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Gris Clair von Serge Lutens Les Salons du Palais Royal Shiseido
Deutsch: „Klares Grau”

Gris Clair

von Serge Lutens Les Salons du Palais Royal Shiseido (2006)  
63%
8 Bewertungen

Details

Verfügbarkeit: Im Jahr 2006 erschienen, wird noch produziert.
Parfümeur: Christopher Sheldrake

Duftnoten

altes Holz, Amber, Iris, Lavendel, Tonkabohne, Weihrauch

Dieses Parfüm wurde von Kankuro recherchiert und vorgeschlagen.

5 Kommentare zu Gris Clair

Lotte1 - Montag, 22. Februar 2010
100%
aussergewöhnlich
ich liebe lavendel in jeglicher form wobei er in diesem duft nicht eindeutig zum vorschein kommt ! eher ein iris lavendel gemisch ...alles in allem ein genialer duft!
Andi136 - Freitag, 12. Februar 2010
70%
Schwierige Geschichte
1 Mal ausgezeichneter Kommentar
Lavendel... wo? So wirklich will der bei mir nicht zum Vorschein kommen. Dafür tonnenweise Tonkabohne und etwas Iris. Von altem Holz ist da nicht viel zu erriechen.
Insgesamt ein sehr süßer Duft, dessen Kopfnote mir nicht so recht zusagt.
Es stimmt, muss mich meinen Vorrednern anschliessen, da kommen Erinnerungen an Le Male hoch, wenngleich dieser Duft bei weitem nicht so aufdringlich wie Le Male ist.
Faszinierenderweise entdecke ich nach ein paar Stunden eine gewisse Ähnlichkeit zu Arpege Homme von Lanvin. Durch diese holzige Tonkabohne.
Nach langer Zeit ist der Duft auf der Haut wirklich extrem gut. Gewöhnungsbedürftig auf jeden Fall.
Ich habe ihn gleichzeitig auch auf einem Teststreifen probiert. Dort riecht er eindeutig nach Lavendel, bleibt etwas herb. So hat er auf meiner Haut nie gerochen.
Empfehlenswert: Ja, aber nur in geringen Dosen.
TVC15 - Dienstag, 09. Februar 2010
20%
Nachts sind alle Katzen grau
5 Mal ausgezeichneter Kommentar
[Der Disclaimer vorweg: Vielen Dank für die netten Gaben einer stillen Mitleserin, die die folgenden Worte bitte nicht als Undankbarkeit auffassen möge, aber Herr Lutens und ich werden einfach keine Freunde.]

Lutens und Christopher Sheldrake sind für mich erstmal folgendes: Experimental-Nerds, die mal an die frische Luft gehen sollten. So boshaft das vielleicht klingt, aber Lutens scheint es schon selbst erkannt zu haben, denn über seine neueste Kreation sagt er: "L’Eau Serge Lutens ist mein Gegenschlag. Es drückt ein Verlangen nach Reinheit aus und ist gegen den Druck der Gesellschaft, die Luft mit künstlichen Gerüchen zu füllen. Es ist wie ein Atemzug von reiner, entspannender Bergluft.” Selbsteinsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Die bisherige Herangehensweise, Düfte, oder vielleicht eher Gerüche zu komponieren, die außergewöhnlich sind, aber einiges an Bodenhaftung verloren haben, mag hochspannend sein, ist aber in meinen Augen Art pour l'Art.

Da ich noch mehrere Lutens-Samples vorliegen habe, will ich nicht alles über einen Kamm scheren und beschränke mich erstmal auf Gris Clair. Ein passender Name, denn Hellgrau ist ungefähr so gefühlsarm, trostlos und nichtssagend wie diese Komposition. Ähnlich wie Apicius kann ich den Lavendel nicht mal erahnen, denn er hätte bei mir recht schnell für Kopfschmerzen gesorgt, die aber ausblieben. Zum Verständnis: Unter Lavendel verstehe ich olfaktorisch sowas wie Carons "Pour Un Homme" oder diesen Omaduft mit der Postkutsche von Mouson. Meist blauviolett, was nicht so ganz in die Tristesse von Gris Clair gepasst hätte. Was grauer Lavendel sein soll, wollte ich gar nicht wissen, aber Meister Serge sagt es uns: "Auf einem steilen Felsabhang, eingebettet in eine Steinlandschaft, blüht ein einsamer Lavendelstrauch, verwurzelt auf kargem Boden, einen delikaten rauchigen Amber-Duft verströmend." Aha, der Lavendel riecht also nicht nach Lavendel, sondern delikat rauchig. Die Botaniker unter uns wird diese Mutation sicherlich so brennend interessieren wie den Geologen die gar wundersam karge Fels-in-Stein-Einbettung :)

Fels hin, Lavendel her, ich entdecke hier anfangs nur einen billigen überzuckerten "Le Male"-Akkord, der sich als roter äääh... grauer Faden durch die gesamte Aufführung zieht. Zu anspruchslos für Lutens? Ok, er setzt noch einen drauf: Trockenes altes Holz. Hier erahne ich, was er meinen könnte, aber am Alter muss noch gearbeitet werden. Ein weiteres Mal stimme ich Apicius zu. Seine "Made In Taiwan"-Assoziation trifft es sehr gut. Das Holz ist nicht alt, sondern wurde mit einer sehr schrägen und mir in der Tat leicht den Magen umdrehenden Zutat künstlich gealtert. Es beginnt zu nerven... kann denn mal jemand die Vanille abschalten? Keine Vanille? Gut, von mir aus auch die Tonkabohne. Werden Parfums eigentlich nur noch von Männern gemacht, die fünf Löffel Zucker in den Kaffee nehmen?

Sehr interessant fand ich an diesem Punkt, welche Macht in ein paar Tröpfchen Flüssigkeit liegen kann, denn ich wurde zunehmend aggressiver. Sollte man Lutens-Parfums mit Sekundärliteratur oder zumindest Bedienungsanleitung ausliefern? Wann und wo kann man ein solches Kunstwerk völlig natürlich tragen, ohne ständig genötigt zu werden, zu überprüfen, welchen neuen Abgrund die progressive Duftkreation gerade überschreitet? Warum beschwert sich Lutens im Interview über eine Welt, die überparfümiert, ja einbalsamiert ist, wo er doch selbst einen nicht geringen Teil zu dieser Einbalsamierung beigetragen hat? Hat Farina je darüber geklagt, dass sich Napoleon das Eau De Cologne literweise über den Kopf schüttete? Hatte Parfüm nicht mal was mit Wohlbefinden oder Freude zu tun?

Storyboard für Gris Clair: Dreckiges Karamellbonbon im öligen Rinnstein/schwarzweiß/Regie: Robert Altman. Kann man auf der Biennale zeigen, aber als Duft tragen....? Ich weiß nicht.
Antworten
Wunderbar geschrieben! :-)
Apicius - Mittwoch, 03. Februar 2010
70%
Erst süß, dann trocken
3 Mal ausgezeichneter Kommentar
Dankeschön an Kankuro für die Probe.

Zunächst einmal – es soll Lavendel drin sein. Aber wieso rieche ich davon gar nichts? Was ich rieche ist ein dunkler, trockener Accord, wahrscheinlich vom Weihrauch, den Amber, viel Tonkabohne, etwas Holz und vor allem: eine leichte, aber durchaus spürbare benzoinartige Note à la Le Male (Gaultier) und Co.

Der Duft liegt somit insgesamt auf der süß-vanilligen Seite, ein bisschen wie Mandelhörnchen. Dahinter der leicht teerartige, etwas prollige Le Male Accord. Der verhindert dann doch, dass man dieses Parfum als gourmand einstufen kann. Und darüber Lavendel und Iriswurzel, die beide als solche nicht erkennbar sind, aber wahrscheinlich verantwortlich für einen irisierenden hellen, ganz leicht aldehydartigen Accord. Dieser soll wohl die Bezeichnung Gris Chlair – hellgrau rechtfertigen, ist aber keinesfalls die Grundfarbe dieses Duftes. Ich empfinde hier eher wechselnde Brauntöne. Es gibt keinerlei zitrische und florale Noten (Iris zähle ich nicht dazu) – das ist auch ungewöhnlich! Damit und auch wegen der Hölzer besteht dann eher eine größere Nähe zu Body Kouros als zu Le Male.

Im weiteren Duftverlauf kommt die Helle etwas stärker zum Vorschein, und die Süße nimmt etwas ab, minimal wird gerösteter Kakao spürbar (vom Tonka). Nach einer Stunde wird die Tonkabohne, unterstützt vom Weihrauch immer spürbarer, die Süße ist weg und das Parfum bekommt eine Ähnlichkeit mit Myrrhe Ardente von Annick Goutal. Genau jetzt fängt der Duft an, mir zu gefallen!

Bei Gris Clair bekomme ich folgendes Bild: Besuch eines Antiquitätengeschäftes. Ich entdecke einen wunderschönen alten Sekretär. Ich ziehe eine Schubalde ganz heraus und entdecke auf der Rückseite die Aufschrift „Made in Taiwan“!

Was soll man dazu nun sagen? Wem empfehlen? Vielleicht Damen, die Le Male gut finden und für sich eine tragbare Alternative suchen oder Herren, denen Le Male und Body Kouros zu aufdringlich sind.
Antworten
Schöner Bericht, es wundert mich etwas das du kaum Lavendel riechst. Ich habe Gris Clair mit echtem Lavendel verglichen und die Ähnlichkeit war verblüffend!
Ja, sehr merkwürdig. Muss wohl an meinem Duftempfinden liegen, nicht an meiner Haut. Habe nochmal auf Teststreifen gesprüht - vielleicht minimal Lavendel, wird aber sofort überdeckt
Lavendel ist für mich z.B. Oxford & Cambridge von Czech und Speake oder Utopian von Social Creatures bzw. diverse Lavendelwasser
Aha, mein Teststreifen verbreitet plötzlich leichten Lavedelduft im Raum! Aber wenn ich direkt dran rieche, ist er nicht mehr da.
DonVanVliet - Donnerstag, 24. Dezember 2009
90%
Schönstes Lavendelparfüm
Ich mag Lavendel und muss sagen, dass das hier die schönste Interpretation ist, die ich kenne. Die sanfte Weihrauchnote passt perfekt zum Lavendel, der in dieser Kombination außergewöhnlich wirkt.

Kommentare 1 - 5 von 5



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