NasenheinzNasenheinz’ Parfumrezensionen

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1 - 5 von 39
Nasenheinz vor 12 Tagen 4 5
7
Duft
5
Haltbarkeit
5
Sillage
9
Flakon
Herbès
[Poetische Ergüsse oder anekdotische Auslassungen, die nichts mit dem Duft zu tun haben, bitte hier gedanklich einfügen]

Duft:
Dieses Parfum habe ich blind gekauft, da ich als bekennender "Terre d'Hermès (Eau de Toilette) | Hermès"-Ultra von diesem Haus und seinen Orangenduftfähigkeiten überzeugt bin. Leider habe ich nicht bedacht, dass für diese Komposition nicht Jean-Claude Ellena verantwortlich zeichnete und so bin ich etwas enttäuscht.
Natürlich kann man bei „d'orange verte“ keine saftige Süßorange erwarten und beim Studieren der sparsamen Duftnotenangaben hätte man auch darauf kommen können, dass hier ein eher herbes, erdiges und holziges Parfum abgefüllt wurde. Mich stört auch nicht die Zusammensetzung der einzelnen Komponenten, aber bei dem Attribut „concentré“ vermutet man schon eine längere Haltbarkeit und mehr Wucht.
Am Sprühkopf schnuppernd erwartet die Riechzellen eine herbale, zartbittere Frische, die sich angenehm erwachsen von den meisten Zitrusdüften abhebt. Und auch die ersten 20 Minuten nach dem Auftragen ist diese ungewöhnliche Frische erstaunlich belebend.
Aber schon kurz danach überwiegen die holzigen Noten und die Krautigkeit nimmt Überhand. Die Orange verliert sich in einer grünen Tristesse und es bleibt ein würziger Duftfilm auf der Haut, der keinerlei Frische ausstrahlt.
Mir persönlich ist der Duft zu schwachbrüstig, die erdig-holzigen Elemente stören mich nur, weil die namensgebende Orange so schnell an Kraft verliert und hinter diesen Noten kaum mehr wahrzunehmen ist. Aber die ersten 20 Minuten ist dieses Parfum eine angenehm andersartige Alternative zu vielen Auf-die-12-Zitrusdüften, die sonst so auf dem Markt zu haben sind.

Haltbarkeit:
Mit gutem Willen vielleicht zweieinhalb Stunden wahrnehmbar. Selbst für ein Zitrus-Eau-de-Toilette ist das sehr wenig. Auch direkt auf die Kleidung gesprüht hält er keine fünf Stunden.

Sillage:
Kaum vorhanden. Selbst auf engstem Raum ist sie keine zwei Stunden im kleinen Radius erriechbar. Wenn der Duft doch auffällt, dann als frisches, krautiges Zitrusschalenparfum. Zumindest die erste halbe Stunde.

Flakon:
Eine grünlich, milchglasige Schönheit, die sowohl mit einer hochwertigen Kunststoffkappe daherkommt, um den Flakon als „Splash bottle“ zu verwenden, dem aber auch ein Sprühkopf ohne Abdeckung beigelegt wurde, der –wie bei Hermès üblich– von einer sehr guten Qualität ist. Die massive, orange Pappschachtel rundet das Erlebnis ab.

Preis-Leistungs-Verhältnis:
50 ml sind ab 50 €, 100 ml ab 70 € und 200 ml ab 90 € zu haben. Wem eine leichte Zitrusfrische mit ungewöhnlichem herbem Charakter genügt, ist hier mit bestens bedient.
5 Antworten
Nasenheinz vor 13 Tagen 8 4
8
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
9
Flakon
Definitiv undefinierbar
[Poetische Ergüsse oder anekdotische Auslassungen, die nichts mit dem Duft zu tun haben, bitte hier gedanklich einfügen]

Duft:
Mit der Duftbeschreibung „seifig“ habe ich so meine Probleme. Dem einzigen Duft, dem ich dies attestieren würde, ist das "Mugler Cologne - Come Together | Mugler" (bzw. "Mugler Cologne | Mugler"). Die an Iris reichen Prada-Parfums der "L'Homme | Prada"-Reihe versprühen (höhö) für mich allerdings eine ganz besondere Form von Sauberkeit und Frische, die ich aber eher im positivsten Sinn als „bügelwäschig“ beschreiben würde.
Bei den beiden Varianten aus der Amber-Serie hingegen bin ich fast versucht, den Begriff „Edelduschgel“ zu verwenden, wenn Duschgel nicht so negativ konnotiert wäre. Die Sauberkeit der Amber-Reihe hat eine einzigartige Art seifiger Reinheit, ohne auch nur ansatzweise unangenehm oder beißend zu sein, wie es bei Seife oft der Fall ist oder auch nur entfernt synthetisch zu riechen, wie es Duschgels häufig tun.
Als offizielle Duftnoten werden von Prada auf der Metallplakette des Flakons (Batch code: 22u91cx/2021-09) Lavendel, Rosengeranie, Patchouli, Vetiver und Wildleder angegeben. Ältere Versionen des Parfums listen Labdanum, Patchouli, Kardamom, Safran und Wildleder auf. Mit all diesen Noten tut sich meine Nase schwer. Eine zart krautige Frische könnte ich dem Lavendel zuschreiben, eine minimale florale Süße der Rosengeranie und die angedeutete holzige Erdigkeit würde ich mit etwas gutem Willen Vetiver und Patchouli in die Schuhe schieben. Aber klar definieren kann ich keine einzige Duftnote und einen Amberakkord nehme ich ebenfalls nicht wahr. Welchen Streich meine Nase mir hier spielt, weiß der Geier.
Vielleicht ist dieses Nichtzuordnenkönnen von Duftnoten aber auch kein Bug, sondern ein Feature des Parfums. Diese Riechmelange ist so geschickt komponiert, dass nichts heraussticht bzw. dominiert, aber dennoch nicht das Gefühl von „keine Ecken und Kanten“ aufkommt. Im besten Sinne ist dieser Prada einfach nur rund.
Einen Duftverlauf kann ich dem Wässerchen ebenfalls nicht attestieren. Auch dies ist nicht negativ gemeint, er bleibt eben von Anfang bis Ende ein frischer, sauberer Duft, mit floralen, holzigen, erdigen und krautigen Noten, der gen Ende angenehm warm vor sich hin ambriert und der Inbegriff olfaktorischer Reinheit ist.
Zusammengefasst gefällt mir der Duft sehr gut, aber fürs Büro, den ÖPNV und sonstige „Enge Räume“-Gelegenheiten bleibe ich bei Pradas „L'Homme“-Reihe, da mir der Frische-Wäsche-Charakter fehlt und die Pudrigkeit etwas zu kurz kommt.

Haltbarkeit:
Eine überdurchschnittliche Haltbarkeit, wie sie gerne erwähnt wird, kann ich persönlich dem Parfum nicht bescheinigen. Aber gute sechs Stunden sind allemal drin.

Sillage:
Im kleinen Radius als frischer Duft zu vernehmen und bei der Haltbarkeit von knapp sechs Stunden ist die Duftspur mit ihren vier bis fünf Stunden durchaus positiv zu erwähnen.

Flakon:
Ein sehr stylisher, aber dennoch klassisch anmutender Flakon. Schwer, relativ dicker Boden, eine informative Metallplakette mit den Duftnoten und ein guter Sprühkopf, der ohne Umstände zu erreichen ist, da er an der Seite angebracht wurde. Andere große und nahezu quadratische Flakons bergen manchmal ein Zeigefingerkrampfrisiko, das hier minimiert wurde.

Preis-Leistungs-Verhältnis:
100 ml sind derzeit ab 60 € zu haben. Lohnt sich.
4 Antworten
Nasenheinz vor 16 Tagen 3 3
9
Duft
8
Haltbarkeit
8
Sillage
9
Flakon
Das verzichtbare Meisterwerk
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Duft:
Alles, was ich zum Duft der Parfum-Variante des "Terre d'Hermès (Eau de Toilette) | Hermès" sagen könnte, steht schon in meiner Rezension des älteren Bruders [https://www.parfumo.de/Parfums/Hermes/Terre_d_Hermes_Eau_de_Toilette/Kommentare/176979].
Aber es gibt ein paar kleine Unterschiede. Da wäre zum Beispiel die Zitrusnote, die etwas bitterer und weniger saftig daherkommt, aber eine minimal minzige Nuance mit sich bringt. Und die Pfeffrigkeit fällt deutlich geringer aus, dafür ist die balsamische Note etwas stärker.
Ansonsten unterscheiden sich die Düfte für meine Nase kaum und von daher sehe ich persönlich keine Rechtfertigung für den Aufpreis, zumal die Haltbarkeit beim Eau de Toilette sogar noch etwas besser ist.
Aber davon abgesehen ist der Duft einer der besten, den Jean-Claude Ellena jemals zusammengemischt hat und ein Meisterwerk, wenn auch ein redundantes.

Haltbarkeit:
Die Haltbarkeit liegt etwas unter dem Eau de Toilette, aber liefert immer noch mindestens sieben Stunden Freude am Duft.

Sillage (selber Text wie beim Eau de Toilette):
Erst nur zitrisch und im Laufe der Stunden immer holziger wahrnehmbar. Durchaus eine frisch-herbe Alternative zu den pudrig-sauberen Bürodüften auf Iris-Basis.

Flakon (selber Text wie beim Eau de Toilette):
Schwer, dickwandig, schlicht beschriftet und mit einer ausgeklügelten Sprüher-Verschlusskappen-Kombination ausgestattet. Macht trotz des reduzierten Designs etwas her und der Sprühkopf selbst ist von sehr guter Qualität.

Preis-Leistungs-Verhältnis:
75 ml sind ab 75 € zu haben, 200 ml ab 125 €. Für mich persönlich ist der Aufpreis zum Eau de Toilette nicht gerechtfertigt, aber es bleibt ein guter Preis für eine elegante Duftkomposition.
3 Antworten
Nasenheinz vor 18 Tagen 3
8
Duft
6
Haltbarkeit
6
Sillage
6
Flakon
Moschusino – Wann ist der Uomo ein Uomo?
[Poetische Ergüsse oder anekdotische Auslassungen, die nichts mit dem Duft zu tun haben, bitte hier gedanklich einfügen]

Duft:
Wer eine Alternative zu an Iris reichen Puderbürodüften sucht oder außerhalb seiner Arbeitsstätte einfach nur frisch und sauber duften möchte, für den ist der »Uomo?« von Moschino eine echte Alternative zur beliebten "L'Homme | Prada"-Reihe.
Frisch aufgetragen kommt einem zuerst eine zart säuerliche Fruchtnote entgegen, die für mich nicht zitrisch duftet, aber dem Gehirn dennoch Zitrusfrische signalisiert. Schon bald darauf zeigt sich der Moschino von seiner reinen Seite.
Was gerne mit „ozonisch“, „eingezogener Sonnencreme“ oder „Solar-Akkord“ beschrieben wird, wirkt auf meine Geruchsrezeptoren einfach nur wie saubere, gepflegte Haut. Darüber legt sich eine unaufdringliche, florale Puderschicht, durch die im Laufe der nächsten halben Stunde immer mehr Holztöne mit einer dezenten Süße durchdringen. Die Holzmischung baut auf Zeder und Rosenholz auf, das in der Duftpyramide angegebene Amberholz kann ich nicht wahrnehmen.
Sobald diese Anmutung von frischem Baumsaft sich durchgesetzt hat, verschwindet die säuerliche Frucht und der Moschus dreht auf. Nun stoppt der Duftverlauf und bis zum Ende bleibt eine saubere, leicht krautige Holz-Haut-Kombination, die so gar nicht uomoisch daherkommt, sondern unisexy die Riechzellen anspricht.
Von überbordender Synthetik bekommt meine Nase nichts mit, was mich schon etwas überrascht hat, da viele Rezensenten von Aldehyde, Ozon und sogar Aquatik berichten.

Haltbarkeit:
Leider ist das Eau de Toilette nur gute vier bis fünf Stunden und davon das letzte Drittel fast nur noch hautnah zu erriechen, aber für den Preis sollten regelmäßiges Nachsprühen und ein zweiter Flakon im Büro drin sein. Auf der Kleidung hält sich das Parfum übrigens den ganzen Tag und für Mitriecher ist es stärker wahrnehmbar als wenn es nur auf die Haut aufgesprüht wird.

Sillage:
Für einen Duft, der in kleinen Räumen nicht zu allzu sehr auffallen soll, ist die Aromenwolke angenehm moderat. Wahrgenommen wird eine holzige Frische ohne Zitrusbelästigung.

Flakon:
Ein simpler, gut in der Hand liegender Flakon mit einer leichten, aber gut verschließenden Kappe. Nur der Sprühkopf könnte besser sein, denn seine Sprühstöße sind zu druckvoll und punktuell. Breite Duftwölkchen, die gleichmäßig verteilen, beherrscht er nicht.

Preis-Leistungs-Verhältnis:
Im Vergleich zu Parfums auf Irisbasis ist dieser Büroduft ein Preis-Leistungs-Sieger. 125 ml für unter 30 € sind für diese Qualität nahezu konkurrenzlos günstig.
0 Antworten
Nasenheinz vor 24 Tagen 4 1
8
Duft
6
Haltbarkeit
6
Sillage
9
Flakon
Erwachsen, aber noch frisch im Kopf
[Poetische Ergüsse oder anekdotische Auslassungen, die nichts mit dem Duft zu tun haben, bitte hier gedanklich einfügen]

Duft:
Schon mein obligatorischer Schnupperer am Sprühkopf offenbart einen Zitrusduft, der sehr reif daherkommt. Nicht so streng wie der "Monsieur de Givenchy (Eau de Toilette) | Givenchy" und auch nicht so erwachsen wie der "Eau Sauvage (Eau de Toilette) | Dior", aber deutlich reifer als die teils aggressiv-synthetischen „Freshies“, die seit "CK One (Eau de Toilette) | Calvin Klein" auf den Markt kamen.
Die zitrischen Noten beschränken sich auf Zitrone und Bergamotte. Keine Zitronenverbene und kein Eisenkraut tragen zu dem zitrischen Ambiente bei. Die krautige Komponente kommt erst in der Herznote in Form eines kräftigen Lavendel zum Tragen, der die hesperidischen Töne aber nie überdeckt und auch nur unterstützend solange mitschwingt, bis die Zitrusnoten verschwunden sind.
Was nach ein paar Stündlein bleibt, ist der Geruch sauberer, erfrischter Haut, die nur noch entfernt nach Bergamotte und Zitrone duftet, aber dezent floral anmutet.
Ich kannte noch den Duft vor der Rezepturänderung ("Moustache (Eau de Toilette Concentrée) | Rochas"). Er wurde von Edmond Roudnitska komponiert, der auch Eau Sauvage –den ersten Herrenduft von Dior– kreierte. Das ursprüngliche Eau de Toilette war mir persönlich viel zu floral und süß. Des Weiteren enthielt er verhältnismäßig viel Gartennelke, die ich nur in kleinen Mengen ertragen kann. Die Verschlankung der Duftpyramide hat dem Moustache für mein Empfinden sehr gut getan. Als altbacken empfinde ich das Parfum übrigens nicht. Man sollte sich nun mal bewusst sein, dass „Moustache“ Schnurrbart bedeutet und somit schon eine gewisse Reife im Namen trägt. Wer ein jugendliches Zitrusparfum erwartet, der hoffe auf ein Teenie-Pendant von Abercrombie & Fitch namens „Bumfluff“ (Flaumbart).

Haltbarkeit:
Leider keine vier Stunden. Was bei dem Preis aber verschmerzbar ist, da wohl niemand beim Nachsprühen Widerspruch einlegen würde. Der Kleidung den ein oder anderen Sprühstoß zukommen zu lassen, erhöht die Sillage enorm, denn in Textilien ist er gute zehn Stunden zu vernehmen.

Sillage:
Kaum. Gute eineinhalb Stunden aus nächster Nähe als erfrischender Duft wahrnehmbar. Danach muss man schon hautnah das Riechorgan ansetzen.

Flakon:
Ein wuchtiger, geriffelter Flakon mit einem guten, aber quietschenden Sprühkopf und einer schweren, sich nach Metall anfühlenden Kappe bewahrt den Duft. Für den Preis sehr hochwertig gefertigt. Da der Duft nicht lange anhält und regelmäßiges Nachsprühen von Nöten sein kann, empfiehlt sich ein Taschenflakon für unterwegs, denn diesen Brummer will man nicht mit sich herumschleppen, um im Bedarfsfall nachzulegen.

Preis-Leistungs-Verhältnis:
Knapp 30 € für 125 ml sind für diesen Frischling mehr als fair.
1 Antwort
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