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Eine unerwartete Reise
Guten Tag/ gute Nacht oder guten Morgen liebe Alle,
manchmal erlebt man Momente, in denen einem der eigene Weg bzw. die eigene Entwicklung klar vor Augen geführt wird. Von so einem Moment möchte ich hier gerne (ungefragt) berichten...
Vor etwa zwei oder drei Jahren habe ich ein Statement zum Duchessa von Gritti verfasst, welches ich an dieser Stelle wörtlich zitieren möchte:
„Im Opening schöne Kirche mit Marzipan. Leider verfliegen beiden Noten schnell und es bleibt ein DD der mich sehr an Shaghaf Oud erinnert."
Btw. Sich selbst zu zitieren muss wohl das letzte Stadium des Narzissmus sein. Aber naja...
Zu dem Zeitpunkt hatte ich also wirklich Assoziationen mit dem Shaghaf Oud und hätte mir den Duft ausschließlich an einer Frau vorstellen können. Vor kurzem erneut gerochen, wanderte der Duft unmittelbar in meine Sammlung. Mittlerweile traue ich mir zu außer der (Amarena-) Kirsche auch Marzipan, Iris und etwas unterschwellig schokoladiges heraus zuriechen. Im Zentrum steht definitiv die ehemalige Hype-Duftnote Kirsche, hier als Schwarzkirsche tituliert. Zudem erscheint mir die Eleganz gar nicht mehr so feminin, sondern komplett unisex tragbar. Wenn man einen Vergleich herziehen möchte, würde meines Erachtens am ehesten der Infinity von Montale oder der Lost Cherry von Tom Ford passen. Für mich ist der Infinity aber sehr viel synthetischer im Drydown und der Lost Cherry tatsächlich eher feminin.
Beide genannten Düfte werden vom Duchessa in Sachen Haltbarkeit und, zumindest der Lost Cherry, auch in Sachen Projektion weit übertroffen.
Dabei überstrahlt der Duchessa nicht alles im Raum, sondern hinterlässt einen genau richtig dosierten und bemerkbaren Duftschweif, der wahrgenommen wird ohne zu stören.
Long story short... Der zweite Test des Duchessa hat mir meine olfaktorische Entwicklung der letzten zwei Jahre schlagartig vor Augen geführt. Ich möchte mich hier nun nicht als erleuchtet und neuester Parfüm-Guru darstellen (Naja, wollen schon). Aber den potenziellen Leser/ die Leserin möchte ich ermuntern auch vermeintlich bereits bekannten Düften eine zweite Chance zu geben und sich selbst immer mal wieder auf die Probe zu stellen. Manchmal kann auch die eigene Nase noch überraschen.
manchmal erlebt man Momente, in denen einem der eigene Weg bzw. die eigene Entwicklung klar vor Augen geführt wird. Von so einem Moment möchte ich hier gerne (ungefragt) berichten...
Vor etwa zwei oder drei Jahren habe ich ein Statement zum Duchessa von Gritti verfasst, welches ich an dieser Stelle wörtlich zitieren möchte:
„Im Opening schöne Kirche mit Marzipan. Leider verfliegen beiden Noten schnell und es bleibt ein DD der mich sehr an Shaghaf Oud erinnert."
Btw. Sich selbst zu zitieren muss wohl das letzte Stadium des Narzissmus sein. Aber naja...
Zu dem Zeitpunkt hatte ich also wirklich Assoziationen mit dem Shaghaf Oud und hätte mir den Duft ausschließlich an einer Frau vorstellen können. Vor kurzem erneut gerochen, wanderte der Duft unmittelbar in meine Sammlung. Mittlerweile traue ich mir zu außer der (Amarena-) Kirsche auch Marzipan, Iris und etwas unterschwellig schokoladiges heraus zuriechen. Im Zentrum steht definitiv die ehemalige Hype-Duftnote Kirsche, hier als Schwarzkirsche tituliert. Zudem erscheint mir die Eleganz gar nicht mehr so feminin, sondern komplett unisex tragbar. Wenn man einen Vergleich herziehen möchte, würde meines Erachtens am ehesten der Infinity von Montale oder der Lost Cherry von Tom Ford passen. Für mich ist der Infinity aber sehr viel synthetischer im Drydown und der Lost Cherry tatsächlich eher feminin.
Beide genannten Düfte werden vom Duchessa in Sachen Haltbarkeit und, zumindest der Lost Cherry, auch in Sachen Projektion weit übertroffen.
Dabei überstrahlt der Duchessa nicht alles im Raum, sondern hinterlässt einen genau richtig dosierten und bemerkbaren Duftschweif, der wahrgenommen wird ohne zu stören.
Long story short... Der zweite Test des Duchessa hat mir meine olfaktorische Entwicklung der letzten zwei Jahre schlagartig vor Augen geführt. Ich möchte mich hier nun nicht als erleuchtet und neuester Parfüm-Guru darstellen (Naja, wollen schon). Aber den potenziellen Leser/ die Leserin möchte ich ermuntern auch vermeintlich bereits bekannten Düften eine zweite Chance zu geben und sich selbst immer mal wieder auf die Probe zu stellen. Manchmal kann auch die eigene Nase noch überraschen.
2 Antworten
Olympia vor 2 Monaten
1
Sehr schön geschrieben und ganz meine Meinung… auch wenn mir die Duchessa ein bisschen zu viel war. Bleibe beim Cherry Punk, kennst du den?
WhyAge vor 2 Monaten
Vielen Dank! Von Room 1015 habe ich leider noch gar nichts testen können...

