Je öfter und je mehr Düfte ich im Rahmen von Parfumo teste, desto häufiger stelle ich fest, wie extrem oft einfach nur Innovationen einzelner Düftkünstler, ihre Meilensteine, rauf und runter kopiert und mitunter (wenigstens!) leicht variiert werden.
Kannte ich zuerst "Royal Leather", der mir als leicht ölig-trockenfruchtiger Lederduft sehr gefiel, stieß ich erst ein Jahr später auf den Ur-Duft von Tom Ford, petroliger und strenger, und lernte dann erst mit "La Yuqawam" den preiswertesten und dennoch wertigen Ableger kennen.
Irgendwann, gebe ich zu, fängt das Ganze etwas zu ermüden an, halte ich nun mit "Charles Street" die x-te Variante des Ford in Händen, wobei fairerweise zu betonen ist, dass dieser in der Chronologie des Erscheinens eigentlich der Zweitgeborene ist.
Für alle, denen "TL" zu kräftig und "La Yuqawam" zu wuchtig himbeerig und "Royal Leather" zu abschweifend ist, könnte der Birley eine Alternative für einen leicht waldfruchtigen, moderat petroligen, in der Basis aber sehr geradlinig geratenen Lederduft sein.
Vielleicht noch mit einem Hauch Kaffee und Thymian etwas mehr ins Würzige verschoben, ist die Grund-DNA doch klar der Zusammenklang aus Himbeere und leicht öliger Lederjacke.
Sillagetechnisch wahrscheinlich derjenige der obene genannten Klone mit dem größten Understatement. Also, mich langweilt´s wie gesagt langsam, immer wieder auf Kopien von Kopien zu stoßen, aber nun gut...das ist wohl das Schicksal umtriebiger Parfumbewerteritis...:-)
Auf welchen "Royal Leather" beziehst du dich hier?
LG Ani