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Spicebomb Extreme von Viktor & Rolf

Spicebomb Extreme 2015

Olifaktorie
26.02.2023 - 15:55 Uhr
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Hilfreiche Rezension
10Duft 10Haltbarkeit 9Sillage 7Flakon 9Preis

Vor mir eine Tasse voller Zimt, Pfeffer, dunkler Chilischokolade, Crème und einem Tropfen Rum während irgendwo da drüben noch eine Zigarre glimmt, so sitze ich frisch geduscht auf der neuen Ledercouch

Spicebomb Extreme - eine Name, der passt. Und ein Name, der beinahe verdächtig oft auf Listen auftaucht, seien es die Top-Winter-Düfte oder Dating-Must-haves. In der Welt von uns Fragheads ein absoluter Star, im Mainstream aber noch nicht so verbreitet wie ein Dior Sauvage. Doch was kann der Duft wirklich, was macht ihn aus?

Mit den Duftnoten ist das so ne Sache: Je nachdem, wo man nachschaut, findet man andere Bestandteile (z.B. Lavendel, Chili, Bergamotte sind hier nicht aufgeführt, auf der Viktor&Rolf Page hingegen schon) oder an anderer Stelle gelistet. Also beschränke ich mich auf die, die ich wahrnehmen kann. Beim Auftragen eröffnet eine angenehme fruchtige Zitrik durch Grapefruit und Bergamotte. Beim Servieren wurden die frischen Zitrusscheiben dabei ordentlich gepfeffert, mit ganzen Pfefferkörnern und Piment. Das ist nicht zu scharf und sticht nicht, ist dennoch intensiv und leicht bleistiftig und bleibt noch länger wenn die Zitrik nach 30-60 Minuten wirklich zurückbleibt. Noch prominenter gesellen sich jedoch die Gewürze hinzu, Zimt als Hauptprotagonist des Duftes, aber auch Safran, Lavendel, etwas Chili und auch etwas leicht kardamomiges. Diese namensgebende Gewürzmischung begleitet den Duft im gesamten restlichen Verlauf und ist für mich immer wieder in Wellen besonders wahrnehmbar. Den gesettleten Unterbau des Spicebombs bildet eine sehr schmackhafte Vanille, das Amber, eine sehr leichte und eher süße Tabaknote sowie ein angenehmer milder blumiger Schweif, der diesem Duft die tolle Sauberkeit und Frische gibt. Ich persönlich nehme da noch ein wenig Leder und Niedrigprozentigen wahr.

Die Interpretation dieser Duftnoten verrät, wieso dieser Duft so hoch bewertet und beliebt ist: Er vereint eine tolle, süße aber nicht klebrige Würzigkeit auf ziemlich einmalige Art mit einer gewissen Frische und Sauberkeit. Und das funktioniert. Man kann ihn in kälteren Zeiten täglich tragen, allerdings finde ich ihn dafür zu schade und er würde mir dann vielleicht sogar zu viel werden. Jeden Tag eine Zimtschnecke würde auch irgendwann zum Hals raushängen. Lediglich auf die Feiertage beschränken würde ich ihn aber auch nicht, selbst wenn er dafür echt hervorragend passt. Er trägt sich nämlich auch ganz wunderbar zu schönen abendlichen Anlässen und zu Dates - denn Frauen finden diesen hier wirklich fast ausnahmslos großartig und "mouthwatering" lecker. Dann aber langsam am Trigger, nicht zu viel auftragen, denn diese Bombe ist wirklich intensiv und könnte einem sonst auch mal um die Ohren fliegen. Die positive Seite der Medaille ist dabei aber ganz klar: Man muss meist nicht besonders viel auf die Haut sprühen um dennoch gut und vor allem lange zu duften. Denn zurecht taucht er auch auf einigen Beastmode-Listen auf. Er hält, auf Kleidung quasi ewig, auf der Haut auch gerne mal zweistellig (10-11h nehme ich besagte würzige Wellen wahr).

Der Flakon ist streitbar, passt natürlich zum Namen, ist aber nicht mein Fall, dafür jedoch wertig produziert und wirkt nicht billig. Für den Preis (70€/100ml) bekommt man einen wirklich tollen Duft.

Spicebomb Extreme rangiert weit oben im Ranking meiner Parfumsammlung und ist ein exzellenter und kräftiger Duft für schöne Gelegenheiten und Situationen und dabei mit einer Bomben-Performance ausgestattet. Ja, auf manche wirkt er, vor allem anfangs, etwas synthetisch. Ich mag ihn aber sehr.
Aktualisiert am 03.03.2023 - 04:08 Uhr
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