Tabac Extreme Aaron Terence Hughes 2024
4
Hilfreiche Rezension
Kalter Tabak und scharfer Kirschlolli - eine olfaktorische Grenzerfahrung
Man stelle sich einen verlassenen Gewölbekeller vor: kühl, feucht, leicht dämmrig. Die Wände aus altem Stein atmen Stille, und in der Luft liegt ein schwerer, dunkler Duft: kalter, nasser Tabak. Kein Rauch, keine Glut, keine Assoziation zur Zigarre oder Zigarette, sondern das rohe, unbehandelte Blatt, frisch fermentiert, mit einer fast erdigen Feuchtigkeit. Dieser Tabak ist alles andere als süßlich oder karamellisiert. Vielmehr ist er herb und ernst, wie ein tiefes Innehalten.
Fast unmittelbar stößt eine Kirschnote hinzu. Doch auch sie überrascht. Nicht saftig, nicht fruchtig und auch nicht likörartig, wie bei anderen Düften. Eher wie ein Kirsch-Lolli. Süß, leicht künstlich, und doch irgendwie passend zum dunklen, kühlen Tabak. Die Pflaume bleibt im Schatten dieser Kirsche. Nur wahrnehmbar, wenn man gezielt nach ihr sucht, fast wie ein verschwommenes Echo.
Im Hintergrund baut sich eine subtile, aber beständige Schärfe auf. Sie erinnert an frisch geriebenen Ingwer - scharf, zitrisch, fast beißend - als würde sie kleine Lichtblitze in das sonst so dunkle Duftbild setzen. Keine animalischen Oud-Töne, kein Leder, keine Dreckigkeit. Stattdessen eine klare, kantige Struktur.
Nach einiger Zeit wandelt sich das Bild leicht. Der Tabak bleibt präsent, doch nun tritt eine sanfte Wärme hinzu: Die Vanille. Aber nicht cremig oder gourmandig, sondern eher trocken, fast staubig, wie feines Vanillepulver, das sich über den Tabak legt. Auch das Patchouli mischt sich dazu und gibt dem Duft eine geerdete Tiefe. Der Weihrauch ist während der gesamten Duftreise nur ein fernes, kaum greifbares Flimmern, das mehr Struktur als Geruch beiträgt.
Tabac Extreme ist kein Duft für eine laue Alltagsstimmung. Er ist fordernd, kühl, ungewohnt und gerade dadurch faszinierend. Wer Tabak in seiner nassen, ernsten Form sucht, ohne Rauch, ohne Shisha-Süße, wird hier fündig. Die Kirsche wirkt bewusst künstlich, wie ein gezielter Stilbruch. Die Ingwer bringt Würze. Vanille und Patchouli sorgen für Tiefe. Und irgendwo dazwischen ein kaum hörbarer Hauch von Weihrauch. Kein Kuschelduft. Kein Mainstream. Sondern ein Statement in Duftform.
Meinem persönlichen Geschmack entspricht der Tabac Extreme nicht ganz, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Liebhaber von markanten, unkonventionellen Tabakdüften hier voll auf ihre Kosten kommen.
Die Haltbarkeit ist - ATH-typisch - hervorragend. Ebenso die Sillage: zwei Sprüher reichen vollkommen aus. Der Flakon wirkt schlicht, aber hochwertig verarbeitet, mit einem magnetischen Deckel, der sauber schließt, und einem hervorragenden Zerstäuber, der fein und gleichmäßig sprüht.
Kein Blindbuy-Kandidat. Unbedingt vorher testen!
Fast unmittelbar stößt eine Kirschnote hinzu. Doch auch sie überrascht. Nicht saftig, nicht fruchtig und auch nicht likörartig, wie bei anderen Düften. Eher wie ein Kirsch-Lolli. Süß, leicht künstlich, und doch irgendwie passend zum dunklen, kühlen Tabak. Die Pflaume bleibt im Schatten dieser Kirsche. Nur wahrnehmbar, wenn man gezielt nach ihr sucht, fast wie ein verschwommenes Echo.
Im Hintergrund baut sich eine subtile, aber beständige Schärfe auf. Sie erinnert an frisch geriebenen Ingwer - scharf, zitrisch, fast beißend - als würde sie kleine Lichtblitze in das sonst so dunkle Duftbild setzen. Keine animalischen Oud-Töne, kein Leder, keine Dreckigkeit. Stattdessen eine klare, kantige Struktur.
Nach einiger Zeit wandelt sich das Bild leicht. Der Tabak bleibt präsent, doch nun tritt eine sanfte Wärme hinzu: Die Vanille. Aber nicht cremig oder gourmandig, sondern eher trocken, fast staubig, wie feines Vanillepulver, das sich über den Tabak legt. Auch das Patchouli mischt sich dazu und gibt dem Duft eine geerdete Tiefe. Der Weihrauch ist während der gesamten Duftreise nur ein fernes, kaum greifbares Flimmern, das mehr Struktur als Geruch beiträgt.
Tabac Extreme ist kein Duft für eine laue Alltagsstimmung. Er ist fordernd, kühl, ungewohnt und gerade dadurch faszinierend. Wer Tabak in seiner nassen, ernsten Form sucht, ohne Rauch, ohne Shisha-Süße, wird hier fündig. Die Kirsche wirkt bewusst künstlich, wie ein gezielter Stilbruch. Die Ingwer bringt Würze. Vanille und Patchouli sorgen für Tiefe. Und irgendwo dazwischen ein kaum hörbarer Hauch von Weihrauch. Kein Kuschelduft. Kein Mainstream. Sondern ein Statement in Duftform.
Meinem persönlichen Geschmack entspricht der Tabac Extreme nicht ganz, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Liebhaber von markanten, unkonventionellen Tabakdüften hier voll auf ihre Kosten kommen.
Die Haltbarkeit ist - ATH-typisch - hervorragend. Ebenso die Sillage: zwei Sprüher reichen vollkommen aus. Der Flakon wirkt schlicht, aber hochwertig verarbeitet, mit einem magnetischen Deckel, der sauber schließt, und einem hervorragenden Zerstäuber, der fein und gleichmäßig sprüht.
Kein Blindbuy-Kandidat. Unbedingt vorher testen!

