Rock + Roll Circus von Hart + Hedi
Flakondesign:
Illustration: Glenn Smith
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Rock + Roll Circus 2024

6.7 / 10 13 Bewertungen
Ein Parfum von Hart + Hedi für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2024. Der Duft ist ledrig-blumig. Es wird noch produziert.
Aussprache Vergleich
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Duftrichtung

Ledrig
Blumig
Würzig
Süß
Holzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
GinsterGinster HopfenHopfen GardenieGardenie
Herznote Herznote
australischer Lavendelaustralischer Lavendel PatchouliPatchouli TabakTabak
Basisnote Basisnote
LederLeder MyrrheMyrrhe Bourbon-VanilleBourbon-Vanille

Parfümeur

Videos
Bewertungen
Duft
6.713 Bewertungen
Haltbarkeit
7.011 Bewertungen
Sillage
6.710 Bewertungen
Flakon
7.110 Bewertungen
Eingetragen von TheBladi11 · letzte Aktualisierung am 27.12.2025.
Quellenbasiert & geprüft

Duftet ähnlich

Womit der Duft vergleichbar ist

Rezensionen

1 ausführliche Duftbeschreibung
Mairuwa

72 Rezensionen
Mairuwa
Mairuwa
Sehr hilfreiche Rezension 8  
Rock is Dead oder: Die Kluft zwischen Soll- und Ist-Wert
Zirkus! Welch eine magische Metapher: Schillernd, bunt, berührend, spektakulär, romantisch, extrovertiert, abwechslungsreich. Geruchlich zwischen Zuckerwatte und Sägespänen, Pferde- und Raubtierkäfig. Und dann erst Rock’n’Roll! Laut, cool, beschwingt, sexy und genauso extrovertiert, insgesamt eine Spur dunkler mit einer olfaktorischen Signatur zwischen Schweiß und Leder. Das alles in einem Duft – macht neugierig. Nähert man sich dem Duft „Rock + Roll Circus“ des jungen australischen Labels Hart+Hedi vorsichtig, das heißt, erst einmal vom Äußeren, ohne gleich daran zu riechen, dann fragt man sich ein bisschen, wie die beiden Metaphern hier zusammengehen und welche wohl im Mittelpunkt steht. Oder ist tatsächlich die Verbindung gemeint, spielt der Name doch tatsächlich auf das gleichnamige Rolling-Stones-Album an? Dann wäre es allerdings weniger Roll als Rock und nur ein bisschen Zirkus.

Nein, die Zeichnung auf der Kartonage greift tatsächlich die Elemente des traditionellen Zirkus auf. Vom klassischen Kuppelzelt und dem Feuerschlucker über die Schlangenfrau und die Trapezkünstlerin bis zum Mädchen auf der Mondsichel. Aber, ja, da ist auch ein Mann mit E-Gitarre und der Phantasieuniform einer Zirkuskapelle - so wie Mick Jagger und Keith Richards sie auf der Hülle des Stones-Albums tragen. Und wenn man letztere genauer anschaut, fällt einem auf, dass hier tatsächlich auch Feuerschlucker, Trapezkünstler und sogar die „Lovely Luna“ erwähnt werden. Vielleicht diente diese Vorlage dem Illustrator also tatsächlich als Inspiration. Die Beschreibung zum Duft hat dann jedoch gar nichts mehr mit Zirkus zu tun, sodern klingt ganz nach Rock-Konzert, allerdings eher einem postmodernen im Retro-Ambiente: „Ein ehemals belebtes Art-déco-Theater ist zu einem Ort für aufregende neue Musik geworden. Dicke purpurrote Samtvorhänge schmücken die Bühne, und während die Lichter blinken, blickst Du nach oben und genießt den Anblick einer kunstvoll vergoldeten Decke, die an den früheren Glanz erinnert. Eine begeisterte Menge bewegt sich gemeinsam zur Klangwand, und die Spannung der Live-Performance lässt Dein Herz höher schlagen.“

Soviel zu dem Bild, das der Hersteller mit dem Duft zu malen verspricht. Leder, Tabak und Patchouli sollen das Hedonistische und Exzessive der 70er-Jahre-Musik lebendig werden lassen; die etwas morbide Atmosphäre des alten Theaters werde durch Trockenblumen und Hopfen dargestellt. Insgesamt, so das Versprechen, rücke das „berauschende Elixir“ seinen Träger ins Rampenlicht einer wilden Partynacht. Große Worte.

Sowie ich dann den Sprühknopf betätige, verflüchtigt sich das Bild, das Text und Zeichnung im Kopf haben entstehen lassen, mit einem Schlag. Wie ein Kartenhaus fällt die ganze Geschichte in sich zusammen und ich finde mich etwas ratlos auf staubigen Brachland wieder. Der Zirkus ist längst weitergezogen, ein Rock Festival hat hier sicher schon lange nicht mehr stattgefunden und auch die letzte Abschiedstournee der Rolling Stones ist längst vorbei. Ab und zu blitzt etwas frisch blühendes hervor, ansonsten herrscht hier große Trockenheit. Irgendwie gelingt es dem Zusammenspiel von Ginster, Lavendel und Hopfen, einen dominanten immortelle-artigen Charakter zu entwickeln. Heuähnlich könnte es auch beschreiben, und irgendwann stellt sich eine etwas säuerliche Note ein, die sich zwar schnell wieder abschwächt, aber zunächst einmal an einen Heuaufguss denken lässt. Eine Lederassoziation kann man sich im weiteren Verlauf durchaus einbilden, wenn auch wenig prägnant. Und manchmal schält sich aus der würzig-krautigen Gesamtgemengelage tatsächlich etwas konkreter eine Ahnung von Ginster heraus, allerdings nie lange genug, dass es mir gelingen würde, das, wofür ich Ginster liebe, klar zu fassen zu bekommen. Insgesamt ein Dufteindruck, den ich eher als dumpf bezeichnen würde. Durchaus nicht im unangenehmen Sinne, doch das Schillernde, das man doch mit dem Namen assoziiert hätte, geht „Rock + Roll Circus“ in jedem Fall völlig ab.

Zurück bleibt Rätselraten, was hier passiert ist. Den Duft an sich finde ich eigentlich gar nicht unangenehm. Um es vorsichtig zu sagen: Von den sechs Düften des Hauses, die zu testen ich dank @ElAtterine die Gelegenheit hatte, hat mir dieser fast am besten gefallen. Und doch gelingt es mir hier auch nach ausgiebigem Rätselraten nicht im Geringsten, die Beschreibungen des Herstellers mit meinen Dufteindrücken in Einklang zu bringen. Das ist etwas schade, weil es Juliette Fournier und Richard Adamson, den beiden Köpfen hinter dem Label, nach eigenem Bekunden gerade um die olfaktorische Umsetzung szenischer Bilder oder besonderer Momente und Themen geht. Konzeptdüfte, mit anderen Worten. Hart+Hedi steht dabei in wortspielerischer Art für Heart und Head - Kopf und Herz also - wobei Hedi der Name von Fourniers Großmutter war, die einen Blumengarten in Solothurn hatte und die Inspiration nicht nur für Hedi's Garden war, sondern allgemein für das Kreieren von Düften.

Zum Glück ist das Wahrnehmen von Düften sehr vom individuellen Empfinden abhängig und so mag das Konzept für andere durchaus aufgehen. Ich nehme für mich die wirklich hübschen, leicht surrealen Zeichnungen mit, die jedem Duft des Hauses zur Seite gestellt sind. Bei Cocktail Hour etwa sind es Dirndl tragende Feenwesen, die sich, während die Herrschaften im Salon ihren Drink nehmen, zwischen Destillierkolben im Blattwerk eines Obst- und Blumengartens verstecken. Bei House of Hart räkelt sich eine Dame in der Badewanne, daneben ein Perserteppich und ein offener Kamin mit ein paar Stücken Zimtrinde, die wie Brennholz gebündelt sind. Im Hintergrund schaut ein Reh zu. Hier fühle ich mich in diesem Fall künstlerisch wohler, als in den Düften.

11 Antworten

Statements

2 kurze Meinungen zum Parfum
21
28
frischgelb floral
bitteres Ginstern
LavendelZigarre
lehmt versonnen
BN synth. VanilleLeder
scheue Myrrhe
no Rock'n Roll +)
28 Antworten
22
13
Vieles, was ich mag (dezenter Ginster, Lavendel, Patchouli), wird durch eine zeitgeistige Leder-Vanille-Harz-Note überformt.
13 Antworten

Diagramm

So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

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