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Lucas209
17.02.2026 - 14:25 Uhr
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9Duft 10Haltbarkeit 10Sillage 8Flakon 8Preis

Zwischen Asphalt und Asche

Ein durchaus spezieller Duft und genau das macht ihn für mich so spannend. Er erinnert an Asche, erhitzten Asphalt und verbranntes Holz. Keine gefällige, sondern eine Komposition mit sehr klarer Kante. Für mich ist er der stärkste Duft der gesamten Kollektion und gleichzeitig das Highlight der Marke.

Im Zentrum steht ein harzig-medizinischer Birkenteer, der intensiv nach verkohltem Holz und rauchender Glut riecht. Trocken, dunkel und leicht stechend, fast so, als würde man direkt neben einem noch Brennendem Lagerfeuer stehen. Dieses Rauchige wird von würzigem, leicht scharfem Pfeffer regelrecht aufgerissen. Der Pfeffer bringt Bewegung hinein und sorgt dafür, dass das Feuer förmlich lodert.

Dazu gesellen sich süß-balsamische Akzente von Benzoe und Safran. Sie wirken wie ein Gegenpol zur rauen Teernote.
Das Bild, das sich dabei vor meinem inneren Auge formt, ist eindrucksvoll: Ein brennender Wald, durch den eine frisch geteerte Straße führt. Die Hitze lässt den Asphalt dampfen, Rauch liegt in der Luft. Und wenn das Feuer langsam nachlässt, erscheint ein Stück Erde, das unversehrt geblieben ist und dort wachsen Pfeffer- und Safranpflanzen, würzig, trocken und leicht süß.

Das Oud spielt hier bewusst nur eine Nebenrolle. Es begleitet ruhig im Hintergrund, setzt dezente Akzente, wird jedoch vom dominanten Teer niedrig gehalten. Kein lautes, animalisches Oud, sondern ein zurückhaltender Unterstützer, der Tiefe gibt, ohne die Richtung zu bestimmen.

Unterm Strich ist das ein intensiver, rauchiger und sehr charakterstarker Duft, der sicher nicht jedem gefallen wird. Wer jedoch Freude an Teer, Rauch und würziger Dunkelheit hat, bekommt hier eine außergewöhnliche, stimmige Komposition mit viel Atmosphäre. Für mich ein wunderbarer, wenn auch spezieller Duft.
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