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Vegas von Playboy

Vegas 2009

Positron
07.08.2010 - 10:13 Uhr
10
Hilfreiche Rezension
7Duft 10Haltbarkeit

Startkapital für angehende Player.

Angeregt von ungewöhnlich wohlmeinenden Internet-Rezensionen, wagte ich gestern den Griff ins Drogerieregal, packte den Playboy-Rammler sozusagen bei den Löffeln und versetzte mir ohne langes Federlesen zwei Pumpstöße. Wie sich herausstellte eine überaus herzhafte Dosis, ausreichend für Duftschleierwolken Kaliber "geltungssüchtig" und hartnäckig genug, um mir auch 20 Stunden später noch einen vernehmbaren Tonka-Moschus-Rückstand unter die Nase zu reiben. Welchen Anlass ich mir für solch einen Selbstdarsteller denken würde? Night out and the morning after. Empfohlen für treuherzige Clerasil-Benutzer und Nur-alle-drei Tage-rasieren-Müsser.
Mal im Ernst: Hier haben wir eine 8-Euro-Gaultjer-Replik, die beinahe alles leistet, was das neueste, lieblose Enfant terrible der Le Male-Serie schuldig bleibt: die überzeugende Erfrischung des Lavendel-Vanille-Zentrums, geleistet nicht etwa durch das krampfhafte Auspressen von Zitrusfrüchten, sondern mit Hilfe einer schonenden Pfefferminz- und Fruchttee-Kur und Aromen irgendwo zwischen Wrigley's Spearmint und Hubba-Bubba.
Das Beste daran: Dieser Kunstgriff gelingt nicht halb so synthetisch wie er klingt, und basiert auf dem gleichen Duftbaukasten, auf dessen Grundlage Parfümeure meist fünfmal so teure Designer-Ware zu konfektionieren pflegen, ohne dass die Kundschaft Anstoß nimmt. Sicherlich ist ein deutliches Reagenzglas-Flair nicht von der Hand zu weisen. Allerdings zahlt man im Fall von "Vegas" wenigstens nur für das, was man bekommt: einen passablen, ziemlich potenten Einsteigerduft für Jungspunde, die jetzt überall Zutritt bekommen, aber immer den Ausweis vorzeigen müssen...
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