ob etwas schadet oder nicht.

Studien können manipuliert werden, je nachdem wer sie in Auftrag gibt. Bestimmte Formulierungen können zu Missverständnissen führen und und und...
Lebensmittel enthalten wahrscheinlich auch schädliche Zusatzstoffe.
Jod im Salz hat bei mir zu einer Schilddrüsenerkrankung geführt, bei anderen jedoch nicht. Es wird trotzdem alles jodiert. Man kann dem nicht entgehen.

Ich will leben und etwas Spaß dran haben. Parfum hilft mir dabei. Mir tut es gut.

Nur weil ich irgendwann sterbe, kann ich nicht jetzt schon aufhören zu leben. Ich habe mich ausgiebig mit diesem Thema befasst. Very Happy

Undine
Undine
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UndineUndine 04.08.2013, 18:36
Sonjoschka hat Folgendes geschrieben:
... Ich glaube, das mir Düfte und Stoffe, die meine Nase als gut erkennt, nicht schaden. Andere, bei denen ich Abstand nehmen muss, bei denen wird das schon nicht ohne Grund so sein, die lasse ich weg. ... Meine Nase weiß es. ...
Hm: Meine Nase weiß es nicht. Ich habe schon mehr als einmal Düfte in die Ecke stellen müssen, die meine Nase für "gut" befunden hatte, bei denen meine Haut aber anderer Ansicht war Wink. Und ich habe schon Speisen mit Genuss verzehrt, bei denen mein Verdauungssystem mit meiner Nase nicht einverstanden war.
Übrigens funktioniert Nasensicherheit nicht mal bei Tieren. Kühe und Schafe fressen Jakobskreuzkraut, Pferde knabbern begeistert an Eiben oder Herbstzeitlosen, obwohl diese Pflanzen für sie tödlich giftig sind...
Sonjoschka hat Folgendes geschrieben:
...Einfacher geht es nicht mehr. Aber warum soll ich mir auch alles kompliziert machen? ...
Es geht nicht ums kompliziert machen - Allergien sind nun mal kompliziert. Es gibt kumulative Effekte (=je öfter der Körper dem Allergen ausgesetzt ist, desto heftiger wird die allergische Reaktion), es gibt Kreuzallergien (der Körper wehrt sich nach x Begegnungen mit dem Allergen A nicht nur gegen dieses, sondern auch noch gegen die Stoffe B und C) undundund.
Sowas kann sich übel hochschaukeln. Darauf kann ich gut verzichten - weil ich nämlich nicht verzichten möchte auf den Genuss, die Bereicherung, die Lebensqualität, die Parfums für mich bedeuten. Um des Parfumgenusses im Allgemeinen willen lasse ich also vom einen oder anderen speziellen Parfum die Finger.

Sonjoschka hat Folgendes geschrieben:
... Deklariert wird sowieso nichts...
Hm: Muss. Im Restaurant darf auf der Speisekarte ja auch nicht "Krabben" (für mich verträglich) stehen, wenn in Wahrheit "Krebse" (für mich unverträglich) serviert werden.

Nochmal: Möglichst weitgehende Deklaration wäre m. E. sehr nützlich. Unterschiedliche rechtliche Behandlung von Parfum-Parfums und Duftstoffen für Waschmittel, Cremes, dekorative Kosmetik etc.pp. ebenfalls.

Furo
Furo
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FuroFuro 04.08.2013, 19:22
Wen hat das ganze EU Verordnungs Geklopse vor 100 Jahren intressiert? Niemand....wie alt wurde diese Generation mit Räucherspeck, Wachsäpfeln, Bakelit, Bleibenzin und Parfums alter Machart, und noch so heutzutage gefääährrrrlichem? Sehr alt, trotz zweier Kriege und enormen Entbehrungen und gesünder als wir heute.

LG von Furo

Ergoproxy
Ergoproxy
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ErgoproxyErgoproxy 04.08.2013, 20:24
Deklarieren ja, verbieten nein.

Ich bin alt genug um selber zu entscheiden, was ich mir ansprühe und was nicht.

Das Rauchen wurde ja auch nicht verboten, obwohl es schon seit Jahren bekannt ist, dass es krank machen kann und weniger gut riecht.

In Kräutertee wurden auch schon bedenkliche Stoffe gefunden und wer weiß, was als nächstes Schlagzeilen macht.

Terra
Terra
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TerraTerra 04.08.2013, 20:34
Furo hat Folgendes geschrieben:
Wen hat das ganze EU Verordnungs Geklopse vor 100 Jahren intressiert? Niemand....wie alt wurde diese Generation mit Räucherspeck, Wachsäpfeln, Bakelit, Bleibenzin und Parfums alter Machart, und noch so heutzutage gefääährrrrlichem? Sehr alt, trotz zweier Kriege und enormen Entbehrungen und gesünder als wir heute.

LG von Furo


Richtig. Es gab keine Katalysatoren bei Autos, Bleibenzin, keine Schutzweste beim Röntgen etc etc.

Ich finde sogar das Autoabgase von neuen Autos richtig ekelig und giftig riechen. Die von den alten Autos ohne Kat riechen gut. Da stehe ich gerne hinter nem Auto was nen Kaltstart macht... das riecht richtig gut.

Und ich denke mir immer, dass meine Nase mir nicht ohne Grund sagt "vorsicht Gift" oder "hey, das ist gut".

Die können gerne bei einem Duft nen "Beipackzettel" dazulegen.

Ich bin aber sowieso extrem gegen jegliche Bevormundung. Ich finde auch ein Drogenverbot blödsinnig. In der Schweiz gibt es afaik Heroin auf Rezept - und die haben seitdem viel weniger Probleme mit Drogenkriminalität etc. Zumindest habe ich das so gelesen.

Anderes Thema, aber es ist der gleiche Grundsatz. Eichenmoos ist verboten, die Leute wollen es aber. Man muss es ja nicht an 6-Jährige Kinder verkaufen. Aber ich denke mündige Personen sollten selbst entscheiden dürfen, ob sie sich mit möglicherweise allergie- oder gar krebserregenden Stoffen beduften, oder nicht.

Schließlich dürfen die Menschen sich auch dazu entscheiden zu rauchen - und das ist sicher noch deutlich riskanter!

ExUser
ExUser
ExUserExUser 04.08.2013, 20:47
Ich bin auch auf jeden Fall für Aufklärung, aber gegen Verbote.

Meine Phantasie ist rege und malt sich dazu auch Hinweisschilder wie "Achtung der Duft ist sexy, lässt aber ihre Haut allergisch reagieren", oder Beipackzettel aus:

- Was müssen Sie vor der Anwendung des Duftes beachten?
- Wofür wird der Duft angewendet?
- Besondere Vorsicht bei der Verwendung...
- Beachtung bei Schwangerschaft und Stillzeit
- Welche Nebenwirkungen sind möglich, bei mehr als 1 Verwender von 10 ....

und so weiter und sofort.
Ach ja und: "Bei Fragen zum Duft, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Parfumfachverkäufer." Eigentlich gar nicht lustig.

Phila
Phila
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PhilaPhila 04.08.2013, 21:39
Das ist ein Thema, welches genaugenommen wahnsinnig viele Bereiche umfasst:
- Kosmetik / Parfum
- Nahrungsmittel
- Farben, Lacke, Kleber etc
- Sachen aus Plastik (Spielzeug, Verpackungen im Allg. etc)
und und und.

Es ist UNVERSCHÄMT (!!!) was einem da bisweilen als Inhaltsstoffe/Zutaten untergejubelt wird. Das sehe ich als ein generelles Problem. Grade auch, weil die Politik da viel zu lange untätig zugesehen hat.

Aber solche Aktionen braucht es nicht, um dem Problem Abhilfe zu schaffen.

Transparenz & freie Entscheidungsmöglichkeit des Bürgers wären wünschenswert - sind aber wohl nur noch Utopie.

Man wird von der Industrie doch nur noch vera* und die Lobbyisten tun ihr übriges, während die Politiker (die EU & die Gurke) meinen ganz dringend die Welt retten zu müssen. Stichwort: Blinder Aktionismus.

Kann sein, das ich's überlesen habe, aber ich glaug', es wurde noch nicht angesprochen: hat jemand sich schon mit der Studie vom BUND bezüglich Kosmetika und hormonell wirksamer Stoffe auseinandergesetzt?
Denn: ob ich auf etwas allergisch reagiere, merke ich recht schnell.
Ob etwas auf meinen Hormonhaushalt einen Einfluß hat ( Arrow Akkumulation von Stoffen) merke ich im Normalfall nicht.
Bsp. Methylparaben. Sollte mal total allergieauslösend sein. Dann kam die nächste Studie und: Nö, ist es dann wohl doch nicht.
Und was stellt die BUND Studie fest: ganz ganz böse & schlimm & hormonell wirksam & was weiß der Kuckuck noch.
Mich macht das echt sauer.
Ich kauf mir demnächst meine eigene Studie, damit ich wieder schlafen kann.

PS: Ich esse Fleisch, rauche & bin für die Wiedereinführung des Schulfachs "Kochen" (=Ernährung/Hauswirtschaft) an allen Schulen von der 1. Klasse bis zum Abschluß. Das wäre, für mich, der Ansatz einer Grundsteinlegung. Schönen guten Abend.

PPS: Verfluchtes Aufregthema...

Zora
Zora
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ZoraZora 04.08.2013, 22:04
Ich finde jede Bevormundung ganz einfach eine Frechheit. Glauben tue ich schon lange nichts mehr, da steht nicht das Interesse an der menschlichen Gesundheit im Vordergrund, sondern ganz einfach etwaige wirtschaftliche Interessen dahinter:oops:

Als ich jung war hiess es in 30 Jahren sind die Wälder ausgestorben, das grosse Waldsterben hat schon begonnen.

Heute sitze ich unter meinen Birken die min. schon 30 Jahre alt sind und mich ganz bestimmt auch überleben werden Wink

Mit Angstmache kriegt man die Leute immer dorthin wo man sie haben möchte Confused

Sonjoschka
Sonjoschka
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SonjoschkaSonjoschka 04.08.2013, 22:23
Ja genau. Angst hindert Menschen am aktiven Leben.

Wenn man mal ehrlich ist, beginnt die Gefahr gleich mit der Zeugung. Immer steht irgendwie der Tod daneben. So ist es eben. Wer lebt, der kann sterben.
Auf den Zigarettenschachteln steht "Rauchen kann tödlich sein". Was ist das für ein Satz? Leben kann tödlich sein. Und ist es letztendlich immer. "kann" Was wollen die mir damit eigentlich genau sagen? Sie wissen es nicht. Es ist kein Fakt. Es gibt Hinweise. Bei statistisch so und so vielen Personen...kann...kann.
Ja. Ist nicht schlimm. Noch sitze ich hier. Ich habe mittlerweile viel erlebt. Auch Krankheit, aber auch wieder Gesundheit. Ich habe keine Lust mehr mich mit Gefahren zu beschäftigen. Heute haben sie die amerikanischen Botschaften geschlossen, weil Al Kaida...Vor 13 Jahren habe ich gewartet, dass hier Giftgasanschläge oder Bioattentate stattfinden, von Al Kaida. Vor 3 Jahren habe ich auf die Schweinegrippe gewartet. Vor 26 Jahren sollte hier alles radioktiv verseucht sein. Vor 2 Jahren auch wieder. Die Ölfelder im Irak sollten unseren Himmel verdunkeln, BP hat das Meer verseucht und 2012 sollte die Welt ganz unter gehen.

Ich sitze hier noch und entscheide mich, mich mit Parfum zu beschäftigen. Weil es mir Spaß macht und mich erfreut.

NannyPlum
NannyPlum
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NannyPlumNannyPlum 04.08.2013, 22:26
Wäre in den 80ern nicht in epischer Breite über den Sauren Regen und seine Auswirkungen berichtet worden, gäbe es heute nicht so ausgefeilte Rauchgasentschwefelungsanlagen und die Verfahren zur Entschwefelung der Fahrzeugkraftstoffe, und Du könntest heute vielleicht nicht unter Deinen Birken sitzen.
Eines wundert mich sehr:
Wenn unsere Kinder oder Nutztiere durch schädigende Substanzen krank werden, obwohl es Hinweise zur krankmachenden Wirkung gab, dann ist das Geschrei groß. WARUM VERBIETET DAS KEINER? WO WAREN DIE KONTROLLEURE? Mir fällt da so spontan die Diskussion um Bisphenol-A oder Aluminiumhydroxid ein
Wenn es Untersuchungen und Reglementierungen gibt, passt es auch nicht? Ich verstehe das nicht.

Mir gefällt Anguas Vorschlag sehr gut.
Aber: es gibt Bevölkerungsgruppen, die mehr Schutz benötigen als wir, die wir ja hoffentlich einigermaßen aufgeklärt sind. Sehr alte Menschen, Menschen mit schlechten Deutschkenntnissen, Kinder und Jugendliche. Ich schrieb es schon mal. Was gar nicht erst in die Kosmetikprodukte und in die Nahrung gelangt, damit müssen sich diese Gruppen auch gar nicht erst auseinandersetzen.

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