Das Thema mit Oud
Die Faszination von Oud
Doch zunächst die Frage: Was ist Oud?
Bekannt als Adlerholz, gehört es zu den seltensten und luxuriösesten Inhaltsstoffen in der Welt der Parfümerie.
Es entsteht, wenn der Aquilaria-Baum von einer besonderen Art von Pilz befallen wird. Der Baum reagiert, indem er ein dunkles, aromatisches Harz bildet und genau das ist Oud.
Doch Oud ist nicht gleich Oud.
Je nach Baumart, Klima und Region entwickelt sich das Harz ganz unterschiedlich. Auch Verarbeitung und Reifung spielen eine große Rolle. So duftet kambodschanisches Oud oft süß und reichhaltig, während indisches Oud eher tief und würzig wirkt. Oud riecht meist kühn und animalisch. Manche, mich eingeschlossen, sagen sogar, es rieche wie ein Kuhstall: sehr holzig, tief aromatisch und intensiv.
Oud ist als „flüssiges Gold“ bekannt und das aus gutem Grund. Es ist selten, kostbar und unvergesslich. Doch was fasziniert mich nur so an Oud?
Mein erste „Begegnung“ mit Oud war Oud Wood von TF wie bei vielen anderen auch.
Im Nachhinein weiß ich: Mit echtem Oud hat dieser Duft nicht allzu viel zu tun. Und das war vielleicht auch gut so, denn sonst hätte er mich womöglich sofort abgeschreckt. Gerade wenn man vorher nichts mit Oud am Hut hatte, kann der erste Eindruck sehr polarisierend sein.
Doch „Oud Wood“ hatte etwas, das mich faszinierte und mich immer wieder daran riechen ließ.
Seitdem fand ich Oud unfassbar spannend und wollte mehr darüber erfahren. Ich begann zu recherchieren, schaute unzählige Videos zu dem Thema und tauchte immer tiefer in die Welt des Ouds ein.
Meine erste Erfahrung mit echtem Oud
Das erste Mal, dass ich echtes Oud gerochen habe, war in einer Parfümerie. Ohne genau zu wissen, worauf ich mich einließ, griff ich zur K-Collection. Ich zeigte auf einen Duft, testete ihn und meine Freundin war sofort abgeschreckt. Es war Hayat: irgendwie streng, fast schon „stinkig“ und erinnerte mich eher an einen Ziegenstall. Doch ich ließ dem Duft Zeit. Mit der Entwicklung wurde er angenehmer, und nach und nach begann ich, die Komplexität zu verstehen.
Mittlerweile habe ich viele verschiedene Oud-Düfte getestet und einige davon in meiner Sammlung.
Auf einem Event konnte ich schließlich reines Oud-Öl aus Laos riechen und ich war sofort ergriffen. Wieder ertappte ich mich dabei, wie ich nicht aufhören konnte, immer wieder daran zu riechen, währenddessen andere den Teststreifen sofort weglegten. So opulent, so komplex in seiner Natur, fast schon süchtig machend.
Vor Kurzem habe ich auch einem Freund zum ersten Mal einen Oud-Duft gezeigt. Obwohl er zunächst abgeschreckt war, konnte auch er nicht aufhören, daran zu riechen. Er fragte mich: „Obwohl ich so abgeschreckt war, warum musste ich immer wieder daran riechen?“
Vielleicht ist es genau das Geheimnisvolle, das Oud so faszinierend macht: seine Vielschichtigkeit, seine Wandelbarkeit, sein fast schon widersprüchlicher Charakter.


Izthought

Grad nochmal geguckt