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Emre1709
Emre1709
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Emre1709Emre1709 Parfumneuling komplett überfordert :D 16.04.2018, 01:05
Shocked so wie es die Beschreibung vermuten lässt bin ich am verzweifeln und ich weiß nicht was ich in Google bzw hier als threadsuche eingeben soll und zwar bin ich seit paar Monaten circa ein richtiger parfumfreak geworden und jetzt wollte ich mich intensiver mit den einzelnen Duftnoten beschäftigen da ich meistens nicht weiß wie zum Beispiel bergamotte alleine riecht oder moschus usw (also kompletter Neuling Smile) )

Jetzt kommen wir zu meiner eigentlichen Frage und zwar gibt es kleine fälschchen irgendwo im world wide Web zu kaufen wo viele verschiedene Duftnoten zu kaufen sind .. ich stelle mir ein set vor als Beispiel mit paar fläschchen mit bergamotte, Jasmin, tonkabohne usw usw

Ich hoffe ich konnte mich irgendwie ausdrücken was ich haben möchte

Lg Emre Very Happy

Parfumo
Parfumo
ShaunBaker
ShaunBaker
178 Posts
ShaunBakerShaunBaker 16.04.2018, 01:19
Hallo Emre, hab ich gerade gefunden. Diese öle eignen sich zur Parfümherstellung. Schau dich dort mal um.

LG

https://www.duftlaedchen.de

Malaga
Malaga
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MalagaMalaga 16.04.2018, 04:41
Smile Ich bedanke mich auch mal ganz herzlich für diesen Tipp. Das ist auch eines meiner Hauptprobleme, seit ich mich intensiver mit Parfum befasse. Wie riechen die einzelnen Elemente bzw. was sollte ich riechen:) Ich bewundere immer eure tollen Kommentare, in denen ihr so toll die Bestandteile herausriecht und beschreibt. Hat mir schon manchen schönen Kauf erleichtert.

Terra
Terra
5948 Posts
TerraTerra 16.04.2018, 10:28
Das macht nur bedingt Sinn mit den Duftstoffen.

Bergamotte ist simpel. Gibt überall schwarzen Tee mit Bergamotte - in jedem Supermarkt für 0,39 Cent Very Happy.

Ich hab das schon so oft erwähnt... immer wieder erzählen hier Leute, sie mögen/mögen keinen " Moschus". Es gibt nicht mehr DEN Moschus. Im Parfum findet man kaum noch, zumindest kaum legal, den schwarzen Hirschmoschus. Es gibt aber hunderte (wenn nicht tausende) Moschusduftstoffe, die sich in ihren Eigenschaften unterscheiden. Das geht vom (für meine Nase) stechend unangenehmen Haarspraymoschus bis zum wattewolkig weichen Saubermoschus über den cremig-pflanzlichen Moschus bis zum animalischen Moschus und vielem, vielem mehr.

Das ist eigentlich schon eine Schwierigkeit dabei: Moderne Parfums bestehen zu etwa 20% aus natürlichen und zu etwa 80% aus synthetischen Duftstoffen. Viele angegebene Duftnoten sind synthetisch, auch wenn sie natürlich klingen (Maiglöckchen oder Tee zum Beispiel lassen sich nicht natürlich herstellen).

Bei den natürlichen Duftstoffen kommt die Problematik hinzu, dass die reinen ätherischen Öle oft völlig anders riechen, als die Note im Parfum und auch völlig anders als die Blüte (oder sonstwas für ein Teil) der Pflanze selbst. Doch nicht selten soll ein Duft ja eher naturgetreu nach der Blüte riechen und nicht nach dem ätherischen Öl, somit hat dann ein Rosenöl beispielsweise mit dem Duft einer Rose oder mit dem Geruch eines fruchtig-leichten Rosenblütendufts wenig zu tun.

Mein Tipp: Nicht zu viel auf einmal wollen, sich nicht stressen. Ich bin selbst jemand, der immer gleich alles will. Ich will gleich alles wissen, können, lernen, haben. Das funktioniert aber nicht. Der Weg ist das Ziel. Teste dich einfach durch neue Düfte, hab Spaß an dem was du entdeckst und wenn du den X-Ten Duft mit einer bestimmten Duftnote gerochen hast, dann wirst du die auch irgendwann zuordnen können.

Du kannst es auch systematisch machen und ganz viele Rosendüfte, Bergamottedüfte, Moschusdüfte etc. testen. Ist nur die Frage, ob einem nach dem 100ten Duft mit dem gleichen Thema direkt hintereinander das Zeug nicht irgendwann zum Halse raushängt. Ich konnte das Anfangs, hatte da Spaß dran. Mittlerweile würde es mich eher nerven.

Finde da deine eigene Möglichkeit.

Ein Bekannter hat sich tatsächlich auch viele, ätherische Öle gekauft. Die hat er sich aber einzeln zusammen gekauft (gibt es nicht im Set), sie kosten in guter Qualität ein Schweinegeld und sie werden nach ner Zeit einfach schlecht.

Dann das Problem: Jedes Sandelholz riecht anders, jedes Oud riecht anders, jedes Rosenöl riecht anders.

Bei Oud sind die Unterschiede zum Beispiel so groß, dass ich mit Sicherheit sagen kann, dass wenn man ein Oud kennt noch lange nicht weiß, wie Oud überhaupt riecht und ein anderes Oud nicht einmal unbedingt als Oud identifizieren könnte.

Seabreeze
Seabreeze
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SeabreezeSeabreeze 16.04.2018, 13:10
Terra hat Folgendes geschrieben:
Das macht nur bedingt Sinn mit den Duftstoffen.

Bergamotte ist simpel. Gibt überall schwarzen Tee mit Bergamotte - in jedem Supermarkt für 0,39 Cent Very Happy.

Ich hab das schon so oft erwähnt... immer wieder erzählen hier Leute, sie mögen/mögen keinen " Moschus". Es gibt nicht mehr DEN Moschus. Im Parfum findet man kaum noch, zumindest kaum legal, den schwarzen Hirschmoschus. Es gibt aber hunderte (wenn nicht tausende) Moschusduftstoffe, die sich in ihren Eigenschaften unterscheiden. Das geht vom (für meine Nase) stechend unangenehmen Haarspraymoschus bis zum wattewolkig weichen Saubermoschus über den cremig-pflanzlichen Moschus bis zum animalischen Moschus und vielem, vielem mehr.

Das ist eigentlich schon eine Schwierigkeit dabei: Moderne Parfums bestehen zu etwa 20% aus natürlichen und zu etwa 80% aus synthetischen Duftstoffen. Viele angegebene Duftnoten sind synthetisch, auch wenn sie natürlich klingen (Maiglöckchen oder Tee zum Beispiel lassen sich nicht natürlich herstellen).

Bei den natürlichen Duftstoffen kommt die Problematik hinzu, dass die reinen ätherischen Öle oft völlig anders riechen, als die Note im Parfum und auch völlig anders als die Blüte (oder sonstwas für ein Teil) der Pflanze selbst. Doch nicht selten soll ein Duft ja eher naturgetreu nach der Blüte riechen und nicht nach dem ätherischen Öl, somit hat dann ein Rosenöl beispielsweise mit dem Duft einer Rose oder mit dem Geruch eines fruchtig-leichten Rosenblütendufts wenig zu tun.

Mein Tipp: Nicht zu viel auf einmal wollen, sich nicht stressen. Ich bin selbst jemand, der immer gleich alles will. Ich will gleich alles wissen, können, lernen, haben. Das funktioniert aber nicht. Der Weg ist das Ziel. Teste dich einfach durch neue Düfte, hab Spaß an dem was du entdeckst und wenn du den X-Ten Duft mit einer bestimmten Duftnote gerochen hast, dann wirst du die auch irgendwann zuordnen können.

Du kannst es auch systematisch machen und ganz viele Rosendüfte, Bergamottedüfte, Moschusdüfte etc. testen. Ist nur die Frage, ob einem nach dem 100ten Duft mit dem gleichen Thema direkt hintereinander das Zeug nicht irgendwann zum Halse raushängt. Ich konnte das Anfangs, hatte da Spaß dran. Mittlerweile würde es mich eher nerven.

Finde da deine eigene Möglichkeit.

Ein Bekannter hat sich tatsächlich auch viele, ätherische Öle gekauft. Die hat er sich aber einzeln zusammen gekauft (gibt es nicht im Set), sie kosten in guter Qualität ein Schweinegeld und sie werden nach ner Zeit einfach schlecht.

Dann das Problem: Jedes Sandelholz riecht anders, jedes Oud riecht anders, jedes Rosenöl riecht anders.

Bei Oud sind die Unterschiede zum Beispiel so groß, dass ich mit Sicherheit sagen kann, dass wenn man ein Oud kennt noch lange nicht weiß, wie Oud überhaupt riecht und ein anderes Oud nicht einmal unbedingt als Oud identifizieren könnte.


Danke Terra, guter Beitrag Smile

Ich wollte am Anfang auch zu viel, bin auch so ein Mensch der gerne gleich alles können würde. Aber das klappt wirklich nicht. Ich weiß bis heute nicht, wie genau Weihrauch riecht, oder Oud oder oder oder. Ab und zu meine ich es zu wissen, aber sicher bin ich mir nicht. Am besten man testet einfach drauf los, ohne sich den Druck zu machen die einzelnen Komponenten raus zu riechen zu wollen. Was gefällt, gefällt. Smile Und nach und nach findet man seinen roten Faden. Ich denke so haben hier fast alle angefangen.

Jetzt möchte ich gar nicht mehr die einzelnen Komponenten raus riechen, sondern einfach Düfte finden, die mich flashen. Die Statements lese ich dafür sehr gern. Da bekomme ich vorab schon einen kleinen Einblick und bestelle dann ggf. Proben im Souk (falls vorhanden). So kommt man weiter...mühsam, aber immerhin Wink

Girlain
Girlain
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GirlainGirlain 16.04.2018, 15:02
Der Bergamotte aromatisierte Tee heisst Earl Grey, da riecht man aber natürlich auch ein bisschen den Tee Wink

Ansonsten gibts auch in Bioläden, Asia Läden oder auf manchen Märkten Fläschchen mit ätherischen Ölen, z.T. kann man die auch testriechen. Zitrusfrüchte und diverse Blumen sollten da mindestens abgedeckt sein. Ansonsten jetzt im Frühling an allem schnüffeln, was da so rumblüht. Bei fragrantica.com (oder deutsch .de) gibt es feine Duftnotenlisten mit kurzer Beschreibung und die Blumen , Gräser usw. sind dabei auch abgebildet

Ich würde aber auch empfehlen, das eher nicht allzu wissenschaftlich anzugehen, aber spaßeshalber mal ein paar Öle zu beschnüffeln, kann ja nicht schaden Smile

First
First
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FirstFirst 16.04.2018, 16:40
Einiges wurde hier ja schon sehr trefflich gesagt. Ich möchte eines anfügen: Als Duftreferenz für die eigene Nase würde ich immer versuchen, den ursprünglichen natürlichen Geruch zu bekommen. Denn der soll ja auch die Referenz für den künstlichen Ersatz sein.

Als Beispiel: bei Bergamotte würde ich versuchen, das 100% natürliche ätherische Öl unter die Nase zu bekommen. Ich als Earl-Grey-Tee-Liebhaberin, weiß, dass leider inzwischen in kaum einem Earl-Grey-Tee wirklich nur Tee und echtes Öl/bzw. Schalen der Bergamotte sind. Inzwischen muss ich bei ausgewählten Teehändlern suchen, um diesen Tee, den ich so liebe, noch mit ausschließlich echter Bergamotte zu finden.
Wenn auf der Teepackung "natürliches Aroma" draufsteht, kann das auch ein Aroma anderen natürlichen Ursprungs sein, das bergamotteähnlich riecht. Und das wird es auch sein, denn sonst würde draufstehen: "Inhalt: schwarzer Tee, 100% natürliches ätherisches Bergamotteöl, Bergamotteschalen". Wenn "mit natürlichem Bergamotteöl" draufsteht, heißt das, dass auch zusätzlich noch anderes Aroma, künstlich oder natürlich, drin sein kann. Wenn nur "aromatisiert" draufsteht, ist es meiner Erfahrung nach immer künstlich.
Ich schmecke den Unterschied und bin von dieser Entwicklung sehr genervt.

Die natürlichen Duftreferenzen lassen sich so oft ganz einfach finden: Im häuslichen Gewürzregal, an Blumen, Sträuchern und Bäumen im Garten oder im Park, an der Echtledertasche im Geschäft, in der Obstschale und eben auch in den schon erwähnten Shops mit den kleinen Fläschchen 100% natürlichen ätherischen Ölen. Manche sind mit Alkohol verdünnt, manche mit neutralem Öl.
Viel Spaß bei den neuen Erfahrungen!

Terra
Terra
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TerraTerra 17.04.2018, 18:19
First hat Folgendes geschrieben:
Einiges wurde hier ja schon sehr trefflich gesagt. Ich möchte eines anfügen: Als Duftreferenz für die eigene Nase würde ich immer versuchen, den ursprünglichen natürlichen Geruch zu bekommen. Denn der soll ja auch die Referenz für den künstlichen Ersatz sein.


Nur das ein ätherisches Öl z.B. oft kaum noch nach der Blüte riecht, die nachgestellt werden soll - wie ich ja schrieb.

Will ein Parfümeur den Duft einer Rosenblüte authentisch nachstellen, wird er vermutlich nicht einfach nur viel Rosenöl nehmen, sondern die Rose eher einzeln nachbauen. Er wird ggf. fruchtige Aspekte oder jene, die eine Rose wie er sie vor seiner "geistigen Nase" hat, in den Vordergrund stellen und andere weniger dominant erscheinen lassen. Das Ergebnis erscheint so ggf. viel "natürlicher" als mit dem Einsatz von viel natürlichem, ätherischen Öl.

Halbsynthetisches Vetiverylacetat beispielsweise ist teurer als das ätherische Öl. Es ist einfach ein Verarbeitungsschritt mehr. Es ist kein "synthetischer Ersatz". Das wird, wie viele (halb-)synthetische Stoffe benutzt, weil die olfaktorischen Eigenschaften häufig als vorteilhafter angesehen werden wie jene des rein natürlichen Stoffes.

Viele synthetische Stoffen haben gar nix mit Natur zu tun, auch olfaktorisch kaum (viele Moschusduftstoffe, Iso E Super etc.) und vieles soll auch nicht einfach imitieren.

Es gibt zum Beispiel eine Oudsynthetik die die ölig-rauchigen Eigenschaften von echtem Oud täuschend realistisch nachstellt. Die wird aber kaum eingesetzt. Wieso? Weil diese Eigenschaften oft gar nicht gewünscht sind. Somit steht dann meist Oud in der Pyramide, aber es hat olfaktorisch damit nicht mal ansatzweise etwas zu tun.

Ich will gar nicht widersprechen. Es macht Spaß an den ganzen Duftstoffen mal zu riechen und man erkennt ggf. schon mal etwas im Parfum wieder. Im nächsten Duft kann die Note aber eben wieder völlig anders riechen.

Es ist alles nicht so einheitlich anwendbar. Das Thema ist komplex und ich verstehe sicher auch nicht alles. Nur soviel um zu wissen, dass auch ich da kaum jemals alles erriechen können werde. Und das, obwohl ich echt schon recht viel unter der Nase hatte. Sei es als reiner Duftstoff oder als Parfum.

First
First
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FirstFirst 17.04.2018, 21:58
Terra hat Folgendes geschrieben:


...Nur das ein ätherisches Öl z.B. oft kaum noch nach der Blüte riecht, die nachgestellt werden soll - wie ich ja schrieb. ...



Deshalb schrieb ich ja auch "Garten" sei eine der Quellen für natürliche Düfte.

In der Frage ging es darum, wie man die Duftnoten voneinander unterscheiden lernen könnte.

Da ist doch die Benennung doch von Düften der wesentliche Faktor. Egal jetzt mal wie der/die Parfumeurin die Düfte "baut", damit sie einer Vorstellung oder einem Markt entsprechen - wenn in der Pyramide Rose steht, dann verweist dieser Name auf den Duft, den wir von Rosen kennen. Das ist nicht umsonst so, dass der Name einer existierenden, natürlichen Pfanze gewählt wird.
Auch eine künstliche Duftstoffkombination wird nicht als Rosenduft benannt werden, wenn sie nicht in etwa duftete wie Rose, sondern eher an z.B. Safran erinnerte.

Und selbstredend haben Stoffe wie Iso E Super keine Geruchsreferenz in der Natur für uns.
Und genau deshalb nennen wir sie auch nicht Ginster oder Tang.

Smile

Terra
Terra
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TerraTerra 17.04.2018, 22:27
First hat Folgendes geschrieben:

wenn in der Pyramide Rose steht, dann verweist dieser Name auf den Duft, den wir von Rosen kennen. Das ist nicht umsonst so, dass der Name einer existierenden, natürlichen Pfanze gewählt wird.
Auch eine künstliche Duftstoffkombination wird nicht als Rosenduft benannt werden, wenn sie nicht in etwa duftete wie Rose, sondern eher an z.B. Safran erinnerte.


Hm, vielleicht reden wir aneinander vorbei.

Die "gebauten" Rosendüfte sind soweit ich weiß auch nicht wirklich künstlich. Bzw. ist das Ansichtssache. Es werden soweit ich das weiß und richtig verstanden habe einfach die einzelnen, duftenden Bestandteile eines ätherischen Öls verwendet um einen Duft zu erstellen.

Es gibt Rosennoten die bewusst sehr metallisch riechen sollen oder die eben dieses super-saftig-dunkle eines Rosenöls haben (es wurde vielleicht einfach auch Rosenöl verwendet) oder jene die einfach super seifig sind. In solchen Fällen sollten sie vermutlich nicht einfach wie die Rosenblüte riechen.

Bei Oud schrieb ich doch auch schon:

Zitat:
Es gibt zum Beispiel eine Oudsynthetik die die ölig-rauchigen Eigenschaften von echtem Oud täuschend realistisch nachstellt. Die wird aber kaum eingesetzt. Wieso? Weil diese Eigenschaften oft gar nicht gewünscht sind. Somit steht dann meist Oud in der Pyramide, aber es hat olfaktorisch damit nicht mal ansatzweise etwas zu tun.


Steht Oud in der Pyramide riecht die Oudnote manchmal seltsam harzig-holzig, manchmal gar haarsprayartig etc. Der Name in der Pyramide verweist also keineswegs auf den Duft von Oud, sondern soll auf etwas hindeuten, was man mit Luxus verknüpfen kann oder aber auch mit einem herb-orientalischen Geruch. Wie auch immer. Aber es hat meist nix mit Oud zu tun.

Es kommt auch einfach auf die Kombination an. Ein fantastisches Beispiel dafür ist Coumarin. Ich liebe Coumarin.

Coumarin kann nach Zimt, Heu, Waldmeister, Tonkabohne und Bittermandel (ungesüßt beinahe gefährlich giftig wirkend), gesüßt köstlich gourmandig.

Coumarin kann für den "grünen Farnakzent" ebenso verantwortlich sein wie für den zimtig-gourmandigen Touch in einem leckeren Amber.

Es ist eben nicht so einfach. Und wer hat schon Vetiver, Sandelholz (welches auch als ätherisches Öl schweineteuer ist) etc. im Garten Wink ?

Parfumo
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First
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FirstFirst 17.04.2018, 23:22
Ja, Terra, ich denke, dass wir aneinander vorbeireden.

Ich liebe auch Coumarin.
Und auch ich weiß, dass es unterschiedlich duften kann, je nachdem in welchem Verbund es auftritt und auch je nach Konzentration.
Und genau so steht in den Pyramiden dann auch recht selten "Coumarin". Sondern da steht dann "Heu" oder "Zimt" oder "Waldmeister", je nachdem, woran es uns erinnert.

Und für Heu, Zimt und Waldmeister haben viele von uns schon die natürliche Referenz gerochen, und wenn nicht, wäre es ratsam, diese Erfahrung zu suchen, denn nach diesen werden die Noten in Pyramiden benannt.

Ich denke, es ist doch recht deutlich, was ich meine.

Und, um es vorweg zu nehmen: sicher findet sich die ein oder andere Pyramide, wo wirklich Coumarin aufgeführt ist.
Und, ja, natürlich finden sich auch Duftnoten, die wir nicht im Garten, im Gewürzregal, beim Obst- oder Gemüsehändler und auch nicht im Laden für Ledertaschen oder für Ätherische Öle finden.
Aber auch das sind die Ausnahmen. Sandelholz finden wir jedenfalls. Z.B. als kleine Echtholzlesezeichen oder eben wirklich als 100% natürliches ätherisches Öl in winzigen Fläschchen. Ich habe beides. Das Fläschchen ist leider inzwischen fast leer, aber es duftet immernoch traumhaft und sehr intensiv. Dass echtes Sandelholzöl inzwischen sehr teuer geworden ist, ist übrigens für die ursprüngliche Fragestellung nicht von Bedeutung. In der Regel kann man auch im Geschäft daran riechen, ohne es gleich kaufen zu müssen.

Terra
Terra
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TerraTerra 18.04.2018, 10:30
Im Grunde könnte ich nun einfach antworten, indem ich mich wieder zitiere.

Klar kann man sich ein Sandelöl kaufen. Hat der besagte Freund auch. Riecht seltsam pissig-urinös. Ist eben das, was man so im Netz für teuer Geld zu kaufen bekommt. Es kann aber auch knarzig-holzig oder suuuuper cremig riechen. Sandelnoten sind auch nicht immer identisch, obwohl da natürlich Sandelholz steht.

Ich könnte hier jetzt wieder mein Beispiel mit der Rosenblüte und dem Öl zitieren. Oder das mit den Oudnoten, der Oudsynthetik und dem echten Oud.

Ich habe alles dazu schon geschrieben.

Ich wollte hier Tipps geben. Auch nicht entmutigen, an echten Duftstoffen zu riechen. Das mache ich auch. Es macht auch Spaß. Nur will ich klar machen, dass es lange kein 1 zu 1 Bildnis ist. Die natürlichen Duftnoten unterscheiden sich stark je nach Art der Destillation (bestes Beispiel: Neroli und Orangenblüte. Gleiches Pflanzenteil, völlig unterschiedlicher Geruch), Qualität, Herkunft, Alter etc. Sie unterscheiden sich auch oft stark von dem, was man im Garten riecht und sie unterscheiden sich oft stark von dem, was man in der Pyramide liest. Es ist eben nicht immer so, dass wenn in der Pyramide Rose, Tabak oder sonstwas steht, diese Note immer gleich riecht.

Alkohol verändert übrigens auch immer den Geruch eines ätherischen Öls, weil sich bestimmte duftende Stoffe anders/schneller lösen. Ich vermute das zumindest als Grund. Ein ätherisches Öl in Alkohol gelöst riecht immer anders. Irgendwie "kaputt".

Wieso erkläre ich das alles so genau? Ich habe hier Anfangs viele Fehlvermutungen gemacht, weil ich geglaubt habe zu wissen, wie etwas riecht und wer weiß, wie oft ich das immer noch mache.

Ich habe zum Beispiel mal einen Weihrauchduft kritisiert und behauptet, er würde gar nicht nach Weihrauch riechen. Ich kannte bis dahin eher diese dunkel-knarzigen oder ölig-harzigen Düfte als Weihrauchinterpretationen. Der Parfümeur direkt hat mir dann u.a. Weihrauch als reines, ätherisches Öl, CO-2 Extrakt etc. geschickt, welches er im Duft verwendet hat. Beides riecht erstaunlich anders (auch da wäre das ätherische Öl also wieder nur so eine solala-Referenz).

Ich habe mich nun ewig und drei Jahre mit Oud befasst und erst kürzlich ein Oud unter der Nase gehabt, welches ich eher für ein Attar gehalten hätte.

Man sollte sich nur nicht zu schnell auf etwas einschießen. Dafür ist das zu komplex.

Ich habe hier nun auch weder Zeit noch Lust zu diskutieren, wollte lediglich Tipps geben.
Zuletzt bearbeitet von Terra am 18.04.2018, 11:03, insgesamt einmal bearbeitet

First
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FirstFirst 18.04.2018, 10:41
"Ich habe hier nun auch weder Zeit noch Lust zu diskutieren, wollte lediglich Tipps geben."

Genau, so geht es mir auch.
Lassen wir es doch einfach dabei bewenden, ehe wir uns in Haarspalterei verlieren oder weiter Dinge mitzulesen glauben, die der jeweils andere gar nicht so geschrieben oder in Abrede gestellt hat.

Sweetdeville
Sweetdeville
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SweetdevilleSweetdeville 22.04.2018, 16:34
Terra hat Folgendes geschrieben:


Ich habe zum Beispiel mal einen Weihrauchduft kritisiert und behauptet, er würde gar nicht nach Weihrauch riechen. Ich kannte bis dahin eher diese dunkel-knarzigen oder ölig-harzigen Düfte als Weihrauchinterpretationen. Der Parfümeur direkt hat mir dann u.a. Weihrauch als reines, ätherisches Öl, CO-2 Extrakt etc. geschickt, welches er im Duft verwendet hat. Beides riecht erstaunlich anders (auch da wäre das ätherische Öl also wieder nur so eine solala-Referenz).


Oh ja, das Problem hatte ich anfangs auch.
"Messe de Minuit Etro (1994) Eau de Toilette" war für mich die Referenz, also astreines Räucherkerzchen.
Dann hatte ich Olibanum unter der Nase und fühlte mich vom Parfumeur total veräppelt Smile

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