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Father Figure von Phlur

Father Figure 2023

Olfactory147
11.01.2026 - 06:24 Uhr
2
10Duft 8Haltbarkeit 7Sillage 10Flakon

The Comfort You Don’t Name

Ich dachte ehrlich: Das wird wieder so ein TikTok-Duft. Viel Ästhetik, viel Hype, am Ende austauschbar. Father Figure habe ich eher aus Neugier getestet als aus echter Erwartung. Und genau das hat es so besonders gemacht – weil ich nicht vorbereitet war auf das, was emotional passiert.

Schon der Name trägt Gewicht. „Father Figure“ ist keine konkrete Person, sondern ein Gefühl. Nähe, Sicherheit, manchmal auch Sehnsucht. Und genau so riecht dieser Duft für mich.

Die Feige im Auftakt ist weich, cremig, fast milchig – nichts Lautes, nichts Fruchtiges. Sie erinnert eher an Haut als an Obst. Sehr intim, sehr ruhig. Dazu kommt etwas Grünes, leicht Pflanzliches, das dem Duft Luft gibt, ohne ihn kühl wirken zu lassen.

Im weiteren Verlauf zeigen sich sanfte Hölzer, warm und zurückhaltend. Kein klassisches maskulines Holz, kein Statement. Eher wie ein Hintergrund, der Halt gibt. Alles bleibt nah, fast privat. Die Basis wirkt sauber, cremig, leicht pudrig – wie frisch gewaschene Haut, aber mit Tiefe. Kein „Clean Girl“-Klischee, sondern etwas Ehrliches.

Was mich wirklich abgeholt hat, ist, wie sehr Name und Duft zusammenpassen. Father Figure will nicht beeindrucken. Er drängt sich nicht auf. Er ist einfach da – wie eine Präsenz, die man nicht sieht, aber spürt. Das macht emotional mehr mit mir als viele komplexere, lautere Nischendüfte.

Ich hätte nie gedacht, dass ein so gehypter Duft so leise, so persönlich sein kann. Für mich ist Father Figure kein Duft für andere. Es ist ein Duft für Momente, in denen man bei sich sein will. Und genau deshalb bleibt er.
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