Bekanntermaßen weht der Wind an sich nicht nur aus einer Richtung, sie kann im Laufe eiones Tages ein paarmal wechseln. Aber hier, wenn es um diesen Duft, nämlich "Scent 79" von Jil Sander geht, weht er nur von einer Seite: Nämlich immer vom Wald her, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Und zwar zum Fenster herein, das immer offen steht. Mal nur gekippt, mal sperrangelweit geöffnet, so daß der Wind die krautig- grüne Luft, vermischt mit Baumharz, gräsrigen Duftfetzen und balsamischem Harz nahe heran, bzw. hereitragen kann. Und zwar in einen Raum in einem hölzernen Haus mit hölzerner Veranda, natürlich Blickrichtung Wald. Vermooste Bohlen begrüßen mich, noch feucht vom Regen der letzten Stunden. Ich setze mich in den altmodischen Gartenstuhl und geniesse das Schauspiel, wie sich die Dunstschleier am Waldrand lichten, und die Sonne langsam zum Vorschein kommt. Das Gras im kleinen Garten duftet frisch und herb. Blaue Veilchen im dichten Waldrandgestrüpp lugen zu mir herüber und sagen ein olfaktorisches Hallo. Kaum etwas könnte mich jetzt von meinem gemütlichen Platz wegbringen. Dort, am Rande des Waldes, unweit von riesigen Wiesen. Die geöffneten Fenster des kleinen Hauses zum Wald ausgerichtet, die abgewetzte Sitzfläche des Stuhles, Den Duft von "Scent 79" in der Nase, hergebracht vom Wind , der immer aus Richtung Wald kommt. Das Häuschen und seine Umgebung ist nur ein Phantasiegebilde, der Duft ist echt. Ein grosses Fenster zum Wald, gebaut und angelegt in den Siebzigern.....