Ich war nie ein Fan typischer Sommerdüfte. Diese zitrisch-aquatischen Frischebomben halten kaum länger als ein kurzes Gespräch – und ehrlich gesagt: Bei 30 Grad sollte man eh besser gar kein Parfum tragen. Wenn doch, reicht meist ein günstiger Duft von Zara für 20 €, der zumindest keine falschen Versprechungen macht.
Was ich aber wirklich suchte, war ein Duft für die Sommerabende. Etwas Feines für ein Dinner im Restaurant. Frisch, edel, aber mit einer gewissen Süße. Ein Duft, der sich auch im Herbst und Winter tragen lässt, ohne fehl am Platz zu wirken.
Und genau da lag das Problem: Entweder zu leicht – oder zu schwer. Die meisten Düfte waren entweder clean und beliebig oder klassische Winter-Brecher, die an warmen Abenden einfach zu viel sind.
Dann – eher beiläufig beim Durchprobieren im Store – kam "Le Parfum". Ich erwartete nicht viel. Doch es war wie ein Aha-Moment: Frisch, aber nicht flach. Süß, aber nicht klebrig. Elegant, aber nicht steif.
Endlich ein Duft, der diesen seltenen Sweet Spot trifft: ideal für schicke Sommerabende, aber mit genug Tiefe für kühlere Tage.
Im Vergleich zum EDP? Für mich die deutlich bessere Wahl. Ich habe noch eine Probe vom EDP aus 2023 zu Hause – solide, präsent. Doch was ich neulich im Laden gerochen habe, war eine schwächere Version davon. Wurde der Duft schon verwässert? "Le Parfum" hingegen wirkt runder, durchdachter – fast so, als hätte man verstanden, was der EDP hätte sein können.
Ich habe nicht aktiv nach diesem Duft gesucht. Aber genau das macht ihn für mich so besonders: Er hat mich gefunden.